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Übersicht Käfer der Woche

Texte © K. Reißmann, T. Hörren, M. Stern, F. Bötzl und C. Benisch


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Filter: Wissenschaft­licher Art-/​Familien­name oder Namens­fragment, mindestens ein Buchstabe.
 


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06.10.2017
Platycis cosnardi (Chevr., 1829)
Platycis cosnardi
13 
Der 7-8 mm große Rotdeckenkäfer Platycis cosnardi (Familie Lycidae) ist von Mittel- bis Südosteuropa verbreitet (von Frankreich bis zur Ukraine und Griechenland, fehlt jedoch in Italien). Er ist bevorzugt, aber nicht ausschließlich in montanen Lagen und deren Vorland an Wärmestellen wie Kahlschlägen und südexponierten Waldrändern zu finden. Die stenotope Art entwickelt sich in morschen Laubhölzern, vor allem Buche, aber auch in Eiche und Birke. Die Larve lebt räuberisch und jagt andere Insekten und deren Larven. Die Imagines findet man im Mai auf Blüten und geschlagenem Laubholz. In Deutschland ist die Art weit verbreitet, aber selten. Sie ist als stark gefährdet (RL 2) eingestuft. (CB)

29.09.2017
Carabus silvestris Panz., 1796
Carabus silvestris
13 
Die Verbreitung des Bergwald-Laufkäfers Carabus silvestris (Familie Carabidae) beschränkt sich auf die Mittel- und Hochgebirge in Mitteleuropa, Frankreich (Vogesen), Deutschland, der Schweiz, Österreich, bis zu den Nordkarpaten in Rumänien und der Ukraine. In Deutschland erreicht die Art im Norden den Harz, in den Alpen geht sie bis auf 2500 m ü. NN. Die Käfer leben vor allem in Nadelwäldern, und machen hier, wie die meisten Großlaufkäfer, Jagd auf Würmer, Schnecken und Insektenlarven, und zählen somit zu den Nützlingen. In der Roten Liste Deutschlands wird die Art nicht aufgeführt, ist also nicht gefährdet, gehört aber wegen ihrer Nützlichkeit zu den besonders geschützten Arten. (KR)

22.09.2017
Ptosima flavoguttata (Ill., 1803)
Ptosima flavoguttata
23 
Der Schlehen-Prachtkäfer Ptosima flavoguttata (Familie Buprestidae) ist circummediterran von Nordafrika über Süd- und das südliche Mitteleuropa bis nach Südrussland verbreitet. In Deutschland ist die Art stark gefährdet (RL 2). Sie erreicht hier den Nordrand ihres Verbreitungsareals mit inselartigen Vorkommen an trockenheißen Standorten auf felsigem Untergrund, z.B. im Kaiserstuhl am südlichen Oberrhein (Baden), im Nahe- und im Moseltal (Rheinland-Pfalz) sowie in Hessen. Die Larven entwickeln sich an Baum- und Strauchrosaceen, vor allem in kränkelnden Ästen und Stämmen noch lebender Schlehe (Prunus spinosa). Die Käfer schwärmen während der heißen Tagesstunden um die Büsche, bei kühlerem Wetter sitzen sie auf den Blättern der Entwicklungspflanzen oder in der näheren Umgebung. (KR)

15.09.2017
Meloe rugosus Marsh., 1802
Meloe rugosus
15 
Die Verbreitung des Mattschwarzen Maiwurmkäfers Meloe rugosus (Familie Meloidae) erstreckt sich von Mitteleuropa bis in den Nahen Osten und über die Ostpaläarktis. In Deutschland fehlt die Art im Norden. Aus Brandenburg und den nördlichen Teilen von Rheinland-Pfalz gibt es nur alte Meldungen. M. rugosus kommt sowohl auf Flutrasen in Auen als auch in trockenen Lebensräumen vor. Wie alle Ölkäferarten durchläuft sie eine sehr komplizierte Entwicklung (Hypermetamorphose) als Parasit bei Wildbienen. Die Hauptaktivitätszeit ist von September bis November, insgesamt von August bis Mai des Folgejahres. Der Käfer überwintert. Wie viele andere Ölkäferarten in Deutschland hat M. rugosus hohe Arealverluste zu verbuchen, weshalb sie als vom Aussterben bedroht (RL 1) eingestuft wird. (KR)

