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Übersicht Käfer der Woche

Texte © K. Reißmann, T. Hörren, M. Stern, F. Bötzl und C. Benisch


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Filter: Wissenschaft­licher Art-/​Familien­name oder Namens­fragment, mindestens ein Buchstabe.  


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20.05.2016
Hydaticus transversalis (Pont., 1763)
Hydaticus transversalis
6 
Der 12 bis 13 mm große Schwimmkäfer Hydaticus transversalis (Familie Dytiscidae) ist unter den häufigeren Vertreter der Gattung Hydaticus, die bei uns fünf, weltweit etwa 100 Arten in der Paläarktis, Afrotropis und Nearktis enthält. Hydaticus transversalis ist von Europa (ohne den äußersten Norden und Süden) bis Kleinasien und den Kaukasus verbreitet. Die eurytopen Käfer leben in stehenden, eutrophen Gewässern, wie pflanzenreichen Seen, Tümpeln und Altwässern. Sie überwintern als Imago und pflanzen sich im Frühjahr fort. Die Larvenentwicklung ist im Sommer abgeschlossen. Käfer und Larven ernähren sich räuberisch von anderen wasserbewohnenden Kleinlebewesen. Hydaticus transversalis ist aus fast allen Regionen Deutschlands gemeldet und gilt als nicht gefährdet. (CB)

13.05.2016
Caenorhinus interpunctatus (Steph., 1831)
Caenorhinus interpunctatus
6 
Der 2,5 bis 3,4 mm große Blaugrüne Triebstecher Caenorhinus interpunctatus (Familie Rhynchitidae) ist die seltenste Art der Gattung Caenorhinus, in der es umfangreiche taxonomische Veränderungen gegeben hat (Legalov, 2003). So gehören deren frühere Vertreter nun zu den Gattungen Schoenitemnus, Neocoenorrhinus und – wie C. interpunctatus – Neocoenorhinidius. Die Art ist von Europe bis Sibirien verbreitet. Die Käfer leben an verschiedenen Eichen-Arten und scheinen kühlere Lebensräume zu bevorzugen. Man findet sie von April bis Juni. Sie sind vermutlich wie die Schwesterart C. aeneovirens Triebstecher, die Larven entwickeln sich in jungen Eichentrieben. In Deutschland ist die Art zwar aus fast allen Regionen gemeldet und ist nicht in der Roten Liste enthalten. Sie wird aber nur selten nachgewiesen und die tatsächliche Gefährung ist schwer zu beurteilen. (CB)

06.05.2016
Tetratoma desmarestii Latr., 1807
Tetratoma desmarestii
6 
Der 3,5 bis 4,2 mm große Keulendüsterkäfer Tetratoma desmarestii (Familie Tetratomidae) ist die seltenste der drei Tetratoma-Arten in unserer Fauna. In Europa enthält die Gattung sechs, weltweit 22 Arten. Die stenotope, mycetophage Art kommt in Nordafrika, Süd-, West- und Mitteleuropa vor, im Osten bis zum Kaukasus. Man findet sie in Eichenwäldern an verschiedenen Baumpilzen, vor allem am Eichen-Zystidenrindenpilz Peniophora quercina, aber auch am Rauchporling (Phebia radista) und im Eichenschichtpilz (Stereum hirsutum). Die Larven entwickeln sich in den Pilzen, die sie zur Verpuppung im Boden verlassen. Tetratoma desmarestii ist aus dem meisten Bundesländern mit Ausnahme des Ostens gemeldet, ist aber recht selten. In Deutschland gilt die Art als vom Aussterben bedroht (RL 1). (CB)

