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Bemerkenswerte Käferfunde aus Deutschland

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Phloiophilus edwardsii
27.02.2010 (publiziert am 27.02.2010)
Nachweis von Phloiophilus edwardsii im Bössinger Wald bei Zeutern im Februar 2010

Am 27.02.2010 wurden im Bössinger Wald bei Zeutern (Kraichgau) zwei Exemplare von Phloiophilus edwardsii (Familie Phloiophilidae) von einem morschen Ast geklopft. Die winteraktive Art wird von Oktober bis März gefunden. Sie entwickelt sich am Pilz Peniophora quercina, der an Eichen vorkommt. In Deutschland liegen aus den meisten Regionen aktuelle Meldungen vor, die Art wird jedoch nur selten nachgewiesen. Sie ist als stark gefährdet eingestuft (RL 2).

Claviger testaceus
12.09.2009 (publiziert am 13.09.2009)
Nachweis von Claviger testaceus in der Grißheimer Trockenaue im September 2009

Am 12.09.2009 wurden insgesamt 4 Exemplare des Pselaphiden Claviger testaceus in einem Ameisennest (Lasius sp.) nachgewiesen. Die Art ist hochgradig an das Leben bei Ameisen angepasst und ist außerhalb des Ameisenbaus nicht überlebensfähig. Die Augen sind zurückgebildet. Die Käfer sondern ein bei den Ameisen sehr begehrtes Sekret ab und werden von den Ameisen gefüttert, ernähren sich aber auch von Ameisenlarven. In Deutschland ist Claviger testaceus gefährdet (RL 3).

Tropideres albirostris
16.08.2009 (publiziert am 13.09.2009)
Nachweis von Tropideres albirostris im Staatswald Molzau bei Huttenheim im August 2009

Am 16.08.2009 wurde ein einzelnes Exemplar des Anthribiden Tropideres albirostris im Staatswald Molzau bei Huttenheim auf einem toten Buchenast gefunden. Die Art entwickelt sich an Eiche, seltener Buche. Neben der weißgezeichneten Nominatform findet man gelegentlich auch gelblich gezeichnete Exemplare (a. quercinus). Tropideres albirostris ist in Deutschland gefährdet (RL 3).

Lema cyanella
15.08.2009 (publiziert am 13.09.2009)
Nachweis von Lema cyanella am Philippsburger Altrhein im August 2009

Am 15.08.2009 wurde ein Exemplar des Blattkäfers Lema cyanella in der Rheinaue bei Philippsburg nachgewiesen. Die Art entwickelt sich an Kratzdistel-Arten (Cirsium sp.). Lema cyanella unterscheidet sich von den ähnlichen Arten der Gattung Oulema durch den in der Mitte eingebuchteten Halsschild. Die Art ist in ganz Deutschland nachgewiesen, wird aber nicht oft gefunden (RL 3).

Pteleobius kraatzi
14.08.2009 (publiziert am 13.09.2009)
Nachweis von Pteleobius kraatzi am Philippsburger Altrhein im August 2009

Am 14.08.2009 wurde ein Exemplar des Scolytiden Pteleobius kraatzi in der Rheinaue bei Philippsburg nachgewiesen. Die kleine Art (1,8–2,0 mm) kommt in Deutschland nur im Südwesten vor und entwickelt sich in Ulme. Sie ist als gefährdet eingestuft (RL 3). Von der Schwesterart P. vittatus unterscheidet sie sich durch am Absturz alternierend erhöhte Flügeldeckenzwischenräume.

Siagonium quadricorne
12.08.2009 (publiziert am 13.09.2009)
Nachweis von Siagonium quadricorne im Bössinger Wald bei Zeutern im Kraichgau im August 2009

Am 12.08.2009 wurden zwei Exemplare des Kurzflüglers Siagonium quadricorne im Bössinger Wald bei Zeutern (Kraichgau) beobachtet. Die Art wird meist unter der Rinde von alten Laubbäumen gefunden, selten, aber oft gesellig. Beim Männchen sind die Wangen in vorstehende Hörner verlängert. In Deutschland ist Siagonium quadricorne als gefährdet (RL 3) eingestuft.

Leptura aurulenta
12.08.2009 (publiziert am 13.09.2009)
Nachweis von Leptura aurulenta im Bössinger Wald bei Zeutern im Kraichgau im August 2009

Am 12.08.2009 wurde ein Exemplar des Bockkäfers Leptura aurulenta im Bössinger Wald bei Zeutern (Kraichgau) beobachtet. Die Art entwickelt sich in altem Holz verschiedener Laubbäume und zeigt einen deutlichen Sexualdimorphismus. Sie ist aus Südeuropa und dem südlichen Mitteleuropa gemeldet. In Deutschland ist Leptura aurulenta als stark gefährdet (RL 2) eingestuft.

