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Käfer der Woche

Texte © K. Reißmann, T. Hörren, M. Stern, F. Bötzl und C. Benisch

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02.03.2018
Necrophorus vespillo (L., 1758)
Necrophorus vespillo
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Der Gemeine Aaskäfer Necrophorus vespillo (Familie Silphidae) ist eine von zehn mitteleuropäischen Arten der Gattung, welche die im Volksmund gemeinhin als Aaskäfer bezeichneten Arten umfasst. Necrophorus vespillo kommt in ganz Mitteleuropa vor. Man findet die Käfer meist an Aas, wo sie Fliegenmaden und andere Insekten und deren Larven jagen. Kleinere Äser werden von Ihnen meist rasch eingegraben. Die Arten zeigen eine für nicht-soziale Insekten bemerkenswerte Brutpflege: Das Weibchen bewacht seine Larven in der Brutkammer und füttert sie aktiv mit dem sich zersetzenden Aas. Die Käfer sind meist von einer Vielzahl Milben besetzt, die den Käfer aber nicht schädigen, sondern nur als Transportmittel benutzen, um zu neuem Aas zu gelangen (Phoresie). (KR/CB)

23.02.2018
Lacon querceus (Hbst., 1784)
Lacon querceus
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Die Verbreitung des Hellgelbschuppigen Grubenstirn-Schnellkäfers Lacon querceus (Familie Elateridae) erstreckt sich von den Pyrenäen über ganz Mitteleuropa bis Westsibirien. In Mitteleuropa kommt die 9-12 mm große Art nur sehr inselartig und überall selten vor. In den Bergen steigt sie bis maximal 470 m ü. NN auf. Die Entwicklung der Larven verläuft in faulen, vom Myzel des Schwefelporlings (Laetiporus sulphureus) durchzogenen Stämmen und dicken Ästen stehender Eichen. Den Larven wird nachgesagt, dass sie vor allem die Larven von Mycetophagus piceus verfolgen. Ab Spätherbst sitzen die Käfer in der Puppenkammer und überwintern. In Deutschland ist die Art auf ganz wenige alte Eichenbestände beschränkt und vom Aussterben bedroht (RL 1). (KR/CB)

16.02.2018
Batrisodes buqueti (Aube, 1833)
Batrisodes buqueti
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Batrisodes buqueti ist einer von rund 90 Vertretern der Palpenkäfer (Familie Pselaphidae), die von manchen Autoren als Unterfamilie der Kurzflügler (Staphylinidae) betrachtet wird. Ihre Vertreter zeichnen sich oft durch sehr auffällig gestaltete Kiefertaster aus. Die sehr versteckte Lebensweise von Batrisodes buqueti bei Ameisen der Gattung Lasius, aber auch unter Rinde und in morschem Holz machen es schwer, diese Art überhaupt zu entdecken. Ihre Gesamtverbreitung erstreckt sich von Südeuropa bis nach Mitteleuropa. In Deutschland ist die nur 1,9 bis 2,2 mm große Art sehr lückig verbreitet. Ihre Häufigkeit nimmt von Süden nach Norden und von Westen nach Osten sehr stark ab. In der Roten Liste Deutschlands von 1998 wird die Art als stark gefährdet (RL 2) eingestuft. (KR)

09.02.2018
Harpalus flavescens (Pill.Mitt., 1783)
Harpalus flavescens
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Die Verbreitung des Rostgelben Schnellläufers Harpalus flavescens (Familie Carabidae) erstreckt sich von Mitteleuropa nach Osten bis Südrussland. Im Norden erreicht er Südschweden und Südfinnland, im Süden Norditalien. In den Alpen scheint er weitgehend zu fehlen (letzter Fund in der Schweiz 1990, keine Funde aus Österreich). Die 11 bis 13 mm große, psammophile Art ist extrem wärmeliebend und kommt auf losem, weitestgehend vegetationsfreiem Sand vor, weshalb man sie als typisches Heideelement bezeichnen kann. In den großen Sandgebieten im Osten Deutschlands ist sie auch heute noch sehr häufig, sonst meist selten, aber aus fast allen Bundesländern aktuell gemeldet. In der Roten Liste Deutschlands ist die Art als gefährdet eingestuft (RL 3). (KR)

