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Käfer der Woche

Texte © K. Reißmann, T. Hörren, M. Stern, F. Bötzl und C. Benisch

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11.01.2019
Deronectes aubei (Muls., 1843)
Deronectes aubei
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Deronectes aubei ist eine der wenigen Arten der Schwimmkäfer (Familie Dytiscidae), die in Fließgewässern leben. Sie nutzen Stillwasserzonen und weisen dafür morphologische Anpassungen auf. So kann der Käfer über 6 Wochen ohne aufzutauchen überleben (Kehl, Dettner, Journal of Morphology, 2009, 270 (11), 1348-1355). Interessant ist seine Tarnung: Der Käfer ähnelt in Färbung und Größe den Hüllblättern von Blattknospen und ist im Wasser von diesen kaum zu unterscheiden. Durch seine für Schwimmkäfer atypische Bewegungsweise, indem er nur langsam am Grund umherkriecht, kurz "aufspringt" eine kurze Strecke langsam schwimmt und sich wieder setzt, wirkt er wie ein Hüllblatt, das sich in der Strömung bewegt. D. aubei kommt in Deutschland nur in wenigen Bächen des Schwarzwaldes vor und ist in der Roten Liste als extrem selten (RL R) eingestuft. (KR/CB)

04.01.2019
Necrobia ruficollis (F., 1775)
Necrobia ruficollis
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Der Rothalsige Schinkenkäfer Necrobia ruficollis (Familie Cleridae) ist eine von drei Arten der Gattung in Deutschland und ist durch den roten Halsschild und die roten Flügeldeckenschultern leicht zu erkennen. Die Käfer erscheinen in der freien Natur an alten Kadavern und trockenen Äsern, wo er den Larven anderer Insekten nachstellt, während sich die Larven wohl von eingetrockneten Fleischresten ernähren. Die ursprüngliche Heimat von Necrobia ruficollis liegt wohl in Europa, ist aber heute nicht mehr zweifelsfrei festzustellen, da die Art mit Transporten schon früh weltweit verschleppt wurde. Aus Deutschland liegen Nachweise aus fast allen Regionen vor, jedoch ist sie überall nur sporadisch und besonders nach Norden selten anzutreffen. (KR)

28.12.2018
Stelidota geminata Say, 1825
Stelidota geminata
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Der Glanzkäfer Stelidota geminata (Familie Nitidulidae) wurde für Deutschland erstmalig 2007 am Kaiserstuhl von G. Krumm nachgewiesen. Inzwischen dürfte die ursprünglich aus der subtropischen Zone der Nearktis und Neotropis stammende Adventivart in den meisten Teilen Südwestdeutschlands zu finden sein. Die Käfer leben, ähnlich wie Epurea oculata, an faulenden Früchten und können im Spätsommer und Herbst problemlos an Fallobst gefunden werden, in dem sich auch die Larven entwickeln. Männchen und Weibchen dieser Art lassen sich sehr leicht an den Hinterschienen unterscheiden, die bei den Männchen gekrümmt und zu den Tarsen hin keulig verdickt sind. Darüber hinaus sind die Glieder der Vordertarsen bei den Männchen verdickt. In den USA hat sich die Art zu einem Schädling in Erdbeerkulturen entwickelt. (KR/CB)

21.12.2018
Cicones undatus (Guer., 1844)
Cicones undatus
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Der 2,5 bis 3,5 mm große Rindenkäfer Cicones undatus (Familie Colydiidae) ist einer der beiden Vertreter der Gattung in Deutschland. Von der durchschnittlich kleineren Schwesterart C. variegatus kann er durch die helleren, stärker gescheckten und rippenlosen Flügeldecken unterschieden werden. Die stenotope Art kommt in Südeuropa und im südlichen Mitteleuropa vor und weist eine diskontinuierliche Ost-West-Verbreitung mit Vorkommen in Frankreich und Polen auf. 1991 wurde die Art erstmals in Hessen nachgewiesen. Inzwischen sind weitere Funde aus Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen bekannt. Man findet die Tiere unter der Rinde stehender, verpilzter Stämme von Buche (Fagus) und Bergahorn (Acer pseudoplatanus). (CB)

