kerbtier.de
Käferfauna Deutschlands © 2007–2020 Christoph Benisch
DE | EN | Kontakt | Impressum | Datenschutz | RSS
Banner kerbtier.de kTitelgrafik
 


Käfer der Woche

Texte © K. Reißmann, T. Hörren, M. Stern, F. Bötzl und C. Benisch

Seiten:  7 8 9 10 11 12 13 14 15


08.01.2016
Euconnus rutilipennis (Müll.Kunze, 1822)
Euconnus rutilipennis
 A
 B
 C
5 
Der nur 1,9 bis 2,1 mm große Ameisenkäfer Euconnus rutilipennis (Familie Scydmaenidae) ist eine von 12 Arten der Gattung in Deutschland. Weltweit enthält die artenreiche Gattung mehr als 2500 Arten in allen faunengeographischen Regionen. Euconnus rutilipennis kommt vom südlichen Teil Nordeuropas über Mitteleuropa bis zum nördlichen Südeuropa und zur Balkanhalbinsel vor. Die stenotope, hygrophile und paludicole Art lebt in Sümpfen, an sumpfigen Ufern stehender Gewässer unter Laub, Detritus und Genist sowie in Mooren an Torfmoos (Sphagnum). In höheren Lagen fehlt die Art. Wie die meisten Vertreter der Gattung ernähren sich die Käfer räuberisch von Milben. In Deutschland ist Euconnus rutilipennis aus zahlreichen Bundesländern gemeldet und gilt als nicht gefährdet. (CB)

01.01.2016
Berosus signaticollis (Charp., 1825)
Berosus signaticollis
 A
 B
 C
3 
Der 5 bis 6,4 mm große Wasserfreund Berosus signaticollis (Familie Hydrophilidae) ist eine von sechs Arten der Gattung in Deutschland. Weltweit enthält die Gattung über 260 Arten. Berosus signaticollis ist in Süd- und Mitteleuropa einschließlich der Britischen Inseln verbreitet. Die stenotope, tyrphophile Art lebt in Moorgewässern und besonnten Tümpeln und ist durch den schwarzen Doppelfleck auf der Scheibe des Halsschilds unter den sonst nicht einfach zu bestimmenden Arten noch relativ gut kenntlich. Die Käfer können unter Wasser atmen, indem die Sauerstoff über ihre Körperoberfläche aufnehmen. Die Larven ernähren sich räuberisch von kleinen Insekten und Crustaceen. In Deutschland ist die Art aus allen Bundesländern gemeldet und gilt als nicht gefährdet, wird aber nach Norden seltener. (CB)

25.12.2015
Ophonus rufibarbis (F., 1792)
Ophonus rufibarbis
 A
 B
 C
5 
Der 6 bis 9,1 mm große Laufkäfer Ophonus rufibarbis (Familie Carabidae) gehört zur Gattung Ophonus, die in Deutschland mit 16 Arten, in der Paläarktis mit etwa 70 Arten vertreten ist. Ophonus rufibarbis ist in Nordwestafrika, Europa, im Kaukasus, Zentral- und Südrussland, Kleinasien, Mittelasien und Westsibirien verbreitet und wurde auch nach Nordamerika eingeschleppt. Die eurytope, xerophile Art lebt auf trockenen Feldern und Ruderalflächen, an sandigen Ufern, in Sand- und Kiesgruben und in lichten Laubwäldern von der Ebene bis ins Bergland. Ophonus rufibarbis ist phytophag. Man findet die Käfer in Grasbüscheln und an faulenden Vegetabilien. Die Käfer sind flugfähig und nachtaktiv. Sie sind Frühjahrsbrüter. In Deutschland ist Ophonus rufibarbis aus allen Bundesländern gemeldet und nicht gefährdet. (CB)

