Käfer der Woche

Texte © K. Reißmann, T. Hörren, M. Stern, F. Bötzl und C. Benisch

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25.03.2022
Cynaeus angustus (Leconte, 1851)
Cynaeus angustus
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Cynaeus angustus A
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Der 5,5 bis 6,5 mm lange Schwarzkäfer Cynaeus angustus (Familie Tenebrionidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland. Die Art stammt ursprünglich aus der Sonora-Wüste im Südwesten der USA bzw. Mexiko, wo noch zwei ähnliche Schwesterarten vorkommen. Sie lebt an sich zersetzenden Überresten von Yucca und Agaven. Von dort breitete sich die Art seit den 1970er-Jahren als Schädling in Getreidelägern und an Abfällen der Baumwollgewinnung nach Osten aus. Seit Mitte der 1990er-Jahre erfolgten Nachweise eingeschleppter Tiere in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Man findet die Käfer von Juni bis September an Dreschabfällen von Getreide und Kompost. In Deutschland liegen aktuelle Nachweise aus der Pfalz, Baden und Thüringen vor. Die expansive Art gilt als nicht gefährdet. (CB)

18.03.2022
Emus hirtus (L., 1758)
Emus hirtus
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Der 18 bis 28 mm große Behaarte Kurzflügler Emus hirtus (Familie Staphylinidae) ist wohl der schönste Kurzflügler in unserer Fauna und der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland. Die eurytope, thermophile Art ist von ganz Europa bis zum westlichen Zentralasien verbreitet. Sie bevorzugt naturnahe Weiden, vor allem an Wärme- und Trockenhänge, sandige sonnenexponierte Viehweiden und trockene Waldränder. Käfer und Larven leben räuberisch an frischem Dung von Pferden und Rindern und ernähren sich von Imagines und Larven von Dipteren und anderen Käfern. Die Behaarung der Imagines ist wasser- und schmutzabweisend, so dass die Tiere selbst in ganz frischem Rinderdung stets unverschmutzt bleiben. In Deutschland zeigt die Art starke Bestandsschwankungen und verschwindet in einem Gebiet oft für mehrere Jahre. Sie gilt als stark gefährdet (RL 2). (CB)

11.03.2022
Rhagium bifasciatum F., 1775
Rhagium bifasciatum
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Der 12 bis 22 mm große Gelbbindige Zangenbock Rhagium bifasciatum (Familie Cerambycidae) ist einer von vier Vertretern der Gattung in Deutschland. Die Gattung ist mit 25 Arten holarktisch verbreitet. Die stenotope, silvicole Art ist von Europa bis Kleinasien und zum Kaukasus verbreitet. Die Käfer bevorzugen Nadel- und Mischwälder der planaren bis montanen Zone. Die meist 2-jährige Larvenentwicklung erfolgt im toten Holz von Stümpfen und Stämmen von Fichten und Kiefern, seltener in Laubhölzern wie Buche und Eiche. Im Gegensatz zu den Schwesterarten R. inquisitor und R. mordax baut die Larve keine Puppenwiege unter der Rinde, sondern verpuppt sich im morschen Holz. Die tagaktiven Käfer findet man ab Ende April auf Baumstämmen und Zweigen, gelegentlich auf Blüten. In Deutschland aus allen Regionen gemeldet und nicht selten. (CB)

04.03.2022
Lebia marginata (Fourcr., 1785)
Lebia marginata
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Der 3,8 bis 5 mm große Laufkäfer Lebia marginata (Familie Carabidae) gehört zu den seltensten Vertretern der vier sicher nachgewiesenen Arten der Gattung Lebia in Deutschland. Die artenreiche Gattung ist weltweit mit über 700 Arten in 17 Untergattungen verbreitet. Die eurytope, xerophile Lebia marginata erreicht von Südeuropa aus noch das südliche Mitteleuropa, im Osten ist sie vom Kaukasus bis Südwest-Asien verbreitet. Man findet die Käfer an sonnigen Waldrändern und auf Lichtungen auf jungen Bäumen und Büschen, bevorzugt in den Nachmittagsstunden. Die Käfer ernähren sich räuberisch von anderen Insekten. In Deutschland liegen aktuelle Funde nur aus der Südhälfte vor und die Art ist ziemlich selten, an den Fundstellen jedoch mitunter in gewisser Anzahl anzutreffen. In Deutschland als vom Aussterben bedroht (RL 1) eingestuft. (CB)