Agrilus sinuatus
08.08.2009 (publiziert am 08.08.2009)
Nachweis von Agrilus sinuatus am Philippsburger Altrhein im August 2009

Am 08.08.2009 wurde ein einzelnes Exemplar des Birnbaum-Prachtkäfers Agrilus sinuatus von einem kränkelnden Weißdorn geklopft. Die 4,5–10 mm lange, kupfrig-violett gefärbte Art entwickelt sich in Baumrosaceen, vor allem Birne und Weißdorn, an ersterer kann er auch schädlich werden. Agrilus sinuatus ist in Deutschland weit verbreitet, wird im Freien aber recht selten gefunden, sondern meist durch Auszucht nachgewiesen. In Deutschland ist die Art als nicht gefährdet eingestuft.

Thymalus limbatus
31.07.2009 (publiziert am 02.08.2009)
Nachweis von Thymalus limbatus im Lampertheimer Wald (Südhessen) im Juli 2009

Am 31.07.2009 konnten 2 Exemplare des Flachkäfers Thymalus limbatus (Familie Peltidae) nachts an einer verpilzten toten Buche nachgewiesen werden. Die nachtaktive, kupfermetallisch glänzende Art ist 5–7 mm lang und erinnert im Habitus an die Blattkäfer der Gattung Cassida. Die Art ernährt sich von Pilzmyzel und wird in totholzreichen Wäldern der planaren bis montanen Stufe an verpilzten Laub- und Nadelbäumen gefunden, meist einzeln und selten. In Deutschland ist Thymalus limbatus als gefährdet eingestuft (RL 3)

Eustrophus dermestoides
31.07.2009 (publiziert am 02.08.2009)
Nachweis von Eustrophus dermestoides im Lampertheimer Wald (Südhessen) im Juli 2009

Am 31.07.2009 konnte ein einzelnes Exemplar der seltenen Melandryidae Eustrophus dermestoides nachts an einer von Cerambyx cerdo bewohnten Eiche nachgewiesen werden. Die nachtaktive, stenotope Art entwickelt sich am Schwefelporling (Laetiporus sulphureus) und an verpilztem Holz alter Laubbäume. Eustrophus dermestoides ist 4–5 mm lang und erinnert im Habitus an Speckkäfer der Gattung Dermestes. In Deutschland ist die Art als gefährdet eingestuft (RL 3).

Trichoferus pallidus
31.07.2009 (publiziert am 02.08.2009)
Beobachtung von Trichoferus pallidus im Lampertheimer Wald (Südhessen) im Juli 2009

Am 31.07.2009 konnte ein einzelnes Exemplar des äußerst seltenen Bockkäfers Trichoferus pallidus beobachtet werden. Erstmals wurde die Art 2004 im Lampertheimer Wald gefunden. Die nachtaktive Art entwickelt sich an absterbenden Eichen, oft in Gesellschaft des Eichenheldbocks Cerambyx cerdo. Die wenigen aktuellen Fundorte der Urwaldrelikt-Art liegen in Baden, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt. Trichoferus pallidus ist in Deutschland vom Aussterben bedroht (RL 1).

Dicerca berolinensis
11.07.2009 (publiziert am 13.07.2009)
Beobachtung von Dicerca berolinensis im Bienwald bei Scheibenhardt im Juli 2009

Am 11.07.2009 konnte der Prachtkäfer Dicerca berolinensis im Bienwald bei Scheibenhardt an einer toten, umgebrochenen Buche beobachtet werden. Die eurosibirisch verbreitete Art ist in Deutschland aktuell aus den südlichen Bundesländern und Brandenburg gemeldet. Die Entwicklung erfolgt 3–4–jährig an anbrüchigen oder abgestorbenen Rot- und Hainbuchen im Stamm oder starken Ästen in besonnter Lage. Die Käfer sind tagaktiv und hochgradig thermophil, man findet sie auf den besiedelten Stämmen in der Sonne, wo sie sich bei Annäherung sofort fallen lassen. In Deutschland ist die Art als stark gefährdet (RL 2) eingestuft nach BNatSchG besonders geschützt.

