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Übersicht Käfer der Woche

Texte © K. Reißmann, T. Hörren, M. Stern, F. Bötzl und C. Benisch


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Filter: Wissenschaft­licher Art-/​Familien­name oder Namens­fragment, mindestens ein Buchstabe.
 


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16.06.2017
Chalcophora mariana (L., 1758)
Chalcophora mariana
15 
Der Marienprachtkäfer Chalcophora mariana ist mit 24 bis 30 mm die größte Art der Prachtkäfer (Familie Buprestidae) in Mitteleuropa. Sein Vorkommen in Deutschland beschränkt sich heute auf Teile der ehemaligen DDR und die südlichsten Bundesländer. Die Entwicklungsdauer wird mit zwei (Südeuropa) bis vier (Mitteleuropa) Jahren angegeben. Brutsubstrat ist totes Holz von Kiefer (Pinus). Das Brutsubstrat kann dabei über mehrere Generationen besiedelt und letzten Endes zu Staub zerlegt werden. Wer den Marienprachtkäfer beobachten will, sollte dies zwischen etwa 10 Uhr und 15 Uhr tun, da die Käfer nur in der größten Hitze aktiv und früher oder später nur sehr vereinzelt zu finden sind. (KR)

09.06.2017
Hypera dauci (Ol., 1807)
Hypera dauci
13 
Der hübsch gezeichnete Rüssler Hypera dauci (Familie Curculionidae) gehört mit einer Körperlänge von 5-7 mm zu den größeren Vertretern der Gattung Hypera und kommt von Süd- bis zum südlichen Nordeuropa vor (nach Norden hin seltener). Die xerophile Art findet man auf trockenen, sandigen und vegetationsarmen Böden, z.B. Ruderalflächen, Sandgruben und Rohbodenstandorten. Käfer und Larven leben ektophag ausschließlich auf dem Gewöhnlichen Reiherschnabel (Erodium cicutarium). H. dauci ist nachtaktiv. Tagsüber verbergen sich die Käfer am Boden unter der Wirtspflanze. Durch seine Zeichnung ist der Käfer auf sandigem Untergrund hervorragend getarnt und entgeht leicht der Beobachtung. (CB)

02.06.2017
Gibbium psylloides (Czenp., 1778)
Gibbium psylloides
15 
Der 2-3,2 mm große, bräunlich-rote Kugelkäfer Gibbium psylloides (Familie Ptinidae) ist eine von mehreren Arten der Familie, die synanthrop leben. Er wurde vom Menschen weltweit verschleppt. Meist findet man sie in alten Gebäuden mit so genannten Fehlböden, die mit Dreschabfällen oder Stroh verfüllt wurden, aber auch immer wieder in alten Scheunen oder in Apotheken in Behältern mit alten Kräutern. Käfer und Larven leben an und von trockenen pflanzlichen (Getreide) und tierischen Produkten (Felle, Federn, Wolle) und können gelegentlich daran schädlich werden. Treten sie massenhaft auf, können die nachtaktiven Käfer recht lästig werden und sind schwierig zu bekämpfen. (KR)

26.05.2017
Dircaea australis Fairm., 1856
Dircaea australis
23 
Die auffällig gefärbte, 8-12 mm lange Dircaea australis gehört zu den Düsterkäfern (Familie Melandryidae). Sie kommt in Mitteleuropa (Frankreich, Deutschland, Österreich, Ungarn, Slowakei, Rumänien, Litauen) und im südlichen Nordeuropa (Schweden) vor. In Deutschland sind Funde aus Westfalen und in jüngerer Zeit aus der Pfalz bekannt. Dircaea australis ist ein seltenes, xylodetriticoles Urwaldrelikt und entwickelt sich vor allem in morschem, weißfaulem Buchenholz (Fagus sylvatica), seltener in Linde (Tilia) und Mehlbeere (Sorbus aria). Bei warmem Wetter können die flinken Tiere tagsüber an den Buchenstämmen beobachtet werden. In Deutschland ist die Art als vom Aussterben bedroht eingestuft. (CB)