25.02.2022
Platycerus caraboides (L., 1758)
Platycerus caraboides
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Der 10 bis 14 mm große Kleine Rehschröter Platycerus caraboides (Familie Lucanidae) ist ein der beiden Arten der Gattung in Deutschland. Die stenotope, silvicole Art ist vom nördlichen Südeuropa über Mitteleuropa bis Westasien verbreitet. Sie fehlt im Norden der Britischen Inseln und in Nordskandinavien, außerdem in Südspanien sowie Griechenland und in großen Teilen des Balkans. Platycerus caraboides bevorzugt planare und colline Lagen und ist vor allem in warmen Buchenmischwäldern bis 750 m üNN anzutreffen. Die ähnliche Schwesterart P. caprea bevorzugt dagegen gebirgige, kühle und feuchte Lagen vom montanen bis in den subalpinen Bereich. Die Käfer ernähren sich von Blättern und Knospen. Die Larven entwickeln sich 3-jährig in weißfaulem Holz verschiedener Laubbäume. In Deutschland kommt die Art überall vor und ist nicht selten. (CB)

18.02.2022
Bruchus pisorum (L., 1758)
Bruchus pisorum
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Der 4 bis 5 mm große Gemeine Erbsenkäfer Bruchus pisorum (Familie Bruchidae) ist eine von 14 Arten der Gattung in Deutschland und ist heute kosmopolitisch verbreitet. Er gilt als wichtiger Schädling im Erbsenanbau. Die Larven entwickelt sich in innerhalb der Erbsenschoten, wobei sich jede Larve in eine Erbse einbohrt und sich später auch in ihr verpuppt. Auf diese Art gelangt der Käfer auch in Vorratslager. Der Befall der Erbsen kann erheblich sein. Es gibt Berichte aus dem ersten Weltkrieg, wonach Erbsensuppen aus Feldküchen von der Truppe aufgrund der enthaltenen "kleinen Speckstückchen" als besonders gut und herzhaft bezeichnet wurden. Bei dieser "Beilage" handelte es sich um die Larven von Bruchus pisorum. In Deutschland liegen aktuelle Meldungen aus dem Westen sowie aus dem Osten vor. (CB)

11.02.2022
Aphodius luridus (F., 1775)
Aphodius luridus
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Der 6 bis 9 mm große Dungkäfer Aphodius luridus (Familie Scarabaeidae) ist eine von etwa 60 aktuell gemeldeten Arten der Gattung in Deutschland. Die Gattung Aphodius ist weltweit verbreitet und enthält über 1000 Arten in zahlreichen Untergattungen. Aphodius luridus ist eine paläarktische Art und kommt von Nordafrika über Europa bis Ostsibirien vor. Bei uns in der Ebene und in niederen Lagen nicht selten, findet man Aphodius luridus ab dem zeitigen Frühjahr bis Anfang Juni an verschiedenen Dung-Arten, z.B. von Schaf, Ziege, Pferd und besonders von Rind. Die xerophile Art bevorzugt sonnige Viehweiden, Heide, Trocken- und Wärmehänge, besonders auf Kalkböden. Neben schwarz-gelb gefleckten kommen auch rein schwarze Exemplare vor. In Deutschland liegen aktuelle Meldungen aus fast allen Bundesländern vor und die Art gilt als nicht gefährdet. (CB)

04.02.2022
Bradybatus fallax Gerst., 1860
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Der 3,2 bis 3,8 mm große Gebänderte Ahorn-Fruchtstecher Bradybatus fallax (Familie Curculionidae) ist neben B. kellneri und dem seltenen B. creutzeri eine von drei Arten der Gattung in Deutschland. Die Art ist von Mitteleuropa (dort vor allem in Wärmegebieten) bis Russland im Osten und bis Italien im Süden verbreitet. Bradybatus fallax lebt an Feld-, Spitz- und bevorzugt an Bergahorn. Die Käfer halten sich an den Blütenständen auf und entziehen sich so aufgrund der Höhe der Ahornbäume oft dem Nachweis. Die Larvenentwicklung erfolgt in den Früchten der Futterpflanze. Die neue Generation schlüpft im Spätsommer und überwintert im Habitat. Bradybatus fallax ist aus den meisten Bundesländern mit Ausnahme des Nordostens gemeldet und gilt als nicht gefährdet, ist aber aufgrund des schwierigen Nachweises wohl unterkartiert. (CB)

