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Käfer der Woche

Texte © K. Reißmann, T. Hörren, M. Stern, F. Bötzl und C. Benisch

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11.10.2019
Exochomus nigromaculatus (Goeze, 1777)
Exochomus nigromaculatus
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Der 4 bis 5 mm lange Schwarze Schildlaus-Marienkäfer Exochomus nigromaculatus (Familie Coccinellidae) ist der seltenere der beiden Vertreter der Gattung Deutschland. Die stenotope, xerophile Art ist südpaläarktisch verbreitet und kommt besonders in Heidegebieten sowie in Kiefernwäldern und Flachmooren vor. Man findet die Tiere auf Besenheide (Calluna), Heidekraut (Erica) und Besenginster (Cytisus). Sie ernähren sich von Blattläusen, vor allem der Mehligen Pflaumenblattlaus Hyalopterus pruni. In Deutschland liegen zwar aktuelle Meldungen aus praktisch allen Bundesländern vor, jedoch wird die Art nicht häufig gefunden und gilt als gefährdet (RL 3). Die Schwesterart Exochomus quadripustulatus ist dagegen überall häufig und nicht gefährdet. (CB)

04.10.2019
Oedostethus quadripustulatus (F., 1792)
Oedostethus quadripustulatus
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Der nur 3 bis 4 mm lange Schnellkäfer Oedostethus quadripustulatus (Familie Elateridae) ist der häufigere der beiden Vertreter der Gattung in Deutschland. Die stenotope, psammophile Art kommt an sandigen Bach- und Flussufern und Küsten vor und wird in der niederen Vegetation oder unter Steinen gefunden, meist gesellig. Oedostethus quadripustulatus ist von Spanien über Mitteleuropa bis Sibirien verbreitet, im Norden reicht das Verbreitungsgebiet bis Südschweden. Daneben kommt die Art auch in Nordamerika vor. In Deutschland liegen neue Funde aus zahlreichen Bundesländern vor und die Art gilt nicht als gefährdet, auch wenn sie nur sporadisch gefunden wird. Die ungleich seltenere Schwesterart O. tenuicornis kommt dagegen nur in Bayern vor und gilt als gefährdet (RL 2). (CB)

27.09.2019
Lasiorhynchites coeruleocephalus (Schall., 1783)
Lasiorhynchites coeruleocephalus
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Der 4 bis 5,5 mm große Bunte Triebstecher Lasiorhynchites coeruleocephalus (Familie Rhynchitidae) kommt von Nordafrika über Spanien und Mitteleuropa bis zu den Karpaten vor und wird nicht besonders häufig gefunden. Die Larven entwickeln sich an Kiefer (Pinus sylvestris), während die Imagines an Hängebirke (Betula pendula) und Moorbirke (Betula pubescens) fressen. Die Käfer erscheinen im Mai an Birken. Die Eiablage erfolgt im Juni an Kiefern. Dabei suchen die Imagines immer wieder Birken auf, um daran zu fressen. Als stenotope, thermophile Art bevorzugt Lasiorhynchites coeruleocephalus trockenwarme Lagen der Ebene, in Südeuropa geht er auch in höhere Lagen. In Deutschland liegen aktuelle Nachweise aus zahlreichen Bundesländern vor und die Art gilt als nicht gefährdet. (CB)

20.09.2019
Ocypus fulvipennis Er., 1840
Ocypus fulvipennis
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Der 12 bis 14 mm lange Kurzflügler Ocypus fulvipennis (Familie Staphylinidae) gehört zu den weniger häufig nachgewiesenen Vertretern der 19 aktuell gemeldeten Arten der Gattung in Deutschland. Ocypus fulvipennis kommt von Westeuropa (ohne Spanien) über die britischen Inseln und Skandinavien bis Ostsibirien vor. In Deutschland fehlen Nachweise in den nördlichen Bundesländern. Wie die anderen Vertreter der Gattung ernährt sich Ocypus fulvipennis räuberisch von anderen Insekten. Man findet die thermophile und xerophile Art an Wärmehängen, Kalktriften, trockenen Waldrändern, Ruderalflächen und sekundären Trockenrasen, oft auf Wegen, unter Steinen und Moos. In Deutschland ist Ocypus fulvipennis als nicht gefährdet eingestuft. (CB)