19.05.2017
Epitrix atropae Foudr., 1860
Epitrix atropae
11 
Der nur 1,5-2 mm große Flohkäfer Epitrix atropae gehört zu den Blattkäfern (Familie Chrysomelidae). Die stenotope Art kommt in West- und Mitteleuropa vor. In Deutschland fehlt sie im Norden und Osten. Epitrix atropae kommt in Wäldern, auf Kahlschlägen und an lichten Stellen vor, an denen die Wirtspflanze, die Tollkirsche (Atropa belladonna) wächst. Seltener wird die Art von Bilsenkraut (Hyoscyamus) und Bocksdorn (Lycium) gemeldet. Die Käfer sind phyllophag und hinterlassen an den Blättern charakteristische Fraßspuren. Die Larven entwickeln sich an den Wurzeln im Boden. Werden die Tiere beunruhigt, können sie sich mit einem Sprung in Sicherheit bringen (Name der Unterfamilie!). (CB)

12.05.2017
Tetratoma fungorum F., 1790
Tetratoma fungorum
11 
Tetratoma fungorum gehört zur artenarmen Familie Tetratomidae, die mit den Melandryidae eng verwandt ist. Die 4-4,5 mm große Art weist ein gelbrotes Halsschild und blauschwarze Flügeldecken auf und ist durch die auffällige 4-gliedrige Fühlerkeule (Familienname!) gekennzeichnet. T. fungorum ist in Mitteleuropa und im südlichen Nordeuropa verbreitet, im Osten bis zum Kaukasus. Die mycetobionte Art entwickelt sich an Baumschwämmen (Piptoporus betulinus, Polyporus squamosus, Laetiporus sulphureus und Pholiota adiposa) an Laubbäumen (Buche, aber auch Eiche, Birke, u.a.). T. fungorum ist aus ganz Deutschland gemeldet, bevorzugt aber Vorgebirge und niedrige Gebirgslagen. (CB)

05.05.2017
Asida sabulosa (Fuessl., 1775)
Asida sabulosa
12 
Der Schwarzkäfer Asida sabulosa (Familie Tenebrionidae) ist in Mitteleuropa der einzige Vertreter einer Gattung, die im mediterranen Raum durch eine Vielzahl sehr ähnlicher Arten vertreten ist. Das Verbreitungsgebiet der 11-15 mm großen Art liegt im südwestlichen Europa. In Mitteleuropa reicht sie bis nach Rheinland-Pfalz. Die nordöstlichsten Nachweise in Deutschland stammen aus der Vulkaneifel. Die Art benötigt trocken-warme, spärlich bewachsene Geröllflächen. Aktuelle Meldungen aus Deutschland existieren nur noch aus dem Saarland und dem nördlichen Rheinland-Pfalz ("Rheinland"). Für die Pfalz und Hessen gilt die Art als verschollen oder ausgestorben. (KR)

28.04.2017
Carabus intricatus L., 1761
Carabus intricatus
13 
Der Dunkelblaue Laufkäfer Carabus intricatus gehört mit seinen 24-36 mm zu den größeren Arten der Laufkäfer (Familie Carabidae) in Mitteleuropa. Die recht seltene Art bewohnt vor allem lichte Laubwälder der Mittelgebirge und bevorzugt dabei die Südhänge. In geeigneten Biotopen ist er aber auch in der Ebene zu finden. Wie viele der Großlaufkäferarten bildet auch er unter der dicken Rinde toter Bäume Überwinterungsgemeinschaften, teilweise zusammen mit anderen Laufkäferarten, aber auch anderen. Wie alle Großlaufkäfer gilt er durch den Verzehr von Schnecken und allerlei Raupen und anderen Schädlingen als Nützling und steht deshalb unter besonderem gesetzlichen Schutz. (KR)

21.04.2017
Gnorimus variabilis (L., 1758)
Gnorimus variabilis
16 
Der Schwarze Edelkäfer Gnorimus variabilis gehört zu den Blatthornkäfern (Familie Scarabaeidae) und hier in die nahe Verwandtschaft der bekannten Rosenkäfer (Gattungen Cetonia und Protaetia). Mit seinen 17-22 mm ist er für die mitteleuropäische Fauna bereits als sehr groß zu bezeichnen. Die Larven entwickeln sich bevorzugt in rotfaulen Baumhöhlen von Eiche und Buche, aber auch im faulen und mulmigen Holz liegender Stämme. Den seltenen, mittel- und südeuropäisch verbreiteten Käfer findet man am ehesten im Brutsubstrat, viel seltener auf Blüten wie z.B. Holunder und anderen. Meist verraten eher die Überreste einer Vogelmahlzeit seine Anwesenheit. (KR)

