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Die Käferfauna Deutschlands von Christoph Benisch © 2007-2012


Übersicht Käfer der Woche

Texte © K. Reißmann, T. Hörren und C. Benisch


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27.01.2012
Dermestes frischii Kug., 1792
Dermestes frischii
Dermestes frischii (Familie Dermestidae) ist eine von 17 Arten der Gattung Dermestes in Deutschland, die als Speckkäfer bezeichnet werden. Der Name rührt daher, dass Käfer und Larven gelegentlich an Schinken und Speck gefunden werden und hier, wie auch an anderen tierischen Produkten, wie Trockenfisch, Häuten, Horn und ähnlichem schädlich werden können. In der Natur leben sie vor allem an alten, in der Sonne liegenden Kadavern und Äsern, von eingetrockneten Fleischresten, aber auch von Haaren und Federn, da sie in der Lage sind, Keratin zu verdauen. Die Art ist über die tropische Region von Amerika und Afrika, sowie die gesamte Holarktis verbreitet. In Deutschland ist sie eine der häufigsten Arten der Gattung und wird aus allen Regionen gemeldet. (KR/CB)

20.01.2012
Triphyllus bicolor (F., 1792)
Triphyllus bicolor
Der 3,5 bis 4 mm große Baumschwammkäfer Triphyllus bicolor (Familie Mycetophagidae) ist in Mittel- und Südeuropa sowie im südlichen Nordeuropa verbreitet. Im Osten erstreckt sich das Verbreitungsgebiet bis West-Russland. In Deutschland kommt Triphyllus bicolor aktuell in allen Bundesländern vor, ist aber insgesamt eher als selten anzusehen. Die stenotope, silvicole Art ist mycetobiont und entwickelt sich an weichfleischigen Baumschwämmen an morschen Laubhölzern, vor allem Eiche (Quercus) und Buche (Fagus). Besonders bevorzugt wird der Leberpilz (Fistulina hepatica). Käfer und Larven ernähren sich von den Hyphen und Sporen der Pilze. Zu Verpuppung gehen die Larven in den Boden. In der Roten Liste Deutschlands wird Triphyllus bicolor als gefährdet (RL 3) geführt. (CB)

13.01.2012
Curtimorda maculosa (Naez., 1794)
Curtimorda maculosa
Der 4 bis 5 mm große Stachelkäfer Curtimorda maculosa (Familie Mordellidae) ist einer von zwei Vertretern der Gattung in Deutschland, die sich durch die silberfarbene Fleckung der sonst schwarzen Flügeldecken unterscheiden. Curtimorda maculosa ist boreomontan verbreitet mit Vorkommen in Fennoskandinavien, den deutschen und französischen Mittelgebirgen und den Alpen. Die stenotope Art lebt auf lichten Stellen in Mischwäldern, Kahlschlägen und Lichtungen. Sie entwickelt sich an Stubben oder halbfaulen Stämmen von Fichte (Picea) an Baumpilzen, vor allem dem Violetten Lederporling (Nadelholz-Tramete, Trichaptum abietinum). In Deutschland liegen zwar Meldungen aus zahlreichen Bundesländern vor, die Art wird aber eher sporadisch gefunden und ist gefährdet (RL 3). (CB)

06.01.2012
Callimus angulatus (Schrk., 1789)
Callimus angulatus
Der 7 bis 9 mm große Schmaldeckenbock Callimus angulatus (Familie Cerambycidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland. Die mediterrane Art ist von Spanien über Italien bis zum Kaukasus und in den Nordiran verbreitet. Circumalpin wird Mitteleuropa erreicht. Bei uns ist die thermophile Art auf Wärmegebiete in der Südhälfte Deutschlands beschränkt und dort überall sehr selten. Die Larve entwickelt sich in armdicken, abgestorbenen Ästen von Eiche (Quercus) und Buche (Fagus). Die schlanken, metallisch blauen Käfer findet man bei sonnigem Wetter an Wärmehängen und Waldrändern auf blühendem Weißdorn (Crataegus) und Kreuzdorn (Rhamnus), kaum auf anderen Blütenpflanzen. In Deutschland ist Callimus angulatus als stark gefährdet (RL 2) eingestuft. (CB)

30.12.2011
Gonioctena fornicata (Brügg., 1873)
Gonioctena fornicata
Der Blattkäfer Gonioctena fornicata (Familie Chrysomelidae) gehört erst seit 2003 zur Fauna Deutschlands. Er ist eine von insgesamt zwölf einander recht ähnlichen Arten der Gattung in Deutschland. Die Art kam ursprünglich nur im Südosten Europas vor und gilt als pontisches Faunenelement mit xerothermen Habitatansprüchen. Sie wurde vermutlich mit Schiffstransporten über den Rhein und seine Nebenflüsse nach Baden-Württemberg eingeschleppt und konnte sich in der Oberrheinebene etablieren. Larven und Käfer der 5 bis 7 mm großen Art leben an Luzerne (Medicago) und Klee (Trifolium) und werden als Schädling eingestuft. In den USA, in die sie gelegentlich mit Transporten verschleppt wird, gilt die Art als Quarantäneschädling. (KR/CB)

23.12.2011
Sibinia phalerata (Gyll., 1836)
Sibinia phalerata
Der 2 bis 2,4 mm kleine Schwarzfleck-Nelkenrüssler Sibinia phalerata (Familie Curculionidae) ist eine der über 200 Arten der Gattung weltweit. In Deutschland kommen 12 Arten vor. Die stenotope, xerothermophile Art kommt an sonnenexponierten Trockenstellen auf Magerrasen vor, z.B. offenen Sanddünen, Kies- und Schotterflächen. Wie die meisten anderen europäischen Arten der Gattung entwickelt sich Sibinia phalerata an krautartigen Nelkengewächsen (Cariophyllaceae), z.B. Arenaria, Cerastium, Dianthus und Silene. Die Art ist von Europa (ohne den hohen Norden) bis Zentralasien verbreitet. In Deutschland ist sie aus den meisten Bundesländern nachgewiesen, mit Ausnahme des Nordwestens, aber selten. In der Roten Liste wird Sibinia phalerata als gefährdet (RL 3) geführt. (CB)

16.12.2011
Perigona nigriceps (Dej., 1831)
Perigona nigriceps
Der nur 2,4 bis 3,2 mm große Kompostläufer Perigona nigriceps (Familie Carabidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Mitteleuropa. Die Art stammt ursprünglich aus dem Gebiet um den Indischen Ozean. Sie wurde im 19. Jahrhundert nach Nordamerika und Europa verschleppt und ist mittlerweile wohl weltweit verbreitet. Perigona nigriceps ist aus ganz Deutschland gemeldet, wird allerdings nur sporadisch gefunden. Die eurytope, thermophile Art kommt in Gärten, auf Ruderalflächen, Schuttplätzen und Mülldeponien vor und lebt räuberisch in Kompost, faulenden Vegetabilen und Holzhäckselhaufen, aus dem sie gesiebt werden kann. Die Käfer fliegen nur kurze Strecken und kommen an Lichtquellen. Mit ihrem schwarzen Kopf, den kurzen, perlschnurartigen Fühlern und den bräunlich-gelben Flügeldecken mit dem kräftigen 8. Punktstreifen ist die Art recht leicht zu erkennen. (CB)

09.12.2011
Trichodes alvearius (F., 1792)
Trichodes alvearius
Der 10 bis 15 mm große Zottige Bienenkäfer Trichodes alvearius (Familie Cleridae) ist eine der beiden Arten der Gattung in Deutschland. Er unterscheidet sich von seiner Schwesterart dadurch, dass die letzte schwarze Querbinde der Flügeldecken nicht den roten Rand der Flügeldeckenspitze erreicht. Die Art ist in Süd- und Mitteleuropa verbreitet. Man findet die Käfer auf Blüten, wo sie anderen Insekten nachstellen, aber auch Pollen fressen. Die Weibchen legen ihre Eier in Nester von Solitärbienen. Nach dem Schlupf aus dem Ei frisst die Larve zunächst das Ei oder die Junglarve der Biene, bevor sie sich dann vom vorhandenen Pollenvorrat ernährt. In der Roten Liste von Deutschland wird die Art als gefährdet (RL 3) geführt. (KR/CB)

02.12.2011
Cytilus sericeus (Forst., 1771)
Cytilus sericeus
Der 4,5 bis 5,5 mm große Pillenkäfer Cytilus sericeus (Familie Byrrhidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland. Anders als andere Vertreter der Familie kann Cytilus sericeus Fühler und Beine nur unvollständig in dafür vorgesehene Aussparung am Körper einlegen, ein Schutzmechanismus, der der Familie ihren deutschen Namen gegeben hat. Cytilus sericeus ist rundlich oval, die Flügeldecken sind metallisch grün bis bronzebraun und schwarz gewürfelt. Man findet sie auf feuchten Wiesen, in Flussauen und Mooren an Moosen und Sphagnum. Käfer und Larven ernähren sich von Moosen. Die Art ist in ganz Europa bis weit in den Osten verbreitet. In Deutschland liegen aktuelle Meldungen aus allen Bundesländern vor und die Art gilt als nicht gefährdet. (CB)

25.11.2011
Mycetophagus quadriguttatus Müll., 1821
Mycetophagus quadriguttatus
Der 3,5 bis 4 mm große Mycetophagus quadriguttatus (Familie Mycetophagidae) ist eine von zehn Arten der Gattung in Deutschland. Die einander teilweise recht ähnlichen Arten lassen sich durch ihren Habitus, ihre Färbung und den Bau der Fühlerkeule unterscheiden. Letztere ist bei Mycetophagus quadriguttatus viergliedrig und weist ein kaum verlängertes Endglied auf. Die Art ist holarktisch verbreitet und kommt sowohl in Laubwäldern in verpilztem Mulm und Reisig von Eiche (Quercus), Buche (Fagus) und an Baumschwämmen als auch synanthrop in Scheunen und Ställen an moderndem Heu und Stroh sowie an schimmelnden Lebensmitteln vor. Die Käfer und ihre Larven ernähren sich von Schimmelpilzen und deren Sporen. In Deutschland ist Mycetophagus quadriguttatus aktuell aus allen Regionen gemeldet und gilt als nicht gefährdet. (CB)

18.11.2011
Tetratoma ancora F., 1790
Tetratoma ancora
Der 3 bis 3,5 mm lange Keulendüsterkäfer Tetratoma ancora (Familie Tetratomidae) ist einer von drei Vertretern der Gattung in Deutschland. Die Arten zeichnen sich durch ihre viergliedrige Fühlerkeule aus, was sich im wissenschaftlichen Familiennamen widerspiegelt. Durch die variable gelbe Zeichnung der Flügeldecken ist T. ancora leicht von ihren Schwesterarten T. fungorum und T. desmaresti zu unterscheiden. Sie kommt von Mitteleuropa bis in den höchsten Norden Europas sowie bis Russland vor. Die Art entwickelt sich an verpilzten Ästen von Laubbäumen, vor allem Buche (Fagus), Eiche (Quercus) und Ahorn (Acer), die vom Rindenpilz Corticium besetzt sind, seltener am Herben Knäuling (Panus stipticus) und an der Schmetterlingstramete (Coriolus versicolor). In Deutschland ist T. ancora weit verbreitet, aber selten (RL 3). (CB)

11.11.2011
Pedostrangalia revestita (L., 1767)
Pedostrangalia revestita
Obwohl aus fast allen Regionen Deutschlands gemeldet, ist der Bockkäfer Pedostrangalia revestita (Familie Cerambycidae) aufgrund seiner akrodendrischen Lebensweise und der sehr speziellen Ansprüche der Larven eine nur selten gefundene Art. Funde resultieren meist aus "abgestürzten" Tieren oder Auszuchten herabgestürzter besiedelter Kronenäste. Die Entwicklung der Larve erfolgt in verschiedenen Laubbaumarten, vor allem in toten, rotfaulen Partien noch lebender Bäume oder den Ansatzstellen morscher Äste. Die sehr hübsche, 8 bis 15 mm große Art ist bei flüchtiger Betrachtung mit Rhamnusium bicolor zu verwechseln, fällt aber deutlich kleiner aus als diese und hat eine gänzlich andere Lebensweise. In Deutschland ist die Art als stark gefährdet eingestuft (RL 2). (KR)

04.11.2011
Oreina cacaliae (Schrk., 1785)
Oreina cacaliae
Der Bergblattkäfer Oreina cacaliae (Familie Chrysomelidae) ist mit seinen 7,5 bis 10 mm Größe zusammen mit anderen Vertretern der Gattung eine der großen Arten der Blattkäfer in Deutschland. Die Gattung ist bei uns vor allem im Alpengebiet vertreten und nur wenige Arten kommen auch im Schwarzwald oder im Bayerischen Wald vor. Die meisten Arten sind schön metallisch gefärbt und dabei außerordentlich variabel, was ihre genaue Bestimmung sehr erschwert. Oreina cacaliae kommt bei uns in den Gebirgen Bayerns und Baden-Württembergs, sowie in Sachsen vor. Die Käfer befressen zuerst die Alpen-Pestwurz (Petasites paradoxus), bevor sie an den Grauen Alpendost (Adenostyles alliariae) wechseln, an dem sich auch ihre Larven entwickeln. (KR)

