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Käfer der Woche

Texte © K. Reißmann, T. Hörren, M. Stern, F. Bötzl und C. Benisch


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Filter: Wissenschaft­licher Art-/​Familien­name oder Fragment, ≥1 Buchstabe.
 


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16.11.2018
Necrophorus humator (Gled., 1767)
Necrophorus humator
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Der Totengräber Necrophorus humator (Familie Silphidae) ist eine der beiden gänzlich schwarzen Necrophorus-Arten der deutschen Fauna. Bei den übrigen Vertretern der Gattung weisen die ansonsten schwarz gefärbten Käfer eine orangerote Flügeldeckenzeichnung auf. Wie alle Totengräber gräbt auch diese Art kleinere Äser in den Boden ein, an denen sich ihre Larven entwickeln. Dabei zeigen sie ein ausgeprägtes Brutfürsorgeverhalten, bei dem die Larven nicht nur mit Nahrung versorgt, sondern in der Anfangsphase vom Weibchen sogar gefüttert werden. Das Weibchen bleibt bis zur Verpuppung bei den Larven, bessert in der Zeit Schäden aus, verteidigt die Krypta gegen Konkurrenten und Fressfeinde und reinigt sie von Schimmel und Fäulnis. Mit 18 bis 26 mm ist sie die zweitgrößte Art der Gattung in Deutschland. (KR/CB)

09.11.2018
Zorochros meridionalis (Cast., 1840)
Zorochros meridionalis
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Der nur 1,5 bis 2,5 mm große Schnellkäfer Zorochros meridionalis (Familie Elateridae) ist der einzige der vier Vertreter der Gattung in Deutschland, der einheitlich schwarz und staubartig behaart ist. Zorochros meridionalis ist in Süd- und Mitteleuropa, im Kaukasus und Kleinasien verbreitet. In Deutschland fehlt er im Norden, die Verbreitungsgrenze verläuft am Nordrand der Mittelgebirge. Man findet die stenotope, psammophile und thermophile Art an sandigen Ufern, in Sand- und Kiesgruben und an Trocken- und Wärmehängen zwischen Graswuchs im Sand, an den Fundstellen oft in Anzahl. Ihre geringe Größe, die gute Tarnung und ihre außerordentliche Sprungkraft erschweren das Auffinden der Art beträchtlich. In Deutschland ist Zorochros meridionalis nicht gefährdet. (CB)

02.11.2018
Psammoecus bipunctatus (F., 1792)
Psammoecus bipunctatus
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Der nur 2,3 bis 2,8 mm große Schilfplattkäfer Psammoecus bipunctatus (Familie Silvanidae) ist eine häufige Art der Moore, verkrauteter Gewässerufer und schilfreicher Verlandungszonen. Sie ist von Südeuropa bis zum südlichen Nordeuropa und im Osten bis Russland verbreitet. Mit ihrem schwarzen Kopf, dem rötlichen Halsschild und den gelblich-hellbraunen Flügeldecken mit der arttypischen, allerdings recht variablen schwarzen Zeichnung ist die Art in der deutschen Fauna unverwechselbar. Käfer und Larven halten sich in feuchtem bis nassem, faulendem Pflanzenmaterial, z.B. von abgestorbenem Schilf (Phragmites) und Rohrkolben (Typha), in Gewässernähe auf und können hier zuweilen massenhaft gefunden werden. Die Käfer schwärmen in den Abendstunden und werden vom Licht angelockt. (KR/CB)

26.10.2018
Diodesma subterranea Guer., 1844
Diodesma subterranea
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Der nur 2 bis 2,8 mm große Rindenkäfer Diodesma subterranea (Familie Colydiidae) ist der einzige Vertreter der Gattung Diodesma in Deutschland. Die Art ist diskontinuierlich verbreitet, mit einem West-Areal (Gebirge in Ostfrankreich, Südwestdeutschland und Schweiz) und einem Ostareal (Niederösterreich bis zum Nordbalkan und zur Krim). In Deutschland kommt D. subterranea nur in den Gebirgswäldern im Südwesten vor, z.B. Kaiserstuhl, Schwarzwald, Kraichgau und Odenwald. Die stenotope, xylodetriticole und humicole Art lebt an faulenden, auf dem Boden in der Laubschicht liegenden Ästen von Eiche (Quercus) und Buche (Fagus). Die Imago überwintert. In Deutschland ist Diodesma subterranea selten und als gefährdet (RL 3) eingestuft. (CB)

