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Käfer der Woche

Texte © K. Reißmann, T. Hörren, M. Stern, F. Bötzl und C. Benisch

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22.05.2015
Anthaxia fulgurans (Schrk., 1789)
Anthaxia fulgurans
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Der 4 bis 7 mm große Fleckhals-Prachtkäfer Anthaxia fulgurans (Familie Buprestidae) ist einer der zahlreichen Vertreter der Gattung in Europa. Weltweit sind mehr als 700 Anthaxia-Arten beschrieben worden. Anthaxia fulgurans ist von Nordost-Spanien über Mitteleuropa bis Kleinasien, Syrien und zur Ukraine verbreitet. Die stenotope, thermophile Art entwickelt sich an Baumrosaceen, wie Apfel, Schlehe, Pflaume und Kirsche. Die Larvenentwicklung findet unter der Rinde der Wirtsbäume statt. Die Verpuppung erfolgt in einer Puppenwiege im Holz. Die Imagines findet man an sonnigen Tagen auf Blüten. Das Weibchen hat bis auf die Naht rot gefärbte Flügeldecken, das Männchen ist überwiegend grün gefärbt. In Deutschland ist die Art nur aus Xerotherm-Biotopen in Baden, Württemberg, Thüringen und Sachsen gemeldet und gilt als vom Aussterben bedroht (RL 1). (CB)

15.05.2015
Lymexylon navale (L., 1758)
Lymexylon navale
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Der 7 bis 16 mm lange Schiffswerftkäfer Lymexylon navale (Familie Lymexylonidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland, die weltweit nur fünf Arten. Das Weibchen hat einen schwarzen Kopf, Halsschild und Flügeldecken sind rotbraun. Beim Männchen können die Flügeldecken verdunkelt sein und das 3. Kiefertasterglied ist stark vergrößert und verästelt. Die stenotopen, silvicolen Käfer entwickeln sich an geschädigten Laubbäumen und liegenden Stämmen, vor allem Eiche und gelten als ernste Eichenschädlinge. Man findet die Käfer in alten Laubwäldern und auch auf Holzlagerplätzen, wo sie in den heißen Nachmittagsstunden schwärmen. Im Gegensatz zu anderen Lymexylonidae züchten sie keine Pilze in ihren Bohrgängen. Die Art ist aus den meisten Bundesländern gemeldet und gilt als gefährdet (RL 3). (CB)

08.05.2015
Opilo mollis (L., 1758)
Opilo mollis
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Der 9 bis 13 mm große Schöne Buntkäfer Opilo mollis (Familie Cleridae) ist die häufigste der drei Arten der Gattung in Deutschland. Von der sehr ähnlichen Schwesterart O. domesticus unterscheidet er sich durch die Halsschildform und die Punktreihen der Flügeldecken. Unsere dritte Art, Opilo pallidus, lebt akrodendrisch auf alten Eichen und wird selten nachgewiesen. Die Gattung Opilo war ursprünglich in der Paläarktis und Teilen der Orientalis verbreitet. Etliche Vertreter sind heute aber weltweit verschleppt, darunter auch O. mollis. In der Paläarktis kommen 27 Arten vor. Die eurytope Art lebt in Wäldern, an Waldrändern, in Gärten und Parks. Man findet sie an alten Laub- und Nadelhölzern, wo Käfer und Larven anderen holzbewohnenden Insekten nachstellen. In Deutschland ist O. mollis aus fast allen Bundesländern gemeldet und gilt als nicht gefährdet. (CB)

