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Käfer der Woche

Texte © K. Reißmann, T. Hörren, M. Stern, F. Bötzl und C. Benisch

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19.07.2019
Phytoecia nigripes (Voet, 1778)
Phytoecia nigripes
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Der 10 bis 16 mm lange Schwarzfüßige Walzenhalsbock Phytoecia nigripes (Familie Cerambycidae) ist eine von acht aktuell aus Deutschland gemeldeten Arten der Gattung und kann auf den ersten Blick mit Bockkäfern der Gattung Oberea verwechselt werden. Die pontomediterrane Art ist von den Pyrenäen über die Alpen bis nach Südosteuropa, Syrien und rund um das Schwarze Meer verbreitet und bevorzugt colline bis montane Lagen. P. nigripes ist xerothermophil und kommt an Wärmehängen und Kalktriften vor. Die Käfer entwickeln sich an Doldengewächsen (Umbelliferae), z.B. an Kälberkropf (Chaerophyllum) und an Laserkraut (Laserpitium). In Deutschland liegen aktuelle Meldungen nur aus Bayern und Baden-Württemberg vor. Die Art gilt als gefährdet (RL 3). (CB)

12.07.2019
Anatis ocellata (L., 1758)
Anatis ocellata
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Der Augenmarienkäfer Anatis ocellata ist mit 8 bis 9 mm der größte Vertreter der Marienkäfer (Familie Coccinellidae) der deutschen Fauna. Er kommt von Europa bis Asien in Nadelwäldern von den tiefen Lagen bis in den subalpinen Bereich vor. Die Zeichnung der Art ist sehr variabel. In der Regel sind die Flügeldecken dunkelrot gefärbt, mit gelb umrandeten schwarzen Flecken. Die Rotfärbung kann aber auch heller ausfallen, die schwarzen Flecken können reduziert sein oder komplett fehlen, so dass nur helle Flecken übrig bleiben, was dem Käfer ein völlig anderes Aussehen verleiht. Käfer und Larven ernähren sich räuberisch von verschiedenen Blattlaus-Arten an Nadelbäumen. Der Augenmarienkäfer ist eine unserer häufigsten Marienkäferarten. (KR)

05.07.2019
Attelabus nitens (Scop., 1763)
Attelabus nitens
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Die Brutfürsorge des Eichenblattrollers Attelabus nitens (Familie Attelabidae) dürfte mit eine der interessantesten in der heimischen Käferwelt sein. Die Weibchen beißen in arttypischer Weise ein Eichenblatt von der Seite bis zum Hauptnerv ein und rollen dieses in Form eines kleinen Tönnchens zusammen. Das Ei wird in dieses Tönnchen gelegt und die Larve lebt vom langsam vertrocknenden Laub des Blattes. Der 4 bis 6,5 mm große Käfer ist fast einheitlich rot gefärbt. Lediglich Beine und Kopf sind glänzend lackschwarz. Er ist der einzige Vertreter seiner Gattung in einer mit nur drei Arten sehr artenarmen Familie in Deutschland, die mit 2000 Arten ihre größte Vielfalt in den Tropen und Subtropen erreicht. (KR/CB)

28.06.2019
Pterostichus longicollis (Duft., 1812)
Pterostichus longicollis
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Der 6 bis 7 mm lange Langhalsige Grabläufer Pterostichus longicollis (Familie Carabidae) ist einer von zahlreichen Vertretern der Gattung in Deutschland. Die xerophile Art ist in Europa ohne den Norden verbreitet und kommt nur in Wärmegebieten etwas regelmäßiger vor, sonst sehr zerstreut und selten. Man findet Pterostichus longicollis in Flussauen auf grundwassernahen Trockenrasen, meist auf Kalk- oder Lehmuntergrund unter Steinen und im Detritus. Höhere Lagen werden gemieden. In Deutschland liegen aus dem Nordwesten nur alte Meldungen vor, aus den anderen Bundesländern sind aktuelle Meldungen bekannt, insgesamt wird die Art selten nachgewiesen. In der Roten Liste ist sie als gefährdet (RL 3) eingestuft. (CB)

