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Käfer der Woche

Texte © K. Reißmann, T. Hörren, M. Stern, F. Bötzl und C. Benisch

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10.07.2020
Galeruca interrupta Ill., 1802
Galeruca interrupta
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Der 6 bis 9 mm lange Blattkäfer Galeruca interrupta (Familie Chrysomelidae) ist einer von sechs Vertretern der Gattung in Deutschland. Von den anderen Arten unterscheidet er sich durch kräftig und unterbrochen gerippte Flügeldecken sowie seicht vertiefte Halsschildvorderecken. Die stenotope, xerophile Art bevorzugt Heide, sandige Stellen in Mooren und trockene, sandige Brachen. Es sind mehrere Unterarten beschrieben worden: Die ssp. interrupta entwickelt sich monophag an Feld-Beifuß (Artemisia campestris), die spp. circumdata oligophag an Grasblättriger Kresse (Lepidium graminifolium) und Pfeilkresse (Lepidium draba). Galeruca interrupta ist in der westlichen Paläarktis, von Spanien bis Zentralasien verbreitet. In Deutschland fehlen neuere Nachweise in zahlreichen Bundesländern und die Art gilt als stark gefährdet (RL 2). (CB)

03.07.2020
Phosphaenus hemipterus (Goeze, 1777)
Phosphaenus hemipterus
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Der 6 bis 10 mm lange Kurzflügel-Leuchtkäfer Phosphaenus hemipterus (Familie Lampyridae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland. Wie viele andere Arten der Familie kann der Käfer durch Biolumineszenz kaltes Licht erzeugen, allerdings schwächer als seine beiden heimischen Schwesterarten. Das Weibchen ist flügellos, die Männchen haben Flügelstummel, im Gegensatz zu allen anderen Lampyridae-Arten (ca. 2000) sind beide Geschlechter flugunfähig. Sie verwenden vermutlich Pheromone zur Kommunikation. Die Larve wird bis zu 10 mm lang und ernährt sich von Regenwürmern. Man findet die Käfer auf Wiesen, in Flussauen und an Waldrändern, aber auch in Gärten und Parks. Die Art ist vom Mittelmeerraum bis zum südlichen Nordeuropa verbreitet und wurde nach Nordamerika eingeschleppt. Bei uns gilt sie als gefährdet (RL 3). (CB)

26.06.2020
Silis ruficollis (F., 1775)
Silis ruficollis
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Der 6 bis 7,5 mm große Gruben-Weichkäfer Silis ruficollis (Familie Cantharidae) ist die häufigere der beiden Arten der Gattung in Deutschland. Vor allem das Männchen ist mit seinem roten, unebenen und hinten tief eingeschnittenen Halsschild unverwechselbar. Bei der sehr seltenen Schwesterart Silis nitidula sind die Halsschildecken verrundet. Silis ruficollis ist in Europa weit verbreitet und bevorzugt die niederen Lagen. Man findet die Tiere an nassen Seeufern, auf sumpfigen Wiesen und in Moorgebieten auf Schilf, Weiden, Blüten von Ende Juni bis Juli, selten bis in den August. In Deutschland ist die Art aus fast allen Bundesländern gemeldet, wird aber selten nachgewiesen und ist nur in der nord- und ostdeutschen Ebene etwas häufiger. Silis ruficollis gilt als nicht gefährdet und ist nicht in der Roten Liste verzeichnet. (CB)

19.06.2020
Ptinus rufipes Ol., 1790
Ptinus rufipes
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Der 3-5 mm große Diebskäfer Ptinus rufipes (Familie Ptinidae) ist einer der 16 aktuell aus Deutschland gemeldeten Vertreter der Gattung. Die Art ist in fast ganz Europa, Nordrussland und bis zum Kaukasus verbreitet. Die zweijährige Larvenentwicklung findet in weißfaulem Laubholz statt, z.B. Eiche (Quercus), Buche (Fagus), Hainbuche (Carpinus), Linde (Tilia), Ulme (Ulmus) und Hasel (Corylus). Die Larve ernährt sich anderes als die übrigen Vertreter der Gattung nicht nur von Überresten holzbewohnender Insekten, sondern auch vom Holz selbst. Wie viele Ptinidae weist Ptinus rufipes einen deutlichen Sexualdimorphismus auf: Das Weibchen hat rundlich ovale, schön beschuppte Flügeldecken, das Männchen ist länglich und ohne Beschuppung. In Deutschland ist er die häufigste Ptinus-Art und aktuell aus allen Bundesländern gemeldet. (CB)