28.01.2022
Opatrum sabulosum (L., 1761)
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Der 7 bis 10 mm große Gemeine Staubkäfer Opatrum sabulosum (Familie Tenebrionidae) ist der häufigere der beiden Vertreter der Gattung in Deutschland. Die stenotope, xerophile und psammophile Art kommt von Mittel- und Nordeuropa bis zum Kaukasus, Zentralasien, Sibirien und Nordwest-China vor. Die Käfer bevorzugen trockenwarme Habitate, wie Trocken- und Wärmehänge, Weinberge, Halbtrockenrasen, Steinbrüche, sonnexponierte Böschungen und Dünen. Die Käfer ernähren sich von pflanzlichem Detritus und frischem Pflanzenmaterial. Die Larven entwickeln sich im Boden an Pflanzenwurzeln, wo sie an Kulturpflanzen schädlich werden können. Die Käfer schlüpfen im Herbst, überwintern im Boden und erscheinen im Folgejahr ab März. In Deutschland ist die Art überall vorhanden und sehr häufig. (CB)

21.01.2022
Donacia marginata Hoppe, 1795
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Der 8 bis 11 mm lange Keulenfüßige Rohrkäfer Donacia marginata (Familie Chrysomelidae) ist eine von 20 teilweise recht ähnlichen Arten der holarktisch verbreiteten Gattung in Deutschland. Weltweit sind über 80 Arten bekannt. Donacia marginata ist von Nordafrika über Europa bis Zentralasien verbreitet. Man findet die stenotope, hygrophile Art von April bis Juni an sumpfigen Ufern von Teichen und Weihern, selten von Fließgewässern. Sie lebt monophag am Ästigen Igelkolben (Sparganium erectum). Die Larven entwickeln sich an den Wurzeln der Wirtspflanze unter Wasser, wo sie ihre Atemluft aus dem Luftkanalsystem der Wirtspflanze beziehen. Die Imagines fressen an den Blättern und Blüten. In Deutschland ist die Art aus allen Bundesländern gemeldet und ist nicht gefährdet. (CB)

14.01.2022
Cteniopus flavus (Scop., 1763)
Cteniopus flavus
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Der 7 bis 9,5 mm große Schwefelkäfer Cteniopus flavus (Familie Alleculidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland. In Europa sind sieben Cteniopus-Arten bekannt. Die stenotope, thermophile Art ist von Europa über Asien bis Sibirien verbreitet, im Norden nur sporadisch und selten. Sie bevorzugt Wärmestellen, wie sonnige Hänge, Trocken- und Halbtrockenrasen sowie Weinberge in der Ebene oder sonnigen Tallagen der Vorgebirge. Die Larvenentwicklung erfolgt zweijährig im Boden an kiesigen oder sandigen Stellen an Pflanzenwurzeln. Die Imagines findet man von Juni bis August auf verschiedenen Doldenblüten, auch auf blühenden Linden, wo sie sich von Pollen ernähren. An den Fundorten sind die Käfer oft in Anzahl vorhanden. In Deutschland ist die Art aus den meisten Bundesländern gemeldet, gilt aber als gefährdet (RL 3). (CB)

07.01.2022
Necrodes littoralis (L., 1758)
Necrodes littoralis
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Der 15 bis 25 mm große Ufer-Totengräber Necrodes littoralis (Familie Silphidae) ist der einzige Vertreter der holarktischen Gattung in Deutschland. Mit den drei zimtfarbenen distalen Fühlerkeulengliedern ist er leicht zu erkennen. Das Männchen weist stark verdickte Hinterschenkel und gebogene Hinterschienen auf. Die eurytope Art ist von Europa (mit Ausnahme des hohen Nordens) bis zum Kaukasus verbreitet. Sie bevorzugt feuchtere Lebensräume wie Wiesen und Flussauen. Die Käfer sind recht flugfreudig und werden von Aasgeruch angelockt. Man findet sie meist an größeren Äsern, wo sich Käfer und Larven direkt vom Aas, aber auch räuberisch von anderen Insektenmaden ernähren. Bei Beunruhigung sondern sie ein übelriechendes Sekret ab. In Deutschland ist die Art aus allen Bundesländern gemeldet und gilt als nicht gefährdet. (CB)