21.06.2019
Omalisus fontisbellaquaei Fourcr., 1785
Omalisus fontisbellaquaei
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Der 5 bis 7 mm große Breithalsfliegenkäfer Omalisus fontisbellaquaei (Familie Omalisidae) ist der einzige Vertreter der Gattung und Familie in Deutschland. Die Art ist von Spanien bis Südosteuropa verbreitet und erreicht nach Norden Deutschland und die Benelux-Staaten. O. fontisbellaquaei weist einen ausgeprägten Sexualdimorphismus mit geflügelten Männchen und brachypteren, flugunfähigen Weibchen auf. Letztere leben sehr versteckt und werden selten gefunden. Die Flügeldecken der Männchen sind rot gerandet, in höheren Lagen treten auch einfarbig schwarze Individuen auf. Man findet die silvicole Art an Waldrändern, auf Waldwiesen und Kahlschlägen auf Gräsern und in der Krautschicht. In Deutschland fehlt die Art in den nördlichen Bundesländern. Sie gilt als nicht gefährdet. (CB)

14.06.2019
Drapetes cinctus (Panz., 1796)
Drapetes cinctus
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Der 4 bis 5 mm lange Gebänderte Scheinschnellkäfer Drapetes cinctus (Familie Lissomidae) ist der einzige Vertreter der Familie in Deutschland, die nahe mit den Elateridae und Throscidae verwandt ist. Die Art kommt von Südeuropa bis zum südöstlichen Nordeuropa vor und meidet den Einflussbereich des atlantischen Klimas. Im Süden und Osten kommt sie bis zum Kaukasus, Kleinasien und Syrien vor. Der stenotope, mycetophile Drapetes cinctus entwickelt sich im morschen Holz und unter verpilzter Rinde von Laubbäumen wie Buche (Fagus), Eiche (Quercus) und Birke (Betula). An warmen Tagen findet man die recht flüchtigen Käfer auf morschen Hölzern, gelegentlich auch auf Blüten. In Deutschland sind die Funde eher sporadisch und selten, die Art wird als gefährdet (RL 3) eingestuft. (CB)

07.06.2019
Buprestis rustica L., 1758
Buprestis rustica
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Der eurosibirisch verbreitete Bauern-Prachtkäfer Buprestis rustica zählt mit 12 bis 20 mm Größe schon zu den großen Arten der Prachtkäfer (Familie Buprestidae) in Deutschland. Seine Entwicklung vollzieht sich vor allem in Fichte (Picea) und Tanne (Abies), aber wohl auch anderen Nadelhölzern und dauert zwei bis drei Jahre. Bei uns bevorzugt die Art montane bis subalpine Nadelwälder in Höhenlagen zwischen 800 und 1000 m ü. NN, daher sind ihren Vorkommen in Deutschland natürliche Grenzen gesetzt. Aus Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern ist die Art verschwunden. In Südwestdeutschland ist sie weniger häufig als in den ostdeutschen Verbreitungsgebieten. Da sie innerhalb ihres Verbreitungsgebietes nicht selten ist, wird die Art in der Roten Liste Deutschlands nicht aufgeführt. (KR/CB)

31.05.2019
Nacerdes carniolica (Gistl., 1832)
Nacerdes carniolica
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Der 12 bis 15 mm große Krainer Scheinbockkäfer Nacerdes carniolica (Familie Oedemeridae) ist eine von nur zwei Arten der Gattung in Deutschland. Früher wurde die Art zur Gattung Xanthochroa gestellt. N. carniolica ist in Süd- und Osteuropa verbreitet und erreicht in Deutschland die Südhälfte, wo sie inzwischen viel häufiger ist als noch vor 50 Jahren. Die stenotope, silvicole Art entwickelt sich in Kiefern- und Mischwäldern an stark vermoderten Stubben von Kiefer und Fichte. Die von Juni bis August auftretenden Imagines sind nachtaktiv und fliegen stark riechende Blüten an, z.B. Linde (Tilia), Rosskastanie (Aesculus) und Rose (Rosa). Die Tiere enthalten ein Gift, das auf der menschlichen Haut schlecht heilende Blasen verursacht. In Deutschland ist die Art als gefährdet (RL 3) eingestuft. (CB)