12.06.2020
Xestobium rufovillosum (DeGeer, 1774)
Xestobium rufovillosum
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Der 5 bis 9 mm große Gescheckte Nagekäfer Xestobium rufovillosum (Familie Anobiidae) ist der größte Vertreter der Pochkäfer in Deutschland. Während der Paarungszeit schlägt das Männchen mit dem Kopf gegen Holz, um das Weibchen anzulocken. Das Geräusch kann in ruhigen Räumen (früher Kranken- und Totenzimmer) vom Menschen als Ticken wahrgenommen werden und hat dem Käfer seinen Trivialnamen "Totenuhr" eingebracht. Die 2-3-jährige Larvenentwicklung findet in von Pilzen geschädigtem, auch verbautem Laub- und bisweilen Nadelholz statt, welches eine bestimmte Mindestfeuchte aufweisen muss. X. rufovillosum ist somit als Sekundärschädling zur betrachten. Ursprünglich in Europa beheimatet wurde die Art nach Nordamerika und Australien verschleppt. In Deutschland ist sie aus allen Bundesländern gemeldet und nicht gefährdet. (CB)

05.06.2020
Lixus bardanae (F., 1787)
Lixus bardanae
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Der 8 bis 12 mm lange Rüsselkäfer Lixus bardanae (Familie Curculionidae) ist eine von 15 Arten der Gattung in Deutschland. In Europa kommen über 70 Arten vor. Lixus bardanae kommt von Spanien bis Kleinasien und den Kaukasus vor und lebt an im Wasser stehenden Stauden von Wasserampfer (Rumex aquaticus) und Flussampfer (R. hydrolapathum). Er ist daher am besten vom Boot aus zu beobachten. Die Larven entwickeln sich in den Stängeln der Ampferstauden, wo sie sich auch verpuppen. Die attraktive goldgelbe Bestäubung findet man nur bei jungen Exemplaren, sie geht bei Sammlungsstücken schnell verloren. Die stenotope, paludicole Art ist in Deutschland nirgendwo wirklich häufig, kommt aber in den nördlichen Bundesländern etwas weniger selten vor. Sie gilt als gefährdet (RL 3) (Text/Fotos: Michael Stern). (MS)

29.05.2020
Lyctus cavicollis Lec., 1805
Lyctus cavicollis
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Der 2,5 bis 5 mm lange Grubenhalsige Splintholzkäfer Lyctus cavicollis (Familie Lyctidae) ist einer von sieben Vertretern der Gattung in Deutschland. Weltweit sind etwa 100 Arten bekannt, in Deutschland sind zwei heimisch, fünf weitere sind eingeschleppt, davon gelten zwei, darunter L. cavicollis, als im Freiland etabliert. L. cavicollis stammt ursprünglich aus Nordamerika und wurde erstmals 1974 in Deutschland nachgewiesen. Seit Mitte der 1990er-Jahre gilt die Art als im Freiland etabliert. Die Larven entwickeln sich in trockenen Laubhölzern, die sie mit Hilfe symbionter Mikroorganismen aufschließen können. Vor der Eiablage benagt das Weibchen die Hölzer, um deren Eignung für die Larven zu prüfen. Äußerlich bleibt die Holzoberfläche intakt, ein Befall wird meist erst durch die Schlupflöcher bei stärkerem Befall wahrgenommen. (CB)

22.05.2020
Xylographus bostrychoides (Duf., 1843)
Xylographus bostrychoides
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Der 2 bis 2,4 mm große Zahnschienen-Schwammfresser Xylographus bostrychoides (Familie Cisidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland und Europa. Die Art ist südpaläarktisch verbreitet und kommt von Nordafrika über Südeuropa und das südliche Mitteleuropa bis zum Kaukasus und Sibirien vor. In Deutschland wurde sie erstmals 1998 nachgewiesen. Die stenotope, mycetobionte Art entwickelt sich an verschiedenen Baumpilzen, wie Zunderschwamm (Fomes fomentarium), am Flachen Lackporling (Ganoderma applanatum) und am Wulstigen Lackporling (Ganoderma adspersum). Bisher nur aus der Oberrheinebene bekannt, ist eine weitere Ausbreitung zu erwarten, da die Wirtspilze weit verbreitet und nicht selten sind. Als Neuankömmling in der deutschen Fauna ist Xylographus bostrychoides nicht in der Roten Liste erwähnt. (CB)