14.04.2017
Hylobius transversovittatus (Goeze, 1777)
Hylobius transversovittatus
11 
Der 9-11 mm lange Wurzelstock-Scheckenrüssler Hylobius transversovittatus gehört zu den Rüsselkäfern (Familie Curculionidae). Er entwickelt sich an Blutweiderich (Lythrum salicaria), der an feuchten Standorten vorkommt. Die vorwiegend nachtaktiven Käfer erscheinen im April und befressen junge Blätter und Triebe. Nach der Eiablage im Mai bohren sich die Larven durch Stamm und Wurzeln. Der Entwicklungszyklus ist 1-2 jährig. Die Art ist in Europa weit verbreitet, wird aber aufgrund ihrer nächtlichen Lebensweise nur sporadisch gefunden. In den 90er-Jahren wurde Hylobius transversovittatus zur Bekämpfung des Blutweiderichs in einige Bundesstaaten der USA eingeführt. (CB)

07.04.2017
Aesalus scarabaeoides (Panz., 1794)
Aesalus scarabaeoides
15 
Mit 5-7 mm Länge ist der Kurzschröter Aesalus scarabaeoides das kleinste Mitglied der Hirschkäfer (Familie Lucanidae) in Mitteleuropa. Die Entwicklung dieser, einem Vertreter der Gattung Trox (Trogidae) sehr stark ähnelnden Art findet in feuchtem bis fast nassem, rotfaulen Eichenholz statt, wo man neben den Larven auch fast das ganze Jahr den Käfer finden kann. Selten findet man ihn außerhalb des Brutsubstrates und dann auch nur bei Nacht. Die Art ist in Mitteleuropa und Südosteuropa verbreitet und vor allem in urständigen Wäldern mit hohem Totholzanteil zu finden, aber überall selten bis sehr selten. Der Käfer ist flugfähig und kommt auch ans Licht. (KR)

31.03.2017
Oberea erythrocephala (Schrk., 1776)
Oberea erythrocephala
14 
Der Rotköpfige Linienbock Oberea erythrocephala gehört den Bockkäfern (Familie Cerambycidae). Die schlanke, 9-14 mm lange, flugfähige Art findet man von Mai bis Juli an Wolfsmilchgewächsen (Euphorbia sp.), in deren Stängeln und Wurzeln die einjährige Larvenentwicklung stattfindet. Als xerothermophile Art bevorzugt O. erythrocephala sandige Heiden und Wärmehänge. Sie ist im südlichen Mitteleuropa verbreitet und wird nach Norden hin seltener. 1980 wurde die Art in die USA und Kanada zur Bekämpfung der Eselswolfsmilch (Euphorbia esula) auf Weideland eingeführt und bis Mitte der 90er-Jahre in mehreren Bundesstaaten freigesetzt, wo sie sich teilweise etablieren konnte. (CB)

24.03.2017
Palmar festiva (L., 1758)
Palmar festiva
17 
Der Grüne Wacholderprachtkäfer Palmar festiva gehört zu den Prachtkäfern (Familie Buprestidae). Die wärmeliebende, mediterran verbreitete Art entwickelt sich an Wacholder (Juniperus sp.) und war vor 2003 in Deutschland sehr selten und auf lokale Vorkommen auf der Schwäbischen Alb beschränkt. Seit 2003 verbreitet sich P. festiva entlang des südlichen Oberrheins. Dabei wird als Wirtspflanze die in Gärten häufig als Hecke angepflanzte Thuja besiedelt, was bei starkem Befall innerhalb von 2-3 Jahren zum Absterben der Thuja führt. Der erfolgreiche Wirtswechsel hat somit aus der ehemals seltenen Art einen "Schädling" gemacht, dessen gesetzlicher Schutzstatus geprüft wird. (CB)