02.02.2018
Laemophloeus monilis (F., 1787)
Laemophloeus monilis
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Der Plattkäfer Laemophloeus monilis (Familie Laemophloeidae) ist in den meisten Landesteilen Deutschlands vertreten. Er fehlt jedoch im Saarland, im Weser-Ems- und im Niederelbe-Gebiet und aus Thüringen, Hannover und Schleswig-Holstein sind nur alte Meldungen bekannt. Im Norden Deutschlands ist die Art selten, sonst etwas häufiger, aber mit klar erkennbaren Arealsverlusten. Käfer und Larven findet man unter Laubholzrinde, vor allem an Buche (Fagus), seltener Linde (Tilia). Der Käfer und seine Larven leben räuberisch, vermutlich als Verfolger des Borkenkäfers Taphrorychus bicolor (Familie Scolytidae), dessen Larven sie in ihren Gängen nachstellen. In der Roten Liste Deutschlands ist L. monilis als gefährdet (RL 3) eingestuft. (KR/CB)

26.01.2018
Lasiorhynchites sericeus (Hbst., 1797)
Lasiorhynchites sericeus
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Die Verbreitung des Kuckucksrüsslers Lasiorhynchites sericeus (Familie Rhynchitidae) erstreckt sich über ganz Europa, ausgenommen den Norden und reicht im Osten bis weit nach Russland hinein. Die 5,2 bis 6,4 mm große Art kommt überall in Deutschland vor, aber überall nur sehr vereinzelt. Die Käfer leben von Mai bis Juli an Eiche. Sie weisen einen hochinteressanten Brutparasitismus auf: Im Gegensatz zu anderen Vertretern der Gattung baut das Weibchen keinen eigenen Blattwickel, sondern platziert ein Ei während des Wickelns in das Tönnchen des Eichenblattrollers (Attelabus nitens). Die Weibchen legen ihre Eier aber auch in bereits fertige Tönnchen. Das Ei des Eichenblattrollers wird gefressen, bevor die Larve dann vom Brutsubstrat desselben lebt. (KR/CB)

19.01.2018
Timarcha metallica (Laich., 1781)
Timarcha metallica
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Der Blattkäfer Timarcha metallica (Familie Chrysomelidae) ist eine von drei Arten der Gattung in Deutschland. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Mitteleuropa und dem südöstlichsten Frankreich und nördlichsten Italien nach Osten bis weit nach Russland hinein. Es handelt sich um eine stenotope, montane Art, die nur in den Mittel- und Hochgebirgen nachgewiesen wird. In Deutschland liegen aus den Gebirgen aller Regionen aktuelle Nachweise vor. An der Küste und in weiten Teilen des Ostens fehlt sie. Der 5 bis 10 mm große Käfer und seine Larve leben oligophag an Labkräutern (Galium). Der Käfer überwintert und kann im Winterquartier oder schon sehr zeitig im Frühjahr nachgewiesen werden, aber meist nur sehr vereinzelt. (KR/CB)

12.01.2018
Trox scaber (L., 1767)
Trox scaber
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Der Erdkäfer Trox scaber ist eine von sieben Arten der Familie Trogidae in Deutschland. Früher gehörten die Trogidae nur als Unterfamilie Troginae zu den Blatthornkäfern (Scarabaeidae). Die 5 bis 8 mm großen Käfer findet man vor allem in Vogelnestern (nidicol), wo sich auch ihre Entwicklung vollzieht. Man kann sie auch im Mulm größerer Baumhöhlen finden, in denen Vögel gebrütet haben. Da sie dämmerungs- und nachtaktiv sind, kann man die Käfer bei Dunkelheit gelegentlich außerhalb der Höhlen auf dem Stamm finden. Die Art ist praktisch kosmopolitisch verbreitet und kommt von der Ebene bis ins Gebirge vor, bevorzugt jedoch die niederen Lagen und ist z.B. in den Alpen eher selten anzutreffen. Als häufigste Art der Familie ist sie in Deutschland nicht gefährdet. (KR)