14.12.2018
Latheticus oryzae Wtrh., 1880
Latheticus oryzae
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Der 2 bis 2,8 mm große Rundköpfige Reismehlkäfer Latheticus oryzae (Familie Tenebrionidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland. Die hellbraunen, länglichen, abgeflachten Käfer haben einen großen Kopf und kurze Fühler mit 5-gliedriger Keule. Die Art stammt ursprünglich aus Südostasien. Mittlerweile ist Latheticus oryzae in den Tropen weit verbreitet und gelangt mit Lieferungen von Reis und Tapiokamehl regelmäßig nach Mitteleuropa. Der Rundköpfige Reismehlkäfer ist thermophil und bevorzugt Temperaturen um 35 °C. Darüber hinaus ist er auf eine hohe relative Luftfeuchtigkeit von 85 % angewiesen. Er kommt daher synanthrop in Vorratslagern vor und wird an Getreide, Reis und Tapiokamehl schädlich. Aufgrund ihrer Klimaanforderungen ist die Art in Deutschland bislang noch nicht dauerhaft angesiedelt. (CB)

07.12.2018
Oxymirus cursor (L., 1758)
Oxymirus cursor
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Der 16 bis 30 mm große, farblich recht variable Schulterbock Oxymirus cursor, früher Toxotus cursor, gehört in die Unterfamilie Lepturinae der Bockkäfer (Familie Cerambycidae). Die Art ist in ganz Europa, mit Ausnahme des Südens verbreitet und erreicht im Osten den Kaukasus und Sibirien. Der stenotope, silvicole Oxymirus cursor bevorzugt Nadelwälder, vor allem Fichtenwälder der montanen bis alpinen Stufe. Die lignicole und xylodetriticole Art entwickelt sich vor allem in feuchtem und morschem Wurzelholz von Fichte (Picea) und Kiefer (Pinus). An warmen Tagen fliegen die Käfer, man findet sie an alten Stämmen, gelegentlich auch auf Blüten. In Deutschland ist Oxymirus cursor aus den meisten Bundesländern gemeldet und nicht gefährdet. (CB)

30.11.2018
Hippuriphila modeeri (L., 1761)
Hippuriphila modeeri
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Der 2 bis 2,5 mm große Schachtelhalm-Flohkäfer Hippuriphila modeeri (Familie Chrysomelidae) ist der einzige paläarktische Vertreter der Gattung. Die bronzefarbene, metallisch glänzende Art mit den gelben Flecken an den Flügeldeckenspitzen ist in ganz Europa verbreitet und ist leicht zu erkennen. Hippuriphila modeeri ist stenotop und hygrophil, man findet sie in Sümpfen, feuchten Wiesen und an Waldrändern, an Bachufern und in Flussauen. Sie lebt monophag am Acker-Schachtelhalm (Equisetum arvense), an dem sich auch die Larve entwickelt. Im Winter kann man die Art aus Detritus und Genist sieben. In Deutschland ist Hippuriphila modeeri aus praktisch allen Bundesländern gemeldet und gilt als nicht gefährdet. (CB)

23.11.2018
Acalles camelus (F., 1792)
Acalles camelus
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Der 2,6 bis 4,6 mm große Kamel-Holzrüssler Acalles camelus (Familie Curculionidae) ist einer von 14 Vertretern der Gattung in Deutschland, die meist nicht einfach zu bestimmen sind. Acalles camelus kommt von Spanien über Mitteleuropa und Italien bis Ungarn vor, im Norden bis Dänemark und Südschweden. Die Gebirgstiere aus dem Süden des Verbreitungsgebietes sind durchschnittlich am größten. Die stenotope, silvicole Art kommt in Laub- und Mischwäldern des montanen Bereichs vor, vor allem Buchenwäldern. Man findet die pholeophilen, xylophagen Tiere auf toten Ästen von Eiche (Quercus) und Buche (Fagus), tagsüber meist in der Laubschicht. In Deutschland ist die Art aus praktisch allen Bundesländern gemeldet und gilt als nicht gefährdet. (CB)