17.03.2017
Trichosirocalus horridus (Panz., 1801)
Trichosirocalus horridus
11 
Der 3,4 bis 4 mm lange Rüssler Trichosirocalus horridus (Familie Curculionidae) hat ein charakteristisches borstiges Erscheinungsbild. Er ist über West-, Mittel- und Südeuropa bis nach Westasien verbreitet, kommt in Deutschland aber nicht überall vor. Der Käfer erscheint Ende Mai und legt seine Eier an verschiedenen Distelarten ab. Die Larven bohren sich dann durch den Stängel bis in die Wurzel, wo sie sich verpuppen. Neuerdings sind zwei weitere, nur nach inneren anatomischen Merkmalen und nach ihren Entwicklungspflanzen von Trichosirocalus horridus abgrenzbare Spezies von der Art abgespalten worden. Eine davon, Trichosirocalus mortadelo, soll auch in Deutschland vorkommen, so dass viele bisherige Funde jetzt überprüft werden müssen. Die Art wird nur an warmen, trockenen Standorten gefunden und gilt in Deutschland als gefährdet (RL 3). (MS)

10.03.2017
Drypta dentata (Rossi, 1790)
Drypta dentata
10 
Der 7 bis 9 mm große, markant grünlich-blau gefärbte Grüne Backenläufer Drypta dentata (Familie Carabidae) ist eine von nur zwei europäischen Arten der Gattung und die einzige, die in Mitteleuropa vorkommt. Die Art ist von Süd- über Mittel und Südosteuropa bis in das westliche Russland verbreitet und vor allem in Wärmegebieten und in Gewässernähe zu finden. Dort lassen sich die Käfer unter Auengehölzen und Steinen aufspüren. Sie sind sowohl an schlammigen als auch an steinigen Ufern zu finden und meiden auch salzige Gewässer nicht. Drypta dentata überwintert als Imago und häufig gesellig in Gruppen unter loser Rinde. In Deutschland ist die Art nach aktuellem Kenntnisstand nur im Südwesten zu finden, jedoch trotz dieser geographischen Beschränkung auf der aktuellen Roten Liste als nicht gefährdet eingestuft. (FB)

03.03.2017
Zyras collaris (Payk., 1800)
Zyras collaris
9 
Der 4 bis 5 mm große Kurzflügler Zyras collaris (Familie Staphylinidae) ist einer von elf Vertretern der Gattung in Deutschland. Weltweit enthält die Gattung bei inklusiver Betrachtungsweise über 800 Arten. Zyras collaris ist in ganz Mittel- und Nordeuropa (außer dem hohen Norden) verbreitet. Im Süden wird der Nordosten Spaniens erreicht. Im Osten wird der Kaukasus erreicht. Meldungen liegen außerdem aus Algerien vor. Man findet die stenotope, hygrophile und paludicole Art auf feuchten Wiesen und an sumpfigen Ufern, vorzugsweise an feuchten Stellen, meist bei Ameisen, aber auch im Genist und in der Bodenstreu. In Deutschland kommt Zyras collaris in allen Regionen vor und gilt als nicht gefährdet, wird jedoch nach Westen zu seltener. (CB)

24.02.2017
Coraebus undatus (F., 1787)
Coraebus undatus
11 
Der 10 bis 14 mm große Wellenbindige Eichen-Prachtkäfer Coraebus undatus (Familie Buprestidae) ist eine von vier Arten der Gattung in Deutschland. Weltweit enthält die im wesentlichen paläarktische Gattung über 180 Arten, fehlt jedoch in Nord- und Südamerika, in Afrika und Australien sind nur wenige Arten bekannt. Coraebus undatus ist ein holomediterranes Faunenelement und erreicht in Deutschland im Norden den Niederrhein und Brandenburg. Die Käfer leben an sonnenexponierten Eichen in wärmebegünstigen Lagen, z.B. Trockenauen und Trockenhänge. Die Larve entwickelt sich 2-3-jährig unter der Rinde vorgeschädigter Eichen im Bereich des Stamms und stärkerer Äste. Die Käfer findet man ab Ende Mai im Wipfelbereich der Brutbäume. In Deutschland ist die forstwirtschaftliche Bedeutung der Art gering, sie gilt als stark gefährdet (RL 2). (CB)

