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Übersicht Käfer der Woche

Texte © K. Reißmann, T. Hörren, M. Stern, F. Bötzl und C. Benisch


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Filter: Wissenschaft­licher Art-/​Familien­name oder Fragment, ≥1 Buchstabe.
 


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14.09.2018
Ampedus nigroflavus (Goeze, 1777)
Ampedus nigroflavus
17 
Der 9 bis 13 mm große Gelbhaarige Schnellkäfer Ampedus nigroflavus (Familie Elateridae) ist eine der heller orange, fast gelb gefärbten Arten der Gattung, die durch die Färbung und gelbe Behaarung der Flügeldecken vergleichsweise leicht zu bestimmen ist. Während sich die silvicole Art in Ostdeutschland wohl bevorzugt in (rotfauler) Birke (Betula sp.) entwickelt, scheint sie im Westen ein breiteres Spektrum an Laubbaumarten (unter anderem Quercus, Alnus, Malus) zu besiedeln. Hier jagen ihre Larven vermutlich die Larven anderer holzbesiedelnder Käferarten. Die Art wird zwar aktuell aus allen Bundesländern gemeldet, zählt aber trotzdem zu den eher selten gefundenen. In der Roten Liste Deutschlands wird sie als gefährdet (RL 3) eingestuft. (KR/CB)

07.09.2018
Triplax rufipes (F., 1775)
Triplax rufipes
19 
Der Rotbeinige Faulholzkäfer Triplax rufipes (Familie Erotylidae) ist eine der insgesamt acht Arten der Gattung in Deutschland. Die 3 bis 5 mm große Art ist von Süd- über Mitteleuropa bis zum Kaukasus verbreitet. Bis vor einigen Jahren war die Art in Deutschland sehr selten. Neue Nachweise in Hessen und Baden-Württemberg zeigen eine Ausbreitung der Art, die eine Überprüfung des bisherigen Status vom Aussterben bedroht (RL 1) nahelegt. Die stenotope, mycetobionte Art kommt in alten, pilzreichen Wäldern vor und entwickelt sich in Porlingen (Polyporus) und vor allem Seitlingen (Pleurotus) an Buche (Fagus), Eiche (Quercus) und Birke (Betula). Von der sehr ähnlichen Schwesterart T. lepida ist T. rufipes durch die geschwärzte Fühlerkeule zu unterscheiden. (CB)

31.08.2018
Coccinella hieroglyphica L., 1758
Coccinella hieroglyphica
23 
Der 3,5 bis 5 mm große Heidekraut-Marienkäfer Coccinella hieroglyphica (Familie Coccinellidae) gehört zu den fünf Arten der Gattung Coccinella in Deutschland. Die Art ist holarktisch verbreitet, von Nordamerika über Europa bis zum Polarkreis und bis Sibirien. Die stenotope, tyrphophile Art kommt in Heide- und Moorgebieten vor, im Süden nur in montanen Lagen. Man findet die Art auf Heidekraut (Calluna) und Sauergräsern, seltener Moorlatschen (Pinus). Käfer und Larven ernähren sich räuberisch von Blattläusen. Die schwarze Zeichnung der gelben bis rötlichen Flügeldecken ist variabel und kann stark reduziert sein, daneben kommen auch ganz schwarze Formen vor. In Deutschland ist C. hieroglyphica als gefährdet (RL 3) eingestuft. (CB)

24.08.2018
Prionus coriarius (L., 1758)
Prionus coriarius
23 
Der Sägebock Prionus coriarius (Familie Cerambycidae) gehört mit 18 bis 45 mm bereits zu den großen Arten der deutschen Fauna. Ihren volkstümlichen Namen trägt die Art wegen der sägeblattartig erweiterten Fühlerglieder der Männchen. Die 3-jährige Entwicklung der Larven vollzieht sich in Eiche (Quercus), vor allem im Wurzelholz und im bodennahen Stammholz lebender, aber kranker Bäume. Tagsüber sitzen die Käfer oft reglos im unteren Stammbereich, meist verdeckt durch niedere Vegetation. In der Dämmerung steigen sie an den Baumstämmen empor und sind dann leicht zu entdecken. Wegen seiner ausgesprochenen Dämmerungs- und Nachtaktivität wird der Käfer jedoch trotz seiner Häufigkeit (aktuell aus allen Teilen Deutschlands gemeldet) wenig gesehen. In der Roten Liste Deutschlands wird er nicht geführt. (KR)