31.12.2021
Conopalpus testaceus (Ol., 1790)
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Der 5 bis 7 mm große Düsterkäfer Conopalpus testaceus (Familie Melandryidae) ist die größere und häufigere der beiden Conopalpus-Arten in Europa. Von der ähnlichen Schwesterart C. brevicollis lässt sie sich leicht durch die Körpergröße und das längere 3. Fühlerglied unterscheiden. Die stenotope, silvicole und xylodetriticole Art ist in Süd-, West- und Mitteleuropa weitverbreitet. In Nordeuropa (Britische Inseln, Südskandinavien) gibt es einzelne Vorkommen. Conopalpus testaceus bevorzugt alte Laubwälder der planaren und collinen Höhenstufe. Die zweijährige Entwicklung erfolgt in weißfaulem Totholz, bevorzugt in Kronenästen von Eiche (Quercus) und Buche (Fagus). Die Käfer erscheinen von Mai bis Juli und sind vor allem dämmerungsaktiv. In Deutschland ist die Art aus allen Bundesländern gemeldet und ist nicht gefährdet. (CB)

24.12.2021
Pterostichus burmeisteri Heer, 1841
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Der 12 bis 15 mm große Metallische Grabkäfer Pterostichus burmeisteri (Familie Carabidae) ist einer der 35 Vertreter der artenreichen Gattung Pterostichus in Deutschland. Die eurytope, hygrophile und silvicole Art ist von Mitteleuropa bis zum Balkan verbreitet, fehlt jedoch auf den Britischen Inseln und in Nordeuropa. Sie kommt in den Wäldern der montanen bis subalpinen Zone der Gebirge und deren Vorland vor. Die Käfer sind von April bis Oktober aktiv. Wie die Larven ernähren sie sich räuberisch von kleineren Wirbellosen. Die neue Generation schlüpft im Herbst und überwintert. Man findet sie meist versteckt unter Holz oder Steinen, lokal sind sie sogar recht häufig, vor allem auf Kalk-, Mergel- und Tonböden. In Deutschland fehlt die Art in den nördlichen Bundesländern, gilt jedoch nicht als gefährdet. (CB)

17.12.2021
Aderus populneus (Creutz., 1796)
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Der 1,8 bis 2,3 mm große Baummulmkäfer Aderus populneus (Familie Aderidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland. Die eurytope und xylodetriticole Art ist von Nordafrika über Europa (ohne den hohen Norden) bis Russland, den Caucasus und Syrien verbreitet. In den 1940er-Jahren wurde sie nach Nordamerika eingeschleppt und hat sich dort fest etabliert. Aderus populneus kommt in planaren und collinen Lagen vor. Die Larven entwickeln sich im toten Holz verschiedener Laubbäume. Nach der Verpuppung im Spätsommer schlüpfen die Imagines im Herbst, überwintern und erscheinen ab Mai im Freien, wo man sie von Gebüsch und trockenen Ästen klopfen kann. In Deutschland ist die Art aus allen Bundesländern gemeldet, aber selten und sie gilt als gefährdet (RL 3). (CB)

10.12.2021
Anaspis quadrimaculata Gyll., 1817
Anaspis quadrimaculata
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Der bis 2 bis 2,8 mm große Seidenkäfer Anaspis quadrimaculata (Familie Scraptiidae) ist eine von 24 Arten der Gattung Anaspis, die aktuell aus Deutschland gemeldet sind. Die Scraptiidae sind eine kleine Familie mit weltweit ca. 400 Arten, die in allen Faunenregionen vorkommt. Früher wurden sie als Teil der Familie Mordellidae (Stachelkäfer) geführt. Anaspis quadrimaculata ist von Südwesteuropa bis Mitteleuropa verbreitet. Die stenotope, thermophile Art kommt an Wärmehängen, in Weinbergen und auf Trockenrasen vor. Man findet sie auf blühenden Kräutern. In Deutschland ist die Art aktuell nur aus Bayern, Hessen, der Pfalz, dem Rheinland, vom Nordrhein und aus Brandenburg gemeldet. Sie wird selten nachgewiesen und gilt als stark gefährdet (RL 2). (CB)

03.12.2021
Brachysomus echinatus (Bonsd., 1785)
Brachysomus echinatus
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Der 2,2 bis 3 mm lange Igel-Laubstreurüssler Brachysomus echinatus (Familie Curculionidae) ist die häufigste der vier Brachysomus-Arten in Deutschland. Die Käfer sind in Europa weit verbreitet, werden aber im Süden seltener. Man findet sie von März bis November in wärmebegünstigten Lagen, z.B. an Waldrändern und auf Grünland. Die polyphagen Käfer fressen an verschiedenen Laubbäumen, Kräutern und Sträuchern. Sie sind nachtaktiv und verbergen sich tagsüber in der Bodenstreu, aus der man sie sieben kann. Die Larven entwickeln sich in abgefallenem Laub. Die neue Generation schlüpft schon im Herbst und überwintert in der Puppenwiege. In Deutschland wird Brachysomus echinatus zwar nicht häufig, aber doch regelmäßig aus praktisch allen Bundesländern nachgewiesen und gilt als nicht gefährdet. (CB)