24.05.2019
Chlorophorus figuratus (Scop., 1763)
Chlorophorus figuratus
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Der 7 bis 13 mm große Schulterfleckige Widderbock Chlorophorus figuratus (Familie Cerambycidae) ist einer von vier Vertretern der Gattung in Deutschland, allesamt recht selten. Mit seiner weißen Bindenzeichnung auf schwarzem Grund kann er bei uns nur mit C. sartor verwechselt werden. C. figuratus ist südpaläarktisch verbreitet, von Süd- bis Mitteleuropa, Kleinasien, dem Kaukasus und bis Westsibirien. Die stenotope, thermophile Art kommt an Wärmehängen und auf Steppenheiden vor und entwickelt sich zweijährig xylophag in toten Ästen einer ganzen Reihe von Laubhölzern, z.B. Ulme (Ulmus), Eiche (Quercus), Kastanie (Castanea) und weiteren. Die adulten Tiere sind Blütenbesuchern, man findet sie Juni bis August auf Blüten von Compositae, Umbelliferen und Weißdorn. In Deutschland gilt die Art als stark gefährdet (RL 2). (CB)

17.05.2019
Chrysolina staphylaea (L., 1758)
Chrysolina staphylaea
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Der 6 bis 9 mm große Rotbraune Blattkäfer Chrysolina staphylaea (Familie Chrysomelidae) ist eine von 30 aktuell aus Deutschland gemeldeten Arten der Gattung Chrysolina. Die Art ist in fast ganz Europa (außer Spanien) und bis weit nach Asien verbreitet. Im späten 19. Jahrhundert wurde sie auch nach Nordamerika eingeschleppt und hat sich dort eingebürgert. Die eurytope, halotolerante Art lebt auf sumpfigen Wiesen, in feuchten Bachauen und an feuchten Waldrändern. Sie entwickelt sich oligophag an Minze (Mentha) und Wegerich-Arten (Plantago), seltener an Melissen (Melissa) und Basilikum (Ocimum). Man kann sie bereits im zeitigen Frühjahr in Genist, Heu und Detritus finden. Chrysolina staphylaea ist aus ganz Deutschland gemeldet und gilt als nicht gefährdet. (CB)

10.05.2019
Malvapion malvae (F., 1775)
Malvapion malvae
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Das Zweifarbige Malvenspitzmäuschen Malvapion malvae ist einer der wenigen Vertreter der Familie Apionidae, die sich auch problemlos am Bild bestimmen lassen. Kopf und Halsschild sind schwarz gefärbt, die Flügeldecken hellbraun mit schwarzen Schultern und einem schwarzen winkeligen Fleck, der über das Schildchen drüber hinaus nach hinten reicht. Meist ist auch ein breiter Nahtstreifen geschwärzt. Die Behaarung ist relativ dicht, lässt die Färbung aber in der Regel noch erkennen und macht die Art damit unverwechselbar. Die 1,8 bis 2,4 mm großen Käfer und ihre Larven leben an Malvengewächsen (Malvaceae), in deren Fruchtknoten sich die Larven entwickeln. Die Art ist über die gesamte paläarktische Region verbreitet. In der Roten Liste Deutschlands wird die Art nicht geführt. (KR)

03.05.2019
Trichocellus placidus (Gyll., 1827)
Trichocellus placidus
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Der 4,2 bis 5 mm lange Pelzdeckenläufer Trichocellus placidus (Familie Carabidae) ist eine von zwei Arten der Gattung Deutschland. Die eurosibirische Art ist von Frankreich bis Westsibirien und von Fennoskandinavien bis Ungarn verbreitet. Die eurytope, hygrophile Art kommt an meso- bis eutrophen, sumpfigen Ufern, auf sumpfigen Wiesen und in feuchten Laubwäldern vor. Die Art kann bis in den montanen Bereich über 1000 m aufsteigen. Man findet Trichocellus placidus unter Grasbüscheln, im Moos und in pflanzlichem Detritus. Die Art ist aus ganz Deutschland gemeldet und gilt als nicht gefährdet. Von der mehr boreal verbreiteten Schwesterart T. cognatus kann man T. placidus durch den stärker und zur Basis gerader verengten Halsschild unterscheiden. (CB)