05.01.2018
Hololepta plana (Sulzer, 1776)
Hololepta plana
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Der Abgeplattete Stutzkäfer Hololepta plana gehört mit 8-9 mm Größe schon zu den größeren Arten der Stutzkäfer (Familie Histeridae). Die Art kommt in fast ganz Mitteleuropa vor und fehlt nur in den nördlichsten Bereichen. In Deutschland ist sie weit verbreitet, aber nirgends häufig. Hololepta plana bevorzugt Flussauen und Auwälder als Habitat. Durch ihren extrem abgeflachten Körperbau sind die Käfer an das Leben unter der lockeren Rinde und den Bastschichten toter, liegender Pappelstämme (Populus) perfekt angepasst. Wärme scheint bei der Habitatwahl eine wesentlich geringere Rolle zu spielen als eine ausreichende Feuchtigkeit. Unter der Rinde machen die Käfer und ihre Larven Jagd auf Larven und Puppen verschiedenster Fliegenarten (Ordnung Diptera). (KR/CB)

29.12.2017
Pelenomus velaris (Gyll., 1827)
Pelenomus velaris
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Der Schlick-Sumpfrüssler Pelenomus velaris (Familie Curculionidae) ist in Europa weit verbreitet, aber gebietsweise selten oder gar fehlend, vor allem im Süden und Südosten. In Deutschland ist die 2,4 bis 2,8 mm große Art sehr lückig verbreitet. Aktuelle Nachweise liegen nur aus den Regionen Bayern, Nordrhein, dem Niederelbe-Gebiet, Schleswig-Holstein, Brandenburg, Thüringen und Sachsen vor. Man findet die Käfer im Frühjahr auf dem Schlick ehemaliger Überflutungsflächen an den Trieben ihrer Entwicklungspflanze, dem Wasserknöterich (Polygonum amphibium), der zu diesem Zeitpunkt gerade treibt und nur schwer als solcher zu bestimmen ist. Pelenomus velaris wird in der roten Liste Deutschlands als gefährdet (RL 3) geführt. (KR/CB)

22.12.2017
Buprestis octoguttata L., 1758
Buprestis octoguttata
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Die Verbreitung des Achtpunkt-Kiefern-Prachtkäfers Buprestis octoguttata (Familie Buprestidae) reicht von Nordafrika und der iberischen Halbinsel über Mitteleuropa (unter Meidung des atlantischen Klimabereiches) bis nach Südrussland. In Deutschland ist die 9 bis 15 mm große Art im Osten wohl häufiger als im Westen und im Westen nur inselartig verbreitet. Bevorzugte Habitate sind sandige Kiefernwälder und Föhrenheiden. Die Larven entwickeln sich vor allem in Kiefer (Pinus), seltener in anderen Nadelhölzern. Dabei wird besonntes Totholz, vor allem Stümpfe, bevorzugt. Für die Entwicklung benötigen die Larven je nach Witterung zwei bis drei Jahre. Ab Mai bis August (September) findet man die Käfer in der größten Tageshitze auf besonntem Totholz. (KR)

15.12.2017
Carabus hortensis L., 1758
Carabus hortensis
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Die Verbreitung des 23-30 mm großen Goldgruben-Laufkäfers Carabus hortensis (Familie Carabidae) erstreckt sich von großen Teilen Mitteleuropas bis weit in die skandinavischen Länder im Norden, im Süden bis nach Norditalien und im Osten weit nach Russland hinein. Allerdings werden dabei Teile Nordwest-, West- und Mitteldeutschlands gemieden. Im Gebirge steigt die Art bis in den hochmontanen Bereich auf (ca. 2000 m üNN). Carabus hortensis ist eine Waldart, die zwar bereits im Mai erscheint, ihr Maximum aber erst im Sommer erreicht. Die Altkäfer, vor allem aber die Larven überwintern, jedoch im Gegensatz zu vielen anderen Carabus-Arten nur äußerst selten unter Rinde oder im Totholz. Die nachtaktive Art lebt räuberisch und ernährt sich von Insekten, Schnecken und frischem Aas. (KR/CB)