17.08.2018
Oryzaephilus surinamensis (L., 1758)
Oryzaephilus surinamensis
15 
Der Getreideplattkäfer Oryzaephilus surinamensis (Familie Silvanidae) stammt ursprünglich wie seine Schwesternart, der Erdnussplattkäfer Oryzaephilus mercator, aus tropischen Gebieten und wurde mit Lebensmitteltransporten weltweit verschleppt. Entsprechend ihrer tropischen Herkunft kann die Art den mitteleuropäischen Winter nur synanthrop in geheizten Gebäuden überleben, oder in Vorräten, die aufgrund von Zerfallsprozessen entsprechende Wärme produzieren. Die 2,5 bis 3,5 mm großen Getreideplattkäfer können an einer Vielzahl von Pflanzenprodukten, wie Getreide, Mehl, Backwaren, Dörrobst, Nüssen und weiteren schädlich werden. Da sie meist an Substratkrümeln fressen, hinterlassen sie kein typisches Schadbild. Die Käfer können ein ungewöhnlich hohes Alter von bis zu drei Jahren erreichen. (KR)

10.08.2018
Crioceris duodecimpunctata (L., 1758)
Crioceris duodecimpunctata
17 
Die vier in Deutschland vorkommenden Arten der Gattung Crioceris (Familie Chrysomelidae) werden volkstümlich als "Spargelhähnchen" bezeichnet. Dieser Name rührt von ihrer Wirtspflanze Spargel (Asparagus officinalis) sowie der Tatsache her, dass sie bei Beunruhigung deutlich hörbare, zirpende Laute erzeugen. Alle Arten haben mehrfarbige Flügeldecken mit recht variabler Zeichnung. Die 5 bis 6,5 mm große Art C. duodecimpunctata ist neben C. asparagi die häufigste Art in Deutschland und aus allen Regionen gemeldet, während C. quinquepunctata und C. quatuordecimpunctata nur aus dem Südosten bzw. dem Nordosten bekannt sind. Man kann sie zur Aktivitätszeit praktisch auf jeder Spargelpflanze finden, auch in Spargelkulturen, wo sie als Schädling gemeldet ist. (KR/CB)

03.08.2018
Cionus olens (F., 1792)
Cionus olens
25 
Der Dichtbehaarte Blattschaber Cionus olens (Familie Curculionidae) ist eine von insgesamt zwölf Arten der Gattung in Deutschland. Durch die auffällige, abstehende Behaarung der Flügeldecken ist die Art im Gegensatz zu anderen Cionus-Arten relativ leicht zu bestimmen. Die stenotope, thermophile Art ist von West- über Südeuropa bis Kleinasien verbreitet. In Deutschland ist Cionus olens aktuell nur aus den südwestlichen Regionen (Baden bis Westfalen) gemeldet. Man findet die 3,5 bis 4,2 mm große Art an Wärme- und Trockenhängen und auf Brachen. Sie entwickelt sich oligophag an Verbascum-Arten, vor allem an der Windblumen-Königskerze (V. phlomoides), seltener an der Schwarzen (V. nigrum) und der Flockigen Königskerze (V. pulverulentum). In Deutschland ist Cionus olens als gefährdet (RL 3) eingestuft. (CB)

27.07.2018
Pteleobius vittatus (F., 1787)
Pteleobius vittatus
22 
Der Bunte Ulmenbastkäfer Pteleobius vittatus (Familie Scolytidae) ist nur 1,8 bis 2,3 mm groß. Er unterscheidet sich von seiner Schwesterart P. kraatzi durch dreifarbige Beschuppung der Flügeldecken und das Fehlen alternierend gewölbter Zwischenräume am Flügeldeckenabsturz. Die stenotope Art entwickelt sich oligophag unter der Rinde kränkelnder oder absterbender Ulmen, ausnahmsweise an Feldahorn (Acer campestre) und Gemeiner Esche (Fraxinus excelsior) in Laubwäldern und Flussauen. Pteleobius vittatus ist in ganz Europa mit Ausnahme der skandinavischen Länder verbreitet. In Deutschland ist die Art aus mehreren Bundesländern gemeldet, wird insgesamt jedoch eher selten gefunden und ist als gefährdet (RL 3) eingestuft. (CB)