Megopis scabricornis
11.07.2009 (publiziert am 13.07.2009)
Beobachtung von Megopis scabricornis im Bienwald bei Scheibenhardt im Juli 2009

Am 11.07.2009 konnte der seltene und kapitale Körnerbock Megopis scabricornis (30–50 mm) im Bienwald bei Scheibenhardt am einer alten, geschädigten Buche beobachtet werden. Die Art kommt in Mittel- und Südeuropa sowie Kleinasien in der planaren Stufe vor. Die dämmerungs- und nachtaktiven Käfer entwickeln sich mehrjährig (>= 3 Jahre) an alten, anbrüchigen Laubbäumen (Buche, Apfel, Kirsche, Weide, Pappel, u.a.). In Deutschland liegen aktuelle Meldungen aus Baden, Hessen, der Pfalz und Brandenburg vor. Megopis scabricornis ist in Deutschland als vom Aussterben bedroht (RL 1) eingestuft und nach BNatSchG streng geschützt.

Acylophorus glaberrimus
28.06.2009 (publiziert am 02.07.2009)
Erstfund von Acylophorus glaberrimus bei Minfeld im Bienwald (Rheinland-Pfalz) im Juni 2009

Am 28.06.2009 konnten 2 Exemplare des Kurzflügelkäfers Acylophorus glaberrimus an einem Teich bei Minfeld im Bienwald nachgewiesen werden. Die 6–7 mm lange Art weist charakteristisch gekniete Fühler auf und unterscheidet sich von dem nahe verwandten A. wagenschieberi durch ein kürzeres Fühlerschaftglied, rote Knie und Tarsen und ein rötlich aufgehelltes fünftes Tergit. Sie ist ein Deutschland aus mehreren Bundesländern nachgewiesen und als gefährdet (RL 3) eingestuft. Der vorliegende Nachweis stellt den Erstfund für die Pfalz dar.

Aphodius scrutator
27.06.2009 (publiziert am 02.07.2009)
Erstfund von Aphodius scrutator bei Minfeld im Bienwald (Rheinland-Pfalz) im Juni 2009

Am 27.06.2009 konnten insgesamt sechs Exemplare des sehr seltenen Dungkäfers Aphodius scrutator auf einer Rinderweide bei Minfeld im Bienwald nachgewiesen werden. Die Tiere wurden einzeln in angetrocknetem Rinderdung gefunden. Nach Horion (1958) ist A. scrutator eine ponto-mediterrane Art. Aktuelle Nachweise gibt es nur aus Bayern und vom Kaiserstuhl in Baden (Geis). Der Fund stellt somit den Erstfund für die Pfalz dar. Die stenotope, thermophile Art ist für Deutschland als stark gefährdet (RL 2) eingestuft.

Abax carinatus
27.06.2009 (publiziert am 08.07.2009)
Beobachtung von Abax carinatus im Bienwald bei Scheibenhardt im Juni 2009

Am 27.06.2009 konnten insgesamt 3 Exemplare des Laufkäfers Abax carinatus im Bienwald bei Scheibenhardt nachgewiesen werden. Die gedrungene, schwarze Art zeichnet sich wie alle in Deutschland vorkommende Vertreter der Gattung durch ein kielartig erhöhtes 7. Flügeldeckenintervall und das Fehlen von Borstenpunkten auf den Flügeldecken aus. Sie unterscheidet sich durch die stark punktierten Halsschildgruben. In Deutschland wird die feuchtigkeitsliebende Art vor allem in Wäldern und Flussauen gefunden, sie ist als gefährdet (RL 3) eingestuft.

Anoxia villosa
25.06.2009 (publiziert am 08.07.2009)
Beobachtung von Anoxia villosa bei Hockenheim im Juni 2009

Am 25.06.2009 konnten Hunderte von Exemplaren des Scarabaeiden Anoxia villosa beim Schwärmen in der Abenddämmerung nahe Hockenheim beobachtet werden. Die Art kommt in Deutschland nur in den sandigen Gebieten der Rheinebene vor. In den mediterranen Ländern dagegen nimmt Anoxia eine ähnliche Stellung ein wie unser Maikäfer (Melolontha sp.). Anoxia fliegt in Deutschland etwa 4 Wochen später als der Maikäfer, etwa zeitgleich zum Junikäfer (Amphimallon sp.), ist jedoch deutlich größer als Amphimallon und ähnelt Melolontha stark, unterscheidet sich aber durch die dicht behaarte Unterseite und seine 4 (f) bzw. 5 (m) Fühlerlamellen. In Deutschland ist Anoxia als gefährdet (RL 3) eingestuft.