08.12.2017
Sospita vigintiguttata (L., 1758)
Sospita vigintiguttata
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Der Schöne Marienkäfer Sospita vigintiguttata (Familie Coccinellidae) gehört mit 5 bis 6,5 mm Länge zu den großen Arten der Familie und darüber hinaus zu denen, die recht selten gefunden werden. Er wird aus ganz Deutschland gemeldet, ist aber überall selten. In der Roten Liste Deutschlands wird er als gefährdet geführt (RL 3). Der bevorzugte Lebensraum der Art sind Feuchtbiotope, wie Bachufer, Wiesentäler und Auwälder mit einer Bindung an Erle (Alnus). Der Käfer tritt in zwei Farbmorphen auf: Eine schwarz-weiß bis schwarz-gelb gefleckte und eine kräftig gelb-weiß gefleckte Morphe. Da im Winter und Frühjahr nur schwarz-weiß gefleckte Käfer gefunden werden, wird vermutet, dass sich die Käfer im Laufe ihres Lebens umfärben. (KR)

01.12.2017
Colobicus hirtus (Rossi, 1790)
Colobicus hirtus
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Die Verbreitung des Rindenkäfers Colobicus hirtus (Familie Colydiidae) erstreckt sich von Spanien über Südeuropa und Mitteleuropa bis nach Bulgarien und weiter in den Osten. Die ursprüngliche nördliche Verbreitungsgrenze verläuft dabei mitten durch Deutschland. In Deutschland ist die 3 bis 5 mm große Art sehr selten, aus den meisten Regionen existieren nur historische Nachweise. Die einzigen aktuellen Nachweise stammen aus Baden-Württemberg und Hessen. Die Art gilt als Urwaldrelikt. Käfer und Larven leben an Laubbäumen, vor allem Buche, seltener an anderen Laubbäumen. Da sie überdeutliche Arealseinbußen zu verzeichnen hat, wurde sie in der Roten Liste als vom Aussterben bedroht eingestuft (RL 1). (KR)

24.11.2017
Xylopertha retusa (Ol., 1790)
Xylopertha retusa
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Die Verbreitung des 3 bis 6 mm großen Bohrkäfers Xylopertha retusa (Familie Bostrichidae) erstreckt sich von Nordafrika über Südwesteuropa und Mitteleuropa bis Osteuropa ohne die britischen Inseln und Skandinavien. In Deutschland liegen aktuelle Nachweise aus fast allen Bundesländern vor, mit Ausnahme von Norddeutschland. Als thermophile Art kommt Xylopertha retusa in klimatisch begünstigten Lagen der Ebene vor, z.B. an sonnigen Waldrändern, auf Waldlichtungen, auf Kahlschlägen oder in Weinbergen. Die Entwicklung erfolgt in trockenem Holz von Eiche (Quercus), Weinrebe (Vitis vinifera), seltener Kastanie (Castanea sativa). In Deutschland ist die Art nicht häufig bis selten und wird als gefährdet eingestuft (RL 3). (CB)

17.11.2017
Anogcodes ustulata (F., 1787)
Anogcodes ustulata
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Die Verbreitung des 8 bis 12 mm großen Scheinbockkäfers Anogcodes ustulata (Familie Oedemeridae) erstreckt sich von Süd- und Mitteleuropa bis nach Sibirien. Meldungen aus Deutschland fehlen lediglich aus Hessen, dem Saarland, Schleswig-Holstein und den größten Teilen Niedersachsens (alte Meldungen aus dem Weser-Ems-Gebiet). Verschollen gilt die Art auch für Sachsen und das Rheinland. Die Käfer findet man im Sommer auf Blüten, wo sie wegen ihrer hübschen Färbung sehr auffällig sind. Die Art weist in ihrer Färbung einen deutlichen Sexualdimorphismus auf. Die Larven entwickeln sich im Holz verschiedener Laubbaumarten. In der Roten Liste Deutschlands (1998) wird die Art unter dem Synonym Nacerdes ustulata als gefährdet (RL 3) eingestuft. (KR)

10.11.2017
Callidium violaceum (L., 1758)
Callidium violaceum
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Der Blaue Scheibenbock, auch Veilchenbock genannte Callidium violaceum (Familie Cerambycidae) ist eine von insgesamt drei Arten der Gattung in Europa. Die 8 bis 16 mm große Art ist aufgrund ihrer Färbung und Größe in unserer Fauna unverwechselbar. Die Verbreitung der ursprünglich paläarktischen Art reicht von West- über Mitteleuropa bis an den Polarkreis und im Osten bis Korea und Japan. Heute wird die Art als holarktisch eingestuft. Die Larven leben in verschiedenen Nadelhölzern, vor allem Kiefer (Pinus), Fichte (Picea), Lärche (Larix) und Tanne (Abies), werden zuweilen aber auch in Laubhölzern gefunden. Die Entwicklung erfolgt unter der Rinde abgestorbener Stämme oder starker Äste. Auch verbautes Holz wird angenommen, wenn es berindet und ausreichend feucht ist. Die gesamte Entwicklung dauert 2 Jahre. (KR/CB)