08.09.2017
Rhamnusium bicolor (Schrk., 1781)
Rhamnusium bicolor
13 
Der Weidenbock Rhamnusium bicolor (Familie Cerambycidae) ist in fast ganz Europa verbreitet, fehlt jedoch auf den Britischen Inseln, in Spanien und auf den Mittelmeerinseln. Im Norden erreicht die Art Südfinnland und im Osten den Kaukasus. Der 15 bis 23 mm große Käfer ist recht variabel. Neben der häufigsten Form mit rotem Kopf und Halsschild und schwarzblauen Flügeldecken gibt es auch ganz gelb oder rotbraun gefärbte Exemplare sowie Übergänge zwischen der dunklen und der hellen Form. Die Entwicklung erfolgt vor allem in Baumhöhlen von Weide (Salix), Pappel (Populus), Buche (Fagus) und Rosskastanie (Aesculus). Die Käfer erscheinen nur etwa 14 Tage lang im Juni/Juli. Tagsüber sitzen sie an ihren Brutbäumen und werden während der Dämmerungsstunden aktiv. (KR)

01.09.2017
Donacia sparganii Ahr., 1810
Donacia sparganii
15 
Der 7-8 mm große Schilfblattkäfer Donacia sparganii (Familie Chrysomelidae) ist in Nord- und Mitteleuropa verbreitet. Der Käfer macht seinem Namen alle Ehre, entwickeln sich seine Larven doch vor allem an Sparganium simplex (Igelkolben). Aufgrund von starken Habitatverlusten ist die Art in den vergangenen Jahren, wie die meisten der Schilfblattkäfer, immer seltener geworden. Der Verlust artenreicher Schilfröhrichte geht vor allem auf Gewässerverschmutzung und Anreicherung mit Stickstoffverbindungen zurück, aber auch die immer stärkere Freizeitnutzung durch Angler, Surfer und sonstige Besucher der Gewässer hat in starkem Maße zur Zerstörung der Habitate beigetragen. (KR)

25.08.2017
Gasterocercus depressirostris (F., 1792)
Gasterocercus depressirostris
15 
Der recht größenvariable, 4-11 mm lange Plattrüssler Gasterocercus depressirostris (Familie Curculionidae) entwickelt sich 2-jährig als einer der wenigen Vertreter der Familie nicht an krautigen Pflanzen, sondern im Holz geschwächter, anbrüchiger Eichen, seltener Buchen. Die Art ist nachtaktiv und erscheint im Juli und August. Durch ihre gescheckte Beschuppung ist sie auf Eichenrinde hervorragend getarnt. Gasterocercus depressirostris ist eine Art ursprünglicher Waldgebiete und kommt in Mitteleuropa von Frankreich bis Rumänien vor. In Deutschland sind aktuelle Meldungen aus Baden, Pfalz, Hessen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und dem Niederelbe-Gebiet bekannt, die Art ist als vom Aussterben bedroht (RL 1) eingestuft. (CB)

18.08.2017
Bembidion striatum (F., 1792)
Bembidion striatum
15 
Der Gestreifte Ahlenläufer Bembidion striatum ist eine der unzähligen Arten der Gattung Bembidion (Familie Carabidae). Seine Verbreitung reicht von Frankreich bis nach Westsibirien. Er ist überwiegend im Flachland zu finden. Der 5,3 bis 6,5 mm große Käfer ist in Deutschland hochgradig vom Aussterben bedroht (RL 1), da seine Lebensräume durch Flussregulierung vielfach zerstört wurden. Der Käfer benötigt offene Uferbereiche mit feinem und grobem sandigem Untergrund, wie sie entlang der großen Flüsse meist noch zu finden sind, oft aber nur inselartig. An solchen Stellen kann man die Käfer im Frühjahr bei Sonnenschein beobachten, wobei sie schnell umherlaufen und bei Beunruhigung sofort auffliegen. (KR)