Judolia sexmaculata
20.06.2009 (publiziert am 02.07.2009)
Nachweis des Bockkäfers Judolia sexmaculata an der Hornisgrinde (Nordschwarzwald) im Juni 2009

Am 20.06.2009 wurden an der Hornisgrinde im nördlichen Schwarzwald auf 1100 m üNN zwei Exemplare des Bockkäfers Judolia sexmaculata nachgewiesen. Die boreomontane Art entwickelt sich in verschiedenen Nadelbäumen (Picea, Abies, Pinus, Larix). Die tagaktiven Käfer werden meist auf Blüten gefunden, insgesamt jedoch eher sporadisch und selten. Aktuelle Funde liegen vor allem aus den Mittelgebirgen Süd- und Mitteldeutschlands vor. Die Art wird als stark gefährdet (RL 2) eingestuft.

Phaeochrotes cinctus
13.06.2009 (publiziert am 08.07.2009)
Nachweis von Phaeochrotes cinctus im Bienwald bei Scheibenhardt im Juni 2009

Am 13.06.2009 konnte ein einzelnes Exemplar des Breitrüsslers Phaeochrotes cinctus im Bienwald bei Scheibenhardt von einem morschen Ast geklopft werden. Die kleine Art (2,0–3,0 mm) lebt an abgestorbenen, verpilzten Ästen diverser Laubbäume (Quercus, Carpinus, Ulmus, Alnus, u.a.) und wird eher selten gefunden. In Deutschland ist die Art als gefährdet (RL 3) eingestuft.

Rhynchaenus alni
06.06.2009 (publiziert am 08.07.2009)
Nachweise von Rhynchaenus alni am Philippsburger Altrhein im Juni 2009

Zwischen dem 06.06. und dem 17.06.2009 konnte der Springrüssler Rhynchaenus alni mehrfach an Ulmen am Philippsburger Altrhein nachgewiesen werden. Die hübsch gezeichnete, stenotope Art entwickelt sich an Ulme und kann von jungen Ulmen oder von Stockausschlägen älterer Ulmen geklopft werden. Früher kam Rhynchaenus alni in praktisch allen Bundesländern vor, inzwischen liegen aus etlichen nur noch alte (vor 1950 bzw. vor 1900) Fundmeldungen vor. Die Art ist in Deutschland als gefährdet (RL 3) eingestuft.

Obrium cantharinum
05.06.2009 (publiziert am 02.07.2009)
Nachweis von Obrium cantharinum am Philippsburger Altrhein im Juni 2009

Am 05.06.2009 konnte ein einzelnes Exemplar des Dunkelbeinigen Flachdeckenbocks Obrium cantharinum an toten Pappelästen in der Nähe des Kernkraftwerks Philippsburg nachgewiesen werden. Der 5–10 mm lange Käfer unterscheidet sich vom ungleich häufigeren Obrium brunneum durch dunkle Schenkel, Schienen und Fühler. Die Art entwickelt sich in Laubhölzern, Pappel wird dabei deutlich bevorzugt. Die Art ist selten (RL 2) und vermutlich nachtaktiv. Sie wird im Freiland selten gefunden, sondern meist durch Auszucht aus den Bruthölzern nachgewiesen.

Clytus lama
28.05.2009 (publiziert am 08.07.2009)
Nachweis von Clytus lama im Schlierbachtal bei Neuler (Württemberg) im Mai 2009

Am 28.05.2009 konnte ein einzelnes Exemplar des Bockkäfers Clytus lama im Schlierbachtal bei Neuler nachgewiesen werden. Unter den zahlreichen Bockkäfern mit Wespen-Mimikry (u.a. Gattungen Xylotrechus, Clytus, Plagionotus) kann Clytus lama eigentlich nur mit dem ähnlichen und ungleich häufigeren C. arietis verwechselt werden, unterscheidet sich aber von letzterem durch einfarbig gelbbraune, zum Ende unverdickte Fühler. Clytus lama ist eine stenotope, silvicole Art des montanen bis subalpinen Bereichs und wird in Deutschland aktuell aus dem Süden und Osten gemeldet. Die Art ist als gefährdet (RL 3) eingestuft.

Hetaerius ferrugineus
25.05.2009 (publiziert am 08.07.2009)
Nachweis des myrmekophilen Histeriden Hetaerius ferrugineus im Lampertheimer Wald im Mai 2009

Am 25.05.2009 konnte ein Exemplar des Histeriden Hetaerius ferrugineus im Lampertheimer Wald (Südhessen) in einem Lasius-Bau nachgewiesen werden. Die sehr kleine (1,5–2,0 mm) Art ist myrmekophil, sie lebt bei verschiedenen Ameisenarten. Die xerothermophile Art wird meist in Ameisennestern an sonnenexponierten Hanglagen gefunden, bevorzugt in Nestern unter Holzstücken, aus denen der Käfer geklopft werden kann. Hetaerius ferrugineus ernährt sich von toten und kranken Ameisen. In Deutschland ist die Art als gefährdet (RL 3) eingestuft.