15.05.2020
Polystichus connexus (Fourcr., 1785)
Polystichus connexus
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Der 7 bis 9 mm große Laufkäfer Polystichus connexus (Familie Carabidae) ist in Deutschland der einzige Vertreter der Gattung, die ihren Verbreitungsschwerpunkt in Eurasien und Amerika hat. In Europa kommt noch die ähnliche Schwesterart P. fasciolatus vor. Polystichus connexus ist von Nordafrika, über Südeuropa und das südliche Mitteleuropa bis Westasien und Sibirien verbreitet. Die eurytope, thermophile Art bevorzugt trockene bis feuchte Wiesen, Weiden und Flussauen. Über ihre Lebensweise ist wenig bekannt, da die meisten Nachweise im Hochwassergenist oder an Lichtfallen erfolgen. In Deutschland liegen aktuelle Funde aus der Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern, sowie neuerdings aus Sachsen und Sachsen-Anhalt vor. In Deutschland gilt die Art als extrem selten bzw. mit geographischer Restriktion (RL R). (CB)

08.05.2020
Exapion formaneki (Wagn., 1929)
Exapion formaneki
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Der 1,8 bis 2,3 mm große Rotbeinige Ginster-Spitzmausrüssler Exapion formaneki (Familie Apionidae) ist eine der sieben Arten der Gattung in Deutschland. Die Art lebt oligophag an verschiedenen Arten von Ginster (Genista) und Geißklee (Cytisus). Je nach Entwicklungsstadium der Wirtspflanze kommt es dabei teilweise unterjährig zum Wirtspflanzenwechsel. Die Larvenentwicklung findet in den Fruchtkapseln statt, wo auch die Verpuppung erfolgt. Die neue Käfergeneration schlüpft zwischen Juli und September und überwintert im Boden. Die stenotope, xerophile Art bevorzugt Wärme- und Trockenhänge, trockene Waldränder und Lichtungen. Sie ist in Mittel-, Ost- und Südosteuropa verbreitet und bei uns aus den meisten Bundesländern gemeldet, fehlt aber im Nordwesten. Exapion formaneki gilt als gefährdet (RL 3). (CB)

01.05.2020
Rhaphitropis oxyacanthae (Bris., 1863)
Rhaphitropis oxyacanthae
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Der 2,5 bis 3 mm große Eichen-Breitrüssler Rhaphitropis oxyacanthae (Familie Anthribidae) ist die seltenere der beiden Arten der Gattung in Deutschland, deren Männchen sich durch einen auffälligen, abgeplatteten Zahn an den Mittelschenkeln auszeichnet. Die stenotope, silvicole Art kommt nur in sehr warmen Lagen vor und entwickelt sich an abgestorbenen Ästen verschiedener Laubbäume, vor allem Eiche (Quercus), aber auch Hasel (Corylus), Erle (Alnus), Weide (Salix) und Buche (Fagus). Sie ist in Südwest- und im südlichen Mitteleuropa verbreitet, von den Pyrenäen bis Polen und Slowakei. In Deutschland sind nur Funde aus der Markgräfler Trockenaue und vom Kaiserstuhl in Südbaden bekannt, wo die Nordgrenze der Verbreitung erreicht wird. Bei uns gilt R. oxyacanthae als stark gefährdet (RL 2). (CB)

24.04.2020
Oprohinus suturalis (F., 1775)
Oprohinus suturalis
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Der 2,5 bis 3,3 mm große Nahtstreif-Lauchrüssler Oprohinus suturalis (Familie Curculionidae) ist einer der beiden Vertreter der Gattung in Deutschland. In Europa sind vier Oprohinus-Arten bekannt. O. suturalis ist in Nordafrika und von Europa bis Vorderasien verbreitet. Die stenotope, xerophile Art kommt an trockenen Feldrainen, auf Ruderalflächen, in Gärten und auf Trockenrasen vor. Die phyllophagen Käfer entwickeln sich oligophag an Lauch-Arten (Allium) und können in Zwiebel- (A. cepa) und Knoblauch- (A. sativum) Kulturen schädlich werden. Die Käfer erscheinen im Mai und fressen an den Blättern der Wirtspflanzen. Die Larven schlüpfen im Juni. Nach 5-6 Wochen verpuppen sie sich im Boden. Die neue Generation erscheint im August und überwintert. In Deutschland ist die Art nicht gefährdet. (CB)