01.05.2015
Trissemus antennatus (Aube, 1833)
Trissemus antennatus
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Der 1,7 bis 1,9 mm große Palpenkäfer Trissemus antennatus (Familie Pselaphidae) ist der einzige Vertreter der Gattung Trissemus in Deutschland und ist durch den auffälligen Bau der Fühlerkeule leicht zu erkennen, der die Art ihren wissenschaftlichen Namen verdankt. Die Schwesterart Trissemus impressus wird inzwischen in die Gattung Fagniezia gestellt. In der Westpaläarktis sind 20 Arten beschrieben, davon 7 in Europa. Die stenotope, hygrophile Art kommt in Süddeutschland, Frankreich, Italien sowie auf Korsika und Elba vor. Man findet die Tiere in Sümpfen und an sumpfigen Ufern von Gewässern. Käfer und Larven leben räuberisch von anderen Kleininsekten in der Moos- und Laubschicht. In Deutschland ist Trissemus antennatus aktuell nur aus Baden und der Pfalz gemeldet und gilt als vom Aussterben bedroht (RL 1). (CB)

24.04.2015
Paederidus ruficollis (F., 1781)
Paederidus ruficollis
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Der 6,5 bis 8 mm große Kurzflügler Paederidus ruficollis (Familie Staphylinidae) ist einer der beiden recht ähnlichen Vertreter der Gattung in Deutschland. Die Schwesterart P. rubrothoracicus ist mit 8 bis 9,5 mm größer und weist einen dunkelblau metallischen Hinterleib auf, während er bei P. ruficollis schwarz ist, mit einem allenfalls schwachen blauen Schein. In Europa kommen insgesamt vier Arten vor. Die stenotope, psammophile Art ist von Nordafrika über Europa bis Kleinasien und Iran verbreitet. Man findet die Tiere meist gesellig an sandigen oder feinkiesigen Ufern von Seen und Flüssen, wo die Tiere im Sonnenschein schnell umherlaufen. Die Käfer leben räuberisch und ernähren sich von anderen Insekten. In Deutschland ist die Art aus vielen Bundesländern mit Ausnahme des Ostens gemeldet und gilt nicht als gefährdet. (CB)

17.04.2015
Hetaerius ferrugineus (Ol., 1789)
Hetaerius ferrugineus
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Der 1,5 bis 2 mm große Stutzkäfer Hetaerius ferrugineus (Familie Histeridae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Europa. Weltweit kommen etwa 30 Arten vor, die meisten davon in der Nearktis. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom südlichen Nordeuropa bis Südeuropa und zum Kaukasus. Die myrmekophile Art lebt bei verschiedenen Ameisenarten in Wärmegebieten, Flussauen, auf Heide und Trockenrasen. Die Käfer ernähren sich von toten und kranken Ameisen. Die Ameisen verhalten sich gegenüber dem Käfer indifferent. Bei Angriffen stellt sich der Käfer tot und legt Beine und Fühler eng an den Körper an, wodurch er praktisch ungreifbar wird. Die Ameisen tragen den Käfer eine Weile herum, belecken ihn und lassen schließlich wieder von ihm ab. In Deutschland ist die Art weit verbreitet, aber nicht häufig. Sie gilt als gefährdet (RL 3). (CB)

10.04.2015
Haliplus confinis Steph., 1828
Haliplus confinis
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Der 2,3 bis 3,7 mm große, kahnförmig gebaute Wassertreter Haliplus confinis (Familie Haliplidae) ist einer von 30 Vertretern der Gattung in Europa, wovon 18 auch in Deutschland vorkommen. Der Käfer lebt in sauberen, stehenden und langsam fließenden, pflanzenreichen Gewässern, wo er sich von Algen und Pflanzenteilen ernährt. Die stenotope Art ist von Nord- und Mitteleuropa bis Sibirien verbreitet und wurde inzwischen auch in China nachgewiesen. Wie alle Haliplidae ist Haliplus confinis kein guter Schwimmer und bewegt seine Beine anders als die Vertreter der Familie Dytiscidae abwechselnd, was der Familie den Namen Wassertreter eingebracht hat. Sie sind flugfähig und können so neue Gewässer aufsuchen. In Deutschland ist die Art aus praktisch allen Bundesländern gemeldet, gilt aber als gefährdet (RL 3). (CB)