19.10.2018
Diaperis boleti (L., 1758)
Diaperis boleti
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Der 6 bis 8 mm große Gelbbindige Schwarzkäfer Diaperis boleti (Familie Tenebrionidae) ist der einzige Vertreter der Gattung Diaperis in Deutschland. Der rundlich-eiförmige Körper ist hochgewölbt, die schwarzen, lackglänzenden Flügeldecken zeigen zwei gelbe bis orangefarbene Querbinden, die reduziert sein können. Diaperis boleti ist in ganz Europa, Nordafrika, im Kaukasus und bis Sibirien verbreitet. Die stenotope, mycetobionte Art lebt in Laub- und Mischwäldern, alten Parks und Obstgärten. Käfer und Larven leben am Birkenporling (Piptoporus betulinus), am Schwefelporling (Laetiporus sulphureus) sowie am Schuppigen Stielporling (Polyporus squamosus) und am Zunderschwamm (Fomes fomentarius) und ernähren sich von Sporen und Hyphen der Pilze. (CB)

12.10.2018
Cassida subreticulata Suffr., 1844
Cassida subreticulata
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Der 4 bis 5 mm große Feingenetzte Schildkäfer Cassida subreticulata (Familie Chrysomelidae) gehört zu den 25 aktuell aus Deutschland gemeldeten Vertretern der Gattung Cassida. Sie weisen einen für Blattkäfer ungewöhnlichen, abgeflachten, ovalen Körperbau auf. Cassida subreticulata ist von Mittel- und Südosteuropa bis Sibirien verbreitet. In Deutschland fehlt sie im Norden. Die stenotope, xerophile Art bevorzugt Heide, Trockenhänge und sonnige Wiesen. Sie entwickelt sich oligophag an Gewöhnlichem Seifenkraut (Saponaria officinalis), Federnelke (Dianthus plumarius), Leimkräutern (Silene) und Pechnelken (Lychnis). In der Roten Liste Deutschlands ist Cassida subreticulata als vom Aussterben bedroht (RL 1) eingestuft. (CB)

05.10.2018
Gymnetron labile (Hbst., 1795)
Gymnetron labile
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Der nur 1,7 bis 2,2 mm kleine Schrägbinden-Gallenrüssler Gymnetron labile (Familie Curculionidae) ist einer von 22 Vertretern der Gattung in Deutschland. Die unverwechselbare, hübsch gezeichnete und beborstete Art kommt vom südlichen Nordeuropa bis Südeuropa vor. Als stenotope, xerophile Art bevorzugt Gymnetron labile Trockenhänge, Weinbergbrachen, trockene Ruderalflächen und Wiesen. Die Entwicklung erfolgt oligophag auf Spitzwegerich (Plantago lanceolata) und Halbstrauchigem Wegerich (Plantago sempervirens). Die Larve entwickelt sich im Wurzelhals. Die Imago kann von Mai bis September auf den Wirtspflanzen gefunden werden. In Deutschland ist Gymnetron labile aus praktisch allen Bundesländern gemeldet und ist nicht gefährdet. (CB)

28.09.2018
Lopherus rubens (Gyll., 1817)
Lopherus rubens
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Der 7 bis 10 mm große Vierfelder-Rotdeckenkäfer Lopherus rubens (Familie Lycidae) gehört zu den nur sieben Vertretern der Familie in Deutschland. Wie die anderen, recht ähnlichen Lycidae Deutschlands weist Lopherus rubens rote Flügeldecken mit einer charakteristischen Gitterung auf. In Europa ist die Art boreomontan verbreitet, d.h. sie kommt in Nordeuropa (Norwegen, Schweden, Finnland, Nordrussland) sowie - mit einer dazwischen befindlichen Auslöschungszone - in Mitteleuropa (besonders in den Mittelgebirgen) und in Südosteuropa (im kontinentalen Bereich von der Ebene bis ins Gebirge) vor. Die stenotope, silvicole Art entwickelt sich in morschem Holz, die Imagines findet man auch auf Blüten. Als Habitate werden Auwälder, lichte Wälder und Kahlschläge bevorzugt. (CB)