28.10.2011
Hypera arator (L., 1758)
Hypera arator
Der 4,5 bis 6 mm große Nelken-Kokonrüssler Hypera arator (Familie Curculionidae) ist einer von 28 Vertretern der Gattung in Deutschland. Der Nelken-Kokonrüssler ist durch seine elegante Zeichnung leicht von anderen Hypera-Arten zu unterscheiden. Hypera arator ist paläarktisch verbreitet und kommt in Nordafrika, ganz Europa und bis Sibirien vor. Man findet die eurytope, halotolerante Art auf Wiesen, in Bach- und Flußauen, auf Ruderalflächen sowie auf Salzwiesen in Deichnähe. Sie entwickelt sich an verschiedenen Nelkengewächsen (Caryophyllaceae), zum Beispiel aus den Gattungen Nelken (Dianthus), Leimkräuter (Silene), Pechnelken (Lychnis), Spark (Spergula), Sternmieren (Stellaria) und anderen. In Deutschland ist die Art aus allen Bundesländern gemeldet und nicht gefährdet. (CB)

21.10.2011
Deronectes aubei (Muls., 1843)
Deronectes aubei
Deronectes aubei ist eine der wenigen Arten der Schwimmkäfer (Familie Dytiscidae), die in Fließgewässern leben. Sie nutzen Stillwasserzonen und weisen dafür morphologische Anpassungen auf. So kann der Käfer über 6 Wochen ohne aufzutauchen überleben (Kehl, Dettner, Journal of Morphology, 2009, 270 (11), 1348-1355). Interessant ist seine Tarnung: Der Käfer ähnelt in Färbung und Größe den Hüllblättern von Blattknospen und ist im Wasser von diesen kaum zu unterscheiden. Durch seine für Schwimmkäfer atypische Bewegungsweise, indem er nur langsam am Grund umherkriecht, kurz "aufspringt" eine kurze Strecke langsam schwimmt und sich wieder setzt, wirkt er wie ein Hüllblatt, das sich in der Strömung bewegt. D. aubei kommt in Deutschland nur in wenigen Bächen des Schwarzwaldes vor und ist in der Roten Liste als extrem selten (RL R) eingestuft. (KR/CB)

14.10.2011
Necrobia ruficollis (F., 1775)
Necrobia ruficollis
Der Rothalsige Schinkenkäfer Necrobia ruficollis (Familie Cleridae) ist eine von drei Arten der Gattung in Deutschland und ist durch den roten Halsschild und die roten Flügeldeckenschultern leicht zu erkennen. Die Käfer erscheinen in der freien Natur an alten Kadavern und trockenen Äsern, wo er den Larven anderer Insekten nachstellt, während sich die Larven wohl von eingetrockneten Fleischresten ernähren. Die ursprüngliche Heimat von Necrobia ruficollis liegt wohl in Europa, ist aber heute nicht mehr zweifelsfrei festzustellen, da die Art mit Transporten schon früh weltweit verschleppt wurde. Aus Deutschland liegen Nachweise aus fast allen Regionen vor, jedoch ist sie überall nur sporadisch und besonders nach Norden selten anzutreffen. (KR)

07.10.2011
Stelidota geminata Say, 1825
Stelidota geminata
Der Glanzkäfer Stelidota geminata (Familie Nitidulidae) wurde für Deutschland erstmalig 2007 am Kaiserstuhl von G. Krumm nachgewiesen. Inzwischen dürfte die ursprünglich aus der subtropischen Zone der Nearktis und Neotropis stammende Adventivart in den meisten Teilen Südwestdeutschlands zu finden sein. Die Käfer leben, ähnlich wie Epurea oculata, an faulenden Früchten und können im Spätsommer und Herbst problemlos an Fallobst gefunden werden, in dem sich auch die Larven entwickeln. Männchen und Weibchen dieser Art lassen sich sehr leicht an den Hinterschienen unterscheiden, die bei den Männchen gekrümmt und zu den Tarsen hin keulig verdickt sind. Darüber hinaus sind die Glieder der Vordertarsen bei den Männchen verdickt. In den USA hat sich die Art zu einem Schädling in Erdbeerkulturen entwickelt. (KR/CB)

30.09.2011
Cicones undatus (Guer., 1844)
Cicones undatus
Der 2,5 bis 3,5 mm große Rindenkäfer Cicones undatus (Familie Colydiidae) ist einer der beiden Vertreter der Gattung in Deutschland. Von der durchschnittlich kleineren Schwesterart C. variegatus kann er durch die helleren, stärker gescheckten und rippenlosen Flügeldecken unterschieden werden. Die stenotope Art kommt in Südeuropa und im südlichen Mitteleuropa vor und weist eine diskontinuierliche Ost-West-Verbreitung mit Vorkommen in Frankreich und Polen auf. 1991 wurde die Art erstmals in Hessen nachgewiesen. Inzwischen sind weitere Funde aus Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen bekannt. Man findet die Tiere unter der Rinde stehender, verpilzter Stämme von Buche (Fagus) und Bergahorn (Acer pseudoplatanus). (CB)

23.09.2011
Latheticus oryzae Wtrh., 1880
Latheticus oryzae
Der 2 bis 2,8 mm große Rundköpfige Reismehlkäfer Latheticus oryzae (Familie Tenebrionidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland. Die hellbraunen, länglichen, abgeflachten Käfer haben einen großen Kopf und kurze Fühler mit 5-gliedriger Keule. Die Art stammt ursprünglich aus Südostasien. Mittlerweile ist Latheticus oryzae in den Tropen weit verbreitet und gelangt mit Lieferungen von Reis und Tapiokamehl regelmäßig nach Mitteleuropa. Der Rundköpfige Reismehlkäfer ist thermophil und bevorzugt Temperaturen um 35 °C. Darüber hinaus ist er auf eine hohe relative Luftfeuchtigkeit von 85 % angewiesen. Er kommt daher synanthrop in Vorratslagern vor und wird an Getreide, Reis und Tapiokamehl schädlich. Aufgrund ihrer Klimaanforderungen ist die Art in Deutschland bislang noch nicht dauerhaft angesiedelt. (CB)

16.09.2011
Oxymirus cursor (L., 1758)
Oxymirus cursor
Der 16 bis 30 mm große, farblich recht variable Schulterbock Oxymirus cursor, früher Toxotus cursor, gehört in die Unterfamilie Lepturinae der Bockkäfer (Familie Cerambycidae). Die Art ist in ganz Europa, mit Ausnahme des Südens verbreitet und erreicht im Osten den Kaukasus und Sibirien. Der stenotope, silvicole Oxymirus cursor bevorzugt Nadelwälder, vor allem Fichtenwälder der montanen bis alpinen Stufe. Die lignicole und xylodetriticole Art entwickelt sich vor allem in feuchtem und morschem Wurzelholz von Fichte (Picea) und Kiefer (Pinus). An warmen Tagen fliegen die Käfer, man findet sie an alten Stämmen, gelegentlich auch auf Blüten. In Deutschland ist Oxymirus cursor aus den meisten Bundesländern gemeldet und nicht gefährdet. (CB)

09.09.2011
Hippuriphila modeeri (L., 1761)
Hippuriphila modeeri
Der 2 bis 2,5 mm große Schachtelhalm-Flohkäfer Hippuriphila modeeri (Familie Chrysomelidae) ist der einzige paläarktische Vertreter der Gattung. Die bronzefarbene, metallisch glänzende Art mit den gelben Flecken an den Flügeldeckenspitzen ist in ganz Europa verbreitet und ist leicht zu erkennen. Hippuriphila modeeri ist stenotop und hygrophil, man findet sie in Sümpfen, feuchten Wiesen und an Waldrändern, an Bachufern und in Flussauen. Sie lebt monophag am Acker-Schachtelhalm (Equisetum arvense), an dem sich auch die Larve entwickelt. Im Winter kann man die Art aus Detritus und Genist sieben. In Deutschland ist Hippuriphila modeeri aus praktisch allen Bundesländern gemeldet und gilt als nicht gefährdet. (CB)

02.09.2011
Acalles camelus (F., 1792)
Acalles camelus
Der 2,6 bis 4,6 mm große Kamel-Holzrüssler Acalles camelus (Familie Curculionidae) ist einer von 14 Vertretern der Gattung in Deutschland, die meist nicht einfach zu bestimmen sind. Acalles camelus kommt von Spanien über Mitteleuropa und Italien bis Ungarn vor, im Norden bis Dänemark und Südschweden. Die Gebirgstiere aus dem Süden des Verbreitungsgebietes sind durchschnittlich am größten. Die stenotope, silvicole Art kommt in Laub- und Mischwäldern des montanen Bereichs vor, vor allem Buchenwäldern. Man findet die pholeophilen, xylophagen Tiere auf toten Ästen von Eiche (Quercus) und Buche (Fagus), tagsüber meist in der Laubschicht. In Deutschland ist die Art aus praktisch allen Bundesländern gemeldet und gilt als nicht gefährdet. (CB)

26.08.2011
Necrophorus humator (Gled., 1767)
Necrophorus humator
Der Totengräber Necrophorus humator (Familie Silphidae) ist eine der beiden gänzlich schwarzen Necrophorus-Arten der deutschen Fauna. Bei den übrigen Vertretern der Gattung weisen die ansonsten schwarz gefärbten Käfer eine orangerote Flügeldeckenzeichnung auf. Wie alle Totengräber gräbt auch diese Art kleinere Äser in den Boden ein, an denen sich ihre Larven entwickeln. Dabei zeigen sie ein ausgeprägtes Brutfürsorgeverhalten, bei dem die Larven nicht nur mit Nahrung versorgt, sondern in der Anfangsphase vom Weibchen sogar gefüttert werden. Das Weibchen bleibt bis zur Verpuppung bei den Larven, bessert in der Zeit Schäden aus, verteidigt die Krypta gegen Konkurrenten und Fressfeinde und reinigt sie von Schimmel und Fäulnis. Mit 18 bis 26 mm ist sie die zweitgrößte Art der Gattung in Deutschland. (KR/CB)

19.08.2011
Zorochros meridionalis (Cast., 1840)
Zorochros meridionalis
Der nur 1,5 bis 2,5 mm große Schnellkäfer Zorochros meridionalis (Familie Elateridae) ist der einzige der vier Vertreter der Gattung in Deutschland, der einheitlich schwarz und staubartig behaart ist. Zorochros meridionalis ist in Süd- und Mitteleuropa, im Kaukasus und Kleinasien verbreitet. In Deutschland fehlt er im Norden, die Verbreitungsgrenze verläuft am Nordrand der Mittelgebirge. Man findet die stenotope, psammophile und thermophile Art an sandigen Ufern, in Sand- und Kiesgruben und an Trocken- und Wärmehängen zwischen Graswuchs im Sand, an den Fundstellen oft in Anzahl. Ihre geringe Größe, die gute Tarnung und ihre außerordentliche Sprungkraft erschweren das Auffinden der Art beträchtlich. In Deutschland ist Zorochros meridionalis nicht gefährdet. (CB)

12.08.2011
Psammoecus bipunctatus (F., 1792)
Psammoecus bipunctatus
Der nur 2,3 bis 2,8 mm große Schilfplattkäfer Psammoecus bipunctatus (Familie Silvanidae) ist eine häufige Art der Moore, verkrauteter Gewässerufer und schilfreicher Verlandungszonen. Sie ist von Südeuropa bis zum südlichen Nordeuropa und im Osten bis Rußland verbreitet. Mit ihrem schwarzen Kopf, dem rötlichen Halsschild und den gelblich-hellbraunen Flügeldecken mit der arttypischen, allerdings recht variablen schwarzen Zeichnung ist die Art in der deutschen Fauna unverwechselbar. Käfer und Larven halten sich in feuchtem bis nassem, faulendem Pflanzenmaterial, z.B. von abgestorbenem Schilf (Phragmites) und Rohrkolben (Typha), in Gewässernähe auf und können hier zuweilen massenhaft gefunden werden. Die Käfer schwärmen in den Abendstunden und werden vom Licht angelockt. (KR/CB)

05.08.2011
Diodesma subterranea Guer., 1844
Diodesma subterranea
Der nur 2 bis 2,8 mm große Rindenkäfer Diodesma subterranea (Familie Colydiidae) ist der einzige Vertreter der Gattung Diodesma in Deutschland. Die Art ist diskontinuierlich verbreitet, mit einem West-Areal (Gebirge in Ostfrankreich, Südwestdeutschland und Schweiz) und einem Ostareal (Niederösterreich bis zum Nordbalkan und zur Krim). In Deutschland kommt D. subterranea nur in den Gebirgswäldern im Südwesten vor, z.B. Kaiserstuhl, Schwarzwald, Kraichgau und Odenwald. Die stenotope, xylodetriticole und humicole Art lebt an faulenden, auf dem Boden in der Laubschicht liegenden Ästen von Eiche (Quercus) und Buche (Fagus). Die Imago überwintert. In Deutschland ist Diodesma subterranea selten und als gefährdet (RL 3) eingestuft. (CB)

29.07.2011
Diaperis boleti (L., 1758)
Diaperis boleti
Der 6 bis 8 mm große Gelbbindige Schwarzkäfer Diaperis boleti (Familie Tenebrionidae) ist der einzige Vertreter der Gattung Diaperis in Deutschland. Der rundlich-eiförmige Körper ist hochgewölbt, die schwarzen, lackglänzenden Flügeldecken zeigen zwei gelbe bis orangefarbene Querbinden, die reduziert sein können. Diaperis boleti ist in ganz Europa, Nordafrika, im Kaukasus und bis Sibirien verbreitet. Die stenotope, mycetobionte Art lebt in Laub- und Mischwäldern, alten Parks und Obstgärten. Käfer und Larven leben am Birkenporling (Piptoporus betulinus), am Schwefelporling (Laetiporus sulphureus) sowie am Schuppigen Stielporling (Polyporus squamosus) und am Zunderschwamm (Fomes fomentarius) und ernähren sich von Sporen und Hyphen der Pilze. (CB)