18.12.2015
Amalus scortillum (Hbst., 1795)
Amalus scortillum
 A
 B
 C
6 
Der nur 1,7 bis 2,1 mm große Rüsselkäfer Amalus scortillum (Familie Curculionidae) ist weltweit der einzige Vertreter der monotypischen Gattung. Die Art ist paläarktisch verbreitet und wurde auch nach Nordamerika eingeschleppt. Manche Autoren gehen von einer holarktischen Verbreitung aus. Käfer und Larven leben an Vogel-Knöterich (Polygonum aviculare), selten auch an Ampfer-Arten (Rumex). Man findet die stenotope, xerophile und halotolerante Art meist auf sandigen Böden, z.B. auf Ruderalflächen, an Feldrainen, Ufern und Böschungen, in Sandgruben und an Waldrändern. Die Eiablage erfolgt im April und Mai. Die Larven fressen an den Wurzeln und am Wurzelhals und verpuppen sich im Boden. In Deutschland ist Amalus scortillum zwar aus allen Bundesländern gemeldet, wird aber nicht besonders oft nachgewiesen. Er gilt als nicht gefährdet. (CB)

11.12.2015
Chrysolina americana (L., 1758)
Chrysolina americana
 A
 B
 C
12 
Der 6 bis 8 mm große Rosmarinkäfer Chrysolina americana (Familie Chrysomelidae) stammt trotz seines Namens ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Er gehört zur artenreichen Gattung Chrysolina, die etwa 450 Arten enthält, davon die Mehrzahl in der Paläarktis. Die stenotope, xerothermophile Art wurde in den letzten Jahren in verschiedene europäische Länder eingeschleppt und hat wohl auf den Britischen Inseln Fuß gefasst. In Deutschland scheint die Art dagegen noch nicht eingebürgert zu sein. Käfer und Larven leben an Lippenblütlern (Lamiaceae), vor allem Rosmarin (Rosmarinus), Lavendel (Lavandula), Thymian (Thymus) und Salbei (Salvia) und fressen an den jungen Trieben der Wirtspflanzen. Die Larven verpuppen sich im Boden. Im kommerziellen Anbau von Gewürzkräutern können die Tiere Schäden anrichten. (CB)

04.12.2015
Triplax russica (L., 1758)
Triplax russica
 A
 B
 C
4 
Der 4,5 bis 6,5 mm große Russische Faulholzkäfer Triplax russica (Familie Erotylidae) ist eine von 17 Vertretern der Gattung in Europa. Weltweit enthält die Gattung Triplax etwa 100 Arten. In unserer Fauna ist die Art durch ihre Größe, den parallelen Körperbau sowie die schwarzen Fühler gut kenntlich. Triplax russica kommt in Nordafrika, in Europa bis zum höchsten Norden und bis zum Kaukasus vor. In Südeuropa werden montane Lagen bevorzugt. Die eurytope, mycetobionte Art lebt in Laubwäldern polyphag an den verschiedensten Baumpilzen (Meripilus, Pleurotus, Phellinus, Inonotus, Fomes, Fomitopsis, Polyporus) an Laubbäumen, vor allem an Buche. Die Larvenentwicklung findet in den Pilzen statt. Zur Verpuppung gehen die Larven in den Boden. Im Juli schlüpft die neue Generation. In Deutschland ist die Art aus allen Bundesländern gemeldet und ist nicht gefährdet. (CB)

27.11.2015
Dermestes lardarius L., 1758
Dermestes lardarius
 A
 B
 C
6 
Der 7 bis 9,5 mm große Gemeine Speckkäfer Dermestes lardarius (Familie Dermestidae) gehört mit der gelben Haarbinde im vorderen Drittel der Flügeldecken zu den leicht zu erkennenden Dermestes-Arten. Die ursprünglich aus Eurasien stammende Art ist heute weltweit verbreitet und zählt zu den Kulturfolgern. In Lagern und Haushalten fressen Käfer und Larven an den verschiedensten organischen Stoffen, wie Speck, Schinken, Käse, Nudeln, aber auch ausgestopften Tieren, Insektensammlungen, Leder und Fellen. Unter optimalen Bedingungen (25 °C, 65% Luftfeuchtigkeit) kann Dermestes lardarius bis zu sechs Generationen pro Jahr hervorbringen. In Mitteleuropa unter Freilandbedingungen sind es üblicherweise eine bis zwei. Die Art wird als Hygiene- und Materialschädling angesehen. Sie ist überall in Deutschland vorhanden und häufig. (CB)