11.08.2017
Allonyx quadrimaculatus (Schall., 1783)
Allonyx quadrimaculatus
15 
Der 4,5 bis 6 mm große Vierfleck-Buntkäfer Allonyx quadrimaculatus ist eine der seltensten Arten der Buntkäfer (Familie Cleridae) in Mitteleuropa. Seine Verbreitung reicht von Mittel- und Südeuropa östlich bis nach Kleinasien. Die Larve ist bisher unbekannt. Die Käfer zeigen eine Bindung an Kiefer (Pinus), werden aber zuweilen auch an Fichten (Picea) und Laubbäumen beobachtet. Es wird vermutet, dass die Käfer und deren Larven vor allem den Larven verschiedener anderer Käferarten, wie z.B. dem Prachtkäfer Phaenops cyanea, nachstellen. Man kann die Käfer sowohl nachts, als auch tagsüber beobachten, wie sie an toten oder sterbenden Bäumen entlanglaufen. (KR)

04.08.2017
Mordellochroa milleri Em., 1876
Mordellochroa milleri
12 
Der 5,0 bis 6,3 mm große Stachelkäfer Mordellochroa milleri (Familie Mordellidae) galt bis vor kurzem als Art, welche im Südosten Europas und in Frankreich beheimatet ist. Im Jahr 2000 wurde die Art als Neufund für Deutschland aus Bayern gemeldet und konnte 2009 erstmals auch aus Baden-Württemberg nachgewiesen werden. Sie scheint sich stromabwärts entlang des Rheins auszubreiten, da inzwischen auch Funde aus Rheinland-Pfalz bekannt wurden. M. milleri ist eine von drei Arten der Gattung Mordellochroa und in ihrer gelbroten Färbung und den schwarzen Augen, Flügeldecken und Teilen der Hinterbeine und -tarsen unverkennbar. Die Larven entwickeln sich in morschem Holz verschiedener Baumarten. Die Käfer sitzen meist in Blüten und fressen Pollen. (TH/KR)

28.07.2017
Ampedus cardinalis (Schdte., 1865)
Ampedus cardinalis
11 
Der Kardinalrote Schnellkäfer Ampedus cardinalis (Familie Elateridae) gehört mit seinen 12 bis 15,5 mm Größe bereits zu den großen Arten der Gattung. Er ist eine von vielen rot gefärbten und nur schwer unterscheidbaren Arten. Innerhalb Europas wird die Art aus dem südlichen Nordeuropa, Mitteleuropa und Westeuropa gemeldet. Die Larven benötigen für die Entwicklung vor allem rotfaule Höhlungen in noch lebenden Eichen, sehr selten auch anderer Laubbäume. Durch den Verlust solcher Lebensräume ist die Art in Mitteleuropa äußerst selten und wird in der Roten Liste Deutschlands als vom Aussterben bedroht (RL1) geführt. Den Käfern wird Nachtaktivität nachgesagt. (KR)

21.07.2017
Lycoperdina succincta (L., 1767)
Lycoperdina succincta
12 
Die Verbreitung des Gebänderten Stäublingskäfers Lycoperdina succincta (Familie Endomychidae) erstreckt sich von Dänemark und Schweden über Mitteleuropa und östliches Südeuropa bis nach Osteuropa. In Deutschland aus den meisten Landesteilen gemeldet, vereinzelt aber nur alte Nachweise. Habitat sind offene, schütter bewachsene Stellen, wie z.B. langsam zuwachsende Heideflächen. Die Larven entwickeln sich in Bovisten (Lycoperdon und Vascellum) und Erdsternen (Geastrum). Ab September sind die Puppen in den Pilzen zu finden, ab Oktober die jungen Käfer. Die Käfer überwintern, meist in den Pilzen, mitten in der Sporenmasse. In der Roten Liste Deutschlands als gefährdet eingestuft. (KR)