22.07.2011
Cassida subreticulata Suffr., 1844
Cassida subreticulata
Der 4 bis 5 mm große Feingenetzte Schildkäfer Cassida subreticulata (Familie Chrysomelidae) gehört zu den 25 aktuell aus Deutschland gemeldeten Vertretern der Gattung Cassida. Sie weisen einen für Blattkäfer ungewöhnlichen, abgeflachten, ovalen Körperbau auf. Cassida subreticulata ist von Mittel- und Südosteuropa bis Sibiren verbreitet. In Deutschland fehlt sie im Norden. Die stenotope, xerophile Art bevorzugt Heide, Trockenhänge und sonnige Wiesen. Sie entwickelt sich oligophag an Gewöhnlichem Seifenkraut (Saponaria officinalis), Federnelke (Dianthus plumarius), Leimkräutern (Silene) und Pechnelken (Lychnis). In der Roten Liste Deutschlands ist Cassida subreticulata als vom Aussterben bedroht (RL 1) eingestuft. (CB)

15.07.2011
Gymnetron labile (Hbst., 1795)
Gymnetron labile
Der nur 1,7 bis 2,2 mm kleine Schrägbinden-Gallenrüssler Gymnetron labile (Familie Curculionidae) ist einer von 22 Vertretern der Gattung in Deutschland. Die unverwechselbare, hübsch gezeichnete und beborstete Art kommt vom südlichen Nordeuropa bis Südeuropa vor. Als stenotope, xerophile Art bevorzugt Gymnetron labile Trockenhänge, Weinbergbrachen, trockene Ruderalflächen und Wiesen. Die Entwicklung erfolgt oligophag auf Spitzwegerich (Plantago lanceolata) und Halbstrauchigem Wegerich (Plantago sempervirens). Die Larve entwickelt sich im Wurzelhals. Die Imago kann von Mai bis September auf den Wirtspflanzen gefunden werden. In Deutschland ist Gymentron labile aus praktisch allen Bundesländern gemeldet und ist nicht gefährdet. (CB)

08.07.2011
Lopherus rubens (Gyll., 1817)
Lopherus rubens
Der 7 bis 10 mm große Vierfelder-Rotdeckenkäfer Lopherus rubens (Familie Lycidae) gehört zu den nur sieben Vertretern der Familie in Deutschland. Wie die anderen, recht ähnlichen Lycidae Deutschlands weist Lopherus rubens rote Flügeldecken mit einer charakteristischen Gitterung auf. In Europa ist die Art boreomontan verbreitet, d.h. sie kommt in Nordeuropa (Norwegen, Schweden, Finnland, Nordrußland) sowie - mit einer dazwischen befindlichen Auslöschungszone - in Mitteleuropa (besonders in den Mittelgebirgen) und in Südosteuropa (im kontinentalen Bereich von der Ebene bis ins Gebirge) vor. Die stenotope, silvicole Art entwickelt sich in morschem Holz, die Imagines findet man auch auf Blüten. Als Habitate werden Auwälder, lichte Wälder und Kahlschläge bevorzugt. (CB)

01.07.2011
Oryctes nasicornis (L., 1758)
Oryctes nasicornis
Der Nashornkäfer Oryctes nasicornis ist der einzige Vertreter der Unterfamilie Dynastiinae (Nashornkäfer) innerhalb der Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) in Deutschland. Der Verbreitungsschwerpunkt der Art liegt in Südeuropa und dem südlichen Mitteleuropa. In Südeuropa vollzieht sich die 2-4-jährige Entwicklung der Larven vor allem in totem Eichenholz. In Deutschland war ihre Entwicklung früher nur in den Eichenlohehaufen der Gerbereien möglich, da diese aufgrund ihrer Zerfallsprozesse viel Wärme erzeugen. Mit der Modernisierung des Gerbverfahrens zu Beginn des 20. Jahrhunderts verschwand die Art zusammen mit den Lohehaufen in vielen Teilen Deutschlands. Die Anlage von Holzhäkselhaufen ab den 1980er Jahren förderte die Art aber wieder, so dass sie heute überall vertreten ist. (KR)

24.06.2011
Ampedus nigroflavus (Goeze, 1777)
Ampedus nigroflavus
Der 9 bis 13 mm große Gelbhaarige Schnellkäfer Ampedus nigroflavus (Familie Elateridae) ist eine der heller orange, fast gelb gefärbten Arten der Gattung, die durch die Färbung und gelbe Behaarung der Flügeldecken vergleichsweise leicht zu bestimmen ist. Während sich die silvicole Art in Ostdeutschland wohl bevorzugt in (rotfauler) Birke (Betula sp.) entwickelt, scheint sie im Westen ein breiteres Spektrum an Laubbaumarten (unter anderem Quercus, Alnus, Malus) zu besiedeln. Hier jagen ihre Larven vermutlich die Larven anderer holzbesiedelnder Käferarten. Die Art wird zwar aktuell aus allen Bundesländern gemeldet, zählt aber trotzdem zu den eher selten gefundenen. In der Roten Liste Deutschlands wird sie als gefährdet (RL 3) eingestuft. (KR/CB)

17.06.2011
Triplax rufipes (F., 1775)
Triplax rufipes
Der Rotbeinige Faulholzkäfer Triplax rufipes (Familie Erotylidae) ist eine der insgesamt acht Arten der Gattung in Deutschland. Die 3 bis 5 mm große Art ist von Süd- über Mitteleuropa bis zum Kaukasus verbreitet. Bis vor einigen Jahren war die Art in Deutschland sehr selten. Neue Nachweise in Hessen und Baden-Württemberg zeigen eine Ausbreitung der Art, die eine Überprüfung des bisherigen Status vom Aussterben bedroht (RL 1) nahelegt. Die stenotope, mycetobionte Art kommt in alten, pilzreichen Wäldern vor und entwickelt sich in Porlingen (Polyporus) und vor allem Seitlingen (Pleurotus) an Buche (Fagus), Eiche (Quercus) und Birke (Betula). Von der sehr ähnlichen Schwesterart T. lepida ist T. rufipes durch die geschwärzte Fühlerkeule zu unterscheiden. (CB)

10.06.2011
Coccinella hieroglyphica L., 1758
Coccinella hieroglyphica
Der 3,5 bis 5 mm große Heidekraut-Marienkäfer Coccinella hieroglyphica (Familie Coccinellidae) gehört zu den fünf Arten der Gattung Coccinella in Deutschland. Die Art ist holarktisch verbreitet, von Nordamerika über Europa bis zum Polarkreis und bis Sibirien. Die stenotope, tyrphophile Art kommt in Heide- und Moorgebieten vor, im Süden nur in montanen Lagen. Man findet die Art auf Heidekraut (Calluna) und Sauergräsern, seltener Moorlatschen (Pinus). Käfer und Larven ernähren sich räuberisch von Blattläusen. Die schwarze Zeichnung der gelben bis rötlichen Flügeldecken ist variabel und kann stark reduziert sein, daneben kommen auch ganz schwarze Formen vor. In Deutschland ist C. hieroglyphica als gefährdet (RL 3) eingestuft. (CB)

03.06.2011
Prionus coriarius (L., 1758)
Prionus coriarius
Der Sägebock Prionus coriarius (Familie Cerambycidae) gehört mit 18 bis 45 mm bereits zu den großen Arten der deutschen Fauna. Ihren volkstümlichen Namen trägt die Art wegen der sägeblattartig erweiterten Fühlerglieder der Männchen. Die 3-jährige Entwicklung der Larven vollzieht sich in Eiche (Quercus), vor allem im Wurzelholz und im bodennahen Stammholz lebender, aber kranker Bäume. Tagsüber sitzen die Käfer oft reglos im unteren Stammbereich, meist verdeckt durch niedere Vegetation. In der Dämmerung steigen sie an den Baumstämmen empor und sind dann leicht zu entdecken. Wegen seiner ausgesprochenen Dämmerungs- und Nachtaktivität wird der Käfer jedoch trotz seiner Häufigkeit (aktuell aus allen Teilen Deutschlands gemeldet) wenig gesehen. In der Roten Liste Deutschlands wird er nicht geführt. (KR)

27.05.2011
Oryzaephilus surinamensis (L., 1758)
Oryzaephilus surinamensis
Der Getreideplattkäfer Oryzaephilus surinamensis (Familie Silvanidae) stammt ursprünglich wie seine Schwesternart, der Erdnussplattkäfer Oryzaephilus mercator, aus tropischen Gebieten und wurde mit Lebensmitteltransporten weltweit verschleppt. Entsprechend ihrer tropischen Herkunft kann die Art den mitteleuropäischen Winter nur synanthrop in geheizten Gebäuden überleben, oder in Vorräten, die aufgrund von Zerfallsprozessen entsprechende Wärme produzieren. Die 2,5 bis 3,5 mm großen Getreideplattkäfer können an einer Vielzahl von Pflanzenprodukten, wie Getreide, Mehl, Backwaren, Dörrobst, Nüssen und weiteren schädlich werden. Da sie meist an Substratkrümeln fressen, hinterlassen sie kein typisches Schadbild. Die Käfer können ein ungewöhnlich hohes Alter von bis zu drei Jahren erreichen. (KR)

20.05.2011
Crioceris duodecimpunctata (L., 1758)
Crioceris duodecimpunctata
Die vier in Deutschland vorkommenden Arten der Gattung Crioceris (Familie Chrysomelidae) werden volkstümlich als "Spargelhähnchen" bezeichnet. Dieser Name rührt von ihrer Wirtspflanze Spargel (Asparagus officinalis) sowie der Tatsache her, dass sie bei Beunruhigung deutlich hörbare, zirpende Laute erzeugen. Alle Arten haben mehrfarbige Flügeldecken mit recht variabler Zeichnung. Die 5 bis 6,5 mm große Art C. duodecimpunctata ist neben C. asparagi die häufigste Art in Deutschland und aus allen Regionen gemeldet, während C. quinquepunctata und C. quatuordecimpunctata nur aus dem Südosten bzw. dem Nordosten bekannt sind. Man kann sie zur Aktivitätszeit praktisch auf jeder Spargelpflanze finden, auch in Spargelkulturen, wo sie als Schädling gemeldet ist. (KR/CB)

13.05.2011
Cionus olens (F., 1792)
Cionus olens
Der Dichtbehaarte Blattschaber Cionus olens (Familie Curculionidae) ist eine von insgesamt zwölf Arten der Gattung in Deutschland. Durch die auffällige, abstehende Behaarung der Flügeldecken ist die Art im Gegensatz zu anderen Cionus-Arten relativ leicht zu bestimmen. Die stenotope, thermophile Art ist von West- über Südeuropa bis Kleinasien verbreitet. In Deutschland ist Cionus olens aktuell nur aus den südwestlichen Regionen (Baden bis Westfalen) gemeldet. Man findet die 3,5 bis 4,2 mm große Art an Wärme- und Trockenhängen und auf Brachen. Sie entwickelt sich oligophag an Verbascum-Arten, vor allem an der Windblumen-Königskerze (V. phlomoides), seltener an der Schwarzen (V. nigrum) und der Flockigen Königskerze (V. pulverulentum). In Deutschland ist Cionus olens als gefährdet (RL 3) eingestuft. (CB)

06.05.2011
Pteleobius vittatus (F., 1787)
Pteleobius vittatus
Der Bunte Ulmenbastkäfer Pteleobius vittatus (Familie Scolytidae) ist nur 1,8 bis 2,3 mm groß. Er unterscheidet sich von seiner Schwesterart P. kraatzi durch dreifarbige Beschuppung der Flügeldecken und das Fehlen alternierend gewölbter Zwischenräume am Flügeldeckenabsturz. Die stenotope Art entwickelt sich oligophag unter der Rinde kränkelnder oder absterbender Ulmen, ausnahmsweise an Feldahorn (Acer campestre) und Gemeiner Esche (Fraxinus excelsior) in Laubwäldern und Flussauen. Pteleobius vittatus ist in ganz Europa mit Ausnahme der skandinavischen Länder verbreitet. In Deutschland ist die Art aus mehreren Bundesländern gemeldet, wird insgesamt jedoch eher selten gefunden und ist als gefährdet (RL 3) eingestuft. (CB)

29.04.2011
Trichius fasciatus (L., 1758)
Trichius fasciatus
Der Pinselkäfer Trichius fasciatus (Familie Scarabaeidae) ist einer von drei sehr ähnlichen Vertretern der Gattung in Deutschland. Die Larven der 9 bis 12 mm großen Art entwickeln sich vor allem in morschen Laubhölzern. Trichius fasciatus kommt in fast allen Teilen Deutschlands vor(mit Ausnahme des Nordostens) und bevorzugt die montanen Lagen der Mittelgebirge, wird gelegentlich aber auch in der Ebene gefunden. Die ähnlich verbreitete Schwesterart T. zonatus kommt vor allem in der Ebene vor, dringt jedoch selten auch in die Mittelgebirge vor, während T. sexualis auf wärmebegünstigte Lagen der Ebene beschränkt ist. In der Roten Liste Deutschlands wird T. fasciatus, im Gegensatz zu den als gefährdet (RL 3) eingestuften Schwesterarten T. zonatus und T. sexualis, nicht geführt. (KR/CB)