21.09.2018
Oryctes nasicornis (L., 1758)
Oryctes nasicornis
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Der Nashornkäfer Oryctes nasicornis ist der einzige Vertreter der Unterfamilie Dynastiinae (Nashornkäfer) innerhalb der Blatthornkäfer (Familie Scarabaeidae) in Deutschland. Der Verbreitungsschwerpunkt der Art liegt in Südeuropa und dem südlichen Mitteleuropa. In Südeuropa vollzieht sich die 2-4-jährige Entwicklung der Larven vor allem in totem Eichenholz. In Deutschland war ihre Entwicklung früher nur in den Eichenlohehaufen der Gerbereien möglich, da diese aufgrund ihrer Zerfallsprozesse viel Wärme erzeugen. Mit der Modernisierung des Gerbverfahrens zu Beginn des 20. Jahrhunderts verschwand die Art zusammen mit den Lohehaufen in vielen Teilen Deutschlands. Die Anlage von Holzhäkselhaufen ab den 1980er Jahren förderte die Art aber wieder, so dass sie heute überall vertreten ist. (KR)

14.09.2018
Ampedus nigroflavus (Goeze, 1777)
Ampedus nigroflavus
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Der 9 bis 13 mm große Gelbhaarige Schnellkäfer Ampedus nigroflavus (Familie Elateridae) ist eine der heller orange, fast gelb gefärbten Arten der Gattung, die durch die Färbung und gelbe Behaarung der Flügeldecken vergleichsweise leicht zu bestimmen ist. Während sich die silvicole Art in Ostdeutschland wohl bevorzugt in (rotfauler) Birke (Betula sp.) entwickelt, scheint sie im Westen ein breiteres Spektrum an Laubbaumarten (unter anderem Quercus, Alnus, Malus) zu besiedeln. Hier jagen ihre Larven vermutlich die Larven anderer holzbesiedelnder Käferarten. Die Art wird zwar aktuell aus allen Bundesländern gemeldet, zählt aber trotzdem zu den eher selten gefundenen. In der Roten Liste Deutschlands wird sie als gefährdet (RL 3) eingestuft. (KR/CB)

07.09.2018
Triplax rufipes (F., 1775)
Triplax rufipes
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Der Rotbeinige Faulholzkäfer Triplax rufipes (Familie Erotylidae) ist eine der insgesamt acht Arten der Gattung in Deutschland. Die 3 bis 5 mm große Art ist von Süd- über Mitteleuropa bis zum Kaukasus verbreitet. Bis vor einigen Jahren war die Art in Deutschland sehr selten. Neue Nachweise in Hessen und Baden-Württemberg zeigen eine Ausbreitung der Art, die eine Überprüfung des bisherigen Status vom Aussterben bedroht (RL 1) nahelegt. Die stenotope, mycetobionte Art kommt in alten, pilzreichen Wäldern vor und entwickelt sich in Porlingen (Polyporus) und vor allem Seitlingen (Pleurotus) an Buche (Fagus), Eiche (Quercus) und Birke (Betula). Von der sehr ähnlichen Schwesterart T. lepida ist T. rufipes durch die geschwärzte Fühlerkeule zu unterscheiden. (CB)

31.08.2018
Coccinella hieroglyphica L., 1758
Coccinella hieroglyphica
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Der 3,5 bis 5 mm große Heidekraut-Marienkäfer Coccinella hieroglyphica (Familie Coccinellidae) gehört zu den fünf Arten der Gattung Coccinella in Deutschland. Die Art ist holarktisch verbreitet, von Nordamerika über Europa bis zum Polarkreis und bis Sibirien. Die stenotope, tyrphophile Art kommt in Heide- und Moorgebieten vor, im Süden nur in montanen Lagen. Man findet die Art auf Heidekraut (Calluna) und Sauergräsern, seltener Moorlatschen (Pinus). Käfer und Larven ernähren sich räuberisch von Blattläusen. Die schwarze Zeichnung der gelben bis rötlichen Flügeldecken ist variabel und kann stark reduziert sein, daneben kommen auch ganz schwarze Formen vor. In Deutschland ist C. hieroglyphica als gefährdet (RL 3) eingestuft. (CB)