03.04.2015
Cylindera germanica L., 1758
Cylindera germanica
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Der Deutsche Sandlaufkäfer Cylindera germanica (Familie Carabidae) ist eine von nur zwei Arten der Gattung in Europa. Er ist in Europa und Asien verbreitet und bevorzugt Trocken- und Magerrasen sowie Feldraine mit offenen Stellen und lückiger Vegetation, wo sich die Larven 2-jährig in selbstgegrabenen Wohnröhren im lehmigen oder mergeligen Boden entwickeln. Käfer und Larven leben räuberisch von anderen Insekten. Die xerophile Art ist in den letzten Jahrzehnten sehr selten geworden und bundesweit vom Aussterben bedroht (RL 1). Gründe sind unter anderem Intensivierung der Landwirtschaft mit starkem Rückgang extensiv genutzter Äcker und Ackerbrachen, ferner die Schließung von Truppenübungsplätzen mit schnellem Zuwachsen offener Störstellen sowie die Eutrophierung von Magerrasen durch Stickstoffeintrag unter anderem aus der Luft. (CB)

27.03.2015
Platydema violaceum (F., 1790)
Platydema violaceum
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Der Schwarzkäfer Platydema violaceum (Familie Tenebrionidae) ist vom südlichen Nordeuropa über Mittel- und Südeuropa verbreitet und dringt östlich bis in den Kaukasus vor. In Deutschland kommt die Art flächendeckend vor, wobei aktuelle Nachweise aus Westfalen fehlen. Als Entwicklungspilz gilt bislang ausschließlich das Judasohr, Auricularia auricula-judae (Bull.), ein saprophytischer Pilz, welcher bevorzugt in Holunder (Sambucus), jedoch auch in vielen weiteren Laubhölzern, wie z.B. Buchen (Fagus), Birken (Betula) und Ulmen (Ulmus) wächst. Der Käfer kann das ganze Jahr über unter der Rinde von Laubhölzern aufgefunden werden, verstärkt jedoch im Winterhalbjahr. Während die Art bis vor etwa 50 Jahren in Deutschland in den meisten Teilen kaum noch aufgefunden wurde, breitete sie sich in den letzten Jahrzehnten wieder aus. (TH)

20.03.2015
Larinus beckeri Petri, 1907
Larinus beckeri
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Der 6 bis 8 mm große Flockenblumen-Distelrüssler Larinus beckeri (Familie Curculionidae) ist eine der einander recht ähnlichen sieben Arten der Gattung Larinus in Deutschland, der durch die rundlich ovale Körperform und den vergleichsweise langen und dünnen Rüssel zu erkennen ist. Die Art ist von Europa bis Sibirien verbreitet, die genaue Verbreitung ist aber noch nicht vollständig bekannt. Larinus beckeri lebt an nur Flockenblumen (Centaurea), bevorzugt in niederen Lagen, während die Schwesterart auch an verschiedenen Distelarten mehr im montanen Bereich vorkommt. Die Larve entwickelt und verpuppt sich in der Blüte. Die Käfer schlüpfen ab Juli und überwintern. In Deutschland fehlt Larinus beckeri Art im Norden und Osten und gilt nach Rheinheimer/Hassler (2010) als stark gefährdet (RL 2). (CB)

13.03.2015
Timarcha tenebricosa (F., 1775)
Timarcha tenebricosa
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Der 12 bis 18 mm große Labkraut-Blattkäfer Timarcha tenebricosa (Familie Chrysomelidae) ist einer von drei Vertretern der Gattung in Deutschland. Weltweit enthält die Gattung über 100 Arten in drei Untergattungen, überwiegend in der Paläarktis, einige in der Nearktis. Die eurytope, herbicole Timarcha tenebricosa kommt in Mittel- und Südeuropa vor. Sie bevorzugt trockene Wiesen und Waldränder, sonnige Fluss- und Bachauen, Trockenhänge und Weinberge. Sie entwickelt sich oligophag an Labkräutern (Galium). Bei Beunruhigung würgen sie eine intensiv orangefarbene Flüssigkeit aus (Reflexbluten), wovon ihr englischer Trivialname herrührt. Die Männchen weisen verbreiterte Vorder- und Mitteltarsen auf, mit denen sie sich bei der Paarung am Weibchen festklammern. In Deutschland nur aus der Südhälfte gemeldet, gilt die Art als gefährdet (RL 3). (CB)