26.11.2021
Sphindus dubius (Gyll., 1808)
Sphindus dubius
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Der nur 1,8 bis 2 mm große Schleimpilzkäfer Sphindus dubius (Familie Aspidiphoridae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland. Die eurytope, silvicole und mycetobionte Art kommt von Nordafrika über Europa (dort bis in den hohen Norden) bis zum Kaukasus vor, in der Ebene häufiger, in höheren Lagen zunehmend seltener werdend. Käfer und Larven leben auf Schleimpilzen (Eumycetozoa) auf alten modernden Stümpfen und Stämmen von Laub- und Nadelhölzern, unter morscher Rinde sowie an Staubpilzen (Lycoperdon, Enteridium). Die Käfer verbergen sich tagsüber an den Pilzen und werden erst in der Abenddämmerung aktiv und schwärmen. In Deutschland liegen aktuelle Nachweise aus allen Bundesländern vor und die Art gilt als nicht gefährdet, wird jedoch nicht allzu häufig nachgewiesen. (CB)

19.11.2021
Nephus redtenbacheri (Muls., 1846)
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Der nur 1,3 bis 1,8 mm große Marienkäfer Nephus redtenbacheri (Familie Coccinellidae) gehört zu der weltweit sehr artenreichen Tribus Scymnini. Er kommt von Nordafrika über Europa (dort bis in den hohen Norden) bis Kleinasien und zum Kaukasus vor. Nephus redtenbacheri wird entsprechend seinem Kältebedürfnis vor allem in montanen und subalpinen Lagen gefunden oder in kühlen Mikroklimaten, wie Sumpf- und Moorgebieten. Dort findet man die Art an Gewässerrändern, auf feuchten Wiesen und auf Sumpfpflanzen, auch auf wildem und kultiviertem Hopfen. Im Winter kann man die Käfer aus Hochwasser- und Schilfgenist sieben. Nephus redtenbacheri ernährt sich verschiedenen in der Krautschicht lebenden Blattlaus-Arten. In Deutschland kommt die Art in allen Bundesländern vor und ist nicht selten. (CB)

12.11.2021
Endomychus coccineus (L., 1758)
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Der 4 bis 6 mm große Scharlachrote Stäublingskäfer Endomychus coccineus (Familie Endomychidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland und eine von nur zwei Arten in Europa. Aufgrund seiner Färbung kann er auf den ersten Blick mit einem Marienkäfer verwechselt werden. Die eurytope, silvicole und mycetophage Art ist in Europa weit verbreitet, vom hohen Norden bis nach Südeuropa, dort zunehmend in Gebirgslagen. Man findet sie Tiere, sowohl Käfer wie auch Larven fast ganzjährig in Laubwäldern und Parks unter verpilzter Rinde an modernden Stämmen und Stubben von Laubbäumen, wo sie sich von den Baumpilzen ernähren. Die Flugzeit der Käfer reicht von April bis Juni. Sowohl Käfer wie auch Larven überwintern. In Deutschland liegen aktuelle Funde aus allen Bundesländern vor und die Art gilt als häufig und nicht gefährdet. (CB)

05.11.2021
Laemophloeus kraussi Ganglb., 1897
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Der 3 bis 4 mm große Halsplattkäfer Laemophloeus kraussi (Familie Laemophloeidae) ist eine der drei für Deutschland gemeldeten Arten der Gattung. Weltweit sind etwa 140 Laemophloeus-Arten beschrieben worden. Von der viel häufigeren Schwesterart L. monilis kann man sie durch den schwarzen Kopf und Halsschild sowie den kleineren Flügeldeckenfleck unterscheiden. Die osteuropäische Art kommt in einem schmalen Streifen von Frankreich über Deutschland und Polen bis zum europäischen Teil Russlands vor. Die stenotope, silvicole Art lebt in Wäldern und Parks. Man findet sie morschen Ästen und unter der Rinde diverser Laubbäume, z.B. Eiche, Buche, Hainbuche, Ulme und Birke. In Deutschland liegen aktuelle Funde aus zahlreichen Bundesländern mit Ausnahme des äußersten Nordens und Ostens vor. L. kraussi gilt als gefährdet (RL 3). (CB)