24.08.2018
Prionus coriarius (L., 1758)
Prionus coriarius
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Der Sägebock Prionus coriarius (Familie Cerambycidae) gehört mit 18 bis 45 mm bereits zu den großen Arten der deutschen Fauna. Ihren volkstümlichen Namen trägt die Art wegen der sägeblattartig erweiterten Fühlerglieder der Männchen. Die 3-jährige Entwicklung der Larven vollzieht sich in Eiche (Quercus), vor allem im Wurzelholz und im bodennahen Stammholz lebender, aber kranker Bäume. Tagsüber sitzen die Käfer oft reglos im unteren Stammbereich, meist verdeckt durch niedere Vegetation. In der Dämmerung steigen sie an den Baumstämmen empor und sind dann leicht zu entdecken. Wegen seiner ausgesprochenen Dämmerungs- und Nachtaktivität wird der Käfer jedoch trotz seiner Häufigkeit (aktuell aus allen Teilen Deutschlands gemeldet) wenig gesehen. In der Roten Liste Deutschlands wird er nicht geführt. (KR)

17.08.2018
Oryzaephilus surinamensis (L., 1758)
Oryzaephilus surinamensis
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Der Getreideplattkäfer Oryzaephilus surinamensis (Familie Silvanidae) stammt ursprünglich wie seine Schwesternart, der Erdnussplattkäfer Oryzaephilus mercator, aus tropischen Gebieten und wurde mit Lebensmitteltransporten weltweit verschleppt. Entsprechend ihrer tropischen Herkunft kann die Art den mitteleuropäischen Winter nur synanthrop in geheizten Gebäuden überleben, oder in Vorräten, die aufgrund von Zerfallsprozessen entsprechende Wärme produzieren. Die 2,5 bis 3,5 mm großen Getreideplattkäfer können an einer Vielzahl von Pflanzenprodukten, wie Getreide, Mehl, Backwaren, Dörrobst, Nüssen und weiteren schädlich werden. Da sie meist an Substratkrümeln fressen, hinterlassen sie kein typisches Schadbild. Die Käfer können ein ungewöhnlich hohes Alter von bis zu drei Jahren erreichen. (KR)

10.08.2018
Crioceris duodecimpunctata (L., 1758)
Crioceris duodecimpunctata
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Die vier in Deutschland vorkommenden Arten der Gattung Crioceris (Familie Chrysomelidae) werden volkstümlich als "Spargelhähnchen" bezeichnet. Dieser Name rührt von ihrer Wirtspflanze Spargel (Asparagus officinalis) sowie der Tatsache her, dass sie bei Beunruhigung deutlich hörbare, zirpende Laute erzeugen. Alle Arten haben mehrfarbige Flügeldecken mit recht variabler Zeichnung. Die 5 bis 6,5 mm große Art C. duodecimpunctata ist neben C. asparagi die häufigste Art in Deutschland und aus allen Regionen gemeldet, während C. quinquepunctata und C. quatuordecimpunctata nur aus dem Südosten bzw. dem Nordosten bekannt sind. Man kann sie zur Aktivitätszeit praktisch auf jeder Spargelpflanze finden, auch in Spargelkulturen, wo sie als Schädling gemeldet ist. (KR/CB)

03.08.2018
Cionus olens (F., 1792)
Cionus olens
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Der Dichtbehaarte Blattschaber Cionus olens (Familie Curculionidae) ist eine von insgesamt zwölf Arten der Gattung in Deutschland. Durch die auffällige, abstehende Behaarung der Flügeldecken ist die Art im Gegensatz zu anderen Cionus-Arten relativ leicht zu bestimmen. Die stenotope, thermophile Art ist von West- über Südeuropa bis Kleinasien verbreitet. In Deutschland ist Cionus olens aktuell nur aus den südwestlichen Regionen (Baden bis Westfalen) gemeldet. Man findet die 3,5 bis 4,2 mm große Art an Wärme- und Trockenhängen und auf Brachen. Sie entwickelt sich oligophag an Verbascum-Arten, vor allem an der Windblumen-Königskerze (V. phlomoides), seltener an der Schwarzen (V. nigrum) und der Flockigen Königskerze (V. pulverulentum). In Deutschland ist Cionus olens als gefährdet (RL 3) eingestuft. (CB)