20.07.2018
Trichius fasciatus (L., 1758)
Trichius fasciatus
16 
Der Pinselkäfer Trichius fasciatus (Familie Scarabaeidae) ist einer von drei sehr ähnlichen Vertretern der Gattung in Deutschland. Die Larven der 9 bis 12 mm großen Art entwickeln sich vor allem in morschen Laubhölzern. Trichius fasciatus kommt in fast allen Teilen Deutschlands vor(mit Ausnahme des Nordostens) und bevorzugt die montanen Lagen der Mittelgebirge, wird gelegentlich aber auch in der Ebene gefunden. Die ähnlich verbreitete Schwesterart T. zonatus kommt vor allem in der Ebene vor, dringt jedoch selten auch in die Mittelgebirge vor, während T. sexualis auf wärmebegünstigte Lagen der Ebene beschränkt ist. In der Roten Liste Deutschlands wird T. fasciatus, im Gegensatz zu den als gefährdet (RL 3) eingestuften Schwesterarten T. zonatus und T. sexualis, nicht geführt. (KR/CB)

13.07.2018
Bostrichus capucinus (L., 1758)
Bostrichus capucinus
23 
Der Karminrote Kapuzinerkäfer Bostrichus capucinus ist einer der fünf dauerhaft in Deutschland etablierten Vertreter der vor allem in den Tropen artenreichen Bohrkäfer (Familie Bostrichidae). Der 8 bis 13 mm große, flugfähige Käfer ist in der gesamten Paläarktis verbreitet und bevorzugt warme Lagen der kontinentalen Klimazone. Je nach Nährstoffgehalt seines Brutholzes entwickelt er sich ein- oder mehrjährig, bevorzugt in Eichensplintholz und Obstholzarten, vor allem vertrockneten Weinstöcken und trockenen Wurzeln. Durch seine walzenförmige Gestalt, den schwarzen, gezähnten Halsschild und die roten Flügeldecken ist die Art unverwechselbar. Obwohl die Art in Holzlagern schädlich werden kann, ist sie aufgrund ihrer Seltenheit als gefährdet (RL 3) eingestuft. (CB)

06.07.2018
Pycnomerus terebrans (Ol., 1790)
Pycnomerus terebrans
24 
Die Verbreitung des 3 bis 5 mm großen Dornschienen-Rindenkäfers Pycnomerus terebrans (Familie Colydiidae) erstreckt sich von Südeuropa bis zum mittleren Mitteleuropa und Osteuropa. Aus Polen, Böhmen, Mähren und der Slowakei sind aber nur alte Nachweise bekannt, aus Österreich wohl nur aus dem Osten aktuelle Nachweise, aus dem Süden nur alte. Die xylodetriticole Art ist in Deutschland aus vielen Bereichen verschwunden und deshalb in der Roten Liste als vom Aussterben bedroht (RL 1) eingestuft. Pycnomerus terebrans bewohnt urständige Wälder. Käfer und Larven leben im Holzdetritus, mit einer fakultativen Bindung an die Ameise Lasius brunneus. Vermutlich fressen sowohl Käfer als auch Larven im Holzdetritus wachsende Pilze. (KR)

29.06.2018
Tetropium fuscum (F., 1758)
Tetropium fuscum
28 
Der Braune Fichtenbock Tetropium fuscum (Familie Cerambycidae) ist eine von drei sehr ähnlichen Arten der Gattung in Mitteleuropa. Durch die gelbe Behaarung der Flügeldeckenschultern kann sie von den Schwesterarten unterschieden werden. Die Art kommt in Teilen Südeuropas, ganz Mitteleuropa bis weit nach Nordeuropa und bis weit in den Osten hinein vor, vom Flachland bis ins Mittelgebirge. Die 8 bis 17 mm große Art folgt dabei vor allem der Fichte (Picea), in der sie sich einjährig entwickelt. Die Larven leben unter der Rinde frisch abgestorbener Fichten (Picea), selten auch Tannen (Abies). Zur Verpuppung dringt die Larve tief ins Holz ein, womit sie das Holz entwertet, weshalb die Art als Forstschädling gilt. Die Käfer sind vor allem dämmerungs- und nachtaktiv. (KR)

