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Übersicht Käfer der Woche

Texte © K. Reißmann, T. Hörren, M. Stern, F. Bötzl und C. Benisch


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10.02.2017
Bitoma crenata (F., 1775)
Bitoma crenata
6 
Der 2,6 bis 3,5 mm große Schwarzrote Rindenkäfer Bitoma crenata (Familie Colydiidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland. Weltweit enthält die Gattung mehr als 100 Arten. Bitoma crenata ist in Europa weit verbreitet und erreicht im Norden den Polarkreis, im Osten erreicht sie den Kaukasus, die Mongolei und Sibirien bis Tomsk. Die eurytope, silvicole Art lebt in Laub- und Mischwäldern sowie Parks. Die Käfer leben und entwickeln sich unter abgestorbener, sich lösender Baumrinde von Laub- und Nadelhölzern und unter trockenen Baumschwämmen. Larve und Imago leben räuberisch von kleinen Gliedertieren. Die Imagines sind ganzjährig und oft gesellig anzutreffen, gelegentlich auch in der Sonne auf der Rinde. In Deutschland ist Bitoma crenata überall häufig und nicht gefährdet. (CB)

03.02.2017
Pseudocistela ceramboides (L., 1761)
Pseudocistela ceramboides
6 
Der 10 bis 12 mm große Pflanzenkäfer Pseudocistela ceramboides (Familie Alleculidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland. Insgesamt enthält die Gattung zehn Arten in der Paläarktis, davon sechs in der Ostpaläarktis. Pseudocistela ceramboides ist von Südengland und dem südlichen Fennoskandinavien bis Norditalien verbreitet, in Ost-West-Richtung von Frankreich bis zum Baltikum. Man findet die Käfer von Mai bis Juli in Eichenwäldern, an lichten Stellen in Wäldern und an Waldrändern. Die Imagines sind hauptsächlich an und in faulendem Holz zu finden, vor allem Eiche. Die Larven entwickeln sich im Mulm und faulendem Holz. Die adulten Käfer sind nachtaktiv und fliegen Lichtquellen an. In Deutschland ist Pseudocistela ceramboides aus den meisten Bundesländern gemeldet, gilt aber als stark gefährdet (RL 2). (CB)

27.01.2017
Omaloplia ruricola (F., 1775)
Omaloplia ruricola
5 
Der 5 bis 7,5 mm große Blatthornkäfer Omaloplia ruricola (Familie Scarabaeidae) ist der häufigere von zwei Vertretern der Gattung in Deutschland. Insgesamt enthält die Gattung 25 Arten von Mitteleuropa bis Zentralasien. Omaloplia ruricola kommt von Spanien über Mitteleuropa einschließlich Südengland bis Norditalien und den Nordbalkan sowie im Osten bis Russland (Nowgorod-Region) vor. Die stenotope, xerophile Art lebt an Wärmehängen und grasigen Trockenhängen, auf Steppenheide und auf Trockenrasen. Man findet die Käfer von Mai bis September an Gräsern, auf niederer Vegetation und auf Gebüsch. Die Larvenentwicklung erfolgt im Boden an Graswurzeln, wo die Larve auch überwintert. In Deutschland fehlt Omaloplia ruricola nur im Norden. Sie gilt als nicht gefährdet. (CB)

20.01.2017
Rhagium sycophanta (Schrk., 1781)
Rhagium sycophanta
8 
Der 17 bis 30 mm große Eichen-Zangenbock Rhagium sycophanta (Familie Cerambycidae) ist der größte der vier Vertreter der Gattung Rhagium in unserer Fauna. Insgesamt enthält die Gattung 17 Arten in der Paläarktis, davon 12 in der Westpalärktis. Rhagium sycophanta ist von Europa bis Kleinasien, den Kaukasus und bis zum Altaigebirge verbreitet. Die stenotope, silvicole Art lebt in Laub- und Mischwäldern von der Ebene bis in niedrige Gebirgslagen. Sie entwickelt sich an Eiche, seltener an anderen Laubbäumen wie Buche, Linde, Birke, Erle und Kastanie. Man findet die Käfer meist an ihren Brutbäumen, oft am Fuß von Eichen, aber gelegentlich auch auf Doldenblüten. Die Larven fressen breite flache Gänge unter der Rinde von Eichenstümpfen, gefällten Stämmen oder beschädigten Eichen. Die früher in Deutschland häufige Art ist heute seltener geworden und gilt als gefährdet (RL 3). (CB)

