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Übersicht Käfer der Woche

Texte © K. Reißmann, T. Hörren und C. Benisch


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26.02.2010
Gibbium psylloides (Czenp., 1778)
Gibbium psylloides Lupe Lupe Lupe Der 2-3,2 mm große, bräunlich-rote Kugelkäfer Gibbium psylloides (Familie Ptinidae) ist eine von mehreren Arten der Familie, die synanthrop leben. Er wurde vom Menschen weltweit verschleppt. Meist findet man sie in alten Gebäuden mit so genannten Fehlböden, die mit Dreschabfällen oder Stroh verfüllt wurden, aber auch immer wieder in alten Scheunen oder in Apotheken in Behältern mit alten Kräutern. Käfer und Larven leben an und von trockenen pflanzlichen (Getreide) und tierischen Produkten (Felle, Federn, Wolle) und können gelegentlich daran schädlich werden. Treten sie massenhaft auf, können die nachtaktiven Käfer recht lästig werden und sind schwierig zu bekämpfen. (KR)

19.02.2010
Dircaea australis Fairm., 1856
Dircaea australis Lupe Lupe Lupe Die auffällig gefärbte, 8-12 mm lange Dircaea australis gehört zu den Düsterkäfern (Melandryidae). Sie kommt in Mitteleuropa (Frankreich, Deutschland, Österreich, Ungarn, Slowakei, Rumänien, Litauen) und im südlichen Nordeuropa (Schweden) vor. In Deutschland sind Funde aus Westfalen und in jüngerer Zeit aus der Pfalz bekannt. Dircaea australis ist ein seltenes, xylodetriticoles Urwaldrelikt und entwickelt sich vor allem in morschem, weißfaulem Buchenholz (Fagus sylvatica), seltener in Linde (Tilia) und Mehlbeere (Sorbus aria). Bei warmem Wetter können die flinken Tiere tagsüber an den Buchenstämmen beobachtet werden. In Deutschland ist die Art als vom Aussterben bedroht eingestuft. (CB)

12.02.2010
Epitrix atropae Foudr., 1860
Epitrix atropae Lupe Lupe Lupe Der nur 1,5-2 mm große Flohkäfer Epitrix atropae gehört zur Familie der Blattkäfer (Chrysomelidae). Die stenotope Art kommt in West- und Mitteleuropa vor. In Deutschland fehlt sie im Norden und Osten. Epitrix atropae kommt in Wäldern, auf Kahlschlägen und an lichten Stellen vor, an denen die Wirtspflanze, die Tollkirsche (Atropa belladonna) wächst. Seltener wird die Art von Bilsenkraut (Hyoscyamus) und Bocksdorn (Lycium) gemeldet. Die Käfer sind phyllophag und hinterlassen an den Blättern charakteristische Fraßspuren. Die Larven entwickeln sich an den Wurzeln im Boden. Werden die Tiere beunruhigt, können sie sich mit einem Sprung in Sicherheit bringen (Name der Unterfamilie!). (CB)

05.02.2010
Tetratoma fungorum F., 1790
Tetratoma fungorum Lupe Lupe Lupe Tetratoma fungorum gehört zur artenarmen Familie der Tetratomidae, die mit den Melandryidae eng verwandt ist. Die 4-4.5 mm große Art weist ein gelbrotes Halsschild und blauschwarze Flügeldecken auf und ist durch die auffällige 4-gliedrige Fühlerkeule (Familienname!) gekennzeichnet. T. fungorum ist in Mitteleuropa und im südlichen Nordeuropa verbreitet, im Osten bis zum Kaukasus. Die mycetobionte Art entwickelt sich an Baumschwämmen (Piptoporus betulinus, Polyporus squamosus, Laetiporus sulphureus und Pholiota adiposa) an Laubbäumen (Buche, aber auch Eiche, Birke, u.a.). T. fungorum ist aus ganz Deutschland gemeldet, bevorzugt aber Vorgebirge und niedrige Gebirgslagen. (CB)

29.01.2010
Asida sabulosa (Fuessl., 1775)
Asida sabulosa Lupe Lupe Lupe Der Schwarzkäfer Asida sabulosa (Familie Tenebrionidae) ist in Mitteleuropa der einzige Vertreter einer Gattung, die im mediterranen Raum durch eine Vielzahl sehr ähnlicher Arten vertreten ist. Das Verbreitungsgebiet der 11-15 mm großen Art liegt im südwestlichen Europa. In Mitteleuropa reicht sie bis nach Rheinland-Pfalz. Die nordöstlichsten Nachweise in Deutschland stammen aus der Vulkaneifel. Die Art benötigt trocken-warme, spärlich bewachsene Geröllflächen. Aktuelle Meldungen aus Deutschland existieren nur noch aus dem Saarland und dem nördlichen Rheinland-Pfalz ("Rheinland"). Für die Pfalz und Hessen gilt die Art als verschollen oder ausgestorben. (KR)