03.11.2017
Neomida haemorrhoidalis (F., 1787)
Neomida haemorrhoidalis
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Der 5,5 bis 6 mm große Gehörnte Zunderschwamm-Schwarzkäfer Neomida haemorrhoidalis (Familie Tenebrionidae) ist von Europa bis an den Kaukasus verbreitet. Die Art wird als Urwaldrelikt angesehen und war früher nur aus den süddeutschen Gebirgsgegenden gemeldet. Inzwischen breitet sich die Art in Deutschland erfreulicherweise wieder etwas aus. Die Entwicklung erfolgt in Echtem Zunderschwamm (Fomes fomentarius), der vor allem an Buche (Fagus silvatica) vorkommt. Am leichtesten sind die Käfer bei Nacht zu beobachten, wenn sie den Zunderschwamm verlassen und auf ihm sitzen. Männchen und Weibchen weisen einen deutlichen Sexualdimorphismus auf: Die Männchen haben zwei deutlich sichtbare, gerade nach oben ragende Hörnchen auf dem Kopf, die den Weibchen fehlen. (KR/CB)

27.10.2017
Aphodius scrofa (F., 1787)
Aphodius scrofa
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Der Dungkäfer Aphodius scrofa (Familie Scarabaeidae) ist in Süd- und Mitteleuropa verbreitet. In Mitteleuropa kommt die 3 bis 3,5 mm große Art in erster Linie in den Sandgebieten der Ebene und des Bergvorlands vor. Die Verbreitung in Deutschland ist lückig. Aus Württemberg, dem Saarland und dem Weser-Ems-Gebiet liegen keine Meldungen vor, in Westfalen gilt die Art seit dem 19. Jahrhundert als verschollen. Sie ist insgesamt überall vereinzelt und selten. In der Roten Liste Deutschlands ist sie als gefährdet eingestuft (RL 3). Entgegen ihrem Artnamen, der vermuten lässt, dass die Art vor allem an Wildschweindung auftritt (Sus scrofa - Wildschwein), findet sich die Art an Schaf- und Pferdedung, aber auch an Menschenkot auf sandigen, dürren Flächen. (KR)

20.10.2017
Prasocuris phellandrii (L., 1758)
Prasocuris phellandrii
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Der 5 bis 6 mm große Blattkäfer Prasocuris phellandrii (Familie Chrysomelidae) kommt in fast ganz Europa, Teilen Asiens und auf dem nordamerikanischen Kontinent vor. In Mitteleuropa ist die Art allgemein verbreitet. Man findet die Käfer von Februar bis September und wieder im November, in Feuchtgebieten und Sümpfen, meist auf den Brutpflanzen oder in verschiedenen Blüten, gerne in den gelben Blüten der Sumpfdotterblume (Caltha palustris). Die Larven entwickeln sich in den Stängeln aquatischer Umbelliferen wie z.B. Wasserschierling (Cicuta virosa) und Rebendolde (Oenanthe crocata). In Mitteleuropa kommen vier weitere Arten der Gattung vor, die alle ebenfalls eine ähnliche, aquatische Lebensweise haben. (KR)

13.10.2017
Mitoplinthus caliginosus (F., 1775)
Mitoplinthus caliginosus
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Der 6 bis 9 mm große Düstere Bergrüssler Mitoplinthus caliginosus (Familie Curculionidae) ist in Westeuropa und im westlichen Mitteleuropa verbreitet. Vermutlich leben die Larven an Wurzeln. Es gibt verschiedene Angaben über die Entwicklungspflanzen, die aber alle nicht zutreffend zu sein scheinen. So wird die Larve von Hopfen (Humulus) ebenso gemeldet, wie von Ampfer (Rumex). Aufgrund ihrer nächtlichen Lebensweise werden die Käfer meist unter Steinen oder totem Holz gefunden, oder sie gehen in Bodenfallen. Da die Käfer aber schon beim Sieben an faulem Wurzelholz gefunden wurden, spricht vieles dafür, dass sich zumindest die Käfer von Wurzelholz ernähren, möglicherweise auch die Larven. (KR)