13.01.2017
Lachnaia sexpunctata (Scop., 1763)
Lachnaia sexpunctata
8 
Der 9 bis 13 mm große Haar-Langbeinkäfer Lachnaia sexpunctata (Familie Chrysomelidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in unserer Fauna. Die Gattung enthält 20 Arten in der westlichen Paläarktis und zwei in der Afrotopis. Am artenreichsten ist die Gattung im Mittelmeer-Raum. Lachnaia sexpunctata ist von Nordost-Frankreich über Süddeutschland bis Südosteuropa und Kleinasien verbreitet. Man findet die stenotope, xerothermophile Art an sonnenexponierten felsigen Wärme- und Trockenhängen. Sie lebt polyphag vor allem an exponierten Ästen von Eichengebüsch (Quercus), aber auch an Hasel (Corylus) und Weidenarten (Salix). Das Männchen weist deutlich vergrößerte Vorderbeine auf. In Deutschland ist sie nur aus den südlichen Bundesländern gemeldet und gilt als stark gefährdet (RL 2). (CB)

06.01.2017
Mogulones larvatus (Schltz., 1896)
Mogulones larvatus
9 
Der kontrastreich gefärbte knapp 5 mm lange Große Lungenkrautrüssler Mogulones larvatus (Familie Curculionidae) ist ein Frühjahrstier, aber er zeigt sich von April-Juni etwas später als sein kleiner Bruder, der kleine Lungenkrautrüssler, der oft schon im März aktiv wird. Außerdem ist Mogulones larvatus deutlich seltener und scheint stattlichere Exemplare des dunklen Lungenkrauts Pulmonaria officinalis als Entwicklungspflanze zu bevorzugen. Die Art ist zwar über fast ganz Europa bis Sibirien und Nordafrika verbreitet, wird in Deutschland aber nur sehr vereinzelt gefunden und gilt als stark gefährdet (RL 2). Während die Art in Deutschland vor allem in Buchenwäldern zu finden ist, lebt sie in Südeuropa auch an offeneren Standorten an Natternkopfarten und wird sogar in Australien zur Bekämpfung von dort als Unkräuter schädlichen importierten Natternkopf-Arten eingesetzt. (MS)

30.12.2016
Cymindis humeralis (Geoffr., 1785)
Cymindis humeralis
6 
Der Laufkäfer Cymindis humeralis (Familie Carabidae) ist eine typische Art der kalkhaltigen Trockenrasen und Heiden. Die Gattung Cymindis umfasst etwa 40 Arten in Europa davon neun in Deutschland. Mit etwa 8 bis 11 mm Körperlänge ist Cymindis humeralis mittelgroß. Die Färbung ist charakteristisch: Dunkle, kahle Flügeldecken mit beiderseits hellem Fleck an der Basis. Die Art ist allgemein eine der häufigeren der Gattung. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom südlichen Nordeuropa bis Nordafrika und Westasien. In Deutschland ist die Art relativ weit verbreitet, jedoch nicht häufig und wird nicht besonders oft gefunden. Deshalb, und wegen der fortschreitenden Zerstörung der Lebensräume, die Cymindis humeralis bewohnt, ist die Art auf der aktuellen Roten Liste als gefährdet (RL 3) geführt. (FB)