17.04.2020
Cryptocephalus coryli (L., 1758)
Cryptocephalus coryli
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Der 6 bis 7 mm große Hasel-Fallkäfer Cryptocephalus coryli (Familie Chrysomelidae) gehört zu den größeren Vertretern der etwa 50 Arten der Gattung Cryptocephalus in Deutschland. Er ist von Spanien über Mitteleuropa und Russland bis Sibirien und Korea verbreitet. Die stenotope, thermophile Art bevorzugt Wärmehänge und warme Waldränder. Sie entwickelt sich an exponiert stehendem Hasel (Corylus) und Birke (Betula). Die Weibchen umhüllen die Eier bei der Ablage mit einer Kotschicht und lassen sie anschließend in die Laubschicht am Boden fallen. Nach dem Schlüpfen bauen die Larven mit ihren Exkrementen das Tönnchen weiter aus, in das sie sich bei Gefahr zurückziehen und auch darin überwintern. Cryptocephalus coryli ist aus fast allen Bundesländern gemeldet, gilt aber als gefährdet (RL 3). (CB)

10.04.2020
Menesia bipunctata (Zoubk., 1829)
Menesia bipunctata
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Der 6 bis 9 mm große Zweipunktige Kreuzdornbock Menesia bipunctata (Familie Cerambycidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland. Er ist von Westfrankreich über Russland bis in den südlichen Ural und in Südeuropa von Nordost-Italien über Slowenien bis Rumänien verbreitet. Die stenotope, paludicole Art bevorzugt Moore, Sümpfe, und feuchte Auwälder als Lebensraum. Die Larven entwickeln sich in abgestorbenen, dünnen Zweigen des Faulbaums (Frangula alnus), viel seltener in anderen Laubhölzern. Die Imagines sitzen auf der Unterseite der Blätter und sind bei warmem Wetter recht flüchtig. In Deutschland liegen aktuelle Funde aus zahlreichen Bundesländern vor, mit einer Auslöschungszone im Rheinland, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Thüringen. Die Art gilt als gefährdet (RL 3). (CB)

03.04.2020
Aphodius satellitius (Hbst., 1789)
Aphodius satellitius
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Der 6 bis 8 mm große Gezeichnete Dungkäfer Aphodius satellitius (Familie Scarabaeidae) ist eine der etwa 60 aktuell gemeldeten Arten der Gattung Aphodius in Deutschland. Aphodius satellitius kommt in Mittel- und Südeuropa, Nordafrika und im Osten bis zum Ural vor. In Deutschland galt er bis zum Wiederfund im Bienwald vor wenigen Jahren als verschollen (RL 0). Die stenotope, xerothermophile Art kommt auf sonnigen Viehweiden und an Wärmehängen vor. Sie entwickelt sich koprophag in Pferde- und Rinderkot. Von anderen, teilweise recht ähnlichen Vertretern der Gattung unterscheidet er sich durch die abgerundeten Wangen, den starken Glanz und die rotbraunen Flügeldecken mit einem verwaschenen schwarzen Fleck hinter der Mitte. Funde sollten durch Experten abgesichert werden. (CB)

27.03.2020
Ips typographus (L., 1758)
Ips typographus
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Der 4,1 bis 5,5 mm große Buchdrucker Ips typographus (Familie Scolytidae) ist eine von fünf Ips-Arten in Deutschland. Er ist in Europa, Kleinasien, Sibirien und im Fernen Osten verbreitet und erreicht im Norden Lappland. Als bedeutender Fortschädling befällt er vor allem Fichte (Picea), aber auch Lärche (Larix), Kiefer (Pinus) und Tannes (Abies). Die Käfer fliegen geschwächte Bäume an und kommunizieren durch Pheromone, so dass bereits befallene Bäume verstärkt attackiert werden. Die Käfer legen unter der Rinde ein Brutsystem an, in dem Paarung und Eiablage erfolgen. Bei günstiger Witterung dauert die Entwicklung sechs Wochen und es kann mit bis zu drei Generationen pro Jahr zu Massenvermehrungen kommen. Die Bekämpfung erfolgt durch "saubere Waldwirtschaft", also Entfernung befallener Bäume aus dem Wald. (CB)