29.04.2016
Nacerdes melanura (L., 1758)
Nacerdes melanura
5 
Der 9 bis 13 mm große Werftbohrkäfer Nacerdes melanura (Familie Oedemeridae) ist eine von zwei Arten der Gattung in Deutschland, die weltweit etwa 40 Arten enthält. Ursprünglich wohl aus Europa stammend, ist die Art inzwischen weltweit in der gemäßigten Zone verbreitet. Man findet die Art vor allem in Küstengebieten. Die Larven entwickeln sich in altem, pilzbefallenem Holz, das regelmäßig von den Gezeiten befeuchtet wird. Da sie auch verbaute Hölzer in Schiffen, im Pfahlwerk von Landestellen und Docks befallen gelten sie als Schädlinge. Die kurzlebigen Käfer erscheinen zwischen Mai und September mit Höhepunkt im Juni. In Deutschland findet man die Nacerdes melanura vor allem in den Küstenregionen, es sind aber auch Nachweise aus dem Inland bekannt. Sie gilt bei uns als gefährdet (RL 3). (CB)

22.04.2016
Biphyllus lunatus (F., 1792)
Biphyllus lunatus
9 
Der 3 bis 3,3 mm große Pilzplattkäfer Biphyllus lunatus (Familie Biphyllidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland, die in Europa insgesamt vier Arten enthält. Er zeichnet sich durch einen gezackten hellen Haarfleck auf den Flügeldecken aus. Die stenotope, mycetobionte Art kommt in Nordafrika, Süd- und Mitteleuropa, im Osten bis Südsibirien vor. Die Vorkommen in Deutschland, Österreich und Tschechien sind allgemein recht zerstreut, nur auf den Britischen Inseln ist die Art etwas häufiger. Sie lebt und entwickelt sich monophag am Kohligen Kugelpilz Daldinia concentrica, den man an morschen Ästen von Laubbäumen, vor allem Esche findet. Die Larven ernähren sich vom Pilzmyzel und verpuppen sich im Boden. In Deutschland liegen aktuelle Funde nur vom Nordrhein vor und die Art gilt als vom Aussterben bedroht (RL 1). (CB)

15.04.2016
Cicindela maritima Dej., 1822
Cicindela maritima
16 
Der 10 bis 13 mm lange Küsten-Sandlaufkäfer Cicindela maritima (Familie Carabidae) ist einer von sechs Vertretern der Gattung Deutschland, die weltweit etwa 850 Arten enthält. Von der ähnlichen, aber ungleich häufigeren Cicindela hybrida unterscheidet sie sich durch den stärker absteigenden und schmaleren Ast der mittleren Flügeldeckenbinde. Die psammophile und halotolerante Art kommt von Europa bis Asien in litoralen Lebensräumen (Ufern von Flüssen, Seen und Meeren) vor, in Deutschland nur auf salzbeeinflussten Böden an der der Ost- und Nordseeküste. Die tagaktiven Käfer und ihre Larven ernähren sich räuberisch von anderen Insekten. In Deutschland gilt die Art als stark gefährdet (RL 2) und ist nur aus Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, dem Weser-Ems- und dem Niederelbe-Gebiet gemeldet. (CB)

08.04.2016
Mogulones pallidicornis (Bris., 1860)
Mogulones pallidicornis
12 
Wenn im zeitigen Frühjahr im noch unbelaubten feuchten Buchenhochwald der Boden von einem Teppich blühender Buschwindröschen und Lerchensporne bedeckt ist, übersieht man leicht die bescheidenen blauen Blüten des dunklen Lungenkrauts (Pulmonaria obscura). Noch viel seltener wird man den sich daran entwickelnden 3 bis 3,5 mm langen kleinen Lungenkrautrüssler Mogulones pallidicornis (Familie Curculionidae) zu Gesicht bekommen. Man kann ihn bei gezielter Suche am richtigen Ort von März bis Anfang Juni finden, je nachdem, wie früh die Vegetation austreibt. Anders als in der Literatur angegeben, findet man die Tiere nicht nur am Abend, sondern auch tagsüber an den Pflanzen, bei denen Fraßstellen an den Blättern die Käfer verraten können. Mogulones pallidicornis ist von Mitteleuropa bis Sibirien und von Schweden bis Italien verbreitet. In Deutschland scheint das Vorkommen lückenhaft und die Art gilt als gefährdet (RL 3). (MS)