20.11.2015
Ischnodes sanguinicollis (Panz., 1793)
Ischnodes sanguinicollis
 A
 B
 C
7 
Der 8,5 bis 11 mm große Bluthalsschnellkäfer Ischnodes sanguinicollis (Familie Elateridae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Europa. Er kommt in Süd-, West-, und Mitteleuropa einschließlich der Britischen Inseln vor und ist im Osten bis Kleinasien, dem Kaukasus und Sibirien verbreitet. Die stenotope, silvicole Art zählt zu den Urwaldrelikt-Arten und lebt in alten Wäldern. Die Larve entwickelt sich Baumhöhlen am Fuß alter Laubbäume, vor allem Eiche und Rotbuche, in denen sich durch die Tätigkeit anderer Insekten ein mit dem Boden in Verbindung stehender Mulmkörper gebildet hat. Die Larve lebt räuberisch von anderen Insektenlarven. Zur Verpuppung sucht sie im Mulm befindliche Holzstückchen auf. Die Käfer schwärmen in Nachmittagsstunden warmer Tage ab Ende April. In Deutschland ist die Art sehr selten und vom Aussterben bedroht (RL 1). (CB)

13.11.2015
Cantharis lateralis L., 1758
Cantharis lateralis
 A
 B
 C
3 
Der 5 bis 7 mm große Gerandete Weichkäfer Cantharis lateralis (Familie Cantharidae) ist eine von 24 Arten der Gattung in Deutschland. In Europa kommen etwa 80 Cantharis-Arten vor. Von ähnlichen Cantharis-Arten unserer Fauna kann sie durch die doppelte Behaarung und den gelben Seitenrand der Flügeldecken unterschieden werden. Sie kommt von Nordafrika über Europa, Kleinasien, den Kaukasus bis Kasachstan, Kirgisien und Afghanistan vor. Die eurytope Art lebt besonders an den Ufern von Teichen und Flüssen und auf nassen, moorigen Wiesen. Man findet sie auf Doldenblüten und in niedriger Vegetation, wo sich die Imagines räuberisch von anderen Insekten, aber auch von Pollen ernähren. In Deutschland ist Cantharis lateralis aus allen Bundesländern gemeldet und nicht gefährdet. (CB)

06.11.2015
Acylophorus wagenschieberi Kiesw., 1850
Acylophorus wagenschieberi
 A
 B
 C
5 
Der 7 bis 9 mm große Kurzflügler Acylophorus wagenschieberi (Familie Staphylinidae) ist eine von nur zwei Arten der Gattung in Deutschland. Die Vertreter der Gattung zeichnen sich durch ein verlängertes Schaftglied der Fühler und dadurch gekniete Fühler aus. Acylophorus wagenschieberi ist vom südlichen Nordeuropa und Mitteleuropa bis Sibirien verbreitet. Die stenotope, tyrphobionte Art ist ein typischer Hochmoorbewohner, der an nassem Torfmoos (Sphagnum) lebt und einen stabilen, hohen Wasserstand benötigt. Die Larvenentwicklung findet im Juni und Juli statt. Die neue Generation erscheint Ende Juli und ist noch bis Oktober aktiv, bevor sie sich ins Winterquartier zurückzieht und überwintert. Durch Abnahme geeigneter Lebensräume ist die Art in Deutschland selten geworden und gilt als gefährdet (RL 3). (CB)

30.10.2015
Agathidium nigripenne (F., 1792)
Agathidium nigripenne
 A
 B
 C
7 
Der 2 bis 2,7 mm große Schwammkugelkäfer Agathidium nigripenne (Familie Leiodidae) ist eine von knapp 20 Arten der Gattung in Deutschland. Weltweit ist die Gattung recht artenreich und in den letzten Jahren wurden Dutzende neuer Arten beschrieben, von denen zahlreiche nach Personen des öffentlichen Lebens benannt wurden. Agathidium nigripenne ist in Europa bis nördlich des Polarkreises verbreitet und lebt in Wäldern, vor allem Buchenwäldern. Man findet die eurytope, mycetophile Art unter Rinde, auf vermoderndem Holz oder in der Laubstreu der Wälder. Die Käfer ernähren sich von Schleimpilzen (Eumycetozoa), man findet sie aber auch an Ständerpilzen (Basidiomycota), wobei nicht völlig geklärt ist, ob sie sich direkt von letzteren ernähren. Werden sie gestört können sie sich fast vollständig zu einer Kugel zusammenrollen. (CB)