23.12.2016
Dasycerus sulcatus Brongn., 1800
Dasycerus sulcatus
6 
Der nur 1,8 bis 2,3 mm lange Moosschimmelkäfer Dasycerus sulcatus (Familie Staphylinidae) ist eine von nur vier Arten der Gattung und die einzige, die in unserer Fauna vorkommt. Früher wurden sie als eigenständige Familie Dasyceridae betrachtet, inzwischen sind sie als Unterfamilie in die Familie der Kurzflügler integriert. Der braune Körper ist durch Chitinleisten stark skulpturiert. Besonders auffällig sind die langen, haarfeinen Fühler. Dasycerus sulcatus ist von Nordafrika über Süd- und Mitteleuropa bis zum Kaukasus verbreitet. Man findet die eurytope, mycetophage Art an verrottenden Pflanzen und in schimmelnder Bodenauflage, in Moospolstern und in morschem Totholz in Laub- und Mischwäldern der collinen Zone. Sie ernähren sich von Pilzfäden. In Deutschland fehlt Dasycerus sulcatus in den nördlichen Bundesländern. Er gilt als nicht gefährdet. (CB)

16.12.2016
Agrilus sinuatus (Ol., 1790)
Agrilus sinuatus
12 
Der 4,5 bis 10 mm große Birnenprachtkäfer Agrilus sinuatus (Familie Buprestidae) ist einer von etwa 30 Vertretern der Gattung in unserer Fauna. Weltweit enthält die artenreiche Gattung beinahe 2900 Arten. Agrilus sinuatus ist von Westeuropa über den südlichen Teil Mitteleuropas bis nach Sibirien und Transbaikalien verbreitet. Nach Nordamerika wurde die Art eingeschleppt. Besonders nach warmen Sommern kann Agrilus sinuatus an Birnbäumen, aber auch an Weißdorn als Schädling auftreten. Die Larven fressen unter der Rinde und hinterlassen dabei charakteristische zick-zack-förmige Fraßgänge. Die Rinde weist aufgeplatzte Stellen auf, aus denen gärender Baumsaft austritt. Leichterer Befall wird normalerweise gut überstanden, bei starkem Befall können die Bäume nach 2-3 Jahren absterben. In Deutschland ist Agrilus sinuatus aus den meisten Regionen gemeldet und gilt als nicht gefährdet. (CB)

09.12.2016
Reesa vespulae (Mill., 1939)
Reesa vespulae
8 
Der 2,8 bis 3,8 mm große Amerikanische Wespenkäfer Reesa vespulae (Familie Dermestidae) ist weltweit der einzige Vertreter der monotypischen Gattung. Ursprünglich aus Nordamerika stammend, ist Reesa vespulae heute in viele Länder bzw. Regionen eingeschleppt, unter anderem Europa, Russland und Japan, Nordafrika, Australien und Neuseeland sowie Chile. In Europa ist er seit den 1960er-Jahren heimisch. In freier Natur leben die Käfer in Wespennestern und ernähren sich von toten Insekten. Sie können sich jedoch auch von anderen trockenen tierischen und pflanzlichen Materialien ernähren. Gelangen sie in Sammlungen von Museen, können sie schädlich werden. In Haushalten richten sie selten Schäden an. Die Weibchen legen nach der Paarung bis zu 100 Eier angeeigneten Substraten ab, in die sich die frisch geschlüpften Larven einbohren. In Deutschland ist die Art aus zahlreichen Bundesländern gemeldet und gilt als nicht gefährdet. (CB)

02.12.2016
Hedobia regalis (Duft., 1825)
Hedobia regalis
10 
Der 3 bis 4,5 mm große Pochkäfer Hedobia regalis (Familie Anobiidae) ist eine von drei Arten der Gattung in unserer Fauna. Inzwischen werden zwei unserer Arten in die Gattung Ptinomorphus gestellt. Hedobia regalis ist von Europa (mit Ausnahme der Britischen Inseln und des Nordens) bis Kleinasien und zum Kaukasus verbreitet. Man findet die stenotope, thermophile Art an sonnexponierten Waldrändern, an Gebüsch an Wärmehängen und in Parks. Sie entwickelt sich an morschen Laubhölzern. Sehr ähnlich ist die häufigere Schwesterart Hedobia imperialis, der jedoch die erhobenen Nahtlinien auf den Flügeldecken fehlen. Beide kommen in den gleichen Habitattypen vor, jedoch ist Hedobia regalis nur in Wärmegebieten des südlichen und mittleren Mitteleuropa regelmäßiger zu finden. In Deutschland ist Hedobia regalis mit Ausnahme Sachsen-Anhalts auf den Südwesten beschränkt und gilt als stark gefährdet (RL 2). (CB)