22.01.2010
Carabus intricatus L., 1761
Carabus intricatus Lupe Lupe Lupe Der Dunkelblaue Laufkäfer (Carabus intricatus) gehört mit seinen 24-36 mm zu den größeren Arten der Laufkäfer(Carabidae) in Mitteleuropa. Die recht seltene Art bewohnt vor allem lichte Laubwälder der Mittelgebirge und bevorzugt dabei die Südhänge. In geeigneten Biotopen ist er aber auch in der Ebene zu finden. Wie viele der Großlaufkäferarten bildet auch er unter der dicken Rinde toter Bäume Überwinterungsgemeinschaften, teilweise zusammen mit anderen Laufkäferarten, aber auch anderen. Wie alle Großlaufkäfer gilt er durch den Verzehr von Schnecken und allerlei Raupen und anderen Schädlingen als Nützling und steht deshalb unter besonderem gesetzlichen Schutz. (KR)

15.01.2010
Gnorimus variabilis (L., 1758)
Gnorimus variabilis Lupe Lupe Lupe Der Schwarze Edelkäfer (Gnorimus variabilis) gehört in die Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) und hier in die nahe Verwandtschaft der bekannten Rosenkäfer (Gattungen Cetonia und Protaetia). Mit seinen 17-22 mm ist er für die mitteleuropäische Fauna bereits als sehr groß zu bezeichnen. Die Larven entwickeln sich bevorzugt in rotfaulen Baumhöhlen von Eiche und Buche, aber auch im faulen und mulmigen Holz liegender Stämme. Den seltenen, mittel- und südeuropäisch verbreiteten Käfer findet man am ehesten im Brutsubstrat, viel seltener auf Blüten wie z.B. Holunder und anderen. Meist verraten eher die Überreste einer Vogelmahlzeit seine Anwesenheit. (KR)

08.01.2010
Hylobius transversovittatus (Goeze, 1777)
Hylobius transversovittatus Lupe Lupe Lupe Der 9-11 mm lange Wurzelstock-Scheckenrüssler (Hylobius transversovittatus) gehört zur Familie der Rüsselkäfer (Curculionidae). Er entwickelt sich an Blutweiderich (Lythrum salicaria), der an feuchten Standorten vorkommt. Die vorwiegend nachtaktiven Käfer erscheinen im April und befressen junge Blätter und Triebe. Nach der Eiablage im Mai bohren sich die Larven durch Stamm und Wurzeln. Der Entwicklungscyclus ist 1-2 jährig. Die Art ist in Europa weit verbreitet, wird aber aufgrund ihrer nächtlichen Lebensweise nur sporadisch gefunden. In den 90er-Jahren wurde Hylobius transversovittatus zur Bekämpfung des Blutweiderichs in einige Bundesstaaten der USA eingeführt. (CB)

01.01.2010
Aesalus scarabaeoides (Panz., 1794)
Aesalus scarabaeoides Lupe Lupe Lupe Mit 5-7 mm Länge ist der Kurzschröter (Aesalus scarabaeoides) das kleinste Mitglied der Familie der Hirschkäfer (Lucanidae) in Mitteleuropa. Die Entwicklung dieser, einem Vertreter der Gattung Trox (Trogidae) sehr stark ähnelnden Art findet in feuchtem bis fast nassem, rotfaulen Eichenholz statt, wo man neben den Larven auch fast das ganze Jahr den Käfer finden kann. Selten findet man ihn außerhalb des Brutsubstrates und dann auch nur bei Nacht. Die Art ist in Mitteleuropa und Südosteuropa verbreitet und vor allem in urständigen Wäldern mit hohem Totholzanteil zu finden, aber überall selten bis sehr selten. Der Käfer ist flugfähig und kommt auch ans Licht. (KR)

27.12.2009
Oberea erythrocephala (Schrk., 1776)
Oberea erythrocephala Lupe Lupe Lupe Der Rotköpfige Linienbock (Oberea erythrocephala) gehört zur Familie der Bockkäfer (Cerambycidae). Die schlanke, 9-14 mm lange, flugfähige Art findet man von Mai bis Juli an Wolfsmilchgewächsen (Euphorbia sp.), in deren Stengeln und Wurzeln die einjährige Larvenentwicklung stattfindet. Als xerothermophile Art bevorzugt O. erythrocephala sandige Heiden und Wärmehänge. Sie ist im südlichen Mitteleuropa verbreitet und wird nach Norden hin seltener. 1980 wurde die Art in die USA und Kanada zur Bekämpfung der Eselswolfsmilch (Euphorbia esula) auf Weideland eingeführt und bis Mitte der 90er-Jahre in mehreren Bundesstaaten freigesetzt, wo sie sich teilweise etablieren konnte. (CB)

19.12.2009
Palmar festiva (L., 1758)
Palmar festiva Lupe Lupe Lupe Der Grüne Wacholderprachtkäfer (Palmar festiva) gehört zur Familie der Prachtkäfer (Buprestidae). Die wärmeliebende, mediterran verbreitete Art entwickelt sich an Wacholder (Juniperus sp.) und war vor 2003 in Deutschland sehr selten und auf lokale Vorkommen auf der Schwäbischen Alb beschränkt. Seit 2003 verbreitet sich P. festiva entlang des südlichen Oberrheins. Dabei wird als Wirtspflanze die in Gärten häufig als Hecke angepflanzte Thuja besiedelt, was bei starkem Befall innerhalb von 2-3 Jahren zum Absterben der Thuja führt. Der erfolgreiche Wirtswechsel hat somit aus der ehemals seltenen Art einen "Schädling" gemacht, dessen gesetzlicher Schutzstatus geprüft wird. (CB)

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