16.11.2018
Necrophorus humator (Gled., 1767)
Necrophorus humator
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Der Totengräber Necrophorus humator (Familie Silphidae) ist eine der beiden gänzlich schwarzen Necrophorus-Arten der deutschen Fauna. Bei den übrigen Vertretern der Gattung weisen die ansonsten schwarz gefärbten Käfer eine orangerote Flügeldeckenzeichnung auf. Wie alle Totengräber gräbt auch diese Art kleinere Äser in den Boden ein, an denen sich ihre Larven entwickeln. Dabei zeigen sie ein ausgeprägtes Brutfürsorgeverhalten, bei dem die Larven nicht nur mit Nahrung versorgt, sondern in der Anfangsphase vom Weibchen sogar gefüttert werden. Das Weibchen bleibt bis zur Verpuppung bei den Larven, bessert in der Zeit Schäden aus, verteidigt die Krypta gegen Konkurrenten und Fressfeinde und reinigt sie von Schimmel und Fäulnis. Mit 18 bis 26 mm ist sie die zweitgrößte Art der Gattung in Deutschland. (KR/CB)

09.11.2018
Zorochros meridionalis (Cast., 1840)
Zorochros meridionalis
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Der nur 1,5 bis 2,5 mm große Schnellkäfer Zorochros meridionalis (Familie Elateridae) ist der einzige der vier Vertreter der Gattung in Deutschland, der einheitlich schwarz und staubartig behaart ist. Zorochros meridionalis ist in Süd- und Mitteleuropa, im Kaukasus und Kleinasien verbreitet. In Deutschland fehlt er im Norden, die Verbreitungsgrenze verläuft am Nordrand der Mittelgebirge. Man findet die stenotope, psammophile und thermophile Art an sandigen Ufern, in Sand- und Kiesgruben und an Trocken- und Wärmehängen zwischen Graswuchs im Sand, an den Fundstellen oft in Anzahl. Ihre geringe Größe, die gute Tarnung und ihre außerordentliche Sprungkraft erschweren das Auffinden der Art beträchtlich. In Deutschland ist Zorochros meridionalis nicht gefährdet. (CB)

02.11.2018
Psammoecus bipunctatus (F., 1792)
Psammoecus bipunctatus
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Der nur 2,3 bis 2,8 mm große Schilfplattkäfer Psammoecus bipunctatus (Familie Silvanidae) ist eine häufige Art der Moore, verkrauteter Gewässerufer und schilfreicher Verlandungszonen. Sie ist von Südeuropa bis zum südlichen Nordeuropa und im Osten bis Russland verbreitet. Mit ihrem schwarzen Kopf, dem rötlichen Halsschild und den gelblich-hellbraunen Flügeldecken mit der arttypischen, allerdings recht variablen schwarzen Zeichnung ist die Art in der deutschen Fauna unverwechselbar. Käfer und Larven halten sich in feuchtem bis nassem, faulendem Pflanzenmaterial, z.B. von abgestorbenem Schilf (Phragmites) und Rohrkolben (Typha), in Gewässernähe auf und können hier zuweilen massenhaft gefunden werden. Die Käfer schwärmen in den Abendstunden und werden vom Licht angelockt. (KR/CB)

26.10.2018
Diodesma subterranea Guer., 1844
Diodesma subterranea
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Der nur 2 bis 2,8 mm große Rindenkäfer Diodesma subterranea (Familie Colydiidae) ist der einzige Vertreter der Gattung Diodesma in Deutschland. Die Art ist diskontinuierlich verbreitet, mit einem West-Areal (Gebirge in Ostfrankreich, Südwestdeutschland und Schweiz) und einem Ostareal (Niederösterreich bis zum Nordbalkan und zur Krim). In Deutschland kommt D. subterranea nur in den Gebirgswäldern im Südwesten vor, z.B. Kaiserstuhl, Schwarzwald, Kraichgau und Odenwald. Die stenotope, xylodetriticole und humicole Art lebt an faulenden, auf dem Boden in der Laubschicht liegenden Ästen von Eiche (Quercus) und Buche (Fagus). Die Imago überwintert. In Deutschland ist Diodesma subterranea selten und als gefährdet (RL 3) eingestuft. (CB)

19.10.2018
Diaperis boleti (L., 1758)
Diaperis boleti
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Der 6 bis 8 mm große Gelbbindige Schwarzkäfer Diaperis boleti (Familie Tenebrionidae) ist der einzige Vertreter der Gattung Diaperis in Deutschland. Der rundlich-eiförmige Körper ist hochgewölbt, die schwarzen, lackglänzenden Flügeldecken zeigen zwei gelbe bis orangefarbene Querbinden, die reduziert sein können. Diaperis boleti ist in ganz Europa, Nordafrika, im Kaukasus und bis Sibirien verbreitet. Die stenotope, mycetobionte Art lebt in Laub- und Mischwäldern, alten Parks und Obstgärten. Käfer und Larven leben am Birkenporling (Piptoporus betulinus), am Schwefelporling (Laetiporus sulphureus) sowie am Schuppigen Stielporling (Polyporus squamosus) und am Zunderschwamm (Fomes fomentarius) und ernähren sich von Sporen und Hyphen der Pilze. (CB)