27.07.2018
Pteleobius vittatus (F., 1787)
Pteleobius vittatus
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Der Bunte Ulmenbastkäfer Pteleobius vittatus (Familie Scolytidae) ist nur 1,8 bis 2,3 mm groß. Er unterscheidet sich von seiner Schwesterart P. kraatzi durch dreifarbige Beschuppung der Flügeldecken und das Fehlen alternierend gewölbter Zwischenräume am Flügeldeckenabsturz. Die stenotope Art entwickelt sich oligophag unter der Rinde kränkelnder oder absterbender Ulmen, ausnahmsweise an Feldahorn (Acer campestre) und Gemeiner Esche (Fraxinus excelsior) in Laubwäldern und Flussauen. Pteleobius vittatus ist in ganz Europa mit Ausnahme der skandinavischen Länder verbreitet. In Deutschland ist die Art aus mehreren Bundesländern gemeldet, wird insgesamt jedoch eher selten gefunden und ist als gefährdet (RL 3) eingestuft. (CB)

20.07.2018
Trichius fasciatus (L., 1758)
Trichius fasciatus
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Der Pinselkäfer Trichius fasciatus (Familie Scarabaeidae) ist einer von drei sehr ähnlichen Vertretern der Gattung in Deutschland. Die Larven der 9 bis 12 mm großen Art entwickeln sich vor allem in morschen Laubhölzern. Trichius fasciatus kommt in fast allen Teilen Deutschlands vor(mit Ausnahme des Nordostens) und bevorzugt die montanen Lagen der Mittelgebirge, wird gelegentlich aber auch in der Ebene gefunden. Die ähnlich verbreitete Schwesterart T. zonatus kommt vor allem in der Ebene vor, dringt jedoch selten auch in die Mittelgebirge vor, während T. sexualis auf wärmebegünstigte Lagen der Ebene beschränkt ist. In der Roten Liste Deutschlands wird T. fasciatus, im Gegensatz zu den als gefährdet (RL 3) eingestuften Schwesterarten T. zonatus und T. sexualis, nicht geführt. (KR/CB)

13.07.2018
Bostrichus capucinus (L., 1758)
Bostrichus capucinus
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Der Karminrote Kapuzinerkäfer Bostrichus capucinus ist einer der fünf dauerhaft in Deutschland etablierten Vertreter der vor allem in den Tropen artenreichen Bohrkäfer (Familie Bostrichidae). Der 8 bis 13 mm große, flugfähige Käfer ist in der gesamten Paläarktis verbreitet und bevorzugt warme Lagen der kontinentalen Klimazone. Je nach Nährstoffgehalt seines Brutholzes entwickelt er sich ein- oder mehrjährig, bevorzugt in Eichensplintholz und Obstholzarten, vor allem vertrockneten Weinstöcken und trockenen Wurzeln. Durch seine walzenförmige Gestalt, den schwarzen, gezähnten Halsschild und die roten Flügeldecken ist die Art unverwechselbar. Obwohl die Art in Holzlagern schädlich werden kann, ist sie aufgrund ihrer Seltenheit als gefährdet (RL 3) eingestuft. (CB)

06.07.2018
Pycnomerus terebrans (Ol., 1790)
Pycnomerus terebrans
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Die Verbreitung des 3 bis 5 mm großen Dornschienen-Rindenkäfers Pycnomerus terebrans (Familie Colydiidae) erstreckt sich von Südeuropa bis zum mittleren Mitteleuropa und Osteuropa. Aus Polen, Böhmen, Mähren und der Slowakei sind aber nur alte Nachweise bekannt, aus Österreich wohl nur aus dem Osten aktuelle Nachweise, aus dem Süden nur alte. Die xylodetriticole Art ist in Deutschland aus vielen Bereichen verschwunden und deshalb in der Roten Liste als vom Aussterben bedroht (RL 1) eingestuft. Pycnomerus terebrans bewohnt urständige Wälder. Käfer und Larven leben im Holzdetritus, mit einer fakultativen Bindung an die Ameise Lasius brunneus. Vermutlich fressen sowohl Käfer als auch Larven im Holzdetritus wachsende Pilze. (KR)

29.06.2018
Tetropium fuscum (F., 1758)
Tetropium fuscum
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Der Braune Fichtenbock Tetropium fuscum (Familie Cerambycidae) ist eine von drei sehr ähnlichen Arten der Gattung in Mitteleuropa. Durch die gelbe Behaarung der Flügeldeckenschultern kann sie von den Schwesterarten unterschieden werden. Die Art kommt in Teilen Südeuropas, ganz Mitteleuropa bis weit nach Nordeuropa und bis weit in den Osten hinein vor, vom Flachland bis ins Mittelgebirge. Die 8 bis 17 mm große Art folgt dabei vor allem der Fichte (Picea), in der sie sich einjährig entwickelt. Die Larven leben unter der Rinde frisch abgestorbener Fichten (Picea), selten auch Tannen (Abies). Zur Verpuppung dringt die Larve tief ins Holz ein, womit sie das Holz entwertet, weshalb die Art als Forstschädling gilt. Die Käfer sind vor allem dämmerungs- und nachtaktiv. (KR)