14.07.2017
Lichenophanes varius (Ill., 1801)
Lichenophanes varius
9 
Der Kapuzenkäfer Lichenophanes varius ist westpaläarktisch verbreitet. Er ist einer der wenigen Vertreter der Kapuzinerkäfer (Familie Bostrichidae) in Mitteleuropa und mit 8 bis 12 mm auch eine der großen Arten dieser Familie. Die in Deutschland sehr seltene Art gilt als Urwaldrelikt, welches nur aus urständigen Wäldern gemeldet wird. Die Eier werden an tote, stehende Buchen (Fagus sylvatica) gelegt. Die Larven leben mehrere Jahre vor allem im trockenen Stammholz und in starken Ästen. Der Käfer versteckt sich tagsüber in den Gängen der Larven und verlässt diese erst nachts. Nach Einbruch der Dunkelheit kann man ihn sehr gut im Taschenlampenschein beobachten. (KR)

07.07.2017
Sisyphus schaefferi (L., 1758)
Sisyphus schaefferi
15 
Die Verbreitung des 6,5 bis 12 mm großen, mit den großen Pillendrehern (Scarabaeus) verwandten Pillenwälzers Sisyphus schaefferi (Familie Scarabaeidae) erstreckt sich über Süd- und Mitteleuropa. Der Käfer bevorzugt Schafdung. Aus dem Dung werden Kotpillen geformt, die an einen geeigneten Ort gerollt und dort vergraben werden. Für jede Kotpille wird eine Brutkammer angefertigt. Aus der Kotpille wird eine Brutbirne geformt, in die ein Ei abgelegt wird. Im Gegensatz zu den Arten der Gattung Copris wird keine Brutpflege, sondern nur Brutfürsorge betrieben. Die Käfer selbst ernähren sich ebenfalls von Kot, graben aber keine Fraßpillen ein, sondern fressen diesen an Ort und Stelle. (KR)

30.06.2017
Spondylis buprestoides (L., 1758)
Spondylis buprestoides
12 
Für einen Bockkäfer (Familie Cerambycidae) sieht der Waldbock Spondylis buprestoides eher ungewöhnlich aus. Der 12 bis 24 mm große Käfer ist, entgegen seinen Artgenossen mit ihren meist etwa körperlangen Fühlern, nur mit sehr kurzen, bis etwa zum hinteren Halsschildrand reichenden Fühlern ausgestattet, die zylindrische Körperform tut ein übriges. Die Entwicklung vollzieht sich in Kiefer (Pinus), aber auch in Fichte (Picea), Tanne (Abies) und in Lärche (Larix). Die Käfer kann man im Sommer auf und unter geschlagenem Holz finden. Zwar sind sie überwiegend nachtaktiv und verstecken sich tagsüber meist, fliegen jedoch an warmen Tagen auch immer wieder tagsüber gefälltes Holz an. (KR)

23.06.2017
Leistus spinibarbis (F., 1775)
Leistus spinibarbis
10 
Die Verbreitung des 7,7-10,4 mm großen Dornbarts Leistus spinibarbis (Familie Carabidae) erstreckt sich über das Mittelmeergebiet, Südwest- und Mitteleuropa. Lebensraum der Käfer sind trocken-warme Biotope, wie Calluna-Heiden und Kalktrockenhänge der tieferen Lagen. Die Art kommt zwar in den Mittelgebirgen in geeigneten Biotopen vor, steigt aber nicht besonders weit auf. Verwechslungen mit anderen Leistus-Arten sind möglich, meist mit L. fulvibarbis und L. rufomarginatus, die aber vollkommen andere Habitate bewohnen. Der flugfähige Dornbart hat in den letzten Jahren in Deutschland merklich Habitate verloren und wurde daher in die Rote Liste als Art der Vorwarnstufe aufgenommen. (KR)