22.04.2011
Bostrichus capucinus (L., 1758)
Bostrichus capucinus
Der Karminrote Kapuzinerkäfer Bostrichus capucinus ist einer der fünf dauerhaft in Deutschland etablierten Vertreter der vor allem in den Tropen artenreichen Bohrkäfer (Familie Bostrichidae). Der 8 bis 13 mm große, flugfähige Käfer ist in der gesamten Paläarktis verbreitet und bevorzugt warme Lagen der kontinentalen Klimazone. Je nach Nährstoffgehalt seines Brutholzes entwickelt er sich ein- oder mehrjährig, bevorzugt in Eichensplintholz und Obstholzarten, vor allem vertrockneten Weinstöcken und trockenen Wurzeln. Durch seine walzenförmige Gestalt, den schwarzen, gezähnten Halsschild und die roten Flügeldecken ist die Art unverwechselbar. Obwohl die Art in Holzlagern schädlich werden kann, ist sie aufgrund ihrer Seltenheit als gefährdet (RL 3) eingestuft. (CB)

15.04.2011
Pycnomerus terebrans (Ol., 1790)
Pycnomerus terebrans
Die Verbreitung des 3 bis 5 mm großen Dornschienen-Rindenkäfers Pycnomerus terebrans (Familie Colydiidae) erstreckt sich von Südeuropa bis zum mittleren Mitteleuropa und Osteuropa. Aus Polen, Böhmen, Mähren und der Slowakei sind aber nur alte Nachweise bekannt, aus Österreich wohl nur aus dem Osten aktuelle Nachweise, aus dem Süden nur alte. Die xylodetriticole Art ist in Deutschland aus vielen Bereichen verschwunden und deshalb in der Roten Liste als vom Aussterben bedroht (RL 1) eingestuft. Pycnomerus terebrans bewohnt urständige Wälder. Käfer und Larven leben im Holzdetritus, mit einer fakultativen Bindung an die Ameise Lasius brunneus. Vermutlich fressen sowohl Käfer als auch Larven im Holzdetritus wachsende Pilze. (KR)

08.04.2011
Tetropium fuscum (F., 1758)
Tetropium fuscum
Der Braune Fichtenbock Tetropium fuscum (Familie Cerambycidae) ist eine von drei sehr ähnlichen Arten der Gattung in Mitteleuropa. Durch die gelbe Behaarung der Flügeldeckenschultern kann sie von den Schwesterarten unterschieden werden. Die Art kommt in Teilen Südeuropas, ganz Mitteleuropa bis weit nach Nordeuropa und bis weit in den Osten hinein vor, vom Flachland bis ins Mittelgebirge. Die 8 bis 17 mm große Art folgt dabei vor allem der Fichte (Picea), in der sie sich einjährig entwickelt. Die Larven leben unter der Rinde frisch abgestorbener Fichten (Picea), selten auch Tannen (Abies). Zur Verpuppung dringt die Larve tief ins Holz ein, womit sie das Holz entwertet, weshalb die Art als Forstschädling gilt. Die Käfer sind vor allem dämmerungs- und nachtaktiv. (KR)

01.04.2011
Nitidula carnaria (Schall., 1783)
Nitidula carnaria
Der Aasglanzkäfer Nitidula carnaria ist eine von nur vier Arten der Gattung in Deutschland. Sie gehört zur Familie der Glanzkäfer (Nitidulidae). Die Käfer dieser Gattung sind nekrophag und leben an Knochen, trockenem Aas, geräuchertem Fisch, trockenem Fleisch und ähnlichen Stoffen. In Fischräuchereien können sie schädlich werden, gleichwohl gibt es nur äußerst wenige Meldungen von Schäden an Lebensmitteln. Die Entwicklung der Larven vollzieht sich in trockenem Fleisch und ähnlichen Substraten, womit sie in ihrer Lebensweise den Vertretern der Gattung Dermestes (Speckkäfer) sehr ähnlich sind. Die 1,6 bis 3,2 mm große Art ist praktisch kosmopolitisch verbreitet. Sie wird aus allen Regionen Deutschlands gemeldet, scheint jedoch im Süden deutlich häufiger zu sein als im Norden. (KR)

18.03.2011
Sphinginus lobatus (Ol., 1790)
Sphinginus lobatus
Die Verbreitung des 2,5 bis 3 mm großen Sphinginus lobatus (Familie Malachiidae) erstreckt sich von England (nur aus Hampshire gemeldet) den Niederlanden und Belgien, über West- und Südwestdeutschland bis ins südwestliche Mitteleuropa. Aus Deutschland existieren nur wenige Nachweise aus Baden-Württemberg, dem Rheinland und Nordrhein. In Westfalen gilt der Käfer seit dem 19. Jahrhundert als verschollen. Aus allen anderen Regionen liegen keine Nachweise vor. Entsprechend wird die sehr seltene Art in der roten Liste als stark gefährdet (RL 2) eingestuft. Die Käfer findet man von Juni bis August auf Blüten und Sträuchern. Wie die meisten Arten der Malachiidae entwickeln sich auch die Larven dieser Art in Totholz. (KR)

11.03.2011
Bledius talpa (Gyll., 1810)
Bledius talpa
Der Kurzflügler Bledius talpa (Familie Staphylinidae) ist einer der seltensten Vertreter der in Deutschland mehr als 40 Arten umfassenden Gattung Bledius. Aktuelle Nachweise der Art aus Deutschland gibt es derzeit nur aus Württemberg. Für die Regionen Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gilt sie als verschollen oder ausgestorben (letzte Meldungen vor 1950), aus allen anderen Regionen gibt es keine Meldungen. Die stenotopen Käfer findet man vor allem im feuchten Saum sandiger Ufer an Bächen, Flüssen und Seen an vegetationslosen Stellen. Dort kann man die 4,5 bis 5 mm großen, schwarzen Käfer mit den blau glänzenden Flügeldecken nur hin und wieder beobachten, weil sie sich tagsüber zumeist im Sand verstecken. Die Art ist als stark gefährdet (RL 2) eingestuft. (KR)

04.03.2011
Carabus irregularis F., 1792
Carabus irregularis
Die Verbreitung des 19 bis 30 mm großen Schluchtwald-Laufkäfers Carabus irregularis (Familie Carabidae) erstreckt sich über Mittel- und Osteuropa und beschränkt sich auf die Mittel- und Hochgebirge. In Deutschland geht die Art nördlich bis zum Teutoburger Wald und bis in den Harz. Sie bewohnt bevorzugt feuchte Buchenwälder auf Kalkböden. Als kälteliebende Art findet man sie am ehesten an den Nordhängen der Berge, oft zusammen mit dem ebenfalls psychrophilen Carabus auronitens. Im Winter ist der Käfer in seinen Habitaten im Winterquartier unter dicker, loser Rinde und im faulen Holz toter, liegender Bäume zu finden, oft in Gemeinschaftsquartieren. Die nachtaktiven Käfer leben räuberisch und ernähren sich von Schnecken, Würmern und anderen Insekten. (KR)

25.02.2011
Anthaxia candens (Panz., 1789)
Anthaxia candens
Die Verbreitung des Kirschbaum-Prachtkäfers Anthaxia candens (Familie Buprestidae) erstreckt sich von Spanien über Mittel- und Südeuropa bis nach Transkaukasien und Südrussland. Er fehlt teilweise im südöstlichen Mittelmeerraum und wird dort durch Anthaxia lucens ersetzt. A. candens wird vor allem auf Streuobstwiesen mit ungepflegten oder verwilderten, alten Süßkirschbäumen mit hohem Totholzanteil gefunden. Die Entwicklung dauert in der Regel drei Jahre. Die Käfer besuchen im Gegensatz zu vielen anderen Anthaxien nie Blüten. Sie sind wegen ihrer akrodendrischen Lebensweise leichter über die typischen Schlupflöcher, als über direkte Beobachtung der Käfer nachzuweisen. Die Käfer weisen einen Sexualdimorphismus auf: Kopf und Halsschild des Weibchens sind blau, beim Männchen leuchtend grün. (KR)

18.02.2011
Hypocaccus rugiceps (Duft., 1805)
Hypocaccus rugiceps
Der 3 bis 4 mm große Stutzkäfer Hypocaccus rugiceps (Familie Histeridae) ist in ganz Europa, dem Kaukasus und bis Sibirien verbreitet. Er wird für Mitteleuropa im Allgemeinen als nicht selten angegeben, obwohl aus vielen Gebieten Deutschlands aktuelle Nachweise (nach 1950) fehlen. Jüngste Wiederfunde aus mehreren Regionen Deutschlands könnten das Fehlen aktueller Nachweise auch mit fehlender Bearbeitung der entsprechenden Regionen erklären. Die Käfer kommen bevorzugt auf sandigen Böden in Gewässernähe vor, meist entlang der großen Flüsse und der sie begleitenden Seen, sowie an der Küste in den Dünen und am Sandstrand. Hier sitzen die Käfer an Aas und Exkrementen, oft in Gesellschaft mit der sehr ähnlichen Schwesterart Hypocaccus rugifrons. (KR/CB)

11.02.2011
Ampedus elegantulus (Schönh., 1817)
Ampedus elegantulus
Die Verbreitung des Schnellkäfers Ampedus elegantulus (Familie Elateridae) erstreckt sich von den Pyrenäen über Süd- und Mitteleuropa bis nach Westrussland und in die Türkei. In Mitteleuropa gehört er zu den sehr seltenen Arten und wird in der Roten Liste Deutschlands als vom Aussterben bedroht (RL 1) geführt. Der Käfer ist durch die typische Schwarzzeichnung der Spitzen der ansonsten gelben Flügeldecken unverwechselbar. Er benötigt seltene Totholzstrukturen, wie sie in unserer aufgeräumten Landschaft nur noch selten gefunden werden. Die Larven entwickeln sich bevorzugt im rotfaulen Holz von Baumhöhlen, gelegentlich auch in sehr feuchtem, weißfaulem Holz von Weide (Salix), seltener Eiche, Pappel und Fichte. Sie ernähren sich räuberisch von anderen Insektenlarven. (KR/CB)

04.02.2011
Cordicomus sellatus (Panz., 1797)
Cordicomus sellatus
Die Verbreitung des 4 mm großen Cordicomus sellatus (Familie Anthicidae) erstreckt sich von Nord- bis Mitteleuropa. Vor allem im Osten ist die Art weit verbreitet und zuweilen nicht selten. Aus Deutschland wird sie aus fast allen Gebieten gemeldet (außer Württemberg und dem Saarland), jedoch sind vielerorts nur alte Meldungen vorhanden. In der Roten Liste der Deutschlands wird die Art als stark gefährdet eingestuft. Man findet die Käfer vor allem an sandigen Ufern von Flüssen und Seen in faulenden Vegetabilien und im Sand unter Pflanzen. Entlang des Rheins sollte sie überall, wo sandige Ufer sind, nachweisbar sein. Fehlende Sandufer im engen Rheintal von Rheinland-Pfalz dürften die Ursache dafür sein, dass aus dem Rheinland nur historische Belege vorliegen. (KR)

28.01.2011
Amphotis marginata (F., 1781)
Amphotis marginata
Der Gastkäfer Amphotis marginata (Familie Nitidulidae) hat seinen volkstümlichen Namen nicht umsonst: Man findet die Käfer in der Nähe der Nester der Glänzendschwarzen Holzameise (Lasius fuliginosus). Sie führen ein unauffälliges Leben und betteln Ameisen an, die von der Nahrungssuche heimkehren. Merken die Ameisen den Betrug, drücken sich die Käfer mit ihrem schildartigen Körper eng an den Untergrund und sind für die Ameisen praktisch unangreifbar. Die Entwicklung der 4 bis 4,5 mm großen Art ist noch ungeklärt. Man vermutet, dass sich die Larven in Pflanzengallen entwickeln. Amphotis marginata ist aus allen Teilen Deutschlands gemeldet und nicht gefährdet. Wegen ihrer versteckten Lebensweise wird die Art vergleichsweise selten gefunden. (KR)

21.01.2011
Brachytarsus fasciatus (Forst., 1771)
Brachytarsus fasciatus
Der 2 bis 4 mm große Rote Schildlaus-Breitrüßler Brachytarsus fasciatus (Familie Anthribidae) ist eine von drei Arten der Gattung in Deutschland. Die Käfer überwintern und erscheinen schon im zeitigen Frühjahr, sonst von Mai bis Juni auf Laubbäumen, die von Napfschildläusen (Coccidae) befallen sind. Die Larven leben unter den gewölbten Körpern in den Brutblasen von Schildläusen der Gattungen Eulecanium und Pulvinaria und ernähren sich hier zunächst von Eiern und Larven, später auch von den Schildläusen selbst. Brachytarsus fasciatus ist eine verhältnismäßig seltene Art, die in Deutschland vielerorts fehlt oder verschwunden ist, weshalb sie in der Roten Liste als gefährdet (RL 3) geführt wird. Gründe für ihre Seltenheit scheinen nicht bekannt zu sein. (KR)