17.02.2017
Megatoma undata (L., 1758)
Megatoma undata
7 
Der 4 bis 6 mm große Gewellte Speckkäfer Megatoma undata (Familie Dermestidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland. Weltweit enthält die Gattung 21 Arten, davon kommen sieben in der Paläarktis, zwölf in der Nearktis vor, je eine Art ist holarktisch bzw. in der Orientalis verbreitet. Das Verbreitungsgebiet von Megatoma undata erstreckt sich von Europa bis Sibirien. Die Larve lebt in den Nestern von Mauerbienen und anderen Hymenopteren, wo sie sich von Insektenresten und vermutlich auch Pollen ernährt. Die Käfer findet man an alten Hölzern, die von Hymenopteren bewohnt sind, an besonnten Wänden von Lehmgruben sowie an Hauswänden ländlicher Gebäude, seltener auf Blüten. In Deutschland ist die Art aus allen Regionen gemeldet, wird aber nicht besonders häufig gefunden und gilt als gefährdet (RL 3). (CB)

10.02.2017
Bitoma crenata (F., 1775)
Bitoma crenata
6 
Der 2,6 bis 3,5 mm große Schwarzrote Rindenkäfer Bitoma crenata (Familie Colydiidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland. Weltweit enthält die Gattung mehr als 100 Arten. Bitoma crenata ist in Europa weit verbreitet und erreicht im Norden den Polarkreis, im Osten erreicht sie den Kaukasus, die Mongolei und Sibirien bis Tomsk. Die eurytope, silvicole Art lebt in Laub- und Mischwäldern sowie Parks. Die Käfer leben und entwickeln sich unter abgestorbener, sich lösender Baumrinde von Laub- und Nadelhölzern und unter trockenen Baumschwämmen. Larve und Imago leben räuberisch von kleinen Gliedertieren. Die Imagines sind ganzjährig und oft gesellig anzutreffen, gelegentlich auch in der Sonne auf der Rinde. In Deutschland ist Bitoma crenata überall häufig und nicht gefährdet. (CB)

03.02.2017
Pseudocistela ceramboides (L., 1761)
Pseudocistela ceramboides
6 
Der 10 bis 12 mm große Pflanzenkäfer Pseudocistela ceramboides (Familie Alleculidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland. Insgesamt enthält die Gattung zehn Arten in der Paläarktis, davon sechs in der Ostpaläarktis. Pseudocistela ceramboides ist von Südengland und dem südlichen Fennoskandinavien bis Norditalien verbreitet, in Ost-West-Richtung von Frankreich bis zum Baltikum. Man findet die Käfer von Mai bis Juli in Eichenwäldern, an lichten Stellen in Wäldern und an Waldrändern. Die Imagines sind hauptsächlich an und in faulendem Holz zu finden, vor allem Eiche. Die Larven entwickeln sich im Mulm und faulendem Holz. Die adulten Käfer sind nachtaktiv und fliegen Lichtquellen an. In Deutschland ist Pseudocistela ceramboides aus den meisten Bundesländern gemeldet, gilt aber als stark gefährdet (RL 2). (CB)

27.01.2017
Omaloplia ruricola (F., 1775)
Omaloplia ruricola
5 
Der 5 bis 7,5 mm große Blatthornkäfer Omaloplia ruricola (Familie Scarabaeidae) ist der häufigere von zwei Vertretern der Gattung in Deutschland. Insgesamt enthält die Gattung 25 Arten von Mitteleuropa bis Zentralasien. Omaloplia ruricola kommt von Spanien über Mitteleuropa einschließlich Südengland bis Norditalien und den Nordbalkan sowie im Osten bis Russland (Nowgorod-Region) vor. Die stenotope, xerophile Art lebt an Wärmehängen und grasigen Trockenhängen, auf Steppenheide und auf Trockenrasen. Man findet die Käfer von Mai bis September an Gräsern, auf niederer Vegetation und auf Gebüsch. Die Larvenentwicklung erfolgt im Boden an Graswurzeln, wo die Larve auch überwintert. In Deutschland fehlt Omaloplia ruricola nur im Norden. Sie gilt als nicht gefährdet. (CB)