23.10.2015
Sphaeridium scarabaeoides (L., 1758)
Sphaeridium scarabaeoides
 A
 B
 C
4 
Der 5,5 bis 7,5 mm große Gemeine Dungkugelkäfer Sphaeridium scarabaeoides (Familie Hydrophilidae) ist eine von vier Arten der Gattung in Deutschland. Weltweit enthält die Gattung nur etwas über 40 Arten. Von ihrer sehr ähnlichen Schwesterart S. lunatum kann sie durch den helleren und schärfer umrissenen roten Schulterfleck unterschieden werden. Die eurytope, coprophile Art ist paläarktisch verbreitet und wurde nach Nordamerika eingeschleppt, wo sie inzwischen etabliert ist. Die Käfer leben im frischen Dung von Rindern, Pferden und Schafen und kommen in zahlreichen Habitattypen vor. Die Weibchen legen ihre Eier direkt in den Mist ab und spinnen zum Schutz ein Gespinst um sie. Die Larven entwickeln sich dann im Mist. In Deutschland ist die Art aus allen Bundesländern gemeldet und überall häufig. (CB)

16.10.2015
Bembidion argenteolum Ahr., 1812
Bembidion argenteolum
 A
 B
 C
3 
Der 6 bis 7,5 mm lange Silberfleck-Ahlenläufer Bembidion argenteolum (Familie Carabidae) ist ein Vertreter der überaus artenreichen Gattung Bembidion, die weltweit etwa 1200 Arten enthält. Bembidion argenteolum ist nordpaläarktisch verbreitet von Mittel- und Nordeuropa über Sibirien bis Ostasien. Zusammen mit den ähnlichen Schwesterarten aus der Untergattung Bracteon, B. litorale und B. velox besiedelt er Schlammbänke und naturnahe Rohböden an den Ufern mittlerer und größerer Fließgewässer, wie man sie vor allem in dynamischen Flussauen findet. Die Larvenentwicklung findet im Frühsommer im Ufersand statt. Die Käfer überwintern als Imago. In Deutschland ist Bembidion argenteolum aus zahlreichen Bundesländern gemeldet, ist aber aufgrund seiner hohen Habitatansprüche selten und gilt als stark gefährdet (RL 2). (CB)

09.10.2015
Cryptorhynchus lapathi (L., 1758)
Cryptorhynchus lapathi
 A
 B
 C
4 
Der 5 bis 8,5 mm große Erlenwürger Cryptorhynchus lapathi (Familie Curculionidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland. Die artenreiche Gattung ist weltweit vertreten und bedarf einer umfassenden Revision. Cryptorhynchus lapathi ist über ganz Europa und Teile Asiens sowie in Nordamerika verbreitet. Entgegen seinem deutschen Trivialnamen sind seine Hauptwirtspflanzen Pappel und Weide. Die flugfähigen, dämmerungsaktiven Jungkäfer schlüpfen im August, führen bis Oktober einen Reifefraß an ihren Wirtspflanzen durch und überwintern dann in der Bodenstreu oder den Fraßgängen. Ab dem Frühjahr des Folgejahrs erfolgt die Eiablage. Die Larven schlüpfen im Juni. Noch im ersten Larvenstadium setzt eine Diapause bis April des Folgejahrs ein. Die restliche Entwicklung vollzieht sich dann bis zum Schlupf im August. In Weidenkulturen kann Cryptorhynchus lapathi schädlich werden. (CB)