Ablattaria laevigata
24.05.2009 (publiziert am 02.07.2009)
Nachweis des Aaskäfers Ablattaria laevigata am Philippsburger Altrhein im Mai 2009

Am 24.05.2009 konnte am Philippsburger Altrhein ein einzelnes Exemplar des Aaskäfers Ablattaria laevigata nachgewiesen werden. Anders als viele Aaskäfer wird Ablattaria laevigata nicht an Tierkadavern gefunden, sondern ist ein spezialisierter Schneckenjäger. Die schwarze Art ist durch den konvex gerundeten Halsschildvorderrand, die nicht abgesetzte Fühlerkeule und die kaum gerippten Flügeldecken gekennzeichnet. In Deutschland ist die Art nur in Wärmegebieten häufiger und ist als stark gefährdet (RL 2) eingestuft.

Hoshihananomia perlata
17.05.2009 (publiziert am 02.07.2009)
Nachweis des Stachelkäfers Hoshihananomia perlata am Philippsburger Altrhein im Mai 2009

Am 17.05.2009 konnte am Philippsburger Altrhein ein einzelnes Exemplar des Stachelkäfers Hoshihananomia perlata von einer Blüte gekeschert werden. Die bei warmem Wetter recht flüchtige Art entwickelt sich an Birke. Sie ist aktuell aus zahlreichen Bundesländern gemeldet, wird aber nicht sehr häufig gefunden. In Deutschland ist Hoshihananomia perlata als stark gefährdet (RL 2) eingestuft.

Euoniticellus fulvus
10.05.2009 (publiziert am 02.07.2009)
Nachweis von Euoniticellus fulvus bei Grißheim (Südbaden) im Mai 2009

Am 10.05.2009 konnte ein Exemplar des sehr seltenen Dungkäfers Euoniticellus fulvus bei Grißheim (Südenbaden) an frischem Schafdung nachgewiesen werden. Die ponto-mediterrane Art ist aktuell nur aus Baden und Hessen gemeldet. In Baden sind ältere Funde vom Lilienhof am Kaiserstuhl sowie aus den 90er-Jahren von der Schelinger Viehweide bekannt. Die stenotope, xerothermophile Art bevorzugt frischen, weichen Dung von Pferd, Rind oder Schaf. Sie ist in Deutschland vom Aussterben bedroht (RL 1).

Oberea pupillata
10.05.2009 (publiziert am 08.07.2009)
Nachweis von Oberea pupillata bei Grißheim (Südbaden) im Mai 2009

Am 10.05.2009 konnte in den Rheinauen bei Grißheim (Südbaden) ein Exemplar des Bockkäfers Oberea pupillata beobachtet werden. Die stenotope, silvicole Art bevorzugt Waldränder und lichte Stellen in Wäldern. Die Entwicklung erfolgt 2–3–jährig an Heckenkirsche (Lonicera). In Mitteleuropa wird Oberea pupillata nur recht sporadisch und selten gefunden, aus den nördlichen Bundesländern sind keine Funde bekannt (in Deutschland RL 3). Von den anderen Arten der Gattung Oberea unterscheidet sich O. pupillata durch den auffälligen gelben Schildchenfleck auf den Flügeldecken.

Lyctus pubescens
07.05.2009 (publiziert am 08.07.2009)
Zwei Nachweise des Splintholzkäfers Lyctus pubescens in Nordbaden im Mai 2009

Am 07.05. und am 19.05.2009 konnte auf den Feldern bei Waghäusel bzw. im Bössinger Wald bei Zeutern je ein Exemplar des Splintholzkäfers Lyctus pubescens an Eichenholzklaftern nachgewiesen werden. Wie die meisten Lyctiden entwickelt sich Lyctus pubescens an trockenen Hölzern, die einen gewissen Stärke- und Eiweißgehalt aufweisen. L. pubescens bevorzugt vor allem Eiche. Aus Deutschland wird die Art eher selten gemeldet, z.B. aus Baden (Böhme, 1962), sie ist als vom Aussterben bedroht (RL 1) eingestuft. Von anderen Lyctus-Arten unterscheidet sich L. pubescens durch breit und flach ausgezogene Flügeldeckenspitzen.