13.09.2019
Stenopelmus rufinasus Gyll., 1836
Stenopelmus rufinasus
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Der nur 1,8 bis 2,4 mm große Schwimmfarnrüssler Stenopelmus rufinasus (Familie Curculionidae) gehört zu einer artenarmen Gattung mit nur zwei Arten in der Neotropis und einer Art in der Nearktis, welche bei uns eingeschleppt wurde. Stenopelmus rufinasus lebt am flutenden Algenfarn (Azolla filiculoides), ebenfalls ein Neozoon, welches sich seit den 1980er Jahren in Deutschland stärker ausgebreitet hat. Die Imago überwintert am Ufer und findet sich ab dem Frühjahr an der Futterpflanze, wo sie meist untergetaucht an den Blättchen frisst. In Südafrika wird die Art zur biologischen Bekämpfung des Algenfarns eingesetzt, wobei die gefräßigen Larven von Stenopelmus das Zuwuchern von Gewässern effizient verhindern. In Deutschland wird S. rufinasus als Neozoon nicht in der Roten Liste geführt. (CB)

06.09.2019
Lamia textor (L., 1758)
Lamia textor
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Der Weberbock Lamia textor ist einer der wenigen flugunfähigen Bockkäfer (Familie Cerambycidae) der deutschen Fauna. Die Käfer findet man eher zufällig, wenn sie abends in der Dämmerung träge am Boden in der Nähe ihrer Brutbäume umherkriechen. Die Entwicklung erfolgt im Holz noch lebender Weiden (Salix) und Pappeln (Populus), seltener in Erle (Alnus) und Birke (Betula). Die Käfer kann man aufgrund ihrer hohen Lebenserwartung von etwa 300 Tagen bereits im April und je nach Witterung bis in den späten Oktober hinein beobachten. Früher galt die Art als häufig. Heute ist der Weberbock eine Seltenheit, die so mancher noch nicht zu Gesicht bekommen hat. Entsprechend wird er in der Roten Liste Deutschlands als stark gefährdet (RL 2) geführt. (KR)

30.08.2019
Orthocerus clavicornis (L., 1758)
Orthocerus clavicornis
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Der 3,5 bis 6 mm große Rindenkäfer Orthocerus clavicornis (Familie Colydiidae) ist der häufigere der beiden Vertreter der Gattung in Deutschland. Von dem viel selteneren O. crassicornis unterscheidet er sich durch die sehr lange Behaarung der Fühlerkeule. Die stenotope, psammobionte Art kommt in Nord- und Mitteleuropa, im Kaukasus und bis Sibirien vor. Man findet sie auf spärlich bewachsenen Sandböden, auf Dünen, Heide und in Sandgruben unter Flechtenrasen, insbesondere an der Hundslederflechte Peltigera canina. In Deutschland fehlen aktuelle Nachweise aus den westlichen Bundesländern, aus allen anderen liegen aktuelle Funde vor. Im Osten ist die Art nicht selten, nach Westen wird sie seltener. Sie gilt in Deutschland als gefährdet (RL 3). (CB)

23.08.2019
Ophonus melleti Heer, 1837
Ophonus melleti
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Der 5,5 bis 8,7 mm große Laufkäfer Ophonus melleti (Familie Carabidae) ist eine der elf Arten der Untergattung Metophonus in Deutschland. Wie die meisten Vertreter der Untergattung weist O. melleti gut markierte Halsschildhinterwinkel und eine braunrote, nicht-metallische Färbung auf. Die Unterscheidung der Arten dieser Gruppe ist nicht einfach. Ophonus melleti kommt von Westeuropa bis zum Kaukasus und Kleinasien und vom südlichen Nordeuropa bis Südeuropa vor. Man findet die eurytope, thermophile Art an Wärmehängen, in Kiesgruben und an Garten- und Waldrändern. In Deutschland ist sie nur in Wärmegebieten häufiger, sonst selten und sie wird vor allem im Norden nur sporadisch gefunden. O. melleti gilt in Deutschland als gefährdet (RL 3). (CB)