06.03.2015
Leptura aurulenta (F., 1792)
Leptura aurulenta
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Der 13 bis 18 mm große Goldhaarige Halsbock Leptura aurulenta (Familie Cerambycidae) ist eine von fünf Arten der Gattung Leptura in Deutschland. Verwechslungen sind mit der Schwesterart Leptura quadrifasciata möglich, die jedoch ganz schwarze Beine aufweist. Die stenotope, thermophile Art kommt in Nordwestafrika sowie Süd- und Mitteleuropa vor. Sie bevorzugt sonnige Waldränder und Waldwiesen in collinen Lagen. Die Larvenentwicklung erfolgt in den Stümpfen und Wurzelstöcken toter Laubhölzer, vor allem Buche, aber auch Eiche, Weide, Pappel, Erle, Birke und Kastanie. Die Imagines erscheinen von Juni bis August auf Doldenblüten. Sie sind in der Sonne recht lebhaft und fliegen gern. In Deutschland ist die Art auf den Süden und Westen beschränkt. Sie gilt als stark gefährdet (RL 2). (CB)

27.02.2015
Corticeus fasciatus F., 1790
Corticeus fasciatus
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Der 3 bis 3,2 mm große Schwarzkäfer Corticeus fasciatus (Familie Tenebrionidae) gehört zu den neun aktuell in Deutschland gemeldeten Arten der Gattung Corticeus. Die stenotope, silvicole Art kommt von Nordafrika über Süd- und bis zum südlichen Nordeuropa sowie im angrenzenden Osteuropa vor. Die Käfer bevorzugen alte Laubwälder, insbesondere trockene Eichenwälder. Sie leben an rindenfreien Stellen alter Eichen sowie in den dort vorhandenen Bohrlöchern von Pochkäfern (Anobiidae) und Werftkäfern (Lymexylonidae). Früher hielt man sie für ausschließlich räuberisch lebend, doch sind sie wohl saprophag und nur fakultativ räuberisch. Die vermutlich 2-jährige Larvenentwicklung findet unter der Rinde der Bäume statt. In Deutschland ist die Art aus den meisten Bundesländern gemeldet gilt aber als Urwaldreliktart und stark gefährdet (RL 2). (CB)

20.02.2015
Hallomenus binotatus (Quensel, 1790)
Hallomenus binotatus
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Der 3,5 bis 6 mm große Düsterkäfer Hallomenus binotatus (Familie Melandryidae) ist die häufigere der beiden Arten in Deutschland. Inzwischen wird die gesamte Unterfamilie Hallomeninae in die Familie Tetratomidae gestellt. Hallomenus binotatus kommt von Nordspanien über Mitteleuropa einschließlich der Britischen Inseln bis Bosnien vor. Die stenotope, mycetobionte Art kommt in Laub- und Mischwäldern sowie Parks vor. Sie entwickelt sich an verschiedenen Baumpilzen, unter anderem an Stielporlingen (Polyporus) Feuerschwämmen (Phellinus), Dickröhrlingen (Boletus), Seitlingen (Pleurotus), Glucken (Sparassis) und Hallimaschen (Armillaria) an Stubben und Stämmen von Laubhölzern (Quercus, Fagus, Betula, Salix) und Koniferen (Picea, Pinus, Abies). Die Art ist dämmerungs- und nachtaktiv. Die Art ist aus ganz Deutschland gemeldet und nicht selten. (CB)