02.10.2015
Hylotrupes bajulus (L., 1758)
Hylotrupes bajulus
 A
 B
 C
2 
Der 7 bis 21 mm große Hausbock Hylotrupes bajulus (Familie Cerambycidae) ist der einzige Vertreter der Gattung weltweit. Hylotrupes bajulus ist ursprünglich paläarktisch verbreitet, wurde durch den Menschen aber inzwischen nach Nordamerika und Südafrika und kürzlich auch nach Australien verschleppt. Die Art entwickelt sich meist an verbautem Nadelholz (im Splintholz), z.B. in Dachstühlen. Im Gegensatz zu den Holzwürmern erkennt man die Nagetätigkeit der Larven nicht an herausfallendem Holzmehl. Je nach Temperatur sowie Art und Nährstoffgehalt des Holzes dauert die Larvenentwicklung 4 bis 10 Jahre. Dabei versuchen die Larven einen niedrigeren Nährstoffgehalt des Holzes durch eine höhere Fraßmenge zu kompensieren, wobei innerhalb kurzer Zeit erhebliche Schäden entstehen. Ein Befall ist daher in manchen Bundesländern meldepflichtig. In Deutschland ist die Art überall vorhanden und nicht gefährdet. (CB)

25.09.2015
Priobium carpini (Hbst., 1793)
Priobium carpini
 A
 B
 C
4 
Der 3 bis 5 mm große Schwammholz-Nagekäfer Priobium carpini (Familie Anobiidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland. Die Gattung Priobium ist in der Paläarktis, der Nearktis, Neotropis und Australis verbreitet. Priobium carpini kommt von Ostfrankreich und Nordschweden bis Kleinasien und zum Kaukasus vor. Die eurytope, meist synanthrope Art lebt auf Holzlagerplätzen und in Häusern, seltener im Freiland in Wäldern. Sie ist streng an Faulholz gebunden, wobei Laub- und Nadelholz gleichermaßen angenommen wird. Sie ist daher eher ein Indikator, dass bereits ein Schaden am Holz vorliegt, als ein Primärschädling. Die befallenen Hölzer werden bis zur Pulverisierung zerstört. Nach zweijähriger Entwicklung erscheinen die Imagines von Mai bis August und sind vermutlich nachtaktiv. In Deutschland ist die Art überall vorhanden und nicht gefährdet. (CB)

18.09.2015
Cylindromorphus filum (Gyll., 1817)
Cylindromorphus filum
 A
 B
 C
4 
Der 3,2 bis 5 mm lange Prachtkäfer Cylindromorphus filum (Familie Buprestidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland. Insgesamt enthält die paläarktisch verbreitete Gattung 19 Arten, davon 9 in Europa. Cylindromorphus filum ist von Mitteleuropa bis Zentralasien verbreitet. Die stenotope, steppicole Art lebt an xerothermen Hängen, wie Steppenheide, Weinbergsbrachen, Trockenrasen und sonnigen Böschungen. Die Larve entwickelt sich oligophag an verschiedenen Gräsern (Graminaceae), z.B. Wiesen-Rispengras (Poa pratensis). In Deutschland ist die Art aus einem Streifen quer durch Mitteldeutschland von der Pfalz bis Brandenburg gemeldet. Nördlich und südlich davon fehlen Meldungen. Cylindromorphus filum wird nicht oft nachgewiesen und gilt bei uns als selten und stark gefährdet (RL 2). (CB)

11.09.2015
Tarsostenus univittatus (Rossi, 1792)
Tarsostenus univittatus
 A
 B
 C
4 
Der 4 bis 5 mm große Buntkäfer Tarsostenus univittatus (Familie Cleridae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland. Die australasiatische Gattung enthält weltweit nur zwei Arten. Tarsostenus univittatus ist heute weltweit verbreitet (Europa, Kaukasus, Nord- und Südafrika, Nord-, Mittel- und Südamerika). In Deutschland wurde die Art erstmals 1962 am Kaiserstuhl gefunden. Seit den 1990er-Jahren hat sie sich in Südwestdeutschland ausgebreitet und wird heute aus Baden-Württemberg, der Pfalz und Hessen gemeldet. Die thermophile Art lebt an trockenen Hölzern, oft Holzklaftern, Rebschnitt oder synanthrop in Schreinereien und Holzhandlungen. Käfer und Larven ernähren sich räuberisch von am und im Holz lebenden Splintkäfern (Lyctidae) und deren Larven. In Deutschland ist die Art nicht gefährdet. (CB)