16.06.2017
Chalcophora mariana (L., 1758)
Chalcophora mariana
19 
Der Marienprachtkäfer Chalcophora mariana ist mit 24 bis 30 mm die größte Art der Prachtkäfer (Familie Buprestidae) in Mitteleuropa. Sein Vorkommen in Deutschland beschränkt sich heute auf Teile der ehemaligen DDR und die südlichsten Bundesländer. Die Entwicklungsdauer wird mit zwei (Südeuropa) bis vier (Mitteleuropa) Jahren angegeben. Brutsubstrat ist totes Holz von Kiefer (Pinus). Das Brutsubstrat kann dabei über mehrere Generationen besiedelt und letzten Endes zu Staub zerlegt werden. Wer den Marienprachtkäfer beobachten will, sollte dies zwischen etwa 10 Uhr und 15 Uhr tun, da die Käfer nur in der größten Hitze aktiv und früher oder später nur sehr vereinzelt zu finden sind. (KR)

09.06.2017
Hypera dauci (Ol., 1807)
Hypera dauci
15 
Der hübsch gezeichnete Rüssler Hypera dauci (Familie Curculionidae) gehört mit einer Körperlänge von 5-7 mm zu den größeren Vertretern der Gattung Hypera und kommt von Süd- bis zum südlichen Nordeuropa vor (nach Norden hin seltener). Die xerophile Art findet man auf trockenen, sandigen und vegetationsarmen Böden, z.B. Ruderalflächen, Sandgruben und Rohbodenstandorten. Käfer und Larven leben ektophag ausschließlich auf dem Gewöhnlichen Reiherschnabel (Erodium cicutarium). H. dauci ist nachtaktiv. Tagsüber verbergen sich die Käfer am Boden unter der Wirtspflanze. Durch seine Zeichnung ist der Käfer auf sandigem Untergrund hervorragend getarnt und entgeht leicht der Beobachtung. (CB)

02.06.2017
Gibbium psylloides (Czenp., 1778)
Gibbium psylloides
17 
Der 2-3,2 mm große, bräunlich-rote Kugelkäfer Gibbium psylloides (Familie Ptinidae) ist eine von mehreren Arten der Familie, die synanthrop leben. Er wurde vom Menschen weltweit verschleppt. Meist findet man sie in alten Gebäuden mit so genannten Fehlböden, die mit Dreschabfällen oder Stroh verfüllt wurden, aber auch immer wieder in alten Scheunen oder in Apotheken in Behältern mit alten Kräutern. Käfer und Larven leben an und von trockenen pflanzlichen (Getreide) und tierischen Produkten (Felle, Federn, Wolle) und können gelegentlich daran schädlich werden. Treten sie massenhaft auf, können die nachtaktiven Käfer recht lästig werden und sind schwierig zu bekämpfen. (KR)

26.05.2017
Dircaea australis Fairm., 1856
Dircaea australis
23 
Die auffällig gefärbte, 8-12 mm lange Dircaea australis gehört zu den Düsterkäfern (Familie Melandryidae). Sie kommt in Mitteleuropa (Frankreich, Deutschland, Österreich, Ungarn, Slowakei, Rumänien, Litauen) und im südlichen Nordeuropa (Schweden) vor. In Deutschland sind Funde aus Westfalen und in jüngerer Zeit aus der Pfalz bekannt. Dircaea australis ist ein seltenes, xylodetriticoles Urwaldrelikt und entwickelt sich vor allem in morschem, weißfaulem Buchenholz (Fagus sylvatica), seltener in Linde (Tilia) und Mehlbeere (Sorbus aria). Bei warmem Wetter können die flinken Tiere tagsüber an den Buchenstämmen beobachtet werden. In Deutschland ist die Art als vom Aussterben bedroht eingestuft. (CB)

19.05.2017
Epitrix atropae Foudr., 1860
Epitrix atropae
11 
Der nur 1,5-2 mm große Flohkäfer Epitrix atropae gehört zu den Blattkäfern (Familie Chrysomelidae). Die stenotope Art kommt in West- und Mitteleuropa vor. In Deutschland fehlt sie im Norden und Osten. Epitrix atropae kommt in Wäldern, auf Kahlschlägen und an lichten Stellen vor, an denen die Wirtspflanze, die Tollkirsche (Atropa belladonna) wächst. Seltener wird die Art von Bilsenkraut (Hyoscyamus) und Bocksdorn (Lycium) gemeldet. Die Käfer sind phyllophag und hinterlassen an den Blättern charakteristische Fraßspuren. Die Larven entwickeln sich an den Wurzeln im Boden. Werden die Tiere beunruhigt, können sie sich mit einem Sprung in Sicherheit bringen (Name der Unterfamilie!). (CB)