01.04.2016
Meloe decorus Br.Er., 1832
Meloe decorus
17 
Der 12 bis 20 mm große Schmuck-Ölkäfer Meloe decorus (Familie Meloidae) ist eine von zehn aktuell aus Deutschland gemeldeten Arten der Gattung Meloe, die weltweit mehr als 150 Arten in 16 Untergattungen enthält. Meloe decorus ist ostpaläarktisch verbreitet, sowie im Nahen Osten und wenigen Ländern Europas von Ost-Frankreich bis zur Balkan-Halbinsel. Die stenotope, thermophile Art lebt an Wärmehängen, in Steinbrüchen und Sandgruben sowie an Hochwasserdeichen von der Ebene bis ins Hügelland. Die Imagines fressen an verschiedenen Pflanzen. Sie zeigen ein komplexes Balzverhalten, bei dem das Männchen mit schnellen Fühler- und Abdomen-Bewegungen stimuliert. Die Larven entwickeln sich in den Nestern von Wildbienen-Arten, vor allem bei Andrena. In Deutschland ist Meloe decorus auf wenige Bundesländer beschränkt und vom Aussterben bedroht (RL 1). (CB)

25.03.2016
Phytobaenus amabilis Sahlb., 1834
Phytobaenus amabilis
9 
Der 2 bis 2,8 mm große Baummulmkäfer Phytobaenus amabilis (Familie Aderidae) ist weltweit der einzige Vertreter der monotypischen Gattung Phytobaenus. Die eurosibirische Art ist von Nord- und Mitteleuropa bis Sibirien und Japan verbreitet. In Mitteleuropa ist die Art zerstreut und äußerst selten. In Deutschland galt sie lange als verschollen (RL 0) bis sie im Jahr 2008 im Bienwald (Rheinland-Pfalz) wiedergefunden wurde. Inzwischen liegen weitere aktuelle Nachweise aus der Pfalz, Baden und Sachsen-Anhalt vor. Die stenotope, silvicole Art bevorzugt Waldränder und Waldwiesen in alten Laubwäldern. Man findet die Imagines von Mai bis Juli auf alten Hölzern und auf der Vegetation in der Nähe alter Bäume. Wahrscheinlich findet die Entwicklung in morschem Laubholz statt. (CB)

18.03.2016
Scaphidium quadrimaculatum Ol., 1790
Scaphidium quadrimaculatum
12 
Der 5 bis 6 mm große Vierfleckige Kahnkäfer Scaphidium quadrimaculatum (Familie Staphylinidae) ist der einzige, leicht kenntliche Vertreter der Gattung in Deutschland. Weltweit enthält die Gattung Scaphidium über 260 Arten mit Verbreitungsschwerpunkt in den Tropen. Scaphidium quadrimaculatum ist von Südfrankreich über Nord- und Mitteleuropa bis zur Balkanhalbinsel und im Osten bis zum Altai-Gebirge verbreitet. Die eurytope, mycetophile Art lebt in Laub- und Mischwäldern, an Waldrändern und in Gärten. Man findet die Käfer an Holz mit Pilzbefall, abgestorbenen Bäumen, faulenden und verpilzten Ästen am Boden, an Baumschwämmen und im Moos und der Bodenstreu. Wahrscheinlich ernähren sie sich von Pilzmyzel. Die Imagines überwintern. In Deutschland ist die Art aus allen Bundesländern gemeldet und häufig. (CB)