26.04.2019
Cantharis pagana Rosh., 1847
Cantharis pagana
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Der 6 bis 8,5 mm große Weichkäfer Cantharis pagana (Familie Cantharidae) ist einer von 24 Vertretern der Familie in Deutschland, die in der Bestimmung teilweise nicht einfach sind. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Spanien über Mitteleuropa bis Rumänien und Griechenland. Die montane, stenotope Art kommt in den Alpen und den Mittelgebirgen vor und fehlt in den nördlichen Bundesländern. Sie steigt bis zur Baumgrenze auf und wird vor allem an Waldrändern auf Bäumen, besonders Kiefer und Fichte sowie auf Gebüsch (z.B. Weißdorn) gefunden. In Deutschland ist Cantharis pagana nicht gefährdet. Die Art ist recht farbvariabel, was zur Beschreibung als C. fibulata und C. albomarginata geführt hat, die heute als Synonyme zu C. pagana geführt werden. (CB)

19.04.2019
Dermestes frischii Kug., 1792
Dermestes frischii
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Dermestes frischii (Familie Dermestidae) ist eine von 17 Arten der Gattung Dermestes in Deutschland, die als Speckkäfer bezeichnet werden. Der Name rührt daher, dass Käfer und Larven gelegentlich an Schinken und Speck gefunden werden und hier, wie auch an anderen tierischen Produkten, wie Trockenfisch, Häuten, Horn und ähnlichem schädlich werden können. In der Natur leben sie vor allem an alten, in der Sonne liegenden Kadavern und Äsern, von eingetrockneten Fleischresten, aber auch von Haaren und Federn, da sie in der Lage sind, Keratin zu verdauen. Die Art ist über die tropische Region von Amerika und Afrika, sowie die gesamte Holarktis verbreitet. In Deutschland ist sie eine der häufigsten Arten der Gattung und wird aus allen Regionen gemeldet. (KR/CB)

12.04.2019
Triphyllus bicolor (F., 1792)
Triphyllus bicolor
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Der 3,5 bis 4 mm große Baumschwammkäfer Triphyllus bicolor (Familie Mycetophagidae) ist in Mittel- und Südeuropa sowie im südlichen Nordeuropa verbreitet. Im Osten erstreckt sich das Verbreitungsgebiet bis West-Russland. In Deutschland kommt Triphyllus bicolor aktuell in allen Bundesländern vor, ist aber insgesamt eher als selten anzusehen. Die stenotope, silvicole Art ist mycetobiont und entwickelt sich an weichfleischigen Baumschwämmen an morschen Laubhölzern, vor allem Eiche (Quercus) und Buche (Fagus). Besonders bevorzugt wird der Leberpilz (Fistulina hepatica). Käfer und Larven ernähren sich von den Hyphen und Sporen der Pilze. Zu Verpuppung gehen die Larven in den Boden. In der Roten Liste Deutschlands wird Triphyllus bicolor als gefährdet (RL 3) geführt. (CB)

05.04.2019
Curtimorda maculosa (Naez., 1794)
Curtimorda maculosa
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Der 4 bis 5 mm große Stachelkäfer Curtimorda maculosa (Familie Mordellidae) ist einer von zwei Vertretern der Gattung in Deutschland, die sich durch die silberfarbene Fleckung der sonst schwarzen Flügeldecken unterscheiden. Curtimorda maculosa ist boreomontan verbreitet mit Vorkommen in Fennoskandinavien, den deutschen und französischen Mittelgebirgen und den Alpen. Die stenotope Art lebt auf lichten Stellen in Mischwäldern, Kahlschlägen und Lichtungen. Sie entwickelt sich an Stubben oder halbfaulen Stämmen von Fichte (Picea) an Baumpilzen, vor allem dem Violetten Lederporling (Nadelholz-Tramete, Trichaptum abietinum). In Deutschland liegen zwar Meldungen aus zahlreichen Bundesländern vor, die Art wird aber eher sporadisch gefunden und ist gefährdet (RL 3). (CB)

29.03.2019
Callimus angulatus (Schrk., 1789)
Callimus angulatus
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Der 7 bis 9 mm große Schmaldeckenbock Callimus angulatus (Familie Cerambycidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland. Die mediterrane Art ist von Spanien über Italien bis zum Kaukasus und in den Nordiran verbreitet. Circumalpin wird Mitteleuropa erreicht. Bei uns ist die thermophile Art auf Wärmegebiete in der Südhälfte Deutschlands beschränkt und dort überall sehr selten. Die Larve entwickelt sich in armdicken, abgestorbenen Ästen von Eiche (Quercus) und Buche (Fagus). Die schlanken, metallisch blauen Käfer findet man bei sonnigem Wetter an Wärmehängen und Waldrändern auf blühendem Weißdorn (Crataegus) und Kreuzdorn (Rhamnus), kaum auf anderen Blütenpflanzen. In Deutschland ist Callimus angulatus als stark gefährdet (RL 2) eingestuft. (CB)