14.01.2011
Rhyzopertha dominica (F., 1792)
Rhyzopertha dominica
Der Ursprung des 2 bis 3 mm großen Getreidekapuziners Rhyzopertha dominica (Familie Bostrichidae) liegt in den (sub)tropischen Regionen Südostasiens. Es ist heute nicht mehr sicher festzustellen, aber vermutlich stammt die Art aus Indien, China und Indochina und wurde mit Lebensmitteltransporten von hier aus weltweit verschleppt. Sie ist heute kosmopolitisch verbreitet und zählt zu den gefährlichsten Vorratsschädlingen. Befallen werden protein-, öl- und stärkereiche Pflanzenprodukte, z.B. Getreide, Reis, Hirse, Hülsenfrüchte, Ölsaaten und andere, in denen sich die Larven entwickeln. Da sie aus warmen Regionen stammen, vertragen Käfer und Larven Temperaturen unter 10 °C nicht und sterben schnell ab, weshalb sie in Mitteleuropa obligat synanthrop leben. (KR/CB)

07.01.2011
Callistus lunatus (F., 1775)
Callistus lunatus
Die Verbreitung des 4,2 bis 7 mm großen Mondfleckkäfers Callistus lunatus (Familie Carabidae) reicht vom nördlichen Spanien, über Mitteleuropa (Südengland, Südholland, Mitteldeutschland), östlich bis Süd-Lettland und Mittelrussland, bis Turkmenistan. Im Süden erreicht die Art das Mittelmeergebiet ohne die Inseln. Die Art ist ausgesprochen wärmeliebend und nirgends häufig. Sie bevorzugt in der Regel Kalkböden, wird aber gelegentlich auch von sandigen Böden gemeldet. In Deutschland ist sie meist im Hügelland zu finden und hier bevorzugt an xerothermen, meist schütter bewachsenen Südhängen. Man findet die Käfer unter Steinen, liegendem Holz und ähnlichem oder in der Sonne umherlaufend. In der Roten Liste Deutschlands ist C. lunatus als stark gefährdet eingestuft (RL 2). (KR)

01.01.2011
Pachnephorus pilosus (Rossi, 1790)
Pachnephorus pilosus
Die Verbreitung des 2,5 bis 3,5 mm großen Blattkäfers Pachnephorus pilosus (Familie Chrysomelidae) reicht von Süd- bis Mitteleuropa. In Südeuropa ist die Gattung Pachnephorus mit etwa zwei Dutzend Arten vertreten, in Deutschland kommen dagegen nur zwei Arten vor. Von diesen ist Pachnephorus pilosus die deutlich häufigere. Sie ist aus ganz Deutschland mit Ausnahme der nördlichen Bundesländer gemeldet, aber lokal und selten. Die terricolen Käfer leben unter niederen Pflanzen an offenen, sonnigen Stellen, auf schlickig-lehmigem Feinsandboden, oft in der Nähe von Gräben und anderen feuchten Habitaten. Sie beweiden dünne Moosrasen, die auf dem feuchten, lehmig-sandigen Untergrund gedeihen. In der Roten Liste Deutschlands ist die Art als stark gefährdet eingestuft (RL 2). (KR/CB)

24.12.2010
Rhynchaenus alni (L., 1758)
Rhynchaenus alni
Der 2,5 bis 3,5 mm große Rüssler Rhynchaenus alni (Familie Curculionidae) gehört zu den sogenannten Springrüsslern. Diese Rüsselkäfer haben verdickte Hinterschenkel, die es ihnen ermöglichen, ähnlich wie die Blattkäfer der Unterfamilie Halticinae, relativ zu ihrer Körpergröße sehr weit zu springen. Die Verbreitung von Rhynchaenus alni reicht von Dänemark im Norden bis Südeuropa und im Osten bis nach Ostasien. In Deutschland liegen Meldungen aus fast allen Regionen (außer Mecklenburg-Vorpommern) vor, darunter allerdings viele alte Meldungen. Entgegen ihrem wissenschaftlichen Namen lebt die Art nicht an Erle (Alnus sp.), sondern oligophag an Ulme (Ulmus sp.), oft zusammen mit dem rötlich gefärbten Rhynchaenus rufus. In Deutschland ist die Art gefährdet (RL 3). (KR)

17.12.2010
Plagionotus detritus (L., 1758)
Plagionotus detritus
Der 10 bis 19 mm große Bunte Eichenwidderbock Plagionotus detritus (Familie Cerambycidae) imitiert ähnlich wie weitere Bockkäfer (Leptura, Clytus, Xylotrechus) sowie Insekten anderer Ordnungen (z.B. Schwebfliegen, Glasflügler) das Aussehen wehrhafter Wespen (Batessche Mimikry). Seine Verbreitung erstreckt sich von Süd- über Mitteleuropa bis an den Kaukasus, Nordkasachstan und in den Nahen Osten. Die Larven entwickeln sich ein- bis zweijährig in Stämmen und dicken Ästen verschiedener Laubbäume, in Mitteleuropa bevorzugt Eiche (Quercus), gelegentlich auch Hainbuche (Carpinus), Buche (Fagus), und Kastanie (Castanea). Die Käfer findet man am ehesten seitlich und an der Unterseite in der Sonne liegender frisch gefällter Stämme. In Deutschland gilt die Art als stark gefährdet (RL 2). (KR/CB)

10.12.2010
Dermestoides sanguinicollis (F., 1787)
Dermestoides sanguinicollis
Der Buntkäfer Dermestoides sanguinicollis ist der seltenste Vertreter der Familie Cleridae in Mitteleuropa. Die Verbreitung des 7-9 mm großen Käfers erstreckt sich von Südeuropa (Pyrenäen) über Mitteleuropa bis nach Westrussland und den Kaukasus. Die nördliche Verbreitungsgrenze geht mitten durch Deutschland. Dermestoides sanguinicollis ist an alte Eichen gebunden, vor allem an Bäume, die vom Heldbock (Cerambyx cerdo) befallen sind. Die Art war bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts selten. Mit der damaligen Verfolgung des Heldbocks als Forstschädling und der damit verbundenen Beseitigung befallener Eichen hat auch D. sanguinicollis massiv an Habitaten verloren und gilt in Deutschland als hochgradig vom Aussterben bedroht (RL 1). (KR)

03.12.2010
Necrophorus vespillo (L., 1758)
Necrophorus vespillo
Der Gemeine Aaskäfer Necrophorus vespillo (Familie Silphidae) ist eine von zehn mitteleuropäischen Arten der Gattung, welche die im Volksmund gemeinhin als Aaskäfer bezeichneten Arten umfasst. Necrophorus vespillo kommt in ganz Mitteleuropa vor. Man findet die Käfer meist an Aas, wo sie Fliegenmaden und andere Insekten und deren Larven jagen. Kleinere Äser werden von Ihnen meist rasch eingegraben. Die Arten zeigen eine für nicht-soziale Insekten bemerkenswerte Brutpflege: Das Weibchen bewacht seine Larven in der Brutkammer und füttert sie aktiv mit dem sich zersetzenden Aas. Die Käfer sind meist von einer Vielzahl Milben besetzt, die den Käfer aber nicht schädigen, sondern nur als Transportmittel benutzen, um zu neuem Aas zu gelangen (Phoresie). (KR/CB)

26.11.2010
Lacon querceus (Hbst., 1784)
Lacon querceus
Die Verbreitung des Hellgelbschuppigen Grubenstirn-Schnellkäfers Lacon querceus (Familie Elateridae) erstreckt sich von den Pyrenäen über ganz Mitteleuropa bis Westsibirien. In Mitteleuropa kommt die 9-12 mm große Art nur sehr inselartig und überall selten vor. In den Bergen steigt sie bis maximal 470 m ü. NN auf. Die Entwicklung der Larven verläuft in faulen, vom Myzel des Schwefelporlings (Laetiporus sulphureus) durchzogenen Stämmen und dicken Ästen stehender Eichen. Den Larven wird nachgesagt, dass sie vor allem die Larven von Mycetophagus piceus verfolgen. Ab Spätherbst sitzen die Käfer in der Puppenkammer und überwintern. In Deutschland ist die Art auf ganz wenige alte Eichenbestände beschränkt und vom Aussterben bedroht (RL 1). (KR/CB)

19.11.2010
Batrisodes buqueti (Aube, 1833)
Batrisodes buqueti
Batrisodes buqueti ist einer von rund 90 Vertretern der Palpenkäfer (Familie Pselaphidae), die von manchen Autoren als Unterfamilie der Kurzflügler (Staphylinidae) betrachtet wird. Ihre Vertreter zeichnen sich oft durch sehr auffällig gestaltete Kiefertaster aus. Die sehr versteckte Lebensweise von Batrisodes buqueti bei Ameisen der Gattung Lasius, aber auch unter Rinde und in morschem Holz machen es schwer, diese Art überhaupt zu entdecken. Ihre Gesamtverbreitung erstreckt sich von Südeuropa bis nach Mitteleuropa. In Deutschland ist die nur 1,9 bis 2,2 mm große Art sehr lückig verbreitet. Ihre Häufigkeit nimmt von Süden nach Norden und von Westen nach Osten sehr stark ab. In der Roten Liste Deutschlands von 1998 wird die Art als stark gefährdet (RL 2) eingestuft. (KR)

12.11.2010
Harpalus flavescens (Pill.Mitt., 1783)
Harpalus flavescens
Die Verbreitung des Rostgelben Schnellläufers Harpalus flavescens (Familie Carabidae) erstreckt sich von Mitteleuropa nach Osten bis Südrussland. Im Norden erreicht er Südschweden und Südfinnland, im Süden Norditalien. In den Alpen scheint er weitgehend zu fehlen (letzter Fund in der Schweiz 1990, keine Funde aus Österreich). Die 11 bis 13 mm große, psammophile Art ist extrem wärmeliebend und kommt auf losem, weitestgehend vegetationsfreiem Sand vor, weshalb man sie als typisches Heideelement bezeichnen kann. In den großen Sandgebieten im Osten Deutschlands ist sie auch heute noch sehr häufig, sonst meist selten, aber aus fast allen Bundesländern aktuell gemeldet. In der Roten Liste Deutschlands ist die Art als gefährdet eingestuft (RL 3). (KR)

05.11.2010
Laemophloeus monilis (F., 1787)
Laemophloeus monilis
Der Plattkäfer Laemophloeus monilis (Familie Laemophloeidae) ist in den meisten Landesteilen Deutschlands vertreten. Er fehlt jedoch im Saarland, im Weser-Ems- und im Niederelbe-Gebiet und aus Thüringen, Hannover und Schleswig-Holstein sind nur alte Meldungen bekannt. Im Norden Deutschlands ist die Art selten, sonst etwas häufiger, aber mit klar erkennbaren Arealsverlusten. Käfer und Larven findet man unter Laubholzrinde, vor allem an Buche (Fagus), seltener Linde (Tilia). Der Käfer und seine Larven leben räuberisch, vermutlich als Verfolger des Borkenkäfers Taphrorychus bicolor (Familie Scolytidae), dessen Larven sie in ihren Gängen nachstellen. In der Roten Liste Deutschlands ist L. monilis als gefährdet (RL 3) eingestuft. (KR/CB)

29.10.2010
Lasiorhynchites sericeus (Hbst., 1797)
Lasiorhynchites sericeus
Die Verbreitung des Kuckucksrüsslers Lasiorhynchites sericeus (Familie Rhynchitidae) erstreckt sich über ganz Europa, ausgenommen den Norden und reicht im Osten bis weit nach Russland hinein. Die 5,2 bis 6,4 mm große Art kommt überall in Deutschland vor, aber überall nur sehr vereinzelt. Die Käfer leben von Mai bis Juli an Eiche. Sie weisen einen hochinteressanten Brutparasitismus auf: Im Gegensatz zu anderen Vertretern der Gattung baut das Weibchen keinen eigenen Blattwickel, sondern platziert ein Ei während des Wickelns in das Tönnchen des Eichenblattrollers (Attelabus nitens). Die Weibchen legen ihre Eier aber auch in bereits fertige Tönnchen. Das Ei des Eichenblattrollers wird gefressen, bevor die Larve dann vom Brutsubstrat desselben lebt. (KR/CB)

22.10.2010
Timarcha metallica (Laich., 1781)
Timarcha metallica
Der Blattkäfer Timarcha metallica (Familie Chrysomelidae) ist eine von drei Arten der Gattung in Deutschland. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Mitteleuropa und dem südöstlichsten Frankreich und nördlichsten Italien nach Osten bis weit nach Russland hinein. Es handelt sich um eine stenotope, montane Art, die nur in den Mittel- und Hochgebirgen nachgewiesen wird. In Deutschland liegen aus den Gebirgen aller Regionen aktuelle Nachweise vor. An der Küste und in weiten Teilen des Ostens fehlt sie. Der 5 bis 10 mm große Käfer und seine Larve leben oligophag an Labkräutern (Galium). Der Käfer überwintert und kann im Winterquartier oder schon sehr zeitig im Frühjahr nachgewiesen werden, aber meist nur sehr vereinzelt. (KR/CB)

15.10.2010
Trox scaber (L., 1767)
Trox scaber
Der Erdkäfer Trox scaber ist eine von sieben Arten der Familie Trogidae in Deutschland. Früher gehörten die Trogidae nur als Unterfamilie Troginae zu den Blatthornkäfern (Scarabaeidae). Die 5 bis 8 mm großen Käfer findet man vor allem in Vogelnestern (nidicol), wo sich auch ihre Entwicklung vollzieht. Man kann sie auch im Mulm größerer Baumhöhlen finden, in denen Vögel gebrütet haben. Da sie dämmerungs- und nachtaktiv sind, kann man die Käfer bei Dunkelheit gelegentlich außerhalb der Höhlen auf dem Stamm finden. Die Art ist praktisch kosmopolitisch verbreitet und kommt von der Ebene bis ins Gebirge vor, bevorzugt jedoch die niederen Lagen und ist z.B. in den Alpen eher selten anzutreffen. Als häufigste Art der Familie ist sie in Deutschland nicht gefährdet. (KR)