11.03.2016
Atholus bimaculatus (L., 1758)
Atholus bimaculatus
9 
Der 3,5 bis 6 mm große Stutzkäfer Atholus bimaculatus (Familie Histeridae) ist einer der vier Vertreter der Gattung in Deutschland. Weltweit enthält die Gattung über 70 Arten. Atholus bimaculatus ist heute fast weltweit verbreitet. Ursprünglich aus der Paläarktis stammend, ist die Art heute in der gesamten Nearktis verbreitet und Nachweise liegen auch aus der Afrotropis und Neotropis vor. Die eurytope, stercoricole Art lebt auf Feldern, in Gärten, auf Ruderalflächen und in Ställen. Man findet die Käfer und ihre Larven an Kot, Mist- und Komposthaufen, an faulenden Vegetabilien. Auch aus Vogelnestern wurden sie gemeldet. Die Käfer leben räuberisch und ernähren sich von Eiern und Larven verschiedener Dipteren. In Deutschland ist die Art aus allen Bundesländern gemeldet und überall häufig. (CB)

04.03.2016
Agonum sexpunctatum (L., 1758)
Agonum sexpunctatum
14 
Der 7 bis 9 mm große Sechspunktige Putzläufer Agonum sexpunctatum (Familie Carabidae) ist einer von zahlreichen Vertretern der Gattung, die mit über 250 Arten in der gesamten Holarktis verbreitet ist. Agonum sexpunctatum ist eine westpaläarktische Art der temperaten und borealen Zone und kommt von Europa über Kleinasien, den Kaukasus bis Sibirien und Zentralasien vor. Die eurytope, schwach hygrophile Art findet man in Wäldern, an Feldrändern, auf Wiesen, Mooren, Heiden und Ruderalflächen vom Flachland bis in Berglagen. Sie bevorzugen sonnige und feuchtere Orte. Die Weibchen legen ihre Eier im Sommer ab. Nach einer Woche schlüpfen die Larven. Die Entwicklung der Larven dauert 2 - 3 Wochen. Die Käfer überwintern. In Deutschland ist Agonum sexpunctatum überall vorhanden und meist häufig. (CB)

26.02.2016
Rhynchaenus lonicerae (Hbst., 1795)
Rhynchaenus lonicerae
10 
Der 2,5 bis 3 mm große Geißblatt-Springrüssler Rhynchaenus lonicerae (Familie Curculionidae) ist einer von zahlreichen Vertretern der weltweit vertretenen Großgattung Rhynchaenus. Mittlerweile sind viele der Untergattung in Gattungsstatus erhoben worden. Rhynchaenus lonicerae kommt in Mitteleuropa, östlich bis zur Slowakei, sowie disjunkt in Finnland und im Ural vor. Die stenotope, silvicole Art lebt an lichten Stellen in Laubwäldern und an Waldrändern. Sie entwickelt sich an der Roten Heckenkirsche (Lonicera xylosteum). Die Eiablage erfolgt im zeitigen Frühjahr. Die Larve entwickelt sich in Platzminen und verpuppt sich in einem Kokon. Der Käfer überwintert als Imago. In Deutschland ist die Art lokal und selten und auf den Süden und Osten beschränkt. Sie gilt als gefährdet (RL 3). (CB)

19.02.2016
Sclerophaedon orbicularis (Suffr., 1851)
Sclerophaedon orbicularis
14 
Der 3 bis 4,5 mm lange Blattkäfer Sclerophaedon orbicularis (Familie Chrysomelidae) ist ein versteckt lebender Käfer, den man nicht oft zu Gesicht bekommt. Die Gattung Sclerophaedon ist ausgesprochen montan und enthält nur 3 Arten, von denen 2 bei uns vorkommen. Sclerophaedon orbicularis bewohnt kühle feuchte Mittelgebirgstäler Mitteleuropas und ist in vielen Mittelgebirgen Deutschlands nachgewiesen worden. Er lebt dort an staunassen Stellen, wie z.B. schlammigen Ufern von kleinen Waldbächen. Die Art entwickelt sich an Wasserdarm (Myosoton aquaticum) und Hain-Sternmiere (Stellaria nemorum), die an solchen Standorten wachsen. Dort kann man den Käfer und seine Larven von Mai bis Juli finden. Sclerophaedon orbicularis wird zwar nicht häufig gefunden, gilt aber nicht als gefährdet. (MS)