22.03.2019
Gonioctena fornicata Brüggemann, 1873
Gonioctena fornicata
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Der Blattkäfer Gonioctena fornicata (Familie Chrysomelidae) gehört erst seit 2003 zur Fauna Deutschlands. Er ist eine von insgesamt zwölf einander recht ähnlichen Arten der Gattung in Deutschland. Die Art kam ursprünglich nur im Südosten Europas vor und gilt als pontisches Faunenelement mit xerothermen Habitatansprüchen. Sie wurde vermutlich mit Schiffstransporten über den Rhein und seine Nebenflüsse nach Baden-Württemberg eingeschleppt und konnte sich in der Oberrheinebene etablieren. Larven und Käfer der 5 bis 7 mm großen Art leben an Luzerne (Medicago) und Klee (Trifolium) und werden als Schädling eingestuft. In den USA, in die sie gelegentlich mit Transporten verschleppt wird, gilt die Art als Quarantäneschädling. (KR/CB)

15.03.2019
Sibinia phalerata (Gyll., 1836)
Sibinia phalerata
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Der 2 bis 2,4 mm kleine Schwarzfleck-Nelkenrüssler Sibinia phalerata (Familie Curculionidae) ist eine der über 200 Arten der Gattung weltweit. In Deutschland kommen 12 Arten vor. Die stenotope, xerothermophile Art kommt an sonnenexponierten Trockenstellen auf Magerrasen vor, z.B. offenen Sanddünen, Kies- und Schotterflächen. Wie die meisten anderen europäischen Arten der Gattung entwickelt sich Sibinia phalerata an krautartigen Nelkengewächsen (Cariophyllaceae), z.B. Arenaria, Cerastium, Dianthus und Silene. Die Art ist von Europa (ohne den hohen Norden) bis Zentralasien verbreitet. In Deutschland ist sie aus den meisten Bundesländern nachgewiesen, mit Ausnahme des Nordwestens, aber selten. In der Roten Liste wird Sibinia phalerata als gefährdet (RL 3) geführt. (CB)

08.03.2019
Perigona nigriceps (Dej., 1831)
Perigona nigriceps
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Der nur 2,4 bis 3,2 mm große Kompostläufer Perigona nigriceps (Familie Carabidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Mitteleuropa. Die Art stammt ursprünglich aus dem Gebiet um den Indischen Ozean. Sie wurde im 19. Jahrhundert nach Nordamerika und Europa verschleppt und ist mittlerweile wohl weltweit verbreitet. Perigona nigriceps ist aus ganz Deutschland gemeldet, wird allerdings nur sporadisch gefunden. Die eurytope, thermophile Art kommt in Gärten, auf Ruderalflächen, Schuttplätzen und Mülldeponien vor und lebt räuberisch in Kompost, faulenden Vegetabilen und Holzhäckselhaufen, aus dem sie gesiebt werden kann. Die Käfer fliegen nur kurze Strecken und kommen an Lichtquellen. Mit ihrem schwarzen Kopf, den kurzen, perlschnurartigen Fühlern und den bräunlich-gelben Flügeldecken mit dem kräftigen 8. Punktstreifen ist die Art recht leicht zu erkennen. (CB)

01.03.2019
Trichodes alvearius (F., 1792)
Trichodes alvearius
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Der 10 bis 15 mm große Zottige Bienenkäfer Trichodes alvearius (Familie Cleridae) ist eine der beiden Arten der Gattung in Deutschland. Er unterscheidet sich von seiner Schwesterart dadurch, dass die letzte schwarze Querbinde der Flügeldecken nicht den roten Rand der Flügeldeckenspitze erreicht. Die Art ist in Süd- und Mitteleuropa verbreitet. Man findet die Käfer auf Blüten, wo sie anderen Insekten nachstellen, aber auch Pollen fressen. Die Weibchen legen ihre Eier in Nester von Solitärbienen. Nach dem Schlupf aus dem Ei frisst die Larve zunächst das Ei oder die Junglarve der Biene, bevor sie sich dann vom vorhandenen Pollenvorrat ernährt. In der Roten Liste von Deutschland wird die Art als gefährdet (RL 3) geführt. (KR/CB)