13.02.2015
Phrissotrichum rugicolle (Germ., 1817)
Phrissotrichum rugicolle
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Der 1,9 bis 2,5 mm große Spitzmausrüssler Phrissotrichum rugicolle (Familie Apionidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland. Durch die kräftige, bortenartige Behaarung unterscheidet sie sich von allen anderen Apioniden in unserer Fauna. Die stenotope, xerothermophile Art ist von Frankreich über Italien und Mitteleuropa bis Ungarn verbreitet. In Mitteleuropa kommt die Art nur an ausgesprochenen Wärmestellen, vor allem an Wärmehängen, sonnenexponierten Wegböschungen, Felsenheide und Trockenrasen auf Kalk oder Gipsböden vor. Die Käfer entwickeln sich oligophag an Sonnenröschen (Helianthemum) und Nadelröschen (Fumana). In Deutschland liegen aktuelle Nachweise von Phrissotrichum rugicolle nur aus der südlichen Landeshälfte vor und die Art gilt als selten und gefährdet (RL 2). (CB)

06.02.2015
Rhynchites bacchus (L., 1758)
Rhynchites bacchus
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Der 4,2 bis bis 6,8 mm große Purpurrote Fruchtstecher Rhynchites bacchus (Familie Rhynchitidae) ist eine von sechs Arten der Gattung in Deutschland. Die thermophile Art kommt in Nordafrika, Europa, bis zum Kaukasus und bis Turkmenistan und Nordiran vor. Man findet die Käfer in Obstgärten, an Wegrainen, in sonnigen Flussauen und an Waldrändern. Sie leben oligophag an Baumrosaceen und haben als Schädlinge an Pflaume, Aprikose und Apfel wirtschaftliche Bedeutung. Zwischen Mai und August legt das Weibchen seine Eier in angenagten Früchten ab. Die Larven ernähren sich vom Fruchtfleisch. Nach 4-8 Wochen verlässt die Larve die Frucht und verpuppt sich im Boden. Die neue Generation schlüpft im Herbst und überwintert in der Puppenkammer. In Deutschland liegen vor allem Nachweise aus der Südhälfte vor. (CB)

30.01.2015
Baris analis (Ol., 1790)
Baris analis
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Der 2 bis 3,5 mm große Flohkraut-Zahnrüssler Baris analis (Familie Curculionidae) gehört zu den kleinsten und seltensten der zwölf Arten der Gattung Baris in Deutschland und ist durch das rot gefärbte letzte Flügeldeckendrittel sehr leicht zu erkennen. Die Art ist in Europa von den Britischen Inseln bis Griechenland und im Osten bis Sibirien verbreitet. Baris analis lebt auf feuchtem Grünland und an Ufern am Großen Flohkraut (Pulicaria dysenterica). Die Larven entwickeln sich im unteren Stengelbereich und in den Wurzeln. Sie verpuppen sich im Fraßgang in einer Puppenwiege, die Überwinterung erfolgt als Imago. Die Art ist lokal und sehr selten. In Deutschland liegen derzeit nur Einzelfunde aus Sachsen-Anhalt und Baden vor und Baris analis gilt nach Rheinheimer/Hassler (2010) als vom Aussterben bedroht (RL 1). (CB)

23.01.2015
Anthribus albinus (L., 1758)
Anthribus albinus
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Der 6 bis 12 mm lange Große Breitrüssler Anthribus albinus (Familie Anthribidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland. Die stenotope, silvicole Art ist von Nordafrika über Europa und Kleinasien bis Sibirien verbreitet. Man findet die Tiere in Laubwäldern an verpilzten Ästen und alten Stämmen von Laubhölzern, besonders Buche (Fagus), aber auch an Erle (Alnus), seltener an Hasel (Corylus), Birke (Betula), Eiche (Quercus), Ulme (Ulmus), Line (Tilia), Weide (Salix), Eberesche (Sorbus) und Weißdorn (Crataegus), außerdem an Stubben und Klafterholz. Käfer und Larven ernähren sich von Baumpilzen. Die Larven nagen Fraßgänge im Totholz, in denen sie sich auf verpuppen. Durch seine Färbung tarnt sich der Käfer als Vogelkot. In Deutschland ist die Art aus allen Bundesländern gemeldet und nicht selten. (CB)