12.10.2018
Cassida subreticulata Suffr., 1844
Cassida subreticulata
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Der 4 bis 5 mm große Feingenetzte Schildkäfer Cassida subreticulata (Familie Chrysomelidae) gehört zu den 25 aktuell aus Deutschland gemeldeten Vertretern der Gattung Cassida. Sie weisen einen für Blattkäfer ungewöhnlichen, abgeflachten, ovalen Körperbau auf. Cassida subreticulata ist von Mittel- und Südosteuropa bis Sibirien verbreitet. In Deutschland fehlt sie im Norden. Die stenotope, xerophile Art bevorzugt Heide, Trockenhänge und sonnige Wiesen. Sie entwickelt sich oligophag an Gewöhnlichem Seifenkraut (Saponaria officinalis), Federnelke (Dianthus plumarius), Leimkräutern (Silene) und Pechnelken (Lychnis). In der Roten Liste Deutschlands ist Cassida subreticulata als vom Aussterben bedroht (RL 1) eingestuft. (CB)

05.10.2018
Gymnetron labile (Hbst., 1795)
Gymnetron labile
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Der nur 1,7 bis 2,2 mm kleine Schrägbinden-Gallenrüssler Gymnetron labile (Familie Curculionidae) ist einer von 22 Vertretern der Gattung in Deutschland. Die unverwechselbare, hübsch gezeichnete und beborstete Art kommt vom südlichen Nordeuropa bis Südeuropa vor. Als stenotope, xerophile Art bevorzugt Gymnetron labile Trockenhänge, Weinbergbrachen, trockene Ruderalflächen und Wiesen. Die Entwicklung erfolgt oligophag auf Spitzwegerich (Plantago lanceolata) und Halbstrauchigem Wegerich (Plantago sempervirens). Die Larve entwickelt sich im Wurzelhals. Die Imago kann von Mai bis September auf den Wirtspflanzen gefunden werden. In Deutschland ist Gymnetron labile aus praktisch allen Bundesländern gemeldet und ist nicht gefährdet. (CB)

28.09.2018
Lopherus rubens (Gyll., 1817)
Lopherus rubens
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Der 7 bis 10 mm große Vierfelder-Rotdeckenkäfer Lopherus rubens (Familie Lycidae) gehört zu den nur sieben Vertretern der Familie in Deutschland. Wie die anderen, recht ähnlichen Lycidae Deutschlands weist Lopherus rubens rote Flügeldecken mit einer charakteristischen Gitterung auf. In Europa ist die Art boreomontan verbreitet, d.h. sie kommt in Nordeuropa (Norwegen, Schweden, Finnland, Nordrussland) sowie - mit einer dazwischen befindlichen Auslöschungszone - in Mitteleuropa (besonders in den Mittelgebirgen) und in Südosteuropa (im kontinentalen Bereich von der Ebene bis ins Gebirge) vor. Die stenotope, silvicole Art entwickelt sich in morschem Holz, die Imagines findet man auch auf Blüten. Als Habitate werden Auwälder, lichte Wälder und Kahlschläge bevorzugt. (CB)

21.09.2018
Oryctes nasicornis (L., 1758)
Oryctes nasicornis
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Der Nashornkäfer Oryctes nasicornis ist der einzige Vertreter der Unterfamilie Dynastiinae (Nashornkäfer) innerhalb der Blatthornkäfer (Familie Scarabaeidae) in Deutschland. Der Verbreitungsschwerpunkt der Art liegt in Südeuropa und dem südlichen Mitteleuropa. In Südeuropa vollzieht sich die 2-4-jährige Entwicklung der Larven vor allem in totem Eichenholz. In Deutschland war ihre Entwicklung früher nur in den Eichenlohehaufen der Gerbereien möglich, da diese aufgrund ihrer Zerfallsprozesse viel Wärme erzeugen. Mit der Modernisierung des Gerbverfahrens zu Beginn des 20. Jahrhunderts verschwand die Art zusammen mit den Lohehaufen in vielen Teilen Deutschlands. Die Anlage von Holzhäkselhaufen ab den 1980er Jahren förderte die Art aber wieder, so dass sie heute überall vertreten ist. (KR)