Elaphropus sexstriatus
25.04.2009 (publiziert am 08.07.2009)
Nachweis von Elaphropus sexstriatus am Philippsburger Altrhein im April 2009

Am 25.04.2009 konnte ein Exemplar des Laufkäfers Elaphropus sexstriatus auf einem sonnigen Kiesweg am Philippsburger Altrhein nachgewiesen werden. Die kleine Art (2,2–2,7 mm) weist 3 vertiefte Punktstreifen sowie unscharfe rötliche Aufhellungen an den Schultern und am Anfang des letzten Flügeldeckendrittels auf. Die südeuropäische Art ist in Süddeutschland verbreitet (Baden-Württemberg, Bayern, Hessen) und bevorzugt trockenere Standorte an Fließgewässern. Sie ist als stark gefährdet (RL 2) eingestuft.

Phytoecia pustulata
25.04.2009 (publiziert am 08.07.2009)
Nachweise von Phytoecia pustulata am Philippsburger Altrhein im April und Mai 2009

Vom 25.04. bis zum 24.05.2009 konnte das Schafgarben-Böckchen Phytoecia pustulata mehrfach in der niederen Vegetation des Rheindamms zum Kernkraftwerk Philippsburg nachgewiesen werden. Die zierliche Art zeichnet sich durch einen länglichen, kielartig erhabenen roten Fleck auf dem Halsschild aus. Sie kommt in ganz Europa (ohne den Norden) sowie der Türkei, dem Kaukasus und Kasachstan vor. Die Larven entwickeln sich an verschiedenen Asteraceen wie Scharfgabe (Achillea), Wucherblumen (Tanacetum) und Chrysanthmum-Arten. In Deutschland liegen aktuelle Meldungen aus dem Süden und Osten vor, die Art wird als stark gefährdet (RL 2) eingestuft.

Anthicus bimaculatus
19.04.2009 (publiziert am 08.07.2009)
Nachweis von Anthicus bimaculatus an einem Baggersee bei Dettenheim im April 2009

Am 19.04.2009 konnten zwei Exemplare des Halskäfers Anthicus bimaculatus am Ufer eines Baggersees bei Dettenheim nachgewiesen werden. Die stenotope, psammophile Art wird an sandigen Ufern und an Dünen gefunden, oft an den Wurzeln von Gräsern. In Deutschland ist sie aus zahlreichen Bundesländern aktuell gemeldet, mit Ausnahme des Südostens. Sie ist als gefährdet (RL 3) eingestuft. Aufgrund der Färbung ist Anthicus bimaculatus im Sand nicht leicht zu sehen und wird meist bei geduldiger Beobachtung entdeckt.

Baris analis
05.04.2009 (publiziert am 02.07.2009)
Wiederfund von Baris analis für Baden in den Rheinauen bei Oberhausen-Rheinhausen im April 2009

Am 05.04.2009 konnte ein einzelnes Exemplar der Rüsselkäferart Baris analis im Uferbereich eines kleines Tümpels in der Nähe von Oberhausen-Rheinhausen nachgewiesen werden. Die kleine Art (2,0–3,5 mm) mit der charakteristischen Rotfärbung der Flügeldeckenspitze entwickelt sich am Großen Flohkraut (Pulicaria dysenterica (L.) Bernh.). Der Fund ist der erste Nachweis der Art in Baden nach 1950. Aktuelle Funde aus Deutschland sind nur aus Sachen-Anhalt bekannt (Behne, 1996).

Limodromus longiventris
29.11.2008 (publiziert am 14.02.2009)
Nachweis von Limodromus longiventris in der Rheinaue bei Oberhausen-Rheinhausen im November 2008

Am 29.11.2008 konnte die Laufkäferart Limodromus longiventris (Gestreckter Enghalsläufer) in einem Exemplar unter einem Holzstück im Winterquartier nachgewiesen werden. In der Rheinaue bei Oberhausen-Rheinhausen (Nähe Philippsburg, Nordbaden) war dies der jüngste von insgesamt 10 Nachweisen zwischen 2004 und 2008. Im zeitigen Frühjahr findet man L. longiventris bevorzugt nachts im unteren Stammbereich von kapitalen Pappeln. L. longiventris ist durchschnittlich etwas größer als der ähnliche und viel häufigere L. assimilis und hat parallelere Flügeldeckenseiten. Die westpaläarktische Art ist bei uns nur sehr lokal zu finden.