12.02.2016
Trinodes hirtus (F., 1781)
Trinodes hirtus
8 
Der nur 1,5 bis 2,5 mm große Speckkäfer Trinodes hirtus (Familie Dermestidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland. Weltweit enthält die Gattung 15 Arten, davon die meisten in Asien. Trinodes hirtus ist von Nordafrika über Europa bis Kleinasien, zum Kaukasus und Turkmenistan verbreitet. Die eurytope, araneophile Art lebt in Baumhöhlen, im Gebälk und Fensternischen verwahrloster Gebäude. Käfer und Larven halten sich gern in Spinnweben und deren Umgebung auf, auch wenn diese von einer Spinne bewohnt sind. Sie ernähren sich von ausgesogenen Insektenresten. Die Larven überwintern und verpuppen sich im Mai. Die Käfer sind von Mai bis August aktiv. In Deutschland ist Trinodes hirtus aus fast allen Bundesländern gemeldet und gilt als gefährdet (RL 3). (CB)

05.02.2016
Isorhipis melasoides (Cast., 1835)
Isorhipis melasoides
10 
Der 7,8 bis 11 mm große Kammkäfer Isorhipis melasoides (Familie Eucnemidae) ist die häufigere der beiden aus Deutschland gemeldeten Arten der Gattung. Weltweit enthält die Gattung 18 Arten. Isorhipis melasoides ist disjunkt in Europa verbreitet, im Westen von Spanien bis zum westlichen Mitteleuropa, im Osten vom Balkan bis Südösterreich. Dazwischen befindet sich eine Auslöschungszone. Die stenotope, silvicole Art lebt in alten Laubwäldern. Die Larven entwickeln sich in morschen Laubhölzern, vor allem Buche, aber auch Hainbuche, Linde und seltenere Eiche. Die Imagines findet man von Ende Mai bis Juli auf den Bruthölzern, auf Holzklaftern oder auf der Vegetation in der Nähe der Brutbäume. In Deutschland ist Isorhipis melasoides aus fast allen Bundesländern gemeldet, gilt aber als stark gefährdet (RL 2). (CB)

29.01.2016
Tilloidea unifasciata (F., 1787)
Tilloidea unifasciata
8 
Der 5 bis 8 mm große Buntkäfer Tilloidea unifasciata (Familie Cleridae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland, welche in der Paläarktis fünf Arten enthält. Tilloidea unifasciata ist Europa über Kleinasien und Iran bis Indien verbreitet. Die stenotope, thermophile und xylobionte Art lebt in lichten Laubwäldern, an sonnenexponierten Waldrändern und in Weinbergen. Man findet die Käfer an morschen Hölzern mit Insektenbefall, z.B. Eiche, aber auch Rebholz. Käfer und Larven leben räuberisch und stellen anderen holzbewohnenden Insekten und der Larven nach. In Deutschland fehlt die wärmebedürftige Art in den nördlichen Bundesländern. Ihre Vorkommen gelten als zerstreut, selten und stark gefährdet (RL 2) und folglich wird Tilloidea unifasciata nicht besonders oft nachgewiesen. (CB)

22.01.2016
Axinotarsus marginalis (Cast., 1840)
Axinotarsus marginalis
6 
Der 3 bis 4 mm große Zipfelkäfer Axinotarsus marginalis (Familie Malachiidae) ist einer von drei Vertretern der Gattung Deutschland. In der Paläarktis enthält die Gattung über 30 Arten. Von der sehr ähnlichen Schwesterart A. pulicarius kann sie durch ihre wenigstens teilweise gelben Vorder- und Mittelschienen unterschieden werden, die bei A. pulicarius ganz schwarz sind. Die eurytope, graminaceicole Art ist von Mittel- und Südeuropa bis zum Kaukasus verbreitet. Man findet sie an Waldrändern und auf Waldwiesen, in Flussauen und auf Heide. Während sich die Larve räuberisch in morschem Holz entwickelt, findet man die Imagines auf blühenden Gräsern, wo sie sich von Pollen ernähren. In Deutschland ist die Art aus allen Bundesländern gemeldet und nicht selten. Sie gilt als nicht gefährdet. (CB)