20.03.2020
Dirhagus lepidus (Rosh., 1847)
Dirhagus lepidus
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Der 4 bis 6 mm große Buchen-Schienenkäfer Dirhagus lepidus (Familie Eucnemidae) ist einer von drei recht ähnlichen Vertretern der Gattung in Deutschland. In Europa kommen fünf Arten vor. Von seinen Schwesterarten kann er durch die verlängerte Halsschildseitenrandkante und die starke Wölbung des Schildchens unterschieden werden. Dirhagus lepidus kommt von den Pyrenäen bis Russland vor. Die stenotope, silvicole Art bevorzugt urständige Laubwälder. Sie entwickelt sich saproxylobiont im morschen Holz alter Stämme, Stubben, Ästen und Klaftern, meist von Eiche (Quercus), Buche (Fagus), Weide (Salix), Ahorn (Acer) und Erle (Alnus). In Deutschland ist sie zwar aus zahlreichen Bundesländern aktuell gemeldet, wird aber nur sporadisch nachgewiesen und gilt als gefährdet (RL 3). (CB)

13.03.2020
Tenebrio opacus Duft., 1812
Tenebrio opacus
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Der 16 bis 18 mm große Mattglänzende Mehlkäfer Tenebrio opacus (Familie Tenebrionidae) ist der seltenste Vertreter der drei Arten der Gattung in Deutschland. T. opacus kommt vom südlichen Nordeuropa bis Griechenland vor. Im Gegensatz zu den meist synanthrop lebenden Schwesterarten T. molitor und T. obscurus bevorzugt der stenotope, xylodetriticole T. opacus alte Baumruinen, hauptsächlich von Eiche (Quercus), Buche (Fagus), gelegentlich Rosskastanie (Aesculus). Die Larven entwickeln sich im trockenen, nährstoffreichen Holzmulm, der mit Insektenresten, Federn, Knochen und Pilzmyzelien durchsetzt ist. Die Imagines sind nachtaktiv und erscheinen von Mai bis Juli. Tenebrio opacus ist zwar aus fast allen Bundesländern gemeldet, wird aber sehr selten nachgewiesen und gilt als stark gefährdet (RL 2). (CB)

06.03.2020
Perileptus areolatus (Creutz., 1799)
Perileptus areolatus
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Der 2,2 bis 2,8 mm lange Schlanke Sand-Ahlenläufer Perileptus areolatus (Familie Carabidae) ist der einzige Vertreter der weltweit etwa 50 Arten umfassenden Gattung Perileptus in Deutschland. P. areolatus ist eine eurosibirische Art und kommt von Europa bis Westsibirien sowie im Mittelmeergebiet, Kleinasien und in Nord- und Ostafrika vor. Die stenotope, hygrophile und ripicole Art bevorzugt vor allem sterile Schotter- und Kiesufer fließender Gewässer, gelegentlich findet man sie auch auf sandig-kiesigem Untergrund an stehenden Gewässern, z.B. Baggerseen. Sie können aus Hochwassergenist gesiebt werden. Käfer und Larven leben räuberisch im feuchten Substrat. In Deutschland ist die Art in der ostdeutschen Ebene nur reliktär, im Norden fehlt sie weitgehend. Sie gilt in als gefährdet (RL 3). (CB)

28.02.2020
Lignyodes enucleator (Panz., 1798)
Lignyodes enucleator
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Der 3,4 bis 4,7 mm große Zweifarbige Eschenrüssler Lignyodes enucleator (Familie Curculionidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland. Aus Europa sind drei Arten bekannt, in den USA gut 20. Lignyodes enucleator kommt von Spanien über Mittel- und Osteuropa bis zum Kaukasus und Kleinasien vor. Die stenotope, silvicole Art findet man von Ende März bis Juni in wärmebegünstigen Auwäldern, Bach- und Flussauen sowie in Parks der Ebene vor. Sie lebt monophag auf Gewöhnlicher Esche (Fraxinus excelsior). Die Larven entwickeln sich in den Eschensamen, die sie im Oktober verlassen um sich im Boden zu verpuppen. In Deutschland liegen aktuelle Nachweise nur aus der Südhälfte vor, im Norden fehlt die Art. Bei uns gilt Lignyodes enucleator als gefährdet (RL 3). (CB)

21.02.2020
Sitaris muralis (Forst., 1771)
Sitaris muralis
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Der 8 bis 10 mm große Schmalflügelige Pelzbienenölkäfer Sitaris muralis (Familie Meloidae) ist einer von sieben Vertretern der Gattung in Europa und die einzige Sitaris-Art in Deutschland. Sie ist von Portugal über Spanien und Frankreich bis Griechenland und Nordafrika verbreitet und stellt ein ostpaläarktisches und holomediterranes Faunenelement dar. S. muralis ist thermophil mit synanthroper Tendenz. Man findet sie an von August bis September an Trockenmauern, Lößwänden sowie im Siedlungsbereich an Hauswänden und unter Balkonen. Ihre Larven entwickeln sich parasitisch in den Nestern von Pelz- und Mauerbienen (Anthopora, Anthidium, Osmia). In Deutschland kommt die Art in den westlichen Bundesländern vor und zeigt in den letzten Jahren eine Ausbreitungstendenz. Sie gilt als gefährdet (RL 3). (CB)