14.09.2018
Ampedus nigroflavus (Goeze, 1777)
Ampedus nigroflavus
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Der 9 bis 13 mm große Gelbhaarige Schnellkäfer Ampedus nigroflavus (Familie Elateridae) ist eine der heller orange, fast gelb gefärbten Arten der Gattung, die durch die Färbung und gelbe Behaarung der Flügeldecken vergleichsweise leicht zu bestimmen ist. Während sich die silvicole Art in Ostdeutschland wohl bevorzugt in (rotfauler) Birke (Betula sp.) entwickelt, scheint sie im Westen ein breiteres Spektrum an Laubbaumarten (unter anderem Quercus, Alnus, Malus) zu besiedeln. Hier jagen ihre Larven vermutlich die Larven anderer holzbesiedelnder Käferarten. Die Art wird zwar aktuell aus allen Bundesländern gemeldet, zählt aber trotzdem zu den eher selten gefundenen. In der Roten Liste Deutschlands wird sie als gefährdet (RL 3) eingestuft. (KR/CB)

07.09.2018
Triplax rufipes (F., 1775)
Triplax rufipes
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Der Rotbeinige Faulholzkäfer Triplax rufipes (Familie Erotylidae) ist eine der insgesamt acht Arten der Gattung in Deutschland. Die 3 bis 5 mm große Art ist von Süd- über Mitteleuropa bis zum Kaukasus verbreitet. Bis vor einigen Jahren war die Art in Deutschland sehr selten. Neue Nachweise in Hessen und Baden-Württemberg zeigen eine Ausbreitung der Art, die eine Überprüfung des bisherigen Status vom Aussterben bedroht (RL 1) nahelegt. Die stenotope, mycetobionte Art kommt in alten, pilzreichen Wäldern vor und entwickelt sich in Porlingen (Polyporus) und vor allem Seitlingen (Pleurotus) an Buche (Fagus), Eiche (Quercus) und Birke (Betula). Von der sehr ähnlichen Schwesterart T. lepida ist T. rufipes durch die geschwärzte Fühlerkeule zu unterscheiden. (CB)

31.08.2018
Coccinella hieroglyphica L., 1758
Coccinella hieroglyphica
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Der 3,5 bis 5 mm große Heidekraut-Marienkäfer Coccinella hieroglyphica (Familie Coccinellidae) gehört zu den fünf Arten der Gattung Coccinella in Deutschland. Die Art ist holarktisch verbreitet, von Nordamerika über Europa bis zum Polarkreis und bis Sibirien. Die stenotope, tyrphophile Art kommt in Heide- und Moorgebieten vor, im Süden nur in montanen Lagen. Man findet die Art auf Heidekraut (Calluna) und Sauergräsern, seltener Moorlatschen (Pinus). Käfer und Larven ernähren sich räuberisch von Blattläusen. Die schwarze Zeichnung der gelben bis rötlichen Flügeldecken ist variabel und kann stark reduziert sein, daneben kommen auch ganz schwarze Formen vor. In Deutschland ist C. hieroglyphica als gefährdet (RL 3) eingestuft. (CB)

24.08.2018
Prionus coriarius (L., 1758)
Prionus coriarius
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Der Sägebock Prionus coriarius (Familie Cerambycidae) gehört mit 18 bis 45 mm bereits zu den großen Arten der deutschen Fauna. Ihren volkstümlichen Namen trägt die Art wegen der sägeblattartig erweiterten Fühlerglieder der Männchen. Die 3-jährige Entwicklung der Larven vollzieht sich in Eiche (Quercus), vor allem im Wurzelholz und im bodennahen Stammholz lebender, aber kranker Bäume. Tagsüber sitzen die Käfer oft reglos im unteren Stammbereich, meist verdeckt durch niedere Vegetation. In der Dämmerung steigen sie an den Baumstämmen empor und sind dann leicht zu entdecken. Wegen seiner ausgesprochenen Dämmerungs- und Nachtaktivität wird der Käfer jedoch trotz seiner Häufigkeit (aktuell aus allen Teilen Deutschlands gemeldet) wenig gesehen. In der Roten Liste Deutschlands wird er nicht geführt. (KR)