08.10.2010
Hololepta plana (Sulzer, 1776)
Hololepta plana
Der Abgeplattete Stutzkäfer Hololepta plana gehört mit 8-9 mm Größe schon zu den größeren Arten der Stutzkäfer (Familie Histeridae). Die Art kommt in fast ganz Mitteleuropa vor und fehlt nur in den nördlichsten Bereichen. In Deutschland ist sie weit verbreitet, aber nirgends häufig. Hololepta plana bevorzugt Flußauen und Auwälder als Habitat. Durch ihren extrem abgeflachten Körperbau sind die Käfer an das Leben unter der lockeren Rinde und den Bastschichten toter, liegender Pappelstämme (Populus) perfekt angepaßt. Wärme scheint bei der Habitatwahl eine wesentlich geringere Rolle zu spielen als eine ausreichende Feuchtigkeit. Unter der Rinde machen die Käfer und ihre Larven Jagd auf Larven und Puppen verschiedenster Fliegenarten (Ordnung Diptera). (KR/CB)

01.10.2010
Pelenomus velaris (Gyll., 1827)
Pelenomus velaris
Der Schlick-Sumpfrüssler Pelenomus velaris (Familie Curculionidae) ist in Europa weit verbreitet, aber gebietsweise selten oder gar fehlend, vor allem im Süden und Südosten. In Deutschland ist die 2,4 bis 2,8 mm große Art sehr lückig verbreitet. Aktuelle Nachweise liegen nur aus den Regionen Bayern, Nordrhein, dem Niederelbe-Gebiet, Schleswig-Holstein, Brandenburg, Thüringen und Sachsen vor. Man findet die Käfer im Frühjahr auf dem Schlick ehemaliger Überflutungsflächen an den Trieben ihrer Entwicklungspflanze, dem Wasserknöterich (Polygonum amphibium), der zu diesem Zeitpunkt gerade treibt und nur schwer als solcher zu bestimmen ist. Pelenomus velaris wird in der roten Liste Deutschlands als gefährdet (RL 3) geführt. (KR/CB)

24.09.2010
Buprestis octoguttata L., 1758
Buprestis octoguttata
Die Verbreitung des Achtpunkt-Kiefern-Prachtkäfers Buprestis octoguttata (Familie Buprestidae) reicht von Nordafrika und der iberischen Halbinsel über Mitteleuropa (unter Meidung des atlantischen Klimabereiches) bis nach Südrussland. In Deutschland ist die 9 bis 15 mm große Art im Osten wohl häufiger als im Westen und im Westen nur inselartig verbreitet. Bevorzugte Habitate sind sandige Kiefernwälder und Föhrenheiden. Die Larven entwickeln sich vor allem in Kiefer (Pinus), seltener in anderen Nadelhölzern. Dabei wird besonntes Totholz, vor allem Stümpfe, bevorzugt. Für die Entwicklung benötigen die Larven je nach Witterung zwei bis drei Jahre. Ab Mai bis August (September) findet man die Käfer in der größten Tageshitze auf besonntem Totholz. (KR)

17.09.2010
Carabus hortensis L., 1758
Carabus hortensis
Die Verbreitung des 23-30 mm großen Goldgruben-Laufkäfers Carabus hortensis (Familie Carabidae) erstreckt sich von großen Teilen Mitteleuropas bis weit in die skandinavischen Länder im Norden, im Süden bis nach Norditalien und im Osten weit nach Russland hinein. Allerdings werden dabei Teile Nordwest-, West- und Mitteldeutschlands gemieden. Im Gebirge steigt die Art bis in den hochmontanen Bereich auf (ca. 2000 m üNN). Carabus hortensis ist eine Waldart, die zwar bereits im Mai erscheint, ihr Maximum aber erst im Sommer erreicht. Die Altkäfer, vor allem aber die Larven überwintern, jedoch im Gegensatz zu vielen anderen Carabus-Arten nur äußerst selten unter Rinde oder im Totholz. Die nachtaktive Art lebt räuberisch und ernährt sich von Insekten, Schnecken und frischem Aas. (KR/CB)

10.09.2010
Sospita vigintiguttata (L., 1758)
Sospita vigintiguttata
Der Schöne Marienkäfer Sospita vigintiguttata (Familie Coccinellidae) gehört mit 5 bis 6,5 mm Länge zu den großen Arten der Familie und darüber hinaus zu denen, die recht selten gefunden werden. Er wird aus ganz Deutschland gemeldet, ist aber überall selten. In der Roten Liste Deutschlands wird er als gefährdet geführt (RL 3). Der bevorzugte Lebensraum der Art sind Feuchtbiotope, wie Bachufer, Wiesentäler und Auwälder mit einer Bindung an Erle (Alnus). Der Käfer tritt in zwei Farbmorphen auf: Eine schwarz-weiß bis schwarz-gelb gefleckte und eine kräftig gelb-weiß gefleckte Morphe. Da im Winter und Frühjahr nur schwarz-weiß gefleckte Käfer gefunden werden, wird vermutet, dass sich die Käfer im Laufe ihres Lebens umfärben. (KR)

03.09.2010
Colobicus hirtus (Rossi, 1790)
Colobicus hirtus
Die Verbreitung des Rindenkäfers Colobicus hirtus (Familie Colydiidae) erstreckt sich von Spanien über Südeuropa und Mitteleuropa bis nach Bulgarien und weiter in den Osten. Die ursprüngliche nördliche Verbreitungsgrenze verläuft dabei mitten durch Deutschland. In Deutschland ist die 3 bis 5 mm große Art sehr selten, aus den meisten Regionen existieren nur historische Nachweise. Die einzigen aktuellen Nachweise stammen aus Baden-Württemberg und Hessen. Die Art gilt als Urwaldrelikt. Käfer und Larven leben an Laubbäumen, vor allem Buche, seltener an anderen Laubbäumen. Da sie überdeutliche Arealseinbußen zu verzeichnen hat, wurde sie in der Roten Liste als vom Aussterben bedroht eingestuft (RL 1). (KR)

27.08.2010
Xylopertha retusa (Ol., 1790)
Xylopertha retusa
Die Verbreitung des 3 bis 6 mm großen Bohrkäfers Xylopertha retusa (Familie Bostrichidae) erstreckt sich von Nordafrika über Südwesteuropa und Mitteleuropa bis Osteuropa ohne die britischen Inseln und Skandinavien. In Deutschland liegen aktuelle Nachweise aus fast allen Bundesländern vor, mit Ausnahme von Norddeutschland. Als thermophile Art kommt Xylopertha retusa in klimatisch begünstigten Lagen der Ebene vor, z.B. an sonnigen Waldrändern, auf Waldlichtungen, auf Kahlschlägen oder in Weinbergen. Die Entwicklung erfolgt in trockenem Holz von Eiche (Quercus), Weinrebe (Vitis vinifera), seltener Kastanie (Castanea sativa). In Deutschland ist die Art nicht häufig bis selten und wird als gefährdet eingestuft (RL 3). (CB)

20.08.2010
Anogcodes ustulata (F., 1787)
Anogcodes ustulata
Die Verbreitung des 8 bis 12 mm großen Scheinbockkäfers Anogcodes ustulata (Familie Oedemeridae) erstreckt sich von Süd- und Mitteleuropa bis nach Sibirien. Meldungen aus Deutschland fehlen lediglich aus Hessen, dem Saarland, Schleswig-Holstein und den größten Teilen Niedersachsens (alte Meldungen aus dem Weser-Ems-Gebiet). Verschollen gilt die Art auch für Sachsen und das Rheinland. Die Käfer findet man im Sommer auf Blüten, wo sie wegen ihrer hübschen Färbung sehr auffällig sind. Die Art weist in ihrer Färbung einen deutlichen Sexualdimorphismus auf. Die Larven entwickeln sich im Holz verschiedener Laubbaumarten. In der Roten Liste Deutschlands (1998) wird die Art unter dem Synonym Nacerdes ustulata als gefährdet (RL 3) eingestuft. (KR)

13.08.2010
Callidium violaceum (L., 1758)
Callidium violaceum
Der Blaue Scheibenbock, auch Veilchenbock genannte Callidium violaceum (Familie Cerambycidae) ist eine von insgesamt drei Arten der Gattung in Europa. Die 8 bis 16 mm große Art ist aufgrund ihrer Färbung und Größe in unserer Fauna unverwechselbar. Die Verbreitung der ursprünglich paläarktischen Art reicht von West- über Mitteleuropa bis an den Polarkreis und im Osten bis Korea und Japan. Heute wird die Art als holoarktisch eingestuft. Die Larven leben in verschiedenen Nadelhölzern, vor allem Kiefer (Pinus), Fichte (Picea), Lärche (Larix) und Tanne (Abies), werden zuweilen aber auch in Laubhölzern gefunden. Die Entwicklung erfolgt unter der Rinde abgestorbener Stämme oder starker Äste. Auch verbautes Holz wird angenommen, wenn es berindet und ausreichend feucht ist. Die gesamte Entwicklung dauert 2 Jahre. (KR/CB)

07.08.2010
Neomida haemorrhoidalis (F., 1787)
Neomida haemorrhoidalis
Der 5,5 bis 6 mm große Gehörnte Zunderschwamm-Schwarzkäfer Neomida haemorrhoidalis (Familie Tenebrionidae) ist von Europa bis an den Kaukasus verbreitet. Die Art wird als Urwaldrelikt angesehen und war früher nur aus den süddeutschen Gebirgsgegenden gemeldet. Inzwischen breitet sich die Art in Deutschland erfreulicherweise wieder etwas aus. Die Entwicklung erfolgt in Echtem Zunderschwamm (Fomes fomentarius), der vor allem an Buche (Fagus silvatica) vorkommt. Am leichtesten sind die Käfer bei Nacht zu beobachten, wenn sie den Zunderschwamm verlassen und auf ihm sitzen. Männchen und Weibchen weisen einen deutlichen Sexualdimorphismus auf: Die Männchen haben zwei deutlich sichtbare, gerade nach oben ragende Hörnchen auf dem Kopf, die den Weibchen fehlen. (KR/CB)

30.07.2010
Aphodius scrofa (F., 1787)
Aphodius scrofa
Der Dungkäfer Aphodius scrofa (Familie Scarabaeidae) ist in Süd- und Mitteleuropa verbreitet. In Mitteleuropa kommt die 3 bis 3,5 mm große Art in erster Linie in den Sandgebieten der Ebene und des Bergvorlands vor. Die Verbreitung in Deutschland ist lückig. Aus Württemberg, dem Saarland und dem Weser-Ems-Gebiet liegen keine Meldungen vor, in Westfalen gilt die Art seit dem 19. Jahrhundert als verschollen. Sie ist insgesamt überall vereinzelt und selten. In der Roten Liste Deutschlands ist sie als gefährdet eingestuft (RL 3). Entgegen ihrem Artnamen, der vermuten lässt, dass die Art vor allem an Wildschweindung auftritt (Sus scrofa - Wildschwein), findet sich die Art an Schaf- und Pferdedung, aber auch an Menschenkot auf sandigen, dürren Flächen. (KR)

22.07.2010
Prasocuris phellandrii (L., 1758)
Prasocuris phellandrii
Der 5 bis 6 mm große Blattkäfer Prasocuris phellandrii (Familie Chrysomelidae) kommt in fast ganz Europa, Teilen Asiens und auf dem nordamerikanischen Kontinent vor. In Mitteleuropa ist die Art allgemein verbreitet. Man findet die Käfer von Februar bis September und wieder im November, in Feuchtgebieten und Sümpfen, meist auf den Brutpflanzen oder in verschiedenen Blüten, gerne in den gelben Blüten der Sumpfdotterblume (Caltha palustris). Die Larven entwickeln sich in den Stengeln aquatischer Umbelliferen wie z.B. Wasserschierling (Cicuta virosa) und Rebendolde (Oenanthe crocata). In Mitteleuropa kommen vier weitere Arten der Gattung vor, die alle ebenfalls eine ähnliche, aquatische Lebensweise haben. (KR)

17.07.2010
Mitoplinthus caliginosus (F., 1775)
Mitoplinthus caliginosus
Der 6 bis 9 mm große Düstere Bergrüssler Mitoplinthus caliginosus (Familie Curculionidae) ist in Westeuropa und im westlichen Mitteleuropa verbreitet. Vermutlich leben die Larven an Wurzeln. Es gibt verschiedene Angaben über die Entwicklungspflanzen, die aber alle nicht zutreffend zu sein scheinen. So wird die Larve von Hopfen (Humulus) ebenso gemeldet, wie von Ampfer (Rumex). Aufgrund ihrer nächtlichen Lebensweise werden die Käfer meist unter Steinen oder totem Holz gefunden, oder sie gehen in Bodenfallen. Da die Käfer aber schon beim Sieben an faulem Wurzelholz gefunden wurden, spricht vieles dafür, dass sich zumindest die Käfer von Wurzelholz ernähren, möglicherweise auch die Larven. (KR)