06.10.2017
Platycis cosnardi (Chevr., 1829)
Platycis cosnardi
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Der 7-8 mm große Rotdeckenkäfer Platycis cosnardi (Familie Lycidae) ist von Mittel- bis Südosteuropa verbreitet (von Frankreich bis zur Ukraine und Griechenland, fehlt jedoch in Italien). Er ist bevorzugt, aber nicht ausschließlich in montanen Lagen und deren Vorland an Wärmestellen wie Kahlschlägen und südexponierten Waldrändern zu finden. Die stenotope Art entwickelt sich in morschen Laubhölzern, vor allem Buche, aber auch in Eiche und Birke. Die Larve lebt räuberisch und jagt andere Insekten und deren Larven. Die Imagines findet man im Mai auf Blüten und geschlagenem Laubholz. In Deutschland ist die Art weit verbreitet, aber selten. Sie ist als stark gefährdet (RL 2) eingestuft. (CB)

29.09.2017
Carabus silvestris Panz., 1796
Carabus silvestris
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Die Verbreitung des Bergwald-Laufkäfers Carabus silvestris (Familie Carabidae) beschränkt sich auf die Mittel- und Hochgebirge in Mitteleuropa, Frankreich (Vogesen), Deutschland, der Schweiz, Österreich, bis zu den Nordkarpaten in Rumänien und der Ukraine. In Deutschland erreicht die Art im Norden den Harz, in den Alpen geht sie bis auf 2500 m ü. NN. Die Käfer leben vor allem in Nadelwäldern, und machen hier, wie die meisten Großlaufkäfer, Jagd auf Würmer, Schnecken und Insektenlarven, und zählen somit zu den Nützlingen. In der Roten Liste Deutschlands wird die Art nicht aufgeführt, ist also nicht gefährdet, gehört aber wegen ihrer Nützlichkeit zu den besonders geschützten Arten. (KR)

22.09.2017
Ptosima flavoguttata (Ill., 1803)
Ptosima flavoguttata
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Der Schlehen-Prachtkäfer Ptosima flavoguttata (Familie Buprestidae) ist circummediterran von Nordafrika über Süd- und das südliche Mitteleuropa bis nach Südrussland verbreitet. In Deutschland ist die Art stark gefährdet (RL 2). Sie erreicht hier den Nordrand ihres Verbreitungsareals mit inselartigen Vorkommen an trockenheißen Standorten auf felsigem Untergrund, z.B. im Kaiserstuhl am südlichen Oberrhein (Baden), im Nahe- und im Moseltal (Rheinland-Pfalz) sowie in Hessen. Die Larven entwickeln sich an Baum- und Strauchrosaceen, vor allem in kränkelnden Ästen und Stämmen noch lebender Schlehe (Prunus spinosa). Die Käfer schwärmen während der heißen Tagesstunden um die Büsche, bei kühlerem Wetter sitzen sie auf den Blättern der Entwicklungspflanzen oder in der näheren Umgebung. (KR)

15.09.2017
Meloe rugosus Marsh., 1802
Meloe rugosus
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Die Verbreitung des Mattschwarzen Maiwurmkäfers Meloe rugosus (Familie Meloidae) erstreckt sich von Mitteleuropa bis in den Nahen Osten und über die Ostpaläarktis. In Deutschland fehlt die Art im Norden. Aus Brandenburg und den nördlichen Teilen von Rheinland-Pfalz gibt es nur alte Meldungen. M. rugosus kommt sowohl auf Flutrasen in Auen als auch in trockenen Lebensräumen vor. Wie alle Ölkäferarten durchläuft sie eine sehr komplizierte Entwicklung (Hypermetamorphose) als Parasit bei Wildbienen. Die Hauptaktivitätszeit ist von September bis November, insgesamt von August bis Mai des Folgejahres. Der Käfer überwintert. Wie viele andere Ölkäferarten in Deutschland hat M. rugosus hohe Arealverluste zu verbuchen, weshalb sie als vom Aussterben bedroht (RL 1) eingestuft wird. (KR)


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