04.09.2015
Lamprohiza splendidula (L., 1767)
Lamprohiza splendidula
 A
 B
 C
3 
Der 8 bis 10 mm große Kleine Leuchtkäfer Lamprohiza splendidula (Familie Lampyridae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland. Europaweit sind acht Lamprohiza-Arten bekannt. Sehr nahe verwandt und möglicherweise paraphyletisch ist die holarktische Gattung Phausis. Lamprohiza splendidula ist in Mittel- und Südeuropa verbreitet von Frankreich bis Russland, im Süden bis Griechenland. Die eurytope Art findet man auf Wiesen, an Waldrändern und in Gärten. Die Männchen beginnen in der Dämmerung zu fliegen und zu leuchten. Die im Gras sitzenden Weibchen antworten durch Leuchtsignale. Nach Paarung und Eiablage sterben die kurzlebigen Käfer bald ab. Die Larven sind räuberisch und ernähren sich von Schnecken, die durch Giftbisse getötet werden. Die Larvenentwicklung dauert 3 Jahre. Lamprohiza splendidula kommt in allen Bundesländern vor und gilt als nicht gefährdet. (CB)

28.08.2015
Creophilus maxillosus (L., 1758)
Creophilus maxillosus
 A
 B
 C
3 
Der 15 bis 25 mm große Kurzflügler Creophilus maxillosus (Familie Staphylinidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland. Weltweit sind 13 Creophilus-Arten beschrieben worden. Creophilus maxillosus ist heute beinahe weltweit verbreitet (gesamte Paläarktis, weite Teile Nord- und Mittelamerikas sowie Teile Südamerikas). Als Ubiquist kommt die Art in den verschiedensten Habitaten vor. Käfer und Larven ernähren sich räuberisch von anderen Insekten und deren Larven, vor allem Fliegenmaden. Man findet sie daher an Aas, Mist, Pilzen und anderen Faulstoffen. Gegen Angreifer verteidigt sich der Käfer mithilfe von Abwehrdrüsen am Hinterleib, aus denen er einen abschreckend wirkenden Chemikalien-Cocktail absondern kann, von denen Dihydroneptalacton der Hauptbestandteil ist. Creophilus maxillosus ist in Deutschland überall vorhanden und nicht gefährdet. (CB)

21.08.2015
Silpha carinata Hbst., 1783
Silpha carinata
 A
 B
 C
0 
Der 11 bis 20 mm große Aaskäfer Silpha carinata (Familie Silphidae) ist einer von vier Vertretern der Gattung Deutschland. Die paläarktisch verbreitete Gattung kommt in Europa mit sieben Arten vor. Von ihren ähnlichen Schwesterarten kann sie durch das lange, glockenförmige 8. Fühlerglied und die an den Schultern verbreiterte Seitenrandkehle der Flügeldecken unterschieden werden. Silpha carinata ist in Europa weit verbreitet, fehlt aber im Süden (Spanien, Griechenland, Mittelmeerinseln). Im Osten erreicht ihr Verbreitungsgebiet die Mongolei. Die eurytope Art kommt in einer Vielzahl von Habitaten vor, auf Wiesen, Brachen und offene Stellen in Wäldern. Sowohl die Käfer wie ihre asselförmigen Larven leben an Aas. In Deutschland ist sie aus praktisch allen Bundesländern gemeldet. Sie ist aber meist selten, nur gelegentlich häufig und gilt als gefährdet (RL 3). (CB)