25.11.2016
Osphya bipunctata (F., 1775)
Osphya bipunctata
9 
Der 5 bis 11 mm große Düsterkäfer Osphya bipunctata (Familie Melandryidae) ist derzeit der einzige Vertreter der Gattung in unserer Fauna, wenngleich die Schwesterart O. aeneipennis in den Alpen vorkommt und für Süddeutschland zu erwarten ist. Weltweit enthält die Gattung etwa 25 Arten. Osphya bipunctata ist von Südengland über Mittel- und Südosteuropa bis zum Kaspischen Meer verbreitet. Die stenotope, thermophile Art lebt in lichten Laubwäldern (oft Auwälder) und an sonnexponierten Waldrändern. Man findet die Imagines meist auf blühenden Sträuchern, vor allem Weißdorn (Crataegus), Hartriegel (Cornus) und Schneeball (Viburnum). Manche Männchen (aber nicht alle) weisen stark verdickte und bedornte Hinterschenkel auf. Osphya bipunctata ist zwar aus fast ganz Deutschland gemeldet, gilt aber als stark gefährdet (RL 2). (CB)

18.11.2016
Aphodius quadrimaculatus (L., 1761)
Aphodius quadrimaculatus
13 
Der 3 bis 4 mm große Dungkäfer Aphodius quadrimaculatus (Familie Scarabaeidae) ist einer von zahlreichen Vertretern der Gattung in Deutschland. Weltweit enthält die Gattung über 1000 Arten, in Europa ca. 130, von denen ca. 60 aktuell in Deutschland gemeldet sind. Derzeit wird die Gattung in zahlreiche neue Gattungen aufgespalten. Aphodius quadrimaculatus kommt von West- und Mitteleuropa sowie Südeuropa bis Kleinasien und den Kaukasus vor. Die stenotope, thermophile Frühjahrsart lebt an Wärme- und Trockenhängen und tritt von März bis Juni auf. Man findet sie meist an Schafdung, seltener Rinderkot, gelegentlich in den Bauen von Fuchs und Kaninchen. Nach der Paarung legen die Weibchen die Eier direkt in den Kot. Die Larven ernähren sich vom Kot. In Deutschland fehlt die Art im Norden und Osten. Sie gilt jedoch nicht als gefährdet. (CB)

11.11.2016
Trichoferus pallidus (Ol., 1790)
Trichoferus pallidus
14 
Der 14 bis 21 mm große Bleiche Alteichen-Nachtbock Trichoferus pallidus (Familie Cerambycidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in unserer Fauna. Die thermophile Art ist von West- über Mitteleuropa bis zur Krim und zum Nordkaukasus verbreitet. Man findet die nachtaktive Art in alten Eichenwäldern an alten, teilverlichteten Eichen im Absterbeprozess. Trichoferus pallidus hat sehr hohe Ansprüche an sein Habitat und gilt als Urwaldreliktart. Seine Vorkommen sind auf Wälder mit durchgehender Waldtradition seit Ende der letzten Eiszeit vor 12.500 Jahren beschränkt. Die Larven entwickeln sich unter der Rinde toter Stämme oder starker Äste, fast ausschließlich an Eiche, sehr selten an Buche oder Linde. Aktuelle Funde der äußerst seltenen Art liegen nur aus Baden, der Pfalz und Hessen vor. Trichoferus pallidus gilt als vom Aussterben bedroht (RL 1). (CB)