10.07.2010
Platycis cosnardi (Chevr., 1829)
Platycis cosnardi
Der 7-8 mm große Rotdeckenkäfer Platycis cosnardi (Familie Lycidae) ist von Mittel- bis Südosteuropa verbreitet (von Frankreich bis zur Ukraine und Griechenland, fehlt jedoch in Italien). Er ist bevorzugt, aber nicht ausschließlich in montanen Lagen und deren Vorland an Wärmestellen wie Kahlschlägen und südexponierten Waldrändern zu finden. Die stenotope Art entwickelt sich in morschen Laubhölzern, vor allem Buche, aber auch in Eiche und Birke. Die Larve lebt räuberisch und jagt andere Insekten und deren Larven. Die Imagines findet man im Mai auf Blüten und geschlagenem Laubholz. In Deutschland ist die Art weit verbreitet, aber selten. Sie ist als stark gefährdet (RL 2) eingestuft. (CB)

03.07.2010
Carabus silvestris Panz., 1796
Carabus silvestris
Die Verbreitung des Bergwald-Laufkäfers Carabus silvestris (Familie Carabidae) beschränkt sich auf die Mittel- und Hochgebirge in Mitteleuropa, Frankreich (Vogesen), Deutschland, der Schweiz, Österreich, bis zu den Nordkarpaten in Rumänien und der Ukraine. In Deutschland erreicht die Art im Norden den Harz, in den Alpen geht sie bis auf 2500 m ü. NN. Die Käfer leben vor allem in Nadelwäldern, und machen hier, wie die meisten Großlaufkäfer, Jagd auf Würmer, Schnecken und Insektenlarven, und zählen somit zu den Nützlingen. In der Roten Liste Deutschlands wird die Art nicht aufgeführt, ist also nicht gefährdet, gehört aber wegen ihrer Nützlichkeit zu den besonders geschützten Arten. (KR)

25.06.2010
Ptosima flavoguttata (Ill., 1803)
Ptosima flavoguttata
Der Schlehen-Prachtkäfer Ptosima flavoguttata (Familie Buprestidae) ist circummediterran von Nordafrika über Süd- und das südliche Mitteleuropa bis nach Südrussland verbreitet. In Deutschland ist die Art stark gefährdet (RL 2). Sie erreicht hier den Nordrand ihres Verbreitungsareals mit inselartigen Vorkommen an trockenheißen Standorten auf felsigem Untergrund, z.B. im Kaiserstuhl am südlichen Oberrhein (Baden), im Nahe- und im Moseltal (Rheinland-Pfalz) sowie in Hessen. Die Larven entwickeln sich an Baum- und Strauchrosaceen, vor allem in kränkelnden Ästen und Stämmen noch lebender Schlehe (Prunus spinosa). Die Käfer schwärmen während der heißen Tagesstunden um die Büsche, bei kühlerem Wetter sitzen sie auf den Blättern der Entwicklungspflanzen oder in der näheren Umgebung. (KR)

20.06.2010
Meloe rugosus Marsh., 1802
Meloe rugosus
Die Verbreitung des Mattschwarzen Maiwurmkäfers Meloe rugosus (Familie Meloidae) erstreckt sich von Mitteleuropa bis in den Nahen Osten und über die Ostpaläarktis. In Deutschland fehlt die Art im Norden. Aus Brandenburg und den nördlichen Teilen von Rheinland-Pfalz gibt es nur alte Meldungen. M. rugosus kommt sowohl auf Flutrasen in Auen als auch in trockenen Lebensräumen vor. Wie alle Ölkäferarten durchläuft sie eine sehr komplizierte Entwicklung (Hypermetamorphose) als Parasit bei Wildbienen. Die Hauptaktivitätszeit ist von September bis November, insgesamt von August bis Mai des Folgejahres. Der Käfer überwintert. Wie viele andere Ölkäferarten in Deutschland hat M. rugosus hohe Arealverluste zu verbuchen, weshalb sie als vom Aussterben bedroht (RL 1) eingestuft wird. (KR)

12.06.2010
Rhamnusium bicolor (Schrk., 1781)
Rhamnusium bicolor
Der Weidenbock (Rhamnusium bicolor, Familie Cerambycidae) ist in fast ganz Europa verbreitet, fehlt jedoch auf den Britischen Inseln, in Spanien und auf den Mittelmeerinseln. Im Norden erreicht die Art Südfinnland und im Osten den Kaukasus. Der 15 bis 23 mm große Käfer ist recht variabel. Neben der häufigsten Form mit rotem Kopf und Halsschild und schwarzblauen Flügeldecken gibt es auch ganz gelb oder rotbraun gefärbte Exemplare sowie Übergänge zwischen der dunklen und der hellen Form. Die Entwicklung erfolgt vor allem in Baumhöhlen von Weide (Salix), Pappel (Populus), Buche (Fagus) und Rosskastanie (Aesculus). Die Käfer erscheinen nur etwa 14 Tage lang im Juni/Juli. Tagsüber sitzen sie an ihren Brutbäumen und werden während der Dämmerungsstunden aktiv. (KR)

07.06.2010
Donacia sparganii Ahr., 1810
Donacia sparganii
Der 7-8 mm große Schilfblattkäfer Donacia sparganii (Familie Chrysomelidae) ist in Nord- und Mitteleuropa verbreitet. Der Käfer macht seinem Namen alle Ehre, entwickeln sich seine Larven doch vor allem an Sparganium simplex (Igelkolben). Aufgrund von starken Habitatverlusten ist die Art in den vergangenen Jahren, wie die meisten der Schilfblattkäfer, immer seltener geworden. Der Verlust artenreicher Schilfröhrichte geht vor allem auf Gewässerverschmutzung und Anreicherung mit Stickstoffverbindungen zurück, aber auch die immer stärkere Freizeitnutzung durch Angler, Surfer und sonstige Besucher der Gewässer hat in starkem Maße zur Zerstörung der Habitate beigetragen. (KR)

28.05.2010
Gasterocercus depressirostris (F., 1792)
Gasterocercus depressirostris
Der recht größenvariable, 4-11 mm lange Plattrüssler Gasterocercus depressirostris (Familie Curculionidae) entwickelt sich 2-jährig als einer der wenigen Vertreter der Familie nicht an krautigen Pflanzen, sondern im Holz geschwächter, anbrüchiger Eichen, seltener Buchen. Die Art ist nachtaktiv und erscheint im Juli und August. Durch ihre gescheckte Beschuppung ist sie auf Eichenrinde hervorragend getarnt. Gasterocercus depressirostris ist eine Art ursprünglicher Waldgebiete und kommt in Mitteleuropa von Frankreich bis Rumänien vor. In Deutschland sind aktuelle Meldungen aus Baden, Pfalz, Hessen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und dem Niederelbe-Gebiet bekannt, die Art ist als vom Aussterben bedroht (RL 1) eingestuft. (CB)

21.05.2010
Bembidion striatum (F., 1792)
Bembidion striatum
Der Gestreifte Ahlenläufer Bembidion striatum ist eine der unzähligen Arten der Gattung Bembidion (Familie Carabidae). Seine Verbreitung reicht von Frankreich bis nach Westsibirien. Er ist überwiegend im Flachland zu finden. Der 5,3 bis 6,5 mm große Käfer ist in Deutschland hochgradig vom Aussterben bedroht (RL 1), da seine Lebensräume durch Flussregulierung vielfach zerstört wurden. Der Käfer benötigt offene Uferbereiche mit feinem und grobem sandigem Untergrund, wie sie entlang der großen Flüsse meist noch zu finden sind, oft aber nur inselartig. An solchen Stellen kann man die Käfer im Frühjahr bei Sonnenschein beobachten, wobei sie schnell umherlaufen und bei Beunruhigung sofort auffliegen. (KR)

14.05.2010
Allonyx quadrimaculatus (Schall., 1783)
Allonyx quadrimaculatus
Der 4,5 bis 6 mm große Vierfleck-Buntkäfer Allonyx quadrimaculatus ist eine der seltensten Arten der Buntkäfer (Familie Cleridae) in Mitteleuropa. Seine Verbreitung reicht von Mittel- und Südeuropa östlich bis nach Kleinasien. Die Larve ist bisher unbekannt. Die Käfer zeigen eine Bindung an Kiefer (Pinus), werden aber zuweilen auch an Fichten (Picea) und Laubbäumen beobachtet. Es wird vermutet, dass die Käfer und deren Larven vor allem den Larven verschiedener anderer Käferarten, wie z.B. dem Prachtkäfer Phaenops cyanea, nachstellen. Man kann die Käfer sowohl nachts, als auch tagsüber beobachten, wie sie an toten oder sterbenden Bäumen entlanglaufen. (KR)

07.05.2010
Mordellochroa milleri Em., 1876
Mordellochroa milleri
Der 5,0 bis 6,3 mm große Stachelkäfer Mordellochroa milleri (Familie Mordellidae) galt bis vor kurzem als Art, welche im Südosten Europas und in Frankreich beheimatet ist. Im Jahr 2000 wurde die Art als Neufund für Deutschland aus Bayern gemeldet und konnte 2009 erstmals auch aus Baden-Württemberg nachgewiesen werden. Sie scheint sich stromabwärts entlang des Rheins auszubreiten, da inzwischen auch Funde aus Rheinland-Pfalz bekannt wurden. M. milleri ist eine von drei Arten der Gattung Mordellochroa und in ihrer gelbroten Färbung und den schwarzen Augen, Flügeldecken und Teilen der Hinterbeine und -tarsen unverkennbar. Die Larven entwickeln sich in morschem Holz verschiedener Baumarten. Die Käfer sitzen meist in Blüten und fressen Pollen. (TH/KR)

30.04.2010
Ampedus cardinalis (Schdte., 1865)
Ampedus cardinalis
Der Kardinalrote Schnellkäfer Ampedus cardinalis (Familie Elateridae) gehört mit seinen 12 bis 15,5 mm Größe bereits zu den großen Arten der Gattung. Er ist eine von vielen rot gefärbten und nur schwer unterscheidbaren Arten. Innerhalb Europas wird die Art aus dem südlichen Nordeuropa, Mitteleuropa und Westeuropa gemeldet. Die Larven benötigen für die Entwicklung vor allem rotfaule Höhlungen in noch lebenden Eichen, sehr selten auch anderer Laubbäume. Durch den Verlust solcher Lebensräume ist die Art in Mitteleuropa äußerst selten und wird in der Roten Liste Deutschlands als vom Aussterben bedroht (RL1) geführt. Den Käfern wird Nachtaktivität nachgesagt. (KR)

22.04.2010
Lycoperdina succincta (L., 1767)
Lycoperdina succincta
Die Verbreitung des Gebänderten Stäublingskäfers Lycoperdina succincta (Familie Endomychidae) erstreckt sich von Dänemark und Schweden über Mitteleuropa und östliches Südeuropa bis nach Osteuropa. In Deutschland aus den meisten Landesteilen gemeldet, vereinzelt aber nur alte Nachweise. Habitat sind offene, schütter bewachsene Stellen, wie z.B. langsam zuwachsende Heideflächen. Die Larven entwickeln sich in Bovisten (Lycoperdon und Vascellum) und Erdsternen (Geastrum). Ab September sind die Puppen in den Pilzen zu finden, ab Oktober die jungen Käfer. Die Käfer überwintern, meist in den Pilzen, mitten in der Sporenmasse. In der Roten Liste Deutschlands als gefährdet eingestuft. (KR)

15.04.2010
Lichenophanes varius (Ill., 1801)
Lichenophanes varius
Der Kapuzenkäfer (Lichenophanes varius) ist westpaläarktisch verbreitet. Er ist einer der wenigen Vertreter der Familie der Kapuzinerkäfer (Bostrichidae) in Mitteleuropa und mit 8 bis 12 mm auch eine der großen Arten dieser Familie. Die in Deutschland sehr seltene Art gilt als Urwaldrelikt, welches nur aus urständigen Wäldern gemeldet wird. Die Eier werden an tote, stehende Buchen (Fagus sylvatica) gelegt. Die Larven leben mehrere Jahre vor allem im trockenen Stammholz und in starken Ästen. Der Käfer versteckt sich tagsüber in den Gängen der Larven und verlässt diese erst nachts. Nach Einbruch der Dunkelheit kann man ihn sehr gut im Taschenlampenschein beobachten. (KR)

08.04.2010
Sisyphus schaefferi (L., 1758)
Sisyphus schaefferi
Die Verbreitung des 6,5 bis 12 mm großen, mit den großen Pillendrehern (Scarabaeus) verwandten Pillenwälzers (Sisyphus schaefferi) erstreckt sich über Süd- und Mitteleuropa. Der Käfer bevorzugt Schafdung. Aus dem Dung werden Kotpillen geformt, die an einen geeigneten Ort gerollt und dort vergraben werden. Für jede Kotpille wird eine Brutkammer angefertigt. Aus der Kotpille wird eine Brutbirne geformt, in die ein Ei abgelegt wird. Im Gegensatz zu den Arten der Gattung Copris wird keine Brutpflege, sondern nur Brutfürsorge betrieben. Die Käfer selbst ernähren sich ebenfalls von Kot, graben aber keine Fraßpillen ein, sondern fressen diesen an Ort und Stelle. (KR)