16.01.2015
Hispa atra L., 1767
Hispa atra
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Der 3 bis 4 mm große Schwarzer Stachelkäfer Hispa atra (Familie Chrysomelidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland wie auch Europa. Die übergeordnete Tribus Hispini umfasst weltweit etwas über 600 Arten in 20 Gattungen in Europa, Afrika, Asien und Australien. Die eurytope, xerothermophile Art ist paläarktisch von Europa bis zur Mongolei, Tibet und China verbreitet. Man findet die Käfer vor allem an dürren, kurzrasigen Stellen, Trocken- und Halbtrockenrasen, auf Heide, an Trockenhängen, auf trockenen Wiesen und an Feldrainen sowie in sandigen Flussauen, an Dämme und in Steinbrüchen. Die Larven minieren in Grasarten, vor allem Rispengräsern (Poa), Quecken (Agropyron), Hafer (Avena) und Lieschgräsern (Phleum). In Deutschland ist die Art aus allen Bundesländern gemeldet und ist nicht gefährdet. (CB)

09.01.2015
Chilocorus renipustulatus (Scriba, 1850)
Chilocorus renipustulatus
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Der 4 bis 5 mm große Nierenfleckige Kugelmarienkäfer Chilocorus renipustulatus (Familie Coccinellidae) gehört mit seiner Schwesterart C. bipustulatus zu den einzigen Vertretern der Gattung in Deutschland. Die Gattung enthält über 80 Arten und ist in der Holarktis, Orientalis und Afrotropis verbreitet. Zahlreiche Arten der Gattung sind zur biologischen Schädlingsbekämpfung von wirtschaftlicher Bedeutung. Die paläarktische Art Chilocorus renipustulatus ist von Nordafrika über Europa bis zum Kaukasus und Sibirien verbreitet. Sie lebt in feuchten Biotopen an den Stämmen von Laubbäumen (bevorzugt Erle, Esche und Hartriegel) und verfolgt verschiedene Schildlausarten, insbesondere die Schildlaus Chionaspis salicis. In Deutschland ist sie aus allen Bundesländern gemeldet und häufig. (CB)

02.01.2015
Cynaeus angustus (Leconte, 1851)
Cynaeus angustus
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Der 5,5 bis 6,5 mm lange Schwarzkäfer Cynaeus angustus (Familie Tenebrionidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland. Die Art stammt ursprünglich aus der Sonora-Wüste im Südwesten der USA bzw. Mexiko, wo noch zwei ähnliche Schwesterarten vorkommen. Sie lebt an sich zersetzenden Überresten von Yucca und Agaven. Von dort breitete sich die Art seit den 1970er-Jahren als Schädling in Getreidelägern und an Abfällen der Baumwollgewinnung nach Osten aus. Seit Mitte der 1990er-Jahre erfolgten Nachweise eingeschleppter Tiere in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Man findet die Käfer von Juni bis September an Dreschabfällen von Getreide und Kompost. In Deutschland liegen aktuelle Nachweise aus der Pfalz, Baden und Thüringen vor. Die expansive Art gilt als nicht gefährdet. (CB)