04.11.2016
Chrysomela vigintipunctata Scop., 1763
Chrysomela vigintipunctata
6 
Der 6,5 bis 8,5 mm große Gefleckte Weidenblattkäfer Chrysomela vigintipunctata (Familie Chrysomelidae) ist einer von sieben Vertretern der holarktischen Gattung in Deutschland. Chrysomela vigintipunctata ist von Ostfrankreich bis Japan verbreitet. Man findet die stenotopen, ripicolen Käfer von April bis August in Wäldern in Gewässernähe auf Weiden, aber auch auf Pappeln, Birken und Erlen. Die Käfer und ihre Larven ernähren sich von den Blättern ihrer Wirtspflanzen. Die Larven skelettieren die Blätter, besonders an den Rändern und treten gerne gesellig auf. Wirtschaftliche Schäden kann Chrysomela vigintipunctata vor allem in Baumschulen anrichten, wenn dort Weiden oder Pappeln befallen werden. Die Art ist praktisch aus allen Regionen Deutschlands gemeldet und gilt als nicht gefährdet. (CB)

28.10.2016
Coeliodes trifasciatus Bach, 1854
Coeliodes trifasciatus
14 
Die etwa 30 Arten der paläarktisch verbreiteten Gattung Coeliodes (Familie Curculionidae) entwickeln sich ausschließlich an Eichen, im Gegensatz zu der nahe verwandten Gattung Coeliodinus, die an Birken lebt und früher als Untergattung von Coeliodes geführt wurde. Wenn sie im Frühjahr die Knospen der Eichen anstechen, in deren Kätzchen sich die Larven entwickeln, sind die durchweg rotbraunen Käfer hervorragend auf den noch unbelaubten Ästen getarnt. Die neue Käfergeneration erscheint im Frühsommer und überwintert in der Bodenstreu. Von den fünf in Deutschland vorkommenden Arten ist der 2,5-3 mm lange Coeliodes trifasciatus eine der am meisten wärmeliebenden Arten. Die süd- und mitteleuropäisch verbreitete Art kommt an Stieleichen, im Süden auch an Flaumeichen vor und besiedelt bei uns nur südexponierte trockene Eichengebüsche und Waldsäume. Coeliodes trifasciatus ist überall recht selten, gilt aber aktuell noch nicht als gefährdet. (MS)

21.10.2016
Odacantha melanura (L., 1767)
Odacantha melanura
15 
Der charakteristisch gefärbte Sumpf-Halsläufer Odacantha melanura (Familie Carabidae) ist der einzige europäische Vertreter einer vorwiegend tropisch verbreiteten Gattung. Die etwa 6 bis 8 mm große Art ist über ganz Europa bis ins westliche Sibirien verbreitet. Die Art ist hygrophil und vor allem an Ufern von Sümpfen, schilfreichen Gewässern und auf Sumpfwiesen von der Ebene bis in die colline Zone zu finden. Die Käfer paaren sich im Frühjahr. Sie leben räuberisch und stellen vor allem Springschwänzen (Collembola) nach. Zum Überwintern ziehen sich die Tiere in Schilfhalme zurück, in denen sich auch die Larven entwickeln. In Deutschland ist die Art aktuell vor allem aus dem Norden gemeldet. Sie ist zwar über das gesamte Bundesgebiet verbreitet, wird jedoch eher selten gefunden. Daher ist sie auf der Vorwarnliste der aktuellen Roten Liste (RL V) geführt. (FB)

14.10.2016
Plegaderus dissectus Er., 1839
Plegaderus dissectus
9 
Der nur 1 bis 1,5 mm große Stutzkäfer Plegaderus dissectus (Familie Histeridae) ist eine von fünf Arten der Gattung Plegaderus in Deutschland. Weltweit enthält die Gattung 28 Arten, davon 14 in der Nearktis. Plegaderus dissectus ist von Mittel- und Südeuropa bis zum Kaukasus verbreitet. Die stenotope, silvicole und lignicole Art lebt in Laubwäldern und Parks in weißfaulen und morschen Stubben von Laubhölzern sowie in Buchenschwämmen und bei Ameisen, vor allem Lasius brunneus und Formica cunicularia. Sie gelten als Verfolger der Larven von Borkenkäfern. Aufgrund ihrer geringen Größe werden sie leicht übersehen. In Deutschland ist Plegaderus dissectus zwar aus fast allen Bundesländern gemeldet, gilt aber als gefährdet (RL 3). (CB)