01.04.2010
Spondylis buprestoides (L., 1758)
Spondylis buprestoides
Für einen Bockkäfer (Cerambycidae) sieht der Waldbock (Spondylis buprestoides) eher ungewöhnlich aus. Der 12 bis 24 mm große Käfer ist, entgegen seinen Artgenossen mit ihren meist etwa körperlangen Fühlern, nur mit sehr kurzen, bis etwa zum hinteren Halsschildrand reichenden Fühlern ausgestattet, die zylindrische Körperform tut ein übriges. Die Entwicklung vollzieht sich in Kiefer (Pinus), aber auch in Fichte (Picea), Tanne (Abies) und in Lärche (Larix). Die Käfer kann man im Sommer auf und unter geschlagenem Holz finden. Zwar sind sie überwiegend nachtaktiv und verstecken sich tagsüber meist, fliegen jedoch an warmen Tagen auch immer wieder tagsüber gefälltes Holz an. (KR)

18.03.2010
Leistus spinibarbis (F., 1775)
Leistus spinibarbis
Die Verbreitung des 7,7-10,4 mm großen Dornbarts (Leistus spinibarbis, Carabidae) erstreckt sich über das Mittelmeergebiet, Südwest- und Mitteleuropa. Lebensraum der Käfer sind trocken-warme Biotope, wie Calluna-Heiden und Kalktrockenhänge der tieferen Lagen. Die Art kommt zwar in den Mittelgebirgen in geeigneten Biotopen vor, steigt aber nicht besonders weit auf. Verwechslungen mit anderen Leistus-Arten sind möglich, meist mit L. fulvibarbis und L. rufomarginatus, die aber vollkommen andere Habitate bewohnen. Der flugfähige Dornbart hat in den letzten Jahren in Deutschland merklich Habitate verloren und wurde daher in die Rote Liste als Art der Vorwarnstufe aufgenommen. (KR)

12.03.2010
Chalcophora mariana (L., 1758)
Chalcophora mariana
Der Marienprachtkäfer (Chalcophora mariana) ist mit 24 bis 30 mm die größte Art der Familie Buprestidae in Mitteleuropa. Sein Vorkommen in Deutschland beschränkt sich heute auf Teile der ehemaligen DDR und die südlichsten Bundesländer. Die Entwicklungsdauer wird mit zwei (Südeuropa) bis vier (Mitteleuropa) Jahren angegeben. Brutsubstrat ist totes Holz von Kiefer (Pinus). Das Brutsubstrat kann dabei über mehrere Generationen besiedelt und letzten Endes zu Staub zerlegt werden. Wer den Marienprachtkäfer beobachten will, sollte dies zwischen etwa 10 Uhr und 15 Uhr tun, da die Käfer nur in der größten Hitze aktiv und früher oder später nur sehr vereinzelt zu finden sind. (KR)

05.03.2010
Hypera dauci (Ol., 1807)
Hypera dauci
Der hübsch gezeichnete Rüssler Hypera dauci (Familie Curculionidae) gehört mit einer Körperlänge von 5-7 mm zu den größeren Vertretern der Gattung Hypera und kommt von Süd- bis zum südlichen Nordeuropa vor (nach Norden hin seltener). Die xerophile Art findet man auf trockenen, sandigen und vegetationsarmen Böden, z.B. Ruderalflächen, Sandgruben und Rohbodenstandorten. Käfer und Larven leben ektophag ausschließlich auf dem Gewöhnlichen Reiherschnabel (Erodium cicutarium). H. dauci ist nachtaktiv. Tagsüber verbergen sich die Käfer am Boden unter der Wirtspflanze. Durch seine Zeichnung ist der Käfer auf sandigem Untergrund hervorragend getarnt und entgeht leicht der Beobachtung. (CB)

26.02.2010
Gibbium psylloides (Czenp., 1778)
Gibbium psylloides
Der 2-3,2 mm große, bräunlich-rote Kugelkäfer Gibbium psylloides (Familie Ptinidae) ist eine von mehreren Arten der Familie, die synanthrop leben. Er wurde vom Menschen weltweit verschleppt. Meist findet man sie in alten Gebäuden mit so genannten Fehlböden, die mit Dreschabfällen oder Stroh verfüllt wurden, aber auch immer wieder in alten Scheunen oder in Apotheken in Behältern mit alten Kräutern. Käfer und Larven leben an und von trockenen pflanzlichen (Getreide) und tierischen Produkten (Felle, Federn, Wolle) und können gelegentlich daran schädlich werden. Treten sie massenhaft auf, können die nachtaktiven Käfer recht lästig werden und sind schwierig zu bekämpfen. (KR)

19.02.2010
Dircaea australis Fairm., 1856
Dircaea australis
Die auffällig gefärbte, 8-12 mm lange Dircaea australis gehört zu den Düsterkäfern (Melandryidae). Sie kommt in Mitteleuropa (Frankreich, Deutschland, Österreich, Ungarn, Slowakei, Rumänien, Litauen) und im südlichen Nordeuropa (Schweden) vor. In Deutschland sind Funde aus Westfalen und in jüngerer Zeit aus der Pfalz bekannt. Dircaea australis ist ein seltenes, xylodetriticoles Urwaldrelikt und entwickelt sich vor allem in morschem, weißfaulem Buchenholz (Fagus sylvatica), seltener in Linde (Tilia) und Mehlbeere (Sorbus aria). Bei warmem Wetter können die flinken Tiere tagsüber an den Buchenstämmen beobachtet werden. In Deutschland ist die Art als vom Aussterben bedroht eingestuft. (CB)

12.02.2010
Epitrix atropae Foudr., 1860
Epitrix atropae
Der nur 1,5-2 mm große Flohkäfer Epitrix atropae gehört zur Familie der Blattkäfer (Chrysomelidae). Die stenotope Art kommt in West- und Mitteleuropa vor. In Deutschland fehlt sie im Norden und Osten. Epitrix atropae kommt in Wäldern, auf Kahlschlägen und an lichten Stellen vor, an denen die Wirtspflanze, die Tollkirsche (Atropa belladonna) wächst. Seltener wird die Art von Bilsenkraut (Hyoscyamus) und Bocksdorn (Lycium) gemeldet. Die Käfer sind phyllophag und hinterlassen an den Blättern charakteristische Fraßspuren. Die Larven entwickeln sich an den Wurzeln im Boden. Werden die Tiere beunruhigt, können sie sich mit einem Sprung in Sicherheit bringen (Name der Unterfamilie!). (CB)

05.02.2010
Tetratoma fungorum F., 1790
Tetratoma fungorum
Tetratoma fungorum gehört zur artenarmen Familie der Tetratomidae, die mit den Melandryidae eng verwandt ist. Die 4-4,5 mm große Art weist ein gelbrotes Halsschild und blauschwarze Flügeldecken auf und ist durch die auffällige 4-gliedrige Fühlerkeule (Familienname!) gekennzeichnet. T. fungorum ist in Mitteleuropa und im südlichen Nordeuropa verbreitet, im Osten bis zum Kaukasus. Die mycetobionte Art entwickelt sich an Baumschwämmen (Piptoporus betulinus, Polyporus squamosus, Laetiporus sulphureus und Pholiota adiposa) an Laubbäumen (Buche, aber auch Eiche, Birke, u.a.). T. fungorum ist aus ganz Deutschland gemeldet, bevorzugt aber Vorgebirge und niedrige Gebirgslagen. (CB)

29.01.2010
Asida sabulosa (Fuessl., 1775)
Asida sabulosa
Der Schwarzkäfer Asida sabulosa (Familie Tenebrionidae) ist in Mitteleuropa der einzige Vertreter einer Gattung, die im mediterranen Raum durch eine Vielzahl sehr ähnlicher Arten vertreten ist. Das Verbreitungsgebiet der 11-15 mm großen Art liegt im südwestlichen Europa. In Mitteleuropa reicht sie bis nach Rheinland-Pfalz. Die nordöstlichsten Nachweise in Deutschland stammen aus der Vulkaneifel. Die Art benötigt trocken-warme, spärlich bewachsene Geröllflächen. Aktuelle Meldungen aus Deutschland existieren nur noch aus dem Saarland und dem nördlichen Rheinland-Pfalz ("Rheinland"). Für die Pfalz und Hessen gilt die Art als verschollen oder ausgestorben. (KR)

22.01.2010
Carabus intricatus L., 1761
Carabus intricatus
Der Dunkelblaue Laufkäfer (Carabus intricatus) gehört mit seinen 24-36 mm zu den größeren Arten der Laufkäfer(Carabidae) in Mitteleuropa. Die recht seltene Art bewohnt vor allem lichte Laubwälder der Mittelgebirge und bevorzugt dabei die Südhänge. In geeigneten Biotopen ist er aber auch in der Ebene zu finden. Wie viele der Großlaufkäferarten bildet auch er unter der dicken Rinde toter Bäume Überwinterungsgemeinschaften, teilweise zusammen mit anderen Laufkäferarten, aber auch anderen. Wie alle Großlaufkäfer gilt er durch den Verzehr von Schnecken und allerlei Raupen und anderen Schädlingen als Nützling und steht deshalb unter besonderem gesetzlichen Schutz. (KR)

15.01.2010
Gnorimus variabilis (L., 1758)
Gnorimus variabilis
Der Schwarze Edelkäfer (Gnorimus variabilis) gehört in die Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) und hier in die nahe Verwandtschaft der bekannten Rosenkäfer (Gattungen Cetonia und Protaetia). Mit seinen 17-22 mm ist er für die mitteleuropäische Fauna bereits als sehr groß zu bezeichnen. Die Larven entwickeln sich bevorzugt in rotfaulen Baumhöhlen von Eiche und Buche, aber auch im faulen und mulmigen Holz liegender Stämme. Den seltenen, mittel- und südeuropäisch verbreiteten Käfer findet man am ehesten im Brutsubstrat, viel seltener auf Blüten wie z.B. Holunder und anderen. Meist verraten eher die Überreste einer Vogelmahlzeit seine Anwesenheit. (KR)

08.01.2010
Hylobius transversovittatus (Goeze, 1777)
Hylobius transversovittatus
Der 9-11 mm lange Wurzelstock-Scheckenrüssler (Hylobius transversovittatus) gehört zur Familie der Rüsselkäfer (Curculionidae). Er entwickelt sich an Blutweiderich (Lythrum salicaria), der an feuchten Standorten vorkommt. Die vorwiegend nachtaktiven Käfer erscheinen im April und befressen junge Blätter und Triebe. Nach der Eiablage im Mai bohren sich die Larven durch Stamm und Wurzeln. Der Entwicklungscyclus ist 1-2 jährig. Die Art ist in Europa weit verbreitet, wird aber aufgrund ihrer nächtlichen Lebensweise nur sporadisch gefunden. In den 90er-Jahren wurde Hylobius transversovittatus zur Bekämpfung des Blutweiderichs in einige Bundesstaaten der USA eingeführt. (CB)

01.01.2010
Aesalus scarabaeoides (Panz., 1794)
Aesalus scarabaeoides
Mit 5-7 mm Länge ist der Kurzschröter (Aesalus scarabaeoides) das kleinste Mitglied der Familie der Hirschkäfer (Lucanidae) in Mitteleuropa. Die Entwicklung dieser, einem Vertreter der Gattung Trox (Trogidae) sehr stark ähnelnden Art findet in feuchtem bis fast nassem, rotfaulen Eichenholz statt, wo man neben den Larven auch fast das ganze Jahr den Käfer finden kann. Selten findet man ihn außerhalb des Brutsubstrates und dann auch nur bei Nacht. Die Art ist in Mitteleuropa und Südosteuropa verbreitet und vor allem in urständigen Wäldern mit hohem Totholzanteil zu finden, aber überall selten bis sehr selten. Der Käfer ist flugfähig und kommt auch ans Licht. (KR)

27.12.2009
Oberea erythrocephala (Schrk., 1776)
Oberea erythrocephala
Der Rotköpfige Linienbock (Oberea erythrocephala) gehört zur Familie der Bockkäfer (Cerambycidae). Die schlanke, 9-14 mm lange, flugfähige Art findet man von Mai bis Juli an Wolfsmilchgewächsen (Euphorbia sp.), in deren Stengeln und Wurzeln die einjährige Larvenentwicklung stattfindet. Als xerothermophile Art bevorzugt O. erythrocephala sandige Heiden und Wärmehänge. Sie ist im südlichen Mitteleuropa verbreitet und wird nach Norden hin seltener. 1980 wurde die Art in die USA und Kanada zur Bekämpfung der Eselswolfsmilch (Euphorbia esula) auf Weideland eingeführt und bis Mitte der 90er-Jahre in mehreren Bundesstaaten freigesetzt, wo sie sich teilweise etablieren konnte. (CB)

19.12.2009
Palmar festiva (L., 1758)
Palmar festiva
Der Grüne Wacholderprachtkäfer (Palmar festiva) gehört zur Familie der Prachtkäfer (Buprestidae). Die wärmeliebende, mediterran verbreitete Art entwickelt sich an Wacholder (Juniperus sp.) und war vor 2003 in Deutschland sehr selten und auf lokale Vorkommen auf der Schwäbischen Alb beschränkt. Seit 2003 verbreitet sich P. festiva entlang des südlichen Oberrheins. Dabei wird als Wirtspflanze die in Gärten häufig als Hecke angepflanzte Thuja besiedelt, was bei starkem Befall innerhalb von 2-3 Jahren zum Absterben der Thuja führt. Der erfolgreiche Wirtswechsel hat somit aus der ehemals seltenen Art einen "Schädling" gemacht, dessen gesetzlicher Schutzstatus geprüft wird. (CB)

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