17.08.2018
Oryzaephilus surinamensis (L., 1758)
Oryzaephilus surinamensis
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Der Getreideplattkäfer Oryzaephilus surinamensis (Familie Silvanidae) stammt ursprünglich wie seine Schwesternart, der Erdnussplattkäfer Oryzaephilus mercator, aus tropischen Gebieten und wurde mit Lebensmitteltransporten weltweit verschleppt. Entsprechend ihrer tropischen Herkunft kann die Art den mitteleuropäischen Winter nur synanthrop in geheizten Gebäuden überleben, oder in Vorräten, die aufgrund von Zerfallsprozessen entsprechende Wärme produzieren. Die 2,5 bis 3,5 mm großen Getreideplattkäfer können an einer Vielzahl von Pflanzenprodukten, wie Getreide, Mehl, Backwaren, Dörrobst, Nüssen und weiteren schädlich werden. Da sie meist an Substratkrümeln fressen, hinterlassen sie kein typisches Schadbild. Die Käfer können ein ungewöhnlich hohes Alter von bis zu drei Jahren erreichen. (KR)

10.08.2018
Crioceris duodecimpunctata (L., 1758)
Crioceris duodecimpunctata
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Die vier in Deutschland vorkommenden Arten der Gattung Crioceris (Familie Chrysomelidae) werden volkstümlich als "Spargelhähnchen" bezeichnet. Dieser Name rührt von ihrer Wirtspflanze Spargel (Asparagus officinalis) sowie der Tatsache her, dass sie bei Beunruhigung deutlich hörbare, zirpende Laute erzeugen. Alle Arten haben mehrfarbige Flügeldecken mit recht variabler Zeichnung. Die 5 bis 6,5 mm große Art C. duodecimpunctata ist neben C. asparagi die häufigste Art in Deutschland und aus allen Regionen gemeldet, während C. quinquepunctata und C. quatuordecimpunctata nur aus dem Südosten bzw. dem Nordosten bekannt sind. Man kann sie zur Aktivitätszeit praktisch auf jeder Spargelpflanze finden, auch in Spargelkulturen, wo sie als Schädling gemeldet ist. (KR/CB)

03.08.2018
Cionus olens (F., 1792)
Cionus olens
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Der Dichtbehaarte Blattschaber Cionus olens (Familie Curculionidae) ist eine von insgesamt zwölf Arten der Gattung in Deutschland. Durch die auffällige, abstehende Behaarung der Flügeldecken ist die Art im Gegensatz zu anderen Cionus-Arten relativ leicht zu bestimmen. Die stenotope, thermophile Art ist von West- über Südeuropa bis Kleinasien verbreitet. In Deutschland ist Cionus olens aktuell nur aus den südwestlichen Regionen (Baden bis Westfalen) gemeldet. Man findet die 3,5 bis 4,2 mm große Art an Wärme- und Trockenhängen und auf Brachen. Sie entwickelt sich oligophag an Verbascum-Arten, vor allem an der Windblumen-Königskerze (V. phlomoides), seltener an der Schwarzen (V. nigrum) und der Flockigen Königskerze (V. pulverulentum). In Deutschland ist Cionus olens als gefährdet (RL 3) eingestuft. (CB)

27.07.2018
Pteleobius vittatus (F., 1787)
Pteleobius vittatus
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Der Bunte Ulmenbastkäfer Pteleobius vittatus (Familie Scolytidae) ist nur 1,8 bis 2,3 mm groß. Er unterscheidet sich von seiner Schwesterart P. kraatzi durch dreifarbige Beschuppung der Flügeldecken und das Fehlen alternierend gewölbter Zwischenräume am Flügeldeckenabsturz. Die stenotope Art entwickelt sich oligophag unter der Rinde kränkelnder oder absterbender Ulmen, ausnahmsweise an Feldahorn (Acer campestre) und Gemeiner Esche (Fraxinus excelsior) in Laubwäldern und Flussauen. Pteleobius vittatus ist in ganz Europa mit Ausnahme der skandinavischen Länder verbreitet. In Deutschland ist die Art aus mehreren Bundesländern gemeldet, wird insgesamt jedoch eher selten gefunden und ist als gefährdet (RL 3) eingestuft. (CB)


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