07.10.2016
Scintillatrix rutilans (F., 1777)
Scintillatrix rutilans
20 
Der 9 bis 15 mm große Linden-Prachtkäfer Scintillatrix rutilans (Familie Buprestidae) ist einer von nur drei Vertretern der Gattung in Deutschland. Weltweit umfasst die Gattung 55 Arten von Europa bis Eurasien und Japan. Scintillatrix rutilans ist von Europa bis Südrussland verbreitet und meidet den Einflussbereich des atlantischen Klimas. Sie besiedelt alte Linden in sonnexponierter Lage, z.B. an besonnten Hängen, Lindenalleen und Einzelbäume im Siedlungsbereich. Die Entwicklung erfolgt unter der Rinde und dauert 2-3 Jahre. Die Tiere fliegen bei Sonnenschein und verstecken sich bei bedecktem Himmel. Besonders die Männchen sind recht flüchtig. Sie erschienen von Mai bis Juli. In Deutschland liegen aktuelle Funde nur aus der Südhälfte und die Art gilt als stark gefährdet (RL 2). (CB)

30.09.2016
Clitostethus arcuatus (Rossi, 1794)
Clitostethus arcuatus
13 
Der nur 1,2 bis 1,5 mm große Bogen-Zwergmarienkäfer Clitostethus arcuatus (Familie Coccinellidae) ist thermophil und in Europa hauptsächlich mediterran verbreitet. In Mitteleuropa kommt er an wärmebegünstigten Orten z. B. im Oberrheingraben vor. Die Käfer leben in Efeu, Laub- und Nadelholz. Dort ernähren sie sich vorwiegend von Mottenschildläusen aus der in Europa heimischen Familie Aleyrodidae. In zahlreichen Ländern, unter anderem Kalifornien, Chile und Iran, werden sie zur biologischen Bekämpfung der eingeschleppten Eschen-Weiße Fliege (Siphoninus phillyreae) eingesetzt, die Eschen, aber auch zahlreiche Obstbäume und Zitrusgewächse befällt. Die Käfer können im südlichen Mitteleuropa zwischen Mai und Anfang November drei überlappende Generationen bilden. Die stenotope Art gilt bei uns als stark gefährdet (RL 2). (CB)

23.09.2016
Abdera quadrifasciata (Curt., 1829)
Abdera quadrifasciata
5 
Der 2,5 bis 4 mm große Düsterkäfer Abdera quadrifasciata (Familie Melandryidae) ist in Deutschland einer von fünf Vertretern der Gattung Abdera, die mit mehreren Arten in der Palaearktis wie auch der Nearktis verbreitet ist. Die stenotope, silvicole Art kommt in West-, Ost- und Südeuropa sowie sporadisch in Mitteleuropa vor. Man findet die Käfer in wärmeren Habitaten an verpilzten Ästen und Stämmen verschiedener Laubhölzer, vor allem Eiche (Quercus), Buche (Fagus), Kastanie (Castanea) und Hasel (Corylus). Die meisten Funde stammen von Eichenästen, die mit dem Striegeligen Schichtpilz Stereum hirsutum bewachsen sind. Die Nachweise in Deutschland sind zerstreut und selten und konzentrieren sich auf den Südwesten und Westen Deutschlands. Abdera quadrifasciata gilt als gefährdet (RL 3). (CB)

16.09.2016
Anisoplia villosa (Goeze, 1777)
Anisoplia villosa
9 
Der 10 bis 11 mm große Zottige Getreidekäfer Anisoplia villosa (Familie Scarabaeidae) ist einer von derzeit nur zwei Vertretern der Gattung in Deutschland, die in Eurasien insgesamt etwas über 50 Arten enthält. Ihren größten Artenreichtum weist die Gattung im südöstlichen Mittelmeer und im Kaukasus auf. Das Zentrum des Verbreitungsgebietes von Anisoplia villosa liegt im südlichen Westeuropa, in Mitteleuropa ist das Vorkommen auf xerotherme Hänge beschränkt. Die Art ist von der Iberischen Halbinsel, Süd- und Mittelfrankreich, dem südlichen Mitteleuropa, Deutschland, Österreich, Schweiz, sowie Holland, Polen, Tschechien, der Slowakei und Rumänien bekannt. Man findet sie an den Ähren von Getreide und anderen Gräsern während deren Blütezeit. Nachts verkriechen sie sich in den Boden. Die Larven bevorzugen sandige Böden und ernähren sich von den Graswurzeln. In Deutschland gilt Anisoplia villosa als stark gefährdet (RL 2). (CB)