29.10.2021
Cychramus variegatus (Hbst., 1792)
Cychramus variegatus
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Der 5 bis 7 mm große Glanzkäfer Cychramus variegatus (Familie Nitidulidae) ist die seltenere der beiden Arten der Gattung Cychramus in Deutschland. Von der ähnlichen Schwesterart C. luteus kann sie durch die insgesamt dunklere Färbung und die vier schwarzen Flecke auf dem Halsschild gut unterschieden werden. Das größere Männchen ist chagriniert und matt, während Halsschild und Flügeldecken des kleineren Weibchens stark glänzen. Die stenotope, mycetophile Art ist montan von Nord- und Mitteleuropa bis Sibirien und Japan verbreitet. Sie bevorzugt montane Laubwälder und entwickelt sich in Holzpilzen, vor allem Hallimasch (Armillaria mellea) an modernden Stubben und Stämmen, gelegentlich auch an anderen Pilzen. In Deutschland fehlt Cychramus variegatus im Norden. Er gilt als nicht gefährdet. (CB)

22.10.2021
Anchomenus dorsalis (Pont., 1763)
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Der 5,8 bis 7,5 mm große Buntfarbene Putzläufer Anchomenus dorsalis (Familie Carabidae) ist die häufigere der beiden Arten der Gattung Anchomenus in Deutschland und kann durch seine auffällige grün-gelbe Färbung bei uns kaum verwechselt werden. Anchomenus dorsalis ist westpaläarktisch verbreitet und in der submeridionalen und temperaten Zone von den Britischen Inseln über Mitteleuropa bis Mittelasien zu finden. Die eurytope Offenlandart bevorzugt grundwassernahe, aber leicht abtrocknende, lehmige Böden an Hängen, Waldrändern und Ruderalflächen. Die Art lebt räuberisch von Blattläusen, Raupen und anderen kleinen Insekten. Die Imagines überwintern unter Steinen und Holz, oft in Gruppen mit zahlreichen Individuen. In Deutschland ist die Art aus allen Regionen gemeldet und sehr häufig. (CB)

15.10.2021
Callidium aeneum (DeGeer, 1775)
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Der 9 bis 15 mm große Erzfarbene Scheibenbock Callidium aeneum (Familie Cerambycidae) ist eine von drei bei uns vorkommenden Arten der Gattung. Weltweit sind 21 Callidium-Arten beschrieben worden, davon die Mehrzahl aus der Nearktis. Die silvicole Art ist montan bis subalpin verbreitet und reicht von Nord- und Mitteleuropa über Kleinasien und den Kaukasus bis Sibirien. Sie entwickelt sich einjährig an Fichten, seltener an Kiefer, Tanne oder Lärche. Die Larven benötigen eine ausreichende Holzfeuchte. In zwischenzeitlich verbautem Holz kann die Entwicklung oft noch abgeschlossen werden. Die Verpuppung erfolgt in einem Hakengang im Holz, wodurch die Art technisch schädlich werden kann. In Deutschland ist die Art aus fast allen Regionen nachgewiesen, ist aber zerstreut und nicht häufig bis selten. (CB)

08.10.2021
Pissodes piceae (Ill., 1807)
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Der 7 bis 10 mm große Weißtannenrüssler Pissodes piceae (Familie Curculionidae) ist eine von sieben Arten der holarktisch verbreiteten Gattung in Deutschland. Die stenotope, silvicole Art ist in den Gebirgslagen Mittel- und Südeuropas bis zum Kaukasus verbreitet. Pissodes piceae lebt in montanen Nadelwäldern oligophag an Weißtanne und anderen kultivierten Tannenarten. Die Eiablage erfolgt ab Juni in selbstgenagten Eikammern. Die Larven fressen im Kambium und verpuppen sich im folgenden Frühjahr. Es werden vor allem ältere, etwa 40-80-jährige, vorgeschädigte oder schlechtwüchsige Bäume befallen, eine wirkliche fortwirtschaftliche Relevanz besteht wohl nicht. In Deutschland liegen aktuelle Funde nur aus der Südhälfte sowie aus Westfalen vor. Die Art gilt jedoch nicht als gefährdet. (CB)


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