22.06.2018
Nitidula carnaria (Schall., 1783)
Nitidula carnaria
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Der Aasglanzkäfer Nitidula carnaria ist eine von nur vier Arten der Gattung in Deutschland. Sie gehört zu den Glanzkäfern (Familie Nitidulidae). Die Käfer dieser Gattung sind nekrophag und leben an Knochen, trockenem Aas, geräuchertem Fisch, trockenem Fleisch und ähnlichen Stoffen. In Fischräuchereien können sie schädlich werden, gleichwohl gibt es nur äußerst wenige Meldungen von Schäden an Lebensmitteln. Die Entwicklung der Larven vollzieht sich in trockenem Fleisch und ähnlichen Substraten, womit sie in ihrer Lebensweise den Vertretern der Gattung Dermestes (Speckkäfer) sehr ähnlich sind. Die 1,6 bis 3,2 mm große Art ist praktisch kosmopolitisch verbreitet. Sie wird aus allen Regionen Deutschlands gemeldet, scheint jedoch im Süden deutlich häufiger zu sein als im Norden. (KR)

15.06.2018
Sphinginus lobatus (Ol., 1790)
Sphinginus lobatus
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Die Verbreitung des 2,5 bis 3 mm großen Sphinginus lobatus (Familie Malachiidae) erstreckt sich von England (nur aus Hampshire gemeldet) den Niederlanden und Belgien, über West- und Südwestdeutschland bis ins südwestliche Mitteleuropa. Aus Deutschland existieren nur wenige Nachweise aus Baden-Württemberg, dem Rheinland und Nordrhein. In Westfalen gilt der Käfer seit dem 19. Jahrhundert als verschollen. Aus allen anderen Regionen liegen keine Nachweise vor. Entsprechend wird die sehr seltene Art in der roten Liste als stark gefährdet (RL 2) eingestuft. Die Käfer findet man von Juni bis August auf Blüten und Sträuchern. Wie die meisten Arten der Malachiidae entwickeln sich auch die Larven dieser Art in Totholz. (KR)

08.06.2018
Bledius talpa (Gyll., 1810)
Bledius talpa
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Der Kurzflügler Bledius talpa (Familie Staphylinidae) ist einer der seltensten Vertreter der in Deutschland mehr als 40 Arten umfassenden Gattung Bledius. Aktuelle Nachweise der Art aus Deutschland gibt es derzeit nur aus Württemberg. Für die Regionen Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gilt sie als verschollen oder ausgestorben (letzte Meldungen vor 1950); aus allen anderen Regionen gibt es keine Meldungen. Die stenotopen Käfer findet man vor allem im feuchten Saum sandiger Ufer an Bächen, Flüssen und Seen an vegetationslosen Stellen. Dort kann man die 4,5 bis 5 mm großen, schwarzen Käfer mit den blau glänzenden Flügeldecken nur hin und wieder beobachten, weil sie sich tagsüber zumeist im Sand verstecken. Die Art ist als stark gefährdet (RL 2) eingestuft. (KR)

01.06.2018
Carabus irregularis F., 1792
Carabus irregularis
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Die Verbreitung des 19 bis 30 mm großen Schluchtwald-Laufkäfers Carabus irregularis (Familie Carabidae) erstreckt sich über Mittel- und Osteuropa und beschränkt sich auf die Mittel- und Hochgebirge. In Deutschland geht die Art nördlich bis zum Teutoburger Wald und bis in den Harz. Sie bewohnt bevorzugt feuchte Buchenwälder auf Kalkböden. Als kälteliebende Art findet man sie am ehesten an den Nordhängen der Berge, oft zusammen mit dem ebenfalls psychrophilen Carabus auronitens. Im Winter ist der Käfer in seinen Habitaten im Winterquartier unter dicker, loser Rinde und im faulen Holz toter, liegender Bäume zu finden, oft in Gemeinschaftsquartieren. Die nachtaktiven Käfer leben räuberisch und ernähren sich von Schnecken, Würmern und anderen Insekten. (KR)


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