16.08.2019
Stenomax aeneus (Scop., 1763)
Stenomax aeneus
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Der 12 bis 16 mm lange Schwarzkäfer Stenomax aeneus (Familie Tenebrionidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland. In Europa kommen insgesamt sieben Arten vor. Stenomax aeneus ist in Südosteuropa und im südöstlichen Mitteleuropa verbreitet, von Frankreich über Norditalien und die Balkanhalbinsel bis Kleinasien. Die stenotope, überwiegend nachtaktive Art findet man von März bis Juli unter morscher Rinde, an verpilzten Ästen von Laubbäumen, seltener an Nadelbäumen und Rebstöcken. Die Larven entwickeln sich in morschem Holz und im Mulm von Laubbäumen. In Deutschland kommt die Art in den südlichen und östlichen Bundesländern vor, im Westen und Norden fehlt sie dagegen. Stenomax aeneus ist nicht selten und gilt als nicht gefährdet. (CB)

09.08.2019
Omophlus lepturoides (F., 1787)
Omophlus lepturoides
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Der 11-16 mm große Pflanzenkäfer Omophlus lepturoides (Familie Alleculidae) ist die größte der drei Arten der Gattung in Deutschland. In Europa enthält die Gattung insgesamt 32 Arten. Die stenotope, thermophile Art kommt in Südeuropa und im südlichen Mitteleuropa von Spanien bis Polen und Südrussland und in Kleinasien vor. Man findet die Imagines von Mai bis Juni an Wärmehängen auf Blüten von Doldenblütlern, Weißdorn und Obstbäumen. Die Larven entwickeln sich im Boden von pflanzlichen Abfällen, sie überwintern, verpuppen sich im zeitigen Frühjahr in einer Puppenwiege und schlüpfen im Mai. In Deutschland ist O. lepturoides aktuell nur aus Baden, der Pfalz und dem Rheinland gemeldet und gilt als stark gefährdet (RL 2). Im 19. Jahrhundert kam sie noch in der gesamten Südhälfte Deutschlands vor. (CB)

02.08.2019
Ampedus erythrogonus (Müll., 1821)
Ampedus erythrogonus
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Der 5,5 bis 7,5 mm große Schnellkäfer Ampedus erythrogonus ist eine der 27 in Deutschland aktuell nachgewiesenen Ampedus-Arten (Familie Elateridae). Die schwarze Art weist rötliche Halsschildvorder- und -hinterwinkel, Beine und Fühler auf. Sie ist von Ostfrankreich über Mittel- und Nordeuropa bis zum Kaukasus verbreitet. A. erythrogonus entwickelt sich morschen Laub- und Nadelhölzern, z.B. in fast vermulmten Stubben von Eiche, Buche, Ahorn, Fichte und anderen. Die Larve entwickelt sich tief im Mulm, die Verpuppung erfolgt jedoch nahe der Oberfläche unter der Rinde. Der Käfer erscheint im Frühsommer. In Deutschland ist die Art aus fast allen Bundesländern gemeldet, wird jedoch eher selten nachgewiesen und gilt als gefährdet (RL 3). (CB)

26.07.2019
Nemosoma caucasicum Menetries, 1832
Nemosoma caucasicum
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Der 5,5 bis 9,5 mm große Jagdkäfer Nemosoma caucasicum (Familie Trogositidae) gehört in eine in Deutschland recht artenarme Familie, von der ursprünglich nur vier Arten aus Deutschland gemeldet wurden. Vor wenigen Jahren wurde diese Art erstmalig für Deutschland gemeldet und wird seitdem vor allem immer wieder im Kaiserstuhl an Esche gefunden. Der Gattungsname ist aus den griechischen Worten nema (Faden) und soma (Körper) zusammengesetzt und spielt auf die schlanke, längliche Gestalt der Käfer an. Käfer und Larven verfolgen hauptsächlich verschiedene Vertreter der an Esche vorkommenden Scolytidae, wie z.B. Hylesinus crenatus, den Eschenbastkäfer und können diese mit ihrem dünnen Körper sehr gut in ihren Gängen verfolgen. (KR/CB)

19.07.2019
Phytoecia nigripes (Voet, 