15.01.2016
Plectophloeus nitidus (Fairm., 1857)
Plectophloeus nitidus
5 
Der nur 1,3 bis 1,5 mm große Palpenkäfer Plectophloeus nitidus (Familie Pselaphidae) ist einer von sechs Vertretern der Gattung in Deutschland. In der Westpaläarktis kommen 12 Arten vor. Plectophloeus nitidus ist in West-, Mittel- und Südosteuropa verbreitet, im Norden erreicht er die Britischen Inseln, Dänemark und Südschweden. Die stenotope, hygrophile und silvicole Art lebt in Laubwäldern, Parks und Flussauen in feuchtem, morschem Holz (rotfaules Eichenholz scheint dabei bevorzugt genutzt zu werden) und in Mulm, unter Rinde und in morschem Reisig. Oft findet man sie in der Nähe von Ameisen der Gattung Lasius. Wie die anderen Vertreter der Familie ernährt sie sich räuberisch von anderen Kleinstinsekten und Milben. In der deutschen Fauna gehört sie zu den häufigeren Plectophloeus-Arten und ist aus vielen Bundesländern gemeldet. Sie gilt als nicht gefährdet. (CB)

08.01.2016
Euconnus rutilipennis (Müll.Kunze, 1822)
Euconnus rutilipennis
5 
Der nur 1,9 bis 2,1 mm große Ameisenkäfer Euconnus rutilipennis (Familie Scydmaenidae) ist eine von 12 Arten der Gattung in Deutschland. Weltweit enthält die artenreiche Gattung mehr als 2500 Arten in allen faunengeographischen Regionen. Euconnus rutilipennis kommt vom südlichen Teil Nordeuropas über Mitteleuropa bis zum nördlichen Südeuropa und zur Balkanhalbinsel vor. Die stenotope, hygrophile und paludicole Art lebt in Sümpfen, an sumpfigen Ufern stehender Gewässer unter Laub, Detritus und Genist sowie in Mooren an Torfmoos (Sphagnum). In höheren Lagen fehlt die Art. Wie die meisten Vertreter der Gattung ernähren sich die Käfer räuberisch von Milben. In Deutschland ist Euconnus rutilipennis aus zahlreichen Bundesländern gemeldet und gilt als nicht gefährdet. (CB)

01.01.2016
Berosus signaticollis (Charp., 1825)
Berosus signaticollis
2 
Der 5 bis 6,4 mm große Wasserfreund Berosus signaticollis (Familie Hydrophilidae) ist eine von sechs Arten der Gattung in Deutschland. Weltweit enthält die Gattung über 260 Arten. Berosus signaticollis ist in Süd- und Mitteleuropa einschließlich der Britischen Inseln verbreitet. Die stenotope, tyrphophile Art lebt in Moorgewässern und besonnten Tümpeln und ist durch den schwarzen Doppelfleck auf der Scheibe des Halsschilds unter den sonst nicht einfach zu bestimmenden Arten noch relativ gut kenntlich. Die Käfer können unter Wasser atmen, indem die Sauerstoff über ihre Körperoberfläche aufnehmen. Die Larven ernähren sich räuberisch von kleinen Insekten und Crustaceen. In Deutschland ist die Art aus allen Bundesländern gemeldet und gilt als nicht gefährdet, wird aber nach Norden seltener. (CB)