09.09.2016
Chlorophorus varius (Müll., 1766)
Chlorophorus varius
12 
Der 8 bis 14 mm große Variable Widderbock Chlorophorus varius (Familie Cerambycidae) ist einer von vier aktuell aus Deutschland gemeldeten Arten der Gattung Chlorophorus. Die stenotope, thermophile Art kommt in Süd-, Mittel und Osteuropa, im Osten bis Kleinasien, Nordiran, den Kaukasus, Transkaukasien und Westsibirien vor. Sie leben auf Wiesen und Waldrändern in warmen Gegenden. Die Imagines findet man von Mai bis August an Wärmehängen, in Weinbergen und an sonnenexponierten Waldrändern und Wegrainen auf Doldenblüten. Die Larven entwickeln sich 2-3-jährig in 2 bis 5 cm dicken absterbenden oder trockenen Ästen verschiedener Laubbäume, unter anderem Rosskastanie, Ulme, Ahorn, Erle, Esche und anderen. In Deutschland liegen Meldungen aus dem Südwesten und einigen östlichen Ländern vor. Chlorophorus varius gilt als vom Aussterben bedroht (RL 1). (CB)

02.09.2016
Enedreutes sepicola (F., 1792)
Enedreutes sepicola
5 
Der 2,5 bis 5 mm große Enedreutes sepicola gehört zu den artenreichen Breitrüsslern (Familie Anthribidae), die weltweit knapp 4000 Arten enthalten. Ihr Verbreitungsschwerpunkt liegt in den Tropen. In Europa sind dagegen nur 60 Arten nachgewiesen. Enedreutes sepicola ist in Europa weit verbreitet und war lange die einzige Art der Gattung in Deutschland. Inzwischen gibt es einen Nachweis der Schwesterart E. hilaris vom Nordrhein (Reißmann, i.l.). Man findet die stenotope, thermophile und silvicole Art in trockenen Eichenwäldern. Der Käfer entwickelt sich in toten, verpilzten Ästen verschiedener Laubbäume, unter anderem Buche, Esche, und Eiche, wobei letztere bevorzugt wird. Man findet die Käfer von April bis September. In Deutschland ist die Art aus allen Bundesländern gemeldet und gilt als nicht gefährdet. (CB)

26.08.2016
Rhinoncus albicinctus Gyll., 1836
Rhinoncus albicinctus
17 
Der 3,1-3,8 mm lange Rüsselkäfer Rhinoncus albicinctus ("Weiher-Dicknase") (Familie Curculionidae) hat eine sehr spezialisierte Lebensweise: Er entwickelt sich nur in der fast vollständig untergetauchten Form des Wasserknöterichs Persicaria amphibia, an dessen aus dem Wasser ragenden Blütenköpfen er in stehenden Kleingewässern und Altarmen von größeren Flüssen gefunden werden kann. Auf der viel häufigeren Landform dieser Pflanze, die an schlammigen Ufern durchaus häufig ist, sieht man ihn nie. Die Larven bohren im Stängel und verpuppen sich auch dort. Die im Hochsommer schlüpfende neue Käfergeneration überwintert im Ufer unter Pflanzenresten und kann dort oft leichter gefunden werden, als auf den schwer zugänglichen Wasserpflanzen. Die Art kommt von West- und Mitteleuropa bis Russland vor. Sie wird in Deutschland sehr selten gefunden und gilt als stark gefährdet (RL 2). (MS)


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