Dromius longiceps
21.09.2008 (publiziert am 14.02.2009)
Nachweis von Dromius longiceps im Schilfgürtel der Weiher bei Oberhausen-Rheinhausen im September 2008

Am 21.09.2008 konnte die Laufkäferart Dromius longiceps (Langköpfiger Rindenläufer) in insgesamt drei Exemplaren im Schilfgürtel der früheren Kiesweiher bei Oberhausen-Rheinhausen (Nähe Philippsburg, Nordbaden) nachgewiesen werden. Dromius longiceps in Nord- und Mitteleuropa verbreitet, aber selten. Die ausgesprochen feuchtigkeitsliebende Art wird in dichten Schilf- und Rohrkolbenbeständen gefunden. Kennzeichnend ist der auffällig langgestreckte Kopf und der ebenfalls gestreckt wirkende Halsschild.

Phloiotrya vaudoueri
17.08.2008 (publiziert am 19.02.2009)
Nachweis von Phloiotrya vaudoueri im Heilbronner Wald bei Heilbronn im August 2008

Am 17.08.2008 konnte die Düsterkäferart Phloiotrya vaudoueri in einem Exemplar auf einer toten Buche im Heilbronner Wald zwischen Heilbronn und Weinsberg nachgewiesen werden. Die seltene Art ist in West- und Südeuropa sowie im südöstlichen Mitteleuropa verbreitet. Zur Entwicklung ist Phloiotrya vaudoueri auf morsches Holz meist anbrüchiger Eichen angewiesen, selten werden auch andere Laubhölzer angenommen. Die Art ist in Deutschland als stark gefährdet eingestuft (RL 2). Phloiotrya vaudoueri ist nachtaktiv und wird in alten Laubwäldern im Juli und August gefunden.

Notoxus trifasciatus
19.07.2008 (publiziert am 14.02.2009)
Nachweis von Notoxus trifasciatus in der Rheinaue bei Speyer im Juli 2008

Am 19.07.2008 gelang in der Rheinaue bei Speyer (Rheinland-Pfalz) der Fund eines einzelnen Exemplars des Schwarzspitzigen Einhornkäfers (Notoxus trifasciatus). Das Tier saß auf einer kleinen Pappel auf einer etwas erhöht liegenden, trockenen Wiese in der Nähe des Rheinufers. Die in Südeuropa und im südlichen Mitteleuropa verbreitete xerophile Art wird viel seltener gefunden als N. monoceros, die häufigste Art der Gattung. Zahlreiche Vertreter der Familie Anthicidae sind bekannt für ihre Canthariphilie: Die Arten fressen an toten Ölkäfern, das aufgenommene giftige Cantharidin schützt sie vor Erbeutung durch Wirbeltiere.

Rosalia alpina
06.07.2008 (publiziert am 19.02.2009)
Beobachtung des Alpenbocks Rosalia alpina auf gefällten Buchenstämmen bei Bad Urach im Juli 2008

Am 06.07.2008 konnten zahlreiche Exemplare des Alpenbocks Rosalia alpina bei Bad Urach (Baden-Württemberg) beobachtet werden. Der prächtige, blau-schwarz tomentierte Bockkäfer kommt von Spanien bis zum Kaukasus und Ural vor, in Deutschland nur noch an wenigen Standorten auf der Schwäbischen Alb und im Donautal. Er ist in Deutschland als stark gefährdet eingestuft (RL 2) und genießt nach FFH-Richtlinie (92/43/EWG) Arten- und Biotopschutz. Rosalia alpina entwickelt sich 3–4–jährig in sonnenbeschienenem Buchentotholz. Man findet die Käfer von Juli bis September in der collinen Region.

Tarsostenus univittatus
28.06.2008 (publiziert am 14.02.2009)
Erster Nachweis von Tarsostenus univittatus in Nordbaden im Juni 2008

Am 28.06.2008 gelang der erste Nachweis des Buntkäfers Tarsostenus univittatus für Nordbaden. Am späten Nachmittag konnten insgesamt vier Exemplare an einem alten Holzklafter in der Nähe von Waghäusel-Wiesental beobachtet werden. Die wärmeliebende, kosmopolitisch vorkommende Art wurde 1962 von Wolf erstmals am Kaiserstuhl für Deutschland nachgewiesen. Seit den 1990er Jahren erfolgten Funde in Südbaden (Geis), der Pfalz (Seiler) und Württemberg (Reibnitz). Tarsostenus univittatus lebt an trockenen Hölzern und Rebschnitt als Verfolger von Splintholzkäfern (Lyctidae).