22.06.2018
Nitidula carnaria (Schall., 1783)
Nitidula carnaria
20 
Der Aasglanzkäfer Nitidula carnaria ist eine von nur vier Arten der Gattung in Deutschland. Sie gehört zu den Glanzkäfern (Familie Nitidulidae). Die Käfer dieser Gattung sind nekrophag und leben an Knochen, trockenem Aas, geräuchertem Fisch, trockenem Fleisch und ähnlichen Stoffen. In Fischräuchereien können sie schädlich werden, gleichwohl gibt es nur äußerst wenige Meldungen von Schäden an Lebensmitteln. Die Entwicklung der Larven vollzieht sich in trockenem Fleisch und ähnlichen Substraten, womit sie in ihrer Lebensweise den Vertretern der Gattung Dermestes (Speckkäfer) sehr ähnlich sind. Die 1,6 bis 3,2 mm große Art ist praktisch kosmopolitisch verbreitet. Sie wird aus allen Regionen Deutschlands gemeldet, scheint jedoch im Süden deutlich häufiger zu sein als im Norden. (KR)

15.06.2018
Sphinginus lobatus (Ol., 1790)
Sphinginus lobatus
19 
Die Verbreitung des 2,5 bis 3 mm großen Sphinginus lobatus (Familie Malachiidae) erstreckt sich von England (nur aus Hampshire gemeldet) den Niederlanden und Belgien, über West- und Südwestdeutschland bis ins südwestliche Mitteleuropa. Aus Deutschland existieren nur wenige Nachweise aus Baden-Württemberg, dem Rheinland und Nordrhein. In Westfalen gilt der Käfer seit dem 19. Jahrhundert als verschollen. Aus allen anderen Regionen liegen keine Nachweise vor. Entsprechend wird die sehr seltene Art in der roten Liste als stark gefährdet (RL 2) eingestuft. Die Käfer findet man von Juni bis August auf Blüten und Sträuchern. Wie die meisten Arten der Malachiidae entwickeln sich auch die Larven dieser Art in Totholz. (KR)

08.06.2018
Bledius talpa (Gyll., 1810)
Bledius talpa
19 
Der Kurzflügler Bledius talpa (Familie Staphylinidae) ist einer der seltensten Vertreter der in Deutschland mehr als 40 Arten umfassenden Gattung Bledius. Aktuelle Nachweise der Art aus Deutschland gibt es derzeit nur aus Württemberg. Für die Regionen Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gilt sie als verschollen oder ausgestorben (letzte Meldungen vor 1950); aus allen anderen Regionen gibt es keine Meldungen. Die stenotopen Käfer findet man vor allem im feuchten Saum sandiger Ufer an Bächen, Flüssen und Seen an vegetationslosen Stellen. Dort kann man die 4,5 bis 5 mm großen, schwarzen Käfer mit den blau glänzenden Flügeldecken nur hin und wieder beobachten, weil sie sich tagsüber zumeist im Sand verstecken. Die Art ist als stark gefährdet (RL 2) eingestuft. (KR)

01.06.2018
Carabus irregularis F., 1792
Carabus irregularis
23 
Die Verbreitung des 19 bis 30 mm großen Schluchtwald-Laufkäfers Carabus irregularis (Familie Carabidae) erstreckt sich über Mittel- und Osteuropa und beschränkt sich auf die Mittel- und Hochgebirge. In Deutschland geht die Art nördlich bis zum Teutoburger Wald und bis in den Harz. Sie bewohnt bevorzugt feuchte Buchenwälder auf Kalkböden. Als kälteliebende Art findet man sie am ehesten an den Nordhängen der Berge, oft zusammen mit dem ebenfalls psychrophilen Carabus auronitens. Im Winter ist der Käfer in seinen Habitaten im Winterquartier unter dicker, loser Rinde und im faulen Holz toter, liegender Bäume zu finden, oft in Gemeinschaftsquartieren. Die nachtaktiven Käfer leben räuberisch und ernähren sich von Schnecken, Würmern und anderen Insekten. (KR)

25.05.2018
Anthaxia candens (Panz., 1789)
Anthaxia candens
38 
Die Verbreitung des Kirschbaum-Prachtkäfers Anthaxia candens (Familie Buprestidae) erstreckt sich von Spanien über Mittel- und Südeuropa bis nach Transkaukasien und Südrussland. Er fehlt teilweise im südöstlichen Mittelmeerraum und wird dort durch Anthaxia lucens ersetzt. A. candens wird vor allem auf Streuobstwiesen mit ungepflegten oder verwilderten, alten Süßkirschbäumen mit hohem Totholzanteil gefunden. Die Entwicklung dauert in der Regel drei Jahre. Die Käfer besuchen im Gegensatz zu vielen anderen Anthaxien nie Blüten. Sie sind wegen ihrer akrodendrischen Lebensweise leichter über die typischen Schlupflöcher, als über direkte Beobachtung der Käfer nachzuweisen. Die Käfer weisen einen Sexualdimorphismus auf: Kopf und Halsschild des Weibchens sind blau, beim Männchen leuchtend grün. (KR)