14.02.2020
Cerapheles terminatus (Menetr., 1832)
Cerapheles terminatus
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Der 3 bis 4 mm lange Zipfelkäfer Cerapheles terminatus (Familie Malachiidae) ist einer von vier Vertretern der Gattung in Europa und die einzige in Deutschland vorkommende Cerapheles-Art. Er ist von Frankreich und Südengland über Mitteleuropa und den Kaukasus, Kleinasien, Syrien bis zum Iran verbreitet. Die stenotope, paludicole Art lebt in Sümpfen, auf sumpfigen Wiesen, an den Ufer von Tümpeln und in Flussauen. Die floricolen Käfer findet man auf den Blüten der Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus), von deren Pollen sie sich ernähren. Die Larven leben im Anspülicht von Schilf (Phragmites communis). In Deutschland liegen aktuelle Meldungen aus praktisch allen Bundesländern vor. Die Art wird jedoch nicht besonders häufig nachgewiesen und gilt als stark gefährdet (RL 2). (CB)

07.02.2020
Lycoperdina bovistae (F., 1792)
Lycoperdina bovistae
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Der 4 bis 4,5 mm große Schwarzglänzende Stäublingskäfer Lycoperdina bovistae (Familie Endomychidae) ist einer von 16 paläarktischen und nur zwei Arten der Gattung in Deutschland. Er ist in West-und Mitteleuropa sowie im westlichen Südeuropa und im südlichen Nordeuropa verbreitet. In Deutschland fehlt er in den nördlichen Bundesländern. Die eurytope, silvicole und mycetophage Art kommt in Wäldern, auf Lichtungen und an Waldrändern der collinen bis montanen Stufe vor. Sie lebt an Stäublingen (Calvatia, Vascellum, Lycoperdon), Erdsternen (Geastrum) und Bovisten (Bovista). Die Käfer können von März bis Oktober in den Pilzen gefunden werden und sind meist von den Sporen bedeckt. Die Larven überwintern in den Fruchtkörpern. In Deutschland gilt die Art als gefährdet (RL 3). (CB)

31.01.2020
Anisotoma humeralis (F., 1792)
Anisotoma humeralis
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Der 2,7 bis 4 mm große Schwammkugelkäfer Anisotoma humeralis (Familie Leiodidae) ist der bei weitem häufigste Vertreter der fünf Arten der Gattung in Deutschland und zeichnet sich durch rote Schultermakeln aus. Von der ähnlich gefärbten Anisotoma axillaris kann er durch seine fein behaarten Flügeldecken unterschieden werden. Anisotoma humeralis kommt in ganz Europa, von Lappland bis ins Mittelmeergebiet und in Kleinasien vor. Die eurytope Art lebt in Wäldern, Parks und Flussauen an frischen oder sporulierenden Fruchtkörpern von Schleimpilzen (Eumycetozoa). Man findet sie von April bis Anfang August meist unter verpilzter Rinde, an verpilzten Ästen und Stubben. In Deutschland liegen aktuelle Funde aus allen Bundesländern vor, die Art gilt als nicht gefährdet. (CB)

24.01.2020
Hister quadrimaculatus L., 1758
Hister quadrimaculatus
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Mit 7 bis 11 mm Körperlänge gehört der Vierfleck-Gaukler Hister quadrimaculatus zu den größeren Vertretern der Stutzkäfer (Familie Histeridae) in Deutschland. Die Art kommt in Süd- und Mitteleuropa sowie in Nordafrika vor, circummediterran von Spanien bis Griechenland und Kleinasien, im Norden bis Südengland. Die eurytope, xerophile Art bevorzugt vor allem Wärmegebiete der Ebene und lebt an Aas, in faulenden Vegetabilien sowie im Kot von Rind und Pferd. Käfer und Larven sind räuberisch und ernähren sich von anderen Insektenlarven, vor allem der Gattung Aphodius. In Deutschland kommt die Art vor allem in der Südhälfte sowie in Sachsen-Anhalt und dem Niederelbegebiet vor, ansonsten fehlen aktuelle Nachweise in der Nordhälfte Deutschlands. Sie gilt als gefährdet (RL 3). (CB)


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