22.02.2019
Cytilus sericeus (Forst., 1771)
Cytilus sericeus
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Der 4,5 bis 5,5 mm große Pillenkäfer Cytilus sericeus (Familie Byrrhidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland. Anders als andere Vertreter der Familie kann Cytilus sericeus Fühler und Beine nur unvollständig in dafür vorgesehene Aussparung am Körper einlegen, ein Schutzmechanismus, der der Familie ihren deutschen Namen gegeben hat. Cytilus sericeus ist rundlich oval, die Flügeldecken sind metallisch grün bis bronzebraun und schwarz gewürfelt. Man findet sie auf feuchten Wiesen, in Flussauen und Mooren an Moosen und Sphagnum. Käfer und Larven ernähren sich von Moosen. Die Art ist in ganz Europa bis weit in den Osten verbreitet. In Deutschland liegen aktuelle Meldungen aus allen Bundesländern vor und die Art gilt als nicht gefährdet. (CB)

15.02.2019
Mycetophagus quadriguttatus Müll., 1821
Mycetophagus quadriguttatus
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Der 3,5 bis 4 mm große Mycetophagus quadriguttatus (Familie Mycetophagidae) ist eine von zehn Arten der Gattung in Deutschland. Die einander teilweise recht ähnlichen Arten lassen sich durch ihren Habitus, ihre Färbung und den Bau der Fühlerkeule unterscheiden. Letztere ist bei Mycetophagus quadriguttatus viergliedrig und weist ein kaum verlängertes Endglied auf. Die Art ist holarktisch verbreitet und kommt sowohl in Laubwäldern in verpilztem Mulm und Reisig von Eiche (Quercus), Buche (Fagus) und an Baumschwämmen als auch synanthrop in Scheunen und Ställen an moderndem Heu und Stroh sowie an schimmelnden Lebensmitteln vor. Die Käfer und ihre Larven ernähren sich von Schimmelpilzen und deren Sporen. In Deutschland ist Mycetophagus quadriguttatus aktuell aus allen Regionen gemeldet und gilt als nicht gefährdet. (CB)

08.02.2019
Tetratoma ancora F., 1790
Tetratoma ancora
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Der 3 bis 3,5 mm lange Keulendüsterkäfer Tetratoma ancora (Familie Tetratomidae) ist einer von drei Vertretern der Gattung in Deutschland. Die Arten zeichnen sich durch ihre viergliedrige Fühlerkeule aus, was sich im wissenschaftlichen Familiennamen widerspiegelt. Durch die variable gelbe Zeichnung der Flügeldecken ist T. ancora leicht von ihren Schwesterarten T. fungorum und T. desmaresti zu unterscheiden. Sie kommt von Mitteleuropa bis in den höchsten Norden Europas sowie bis Russland vor. Die Art entwickelt sich an verpilzten Ästen von Laubbäumen, vor allem Buche (Fagus), Eiche (Quercus) und Ahorn (Acer), die vom Rindenpilz Corticium besetzt sind, seltener am Herben Knäuling (Panus stipticus) und an der Schmetterlingstramete (Coriolus versicolor). In Deutschland ist T. ancora weit verbreitet, aber selten (RL 3). (CB)

01.02.2019
Pedostrangalia revestita (L., 1767)
Pedostrangalia revestita
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Obwohl aus fast allen Regionen Deutschlands gemeldet, ist der Bockkäfer Pedostrangalia revestita (Familie Cerambycidae) aufgrund seiner akrodendrischen Lebensweise und der sehr speziellen Ansprüche der Larven eine nur selten gefundene Art. Funde resultieren meist aus "abgestürzten" Tieren oder Auszuchten herabgestürzter besiedelter Kronenäste. Die Entwicklung der Larve erfolgt in verschiedenen Laubbaumarten, vor allem in toten, rotfaulen Partien noch lebender Bäume oder den Ansatzstellen morscher Äste. Die sehr hübsche, 8 bis 15 mm große Art ist bei flüchtiger Betrachtung mit Rhamnusium bicolor zu verwechseln, fällt aber deutlich kleiner aus als diese und hat eine gänzlich andere Lebensweise. In Deutschland ist die Art als stark gefährdet eingestuft (RL 2). (KR)


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