14.08.2015
Hygrotus versicolor (Schall., 1783)
Hygrotus versicolor
 A
 B
 C
1 
Der 3 bis 3,5 mm große Schwimmerkäfer Hygrotus versicolor (Familie Dytiscidae) ist einer von 4 Vertretern der Gattung Hygrotus in Deutschland. Die holarktisch verbreitete Gattung enthält etwa 70 Arten, davon 40 in Nordamerika. Sie ist nahe mit der Gattung Coelambus verwandt, die von manchen Autoren als Untergattung von Hygrotus behandelt wird. Hygrotus versicolor kommt in Nord- und Mitteleuropa vor und erreicht im Osten Transkaukasien und Sibirien, nach Süden wird er seltener. Die eurytope Art bevorzugt stehende Gewässer wie vegetationsreiche Altwässer, Kiesgruben und Wiesentümpel. Käfer und Larven ernähren sich räuberisch von anderen Wasserinsekten und kleinen Krustentieren. In Deutschland ist Hygrotus versicolor aus praktisch allen Bundesländern gemeldet und gilt als nicht gefährdet. (CB)

07.08.2015
Lasiotrechus discus (F., 1792)
Lasiotrechus discus
 A
 B
 C
2 
Der 4,5 bis 5,5 mm lange Laufkäfer Lasiotrechus discus (Familie Carabidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in unserer Fauna. Lasiotrechus discus ist transpaläarktisch verbreitet von Südfrankreich über Mittel- und das südliche Nordeuropa bis Sibirien, China und Japan. Die Art wurde auch nach Nordamerika eingeschleppt und ist inzwischen im Osten der USA und Kanadas eingebürgert. Die eurytope, hygrophile und ripicole Art lebt an schlammigen Bach- und Flussufern auf schweren Böden unter tief eingebetteten Steinen, möglicherweise auch in den Gängen von Kleinsäugern. In Deutschland ist die Art aus allen Bundesländern gemeldet und gilt als nicht gefährdet. Sie kommt aber eher sporadisch vor und wird nicht zuletzt aufgrund ihrer versteckten Lebensweise selten nachgewiesen, meist im Hochwassergenist. (CB)

31.07.2015
Rosalia alpina (L., 1758)
Rosalia alpina
 A
 B
 C
5 
Der 15 bis 38 mm große Alpenbock Rosalia alpina (Familie Cerambycidae) ist der einzige Vertreter der Gattung und wohl eine der schönsten Käferarten in unserer Fauna. Die Verbreitung erstreckt sich über Mittel- und Südeuropa, von den Pyrenäen bis Kleinasien und zum Kaukasus. Rosalia alpina bevorzugt lichte, urständige Buchenhangwälder in Süd- und Westexposition in Höhenlagen zwischen 600 und 1000 m ü. NN. Die Käfer erscheinen etwa von Ende Juni bis Anfang September, mit einem Höhepunkt der Aktivitätszeit zwischen Mitte Juli und Mitte August. Die Entwicklung vollzieht sich in Mitteleuropa meist im Holz toter oder anbrüchiger, sonnig stehender Buchen (Fagus sylvatica), sehr viel seltener in Bergahorn (Acer pseudoplatanus). Rosalia alpina ist in Deutschland sehr selten, stark gefährdet (RL 2) und durch die BArtSchV streng geschützt. Themenseite... (CB)

24.07.2015
Novius cruentatus (Muls., 1846)
Novius cruentatus
 A
 B
 C
4 
Der 2,5 bis 4 mm große Gemusterte Kiefernmarienkäfer Novius cruentatus (Familie Coccinellidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in unserer heimischen Fauna. Europaweit sind mit N. canariensis und N. conicollis zwei weitere Novius-Arten gemeldet. Novius cruentatus ist im Mittelmeerraum (Nordafrika, Spanien, Südfrankreich, Italien) sowie in Mitteleuropa, Kleinasien und Syrien verbreitet. In Deutschland ist die Art auf die nördlichen und östlichen Landesteile beschränkt. Die stenotope, silvicole und arboricole Art lebt in alten Kiefernwäldern auf und in der Nähe von Kiefern. Die Käfer überwintern unter der Rinde. Käfer und Larven ernähren sich räuberisch von verschiedenen Schildlaus-Arten, unter anderem der Riesenschildlaus Palaeococcus fuscipennis. Novius cruentatus ist in Deutschland nicht häufig und gilt als gefährdet (RL 3). (CB)


Seiten:  7 8 9 10 11 12 13 14 15


 Messtischblatt: -
Schließen
Schließen
Schließen
zum Etymologie-SuchmodulSchließen
up