20.01.2017
Rhagium sycophanta (Schrk., 1781)
Rhagium sycophanta
10 
Der 17 bis 30 mm große Eichen-Zangenbock Rhagium sycophanta (Familie Cerambycidae) ist der größte der vier Vertreter der Gattung Rhagium in unserer Fauna. Insgesamt enthält die Gattung 17 Arten in der Paläarktis, davon 12 in der Westpalärktis. Rhagium sycophanta ist von Europa bis Kleinasien, den Kaukasus und bis zum Altaigebirge verbreitet. Die stenotope, silvicole Art lebt in Laub- und Mischwäldern von der Ebene bis in niedrige Gebirgslagen. Sie entwickelt sich an Eiche, seltener an anderen Laubbäumen wie Buche, Linde, Birke, Erle und Kastanie. Man findet die Käfer meist an ihren Brutbäumen, oft am Fuß von Eichen, aber gelegentlich auch auf Doldenblüten. Die Larven fressen breite flache Gänge unter der Rinde von Eichenstümpfen, gefällten Stämmen oder beschädigten Eichen. Die früher in Deutschland häufige Art ist heute seltener geworden und gilt als gefährdet (RL 3). (CB)

13.01.2017
Lachnaia sexpunctata (Scop., 1763)
Lachnaia sexpunctata
9 
Der 9 bis 13 mm große Haar-Langbeinkäfer Lachnaia sexpunctata (Familie Chrysomelidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in unserer Fauna. Die Gattung enthält 20 Arten in der westlichen Paläarktis und zwei in der Afrotopis. Am artenreichsten ist die Gattung im Mittelmeer-Raum. Lachnaia sexpunctata ist von Nordost-Frankreich über Süddeutschland bis Südosteuropa und Kleinasien verbreitet. Man findet die stenotope, xerothermophile Art an sonnenexponierten felsigen Wärme- und Trockenhängen. Sie lebt polyphag vor allem an exponierten Ästen von Eichengebüsch (Quercus), aber auch an Hasel (Corylus) und Weidenarten (Salix). Das Männchen weist deutlich vergrößerte Vorderbeine auf. In Deutschland ist sie nur aus den südlichen Bundesländern gemeldet und gilt als stark gefährdet (RL 2). (CB)

06.01.2017
Mogulones larvatus (Schltz., 1896)
Mogulones larvatus
11 
Der kontrastreich gefärbte knapp 5 mm lange Große Lungenkrautrüssler Mogulones larvatus (Familie Curculionidae) ist ein Frühjahrstier, aber er zeigt sich von April-Juni etwas später als sein kleiner Bruder, der kleine Lungenkrautrüssler, der oft schon im März aktiv wird. Außerdem ist Mogulones larvatus deutlich seltener und scheint stattlichere Exemplare des dunklen Lungenkrauts Pulmonaria officinalis als Entwicklungspflanze zu bevorzugen. Die Art ist zwar über fast ganz Europa bis Sibirien und Nordafrika verbreitet, wird in Deutschland aber nur sehr vereinzelt gefunden und gilt als stark gefährdet (RL 2). Während die Art in Deutschland vor allem in Buchenwäldern zu finden ist, lebt sie in Südeuropa auch an offeneren Standorten an Natternkopfarten und wird sogar in Australien zur Bekämpfung von dort als Unkräuter schädlichen importierten Natternkopf-Arten eingesetzt. (MS)

30.12.2016
Cymindis humeralis (Geoffr., 1785)
Cymindis humeralis
7 
Der Laufkäfer Cymindis humeralis (Familie Carabidae) ist eine typische Art der kalkhaltigen Trockenrasen und Heiden. Die Gattung Cymindis umfasst etwa 40 Arten in Europa davon neun in Deutschland. Mit etwa 8 bis 11 mm Körperlänge ist Cymindis humeralis mittelgroß. Die Färbung ist charakteristisch: Dunkle, kahle Flügeldecken mit beiderseits hellem Fleck an der Basis. Die Art ist allgemein eine der häufigeren der Gattung. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom südlichen Nordeuropa bis Nordafrika und Westasien. In Deutschland ist die Art relativ weit verbreitet, jedoch nicht häufig und wird nicht besonders oft gefunden. Deshalb, und wegen der fortschreitenden Zerstörung der Lebensräume, die Cymindis humeralis bewohnt, ist die Art auf der aktuellen Roten Liste als gefährdet (RL 3) geführt. (FB)


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