Oenopia impustulata
23.05.2008 (publiziert am 16.02.2009)
Nachweis von Oenopia impustulata im Bienwald bei Kandel im Mai 2008

Am 23.05.2008 wurden im Naturwaldreservat Stuttpferch im Bienwald bei Kandel (Rheinland-Pfalz) etwas unerwartet fünf Exemplare von Oenopia impustulata nachgewiesen. Die Tiere saßen auf einer jungen Eiche auf einer Waldlichtung. Oenopia impustulata ist ein Verfolger von Blattläusen und wird vor allem Hochmooren gefunden, jüngere Meldungen liegen beispielsweise aus Bayern, Württemberg sowie den nördlichen Bundesländern vor. Es gibt allerdings Hinweise, dass die Art auch gelegentlich in trockenwarmen Sandgebieten gefunden wird, so z.B. im Lampertheimer Wald in Südhessen (Bornholdt, 1994).

Clytus tropicus
18.05.2008 (publiziert am 14.02.2009)
Nachweis von Clytus tropicus im Bössinger Wald bei Zeutern (Kraichgau) im Mai 2008

Am 18.05.2008 gelang im Bössinger Wald bei Zeutern im Kraichgau (Nordbaden) der Fund des seltenen Wendekreis-Widderbocks (Clytus tropicus). Das Tier saß auf heruntergebrochenen Kronenästen einer kapitalen Eiche auf einer Lichtung im umgebenden Eichen-Buchen-Hochwald. Die europaweit verbreitete Art wird aufgrund ihrer akrodendrischen Lebensweise und ihrer hohen Ansprüchen an das Habitat nur vergleichsweise selten gefunden. Die 1–2–jährige Entwicklung findet in sonnenexponierten Ästen im Kronenbereich vor allem von Eichen statt. Die Art ist in Deutschland nach BNatSchG besonders geschützt.

Acalles aubei
12.05.2008 (publiziert am 19.02.2009)
Nachweis von Acalles aubei in den Wäldern am Drachenfels bei Bad Dürkheim im Mai 2008

Am 12.05.2008 konnte Acalles aubei im Waldstück Saupferch am Drachenfels bei Bad Dürkheim (Rheinland-Pfalz) auf dünnen, dürren Buchenzweigen nachgewiesen werden. Mit 3,5–5,5 mm Körperlänge gehört die Art zu den größeren Acalles-Arten. Sie ist vor allem im südlichen Europa von den Pyrenäen bis zum Kaukasus verbreitet. Die Art entwickelt sich verschiedenen Laubhölzern, vor allem Buche und Kastanie. Man findet die Art von Mai bis Oktober durch Abklopfen dünner Äste oder durch Sieben der Laubschicht am Fuß der Bäume. In Deutschland ist Acalles aubei als stark gefährdet eingestuft (RL 2).

Orsodacne lineola
20.04.2008 (publiziert am 14.02.2009)
Nachweis von Orsodacne lineola im Bössinger Wald bei Zeutern (Kraichgau) im April 2008

Am 20.04.2008 gelang im Bössinger Wald bei Zeutern im Kraichgau (Nordbaden) ein Fund des Blattkäfers Orsodacne lineola. Das Tier saß auf einem toten Ast am Waldrand nahe einer Streuobstwiese. Im Gegensatz zur häufigeren Orsodacne cerasi sind Halsschild und Flügeldecken mit feinen weißen Härchen besetzt. Die in Südeuropa und im südlichen Mitteleuropa verbreitete Art entwickelt sich an Weißdorn (Crataegus), Birne (Pirus) und Pflaume (Prunus). Nach Köhler/Klausnitzer (1998) liegen bisher für Baden keine Meldungen vor.

Clitostethus arcuatus
30.03.2008 (publiziert am 14.02.2009)
Nachweis von Clitostethus arcuatus im Waldstück Dornhecke bei Bad Schönborn (Nordbaden) im März 2008

Am 30.03.2008 konnte im Waldstück Dornhecke bei Bad Schönborn (Nordbaden) ein Exemplar des Marienkäfers Clitostethus arcuatus von Efeu geklopft werden. Die sehr kleine (1,2–1,5 mm) und schön gezeichnete Art ist ein Verfolger von Mottenschildläusen (Aleurodidae). Die Art ist mediterran verbreitet und thermophil, dementsprechend in Deutschland vor allem in Wärmelagen zu finden. Meist findet man nur einzelne oder wenige Exemplare, bei geeigneten Bedingungen können sie jedoch gelegentlich durchaus zahlreich auftreten.



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