12.05.2017
Tetratoma fungorum F., 1790
Tetratoma fungorum
12 
Tetratoma fungorum gehört zur artenarmen Familie Tetratomidae, die mit den Melandryidae eng verwandt ist. Die 4-4,5 mm große Art weist ein gelbrotes Halsschild und blauschwarze Flügeldecken auf und ist durch die auffällige 4-gliedrige Fühlerkeule (Familienname!) gekennzeichnet. T. fungorum ist in Mitteleuropa und im südlichen Nordeuropa verbreitet, im Osten bis zum Kaukasus. Die mycetobionte Art entwickelt sich an Baumschwämmen (Piptoporus betulinus, Polyporus squamosus, Laetiporus sulphureus und Pholiota adiposa) an Laubbäumen (Buche, aber auch Eiche, Birke, u.a.). T. fungorum ist aus ganz Deutschland gemeldet, bevorzugt aber Vorgebirge und niedrige Gebirgslagen. (CB)

05.05.2017
Asida sabulosa (Fuessl., 1775)
Asida sabulosa
13 
Der Schwarzkäfer Asida sabulosa (Familie Tenebrionidae) ist in Mitteleuropa der einzige Vertreter einer Gattung, die im mediterranen Raum durch eine Vielzahl sehr ähnlicher Arten vertreten ist. Das Verbreitungsgebiet der 11-15 mm großen Art liegt im südwestlichen Europa. In Mitteleuropa reicht sie bis nach Rheinland-Pfalz. Die nordöstlichsten Nachweise in Deutschland stammen aus der Vulkaneifel. Die Art benötigt trocken-warme, spärlich bewachsene Geröllflächen. Aktuelle Meldungen aus Deutschland existieren nur noch aus dem Saarland und dem nördlichen Rheinland-Pfalz ("Rheinland"). Für die Pfalz und Hessen gilt die Art als verschollen oder ausgestorben. (KR)

28.04.2017
Carabus intricatus L., 1761
Carabus intricatus
15 
Der Dunkelblaue Laufkäfer Carabus intricatus gehört mit seinen 24-36 mm zu den größeren Arten der Laufkäfer (Familie Carabidae) in Mitteleuropa. Die recht seltene Art bewohnt vor allem lichte Laubwälder der Mittelgebirge und bevorzugt dabei die Südhänge. In geeigneten Biotopen ist er aber auch in der Ebene zu finden. Wie viele der Großlaufkäferarten bildet auch er unter der dicken Rinde toter Bäume Überwinterungsgemeinschaften, teilweise zusammen mit anderen Laufkäferarten, aber auch anderen. Wie alle Großlaufkäfer gilt er durch den Verzehr von Schnecken und allerlei Raupen und anderen Schädlingen als Nützling und steht deshalb unter besonderem gesetzlichen Schutz. (KR)

21.04.2017
Gnorimus variabilis (L., 1758)
Gnorimus variabilis
17 
Der Schwarze Edelkäfer Gnorimus variabilis gehört zu den Blatthornkäfern (Familie Scarabaeidae) und hier in die nahe Verwandtschaft der bekannten Rosenkäfer (Gattungen Cetonia und Protaetia). Mit seinen 17-22 mm ist er für die mitteleuropäische Fauna bereits als sehr groß zu bezeichnen. Die Larven entwickeln sich bevorzugt in rotfaulen Baumhöhlen von Eiche und Buche, aber auch im faulen und mulmigen Holz liegender Stämme. Den seltenen, mittel- und südeuropäisch verbreiteten Käfer findet man am ehesten im Brutsubstrat, viel seltener auf Blüten wie z.B. Holunder und anderen. Meist verraten eher die Überreste einer Vogelmahlzeit seine Anwesenheit. (KR)


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