25.12.2015
Ophonus rufibarbis (F., 1792)
Ophonus rufibarbis
3 
Der 6 bis 9,1 mm große Laufkäfer Ophonus rufibarbis (Familie Carabidae) gehört zur Gattung Ophonus, die in Deutschland mit 16 Arten, in der Paläarktis mit etwa 70 Arten vertreten ist. Ophonus rufibarbis ist in Nordwestafrika, Europa, im Kaukasus, Zentral- und Südrussland, Kleinasien, Mittelasien und Westsibirien verbreitet und wurde auch nach Nordamerika eingeschleppt. Die eurytope, xerophile Art lebt auf trockenen Feldern und Ruderalflächen, an sandigen Ufern, in Sand- und Kiesgruben und in lichten Laubwäldern von der Ebene bis ins Bergland. Ophonus rufibarbis ist phytophag. Man findet die Käfer in Grasbüscheln und an faulenden Vegetabilien. Die Käfer sind flugfähig und nachtaktiv. Sie sind Frühjahrsbrüter. In Deutschland ist Ophonus rufibarbis aus allen Bundesländern gemeldet und nicht gefährdet. (CB)

18.12.2015
Amalus scortillum (Hbst., 1795)
Amalus scortillum
6 
Der nur 1,7 bis 2,1 mm große Rüsselkäfer Amalus scortillum (Familie Curculionidae) ist weltweit der einzige Vertreter der monotypischen Gattung. Die Art ist paläarktisch verbreitet und wurde auch nach Nordamerika eingeschleppt. Manche Autoren gehen von einer holarktischen Verbreitung aus. Käfer und Larven leben an Vogel-Knöterich (Polygonum aviculare), selten auch an Ampfer-Arten (Rumex). Man findet die stenotope, xerophile und halotolerante Art meist auf sandigen Böden, z.B. auf Ruderalflächen, an Feldrainen, Ufern und Böschungen, in Sandgruben und an Waldrändern. Die Eiablage erfolgt im April und Mai. Die Larven fressen an den Wurzeln und am Wurzelhals und verpuppen sich im Boden. In Deutschland ist Amalus scortillum zwar aus allen Bundesländern gemeldet, wird aber nicht besonders oft nachgewiesen. Er gilt als nicht gefährdet. (CB)

11.12.2015
Chrysolina americana (L., 1758)
Chrysolina americana
6 
Der 6 bis 8 mm große Rosmarinkäfer Chrysolina americana (Familie Chrysomelidae) stammt trotz seines Namens ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Er gehört zur artenreichen Gattung Chrysolina, die etwa 450 Arten enthält, davon die Mehrzahl in der Paläarktis. Die stenotope, xerothermophile Art wurde in den letzten Jahren in verschiedene europäische Länder eingeschleppt und hat wohl auf den Britischen Inseln Fuß gefasst. In Deutschland scheint die Art dagegen noch nicht eingebürgert zu sein. Käfer und Larven leben an Lippenblütlern (Lamiaceae), vor allem Rosmarin (Rosmarinus), Lavendel (Lavandula), Thymian (Thymus) und Salbei (Salvia) und fressen an den jungen Trieben der Wirtspflanzen. Die Larven verpuppen sich im Boden. Im kommerziellen Anbau von Gewürzkräutern können die Tiere Schäden anrichten. (CB)

04.12.2015
Triplax russica (L., 1758)
Triplax russica
3 
Der 4,5 bis 6,5 mm große Russische Faulholzkäfer Triplax russica (Familie Erotylidae) ist eine von 17 Vertretern der Gattung in Europa. Weltweit enthält die Gattung Triplax etwa 100 Arten. In unserer Fauna ist die Art durch ihre Größe, den parallelen Körperbau sowie die schwarzen Fühler gut kenntlich. Triplax russica kommt in Nordafrika, in Europa bis zum höchsten Norden und bis zum Kaukasus vor. In Südeuropa werden montane Lagen bevorzugt. Die eurytope, mycetobionte Art lebt in Laubwäldern polyphag an den verschiedensten Baumpilzen (Meripilus, Pleurotus, Phellinus, Inonotus, Fomes, Fomitopsis, Polyporus) an Laubbäumen, vor allem an Buche. Die Larvenentwicklung findet in den Pilzen statt. Zur Verpuppung gehen die Larven in den Boden. Im Juli schlüpft die neue Generation. In Deutschland ist die Art aus allen Bundesländern gemeldet und ist nicht gefährdet. (CB)


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