26.12.2014
Emus hirtus (L., 1758)
Emus hirtus
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Der 18 bis 28 mm große Behaarte Kurzflügler Emus hirtus (Familie Staphylinidae) ist wohl der schönste Kurzflügler in unserer Fauna und der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland. Die eurytope, thermophile Art ist von ganz Europa bis zum westlichen Zentralasien verbreitet. Sie bevorzugt naturnahe Weiden, vor allem an Wärme- und Trockenhänge, sandige sonnenexponierte Viehweiden und trockene Waldränder. Käfer und Larven leben räuberisch an frischem Dung von Pferden und Rindern und ernähren sich von Imagines und Larven von Dipteren und anderen Käfern. Die Behaarung der Imagines ist wasser- und schmutzabweisend, so dass die Tiere selbst in ganz frischem Rinderdung stets unverschmutzt bleiben. In Deutschland zeigt die Art starke Bestandsschwankungen und verschwindet in einem Gebiet oft für mehrere Jahre. Sie gilt als stark gefährdet (RL 2). (CB)

19.12.2014
Rhagium bifasciatum F., 1775
Rhagium bifasciatum
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Der 12 bis 22 mm große Gelbbindige Zangenbock Rhagium bifasciatum (Familie Cerambycidae) ist einer von vier Vertretern der Gattung in Deutschland. Die Gattung ist mit 25 Arten holarktisch verbreitet. Die stenotope, silvicole Art ist von Europa bis Kleinasien und zum Kaukasus verbreitet. Die Käfer bevorzugen Nadel- und Mischwälder der planaren bis montanen Zone. Die meist 2-jährige Larvenentwicklung erfolgt im toten Holz von Stümpfen und Stämmen von Fichten und Kiefern, seltener in Laubhölzern wie Buche und Eiche. Im Gegensatz zu den Schwesterarten R. inquisitor und R. mordax baut die Larve keine Puppenwiege unter der Rinde, sondern verpuppt sich im morschen Holz. Die tagaktiven Käfer findet man ab Ende April auf Baumstämmen und Zweigen, gelegentlich auf Blüten. In Deutschland aus allen Regionen gemeldet und nicht selten. (CB)

12.12.2014
Lebia marginata (Fourcr., 1785)
Lebia marginata
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Der 3,8 bis 5 mm große Laufkäfer Lebia marginata (Familie Carabidae) gehört zu den seltensten Vertretern der vier sicher nachgewiesenen Arten der Gattung Lebia in Deutschland. Die artenreiche Gattung ist weltweit mit über 700 Arten in 17 Untergattungen verbreitet. Die eurytope, xerophile Lebia marginata erreicht von Südeuropa aus noch das südliche Mitteleuropa, im Osten ist sie vom Kaukasus bis Südwest-Asien verbreitet. Man findet die Käfer an sonnigen Waldrändern und auf Lichtungen auf jungen Bäumen und Büschen, bevorzugt in den Nachmittagsstunden. Die Käfer ernähren sich räuberisch von anderen Insekten. In Deutschland liegen aktuelle Funde nur aus der Südhälfte vor und die Art ist ziemlich selten, an den Fundstellen jedoch mitunter in gewisser Anzahl anzutreffen. In Deutschland als vom Aussterben bedroht (RL 1) eingestuft. (CB)

05.12.2014
Platycerus caraboides (L., 1758)
Platycerus caraboides
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Der 10 bis 14 mm große Kleine Rehschröter Platycerus caraboides (Familie Lucanidae) ist ein der beiden Arten der Gattung in Deutschland. Die stenotope, silvicole Art ist vom nördlichen Südeuropa über Mitteleuropa bis Westasien verbreitet. Sie fehlt im Norden der Britischen Inseln und in Nordskandinavien, außerdem in Südspanien sowie Griechenland und in großen Teilen des Balkans. Platycerus caraboides bevorzugt planare und colline Lagen und ist vor allem in warmen Buchenmischwäldern bis 750 m üNN anzutreffen. Die ähnliche Schwesterart P. caprea bevorzugt dagegen gebirgige, kühle und feuchte Lagen vom montanen bis in den subalpinen Bereich. Die Käfer ernähren sich von Blättern und Knospen. Die Larven entwickeln sich 3-jährig in weißfaulem Holz verschiedener Laubbäume. In Deutschland kommt die Art überall vor und ist nicht selten. (CB)


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