18.05.2018
Hypocaccus rugiceps (Duft., 1805)
Hypocaccus rugiceps
27 
Der 3 bis 4 mm große Stutzkäfer Hypocaccus rugiceps (Familie Histeridae) ist in ganz Europa, dem Kaukasus und bis Sibirien verbreitet. Er wird für Mitteleuropa im Allgemeinen als nicht selten angegeben, obwohl aus vielen Gebieten Deutschlands aktuelle Nachweise (nach 1950) fehlen. Jüngste Wiederfunde aus mehreren Regionen Deutschlands könnten das Fehlen aktueller Nachweise auch mit fehlender Bearbeitung der entsprechenden Regionen erklären. Die Käfer kommen bevorzugt auf sandigen Böden in Gewässernähe vor, meist entlang der großen Flüsse und der sie begleitenden Seen, sowie an der Küste in den Dünen und am Sandstrand. Hier sitzen die Käfer an Aas und Exkrementen, oft in Gesellschaft mit der sehr ähnlichen Schwesterart Hypocaccus rugifrons. (KR/CB)

11.05.2018
Ampedus elegantulus (Schönh., 1817)
Ampedus elegantulus
22 
Die Verbreitung des Schnellkäfers Ampedus elegantulus (Familie Elateridae) erstreckt sich von den Pyrenäen über Süd- und Mitteleuropa bis nach Westrussland und in die Türkei. In Mitteleuropa gehört er zu den sehr seltenen Arten und wird in der Roten Liste Deutschlands als vom Aussterben bedroht (RL 1) geführt. Der Käfer ist durch die typische Schwarzzeichnung der Spitzen der ansonsten gelben Flügeldecken unverwechselbar. Er benötigt seltene Totholzstrukturen, wie sie in unserer aufgeräumten Landschaft nur noch selten gefunden werden. Die Larven entwickeln sich bevorzugt im rotfaulen Holz von Baumhöhlen, gelegentlich auch in sehr feuchtem, weißfaulem Holz von Weide (Salix), seltener Eiche, Pappel und Fichte. Sie ernähren sich räuberisch von anderen Insektenlarven. (KR/CB)

04.05.2018
Cordicomus sellatus (Panz., 1797)
Cordicomus sellatus
24 
Die Verbreitung des 4 mm großen Cordicomus sellatus (Familie Anthicidae) erstreckt sich von Nord- bis Mitteleuropa. Vor allem im Osten ist die Art weit verbreitet und zuweilen nicht selten. Aus Deutschland wird sie aus fast allen Gebieten gemeldet (außer Württemberg und dem Saarland), jedoch sind vielerorts nur alte Meldungen vorhanden. In der Roten Liste der Deutschlands wird die Art als stark gefährdet eingestuft. Man findet die Käfer vor allem an sandigen Ufern von Flüssen und Seen in faulenden Vegetabilien und im Sand unter Pflanzen. Entlang des Rheins sollte sie überall, wo sandige Ufer sind, nachweisbar sein. Fehlende Sandufer im engen Rheintal von Rheinland-Pfalz dürften die Ursache dafür sein, dass aus dem Rheinland nur historische Belege vorliegen. (KR)

27.04.2018
Amphotis marginata (F., 1781)
Amphotis marginata
27 
Der Gastkäfer Amphotis marginata (Familie Nitidulidae) hat seinen volkstümlichen Namen nicht umsonst: Man findet die Käfer in der Nähe der Nester der Glänzendschwarzen Holzameise (Lasius fuliginosus). Sie führen ein unauffälliges Leben und betteln Ameisen an, die von der Nahrungssuche heimkehren. Merken die Ameisen den Betrug, drücken sich die Käfer mit ihrem schildartigen Körper eng an den Untergrund und sind für die Ameisen praktisch unangreifbar. Die Entwicklung der 4 bis 4,5 mm großen Art ist noch ungeklärt. Man vermutet, dass sich die Larven in Pflanzengallen entwickeln. Amphotis marginata ist aus allen Teilen Deutschlands gemeldet und nicht gefährdet. Wegen ihrer versteckten Lebensweise wird die Art vergleichsweise selten gefunden. (KR)

20.04.2018
Brachytarsus fasciatus (Forst., 1771)
Brachytarsus fasciatus
27 
Der 2 bis 4 mm große Rote Schildlaus-Breitrüssler Brachytarsus fasciatus (Familie Anthribidae) ist eine von drei Arten der Gattung in Deutschland. Die Käfer überwintern und erscheinen schon im zeitigen Frühjahr, sonst von Mai bis Juni auf Laubbäumen, die von Napfschildläusen (Coccidae) befallen sind. Die Larven leben unter den gewölbten Körpern in den Brutblasen von Schildläusen der Gattungen Eulecanium und Pulvinaria und ernähren sich hier zunächst von Eiern und Larven, später auch von den Schildläusen selbst. Brachytarsus fasciatus ist eine verhältnismäßig seltene Art, die in Deutschland vielerorts fehlt oder verschwunden ist, weshalb sie in der Roten Liste als gefährdet (RL 3) geführt wird. Gründe für ihre Seltenheit scheinen nicht bekannt zu sein. (KR)

13.04.2018
Rhyzopertha dominica (F., 1792)
Rhyzopertha dominica
20 
Der Ursprung des 2 bis 3 mm großen Getreidekapuziners Rhyzopertha dominica (Familie Bostrichidae) liegt in den (sub-) tropischen Regionen Südostasiens. Es ist heute nicht mehr sicher festzustellen, aber vermutlich stammt die Art aus Indien, China und Indochina und wurde mit Lebensmitteltransporten von hier aus weltweit verschleppt. Sie ist heute kosmopolitisch verbreitet und zählt zu den gefährlichsten Vorratsschädlingen. Befallen werden protein-, öl- und stärkereiche Pflanzenprodukte, z.B. Getreide, Reis, Hirse, Hülsenfrüchte, Ölsaaten und andere, in denen sich die Larven entwickeln. Da sie aus warmen Regionen stammen, vertragen Käfer und Larven Temperaturen unter 10 °C nicht und sterben schnell ab, weshalb sie in Mitteleuropa obligat synanthrop leben. (KR/CB)

06.04.2018
Callistus lunatus (F., 1775)
Callistus lunatus
24 
Die Verbreitung des 4,2 bis 7 mm großen Mondfleckkäfers Callistus lunatus (Familie Carabidae) reicht vom nördlichen Spanien, über Mitteleuropa (Südengland, Südholland, Mitteldeutschland), östlich bis Süd-Lettland und Mittelrussland, bis Turkmenistan. Im Süden erreicht die Art das Mittelmeergebiet ohne die Inseln. Die Art ist ausgesprochen wärmeliebend und nirgends häufig. Sie bevorzugt in der Regel Kalkböden, wird aber gelegentlich auch von sandigen Böden gemeldet. In Deutschland ist sie meist im Hügelland zu finden und hier bevorzugt an xerothermen, meist schütter bewachsenen Südhängen. Man findet die Käfer unter Steinen, liegendem Holz und ähnlichem oder in der Sonne umherlaufend. In der Roten Liste Deutschlands ist C. lunatus als stark gefährdet eingestuft (RL 2). (KR)

30.03.2018
Pachnephorus pilosus (Rossi, 1790)
Pachnephorus pilosus
23 
Die Verbreitung des 2,5 bis 3,5 mm großen Blattkäfers Pachnephorus pilosus (Familie Chrysomelidae) reicht von Süd- bis Mitteleuropa. In Südeuropa ist die Gattung Pachnephorus mit etwa zwei Dutzend Arten vertreten, in Deutschland kommen dagegen nur zwei Arten vor. Von diesen ist Pachnephorus pilosus die deutlich häufigere. Sie ist aus ganz Deutschland mit Ausnahme der nördlichen Bundesländer gemeldet, aber lokal und selten. Die terricolen Käfer leben unter niederen Pflanzen an offenen, sonnigen Stellen, auf schlickig-lehmigem Feinsandboden, oft in der Nähe von Gräben und anderen feuchten Habitaten. Sie beweiden dünne Moosrasen, die auf dem feuchten, lehmig-sandigen Untergrund gedeihen. In der Roten Liste Deutschlands ist die Art als stark gefährdet eingestuft (RL 2). (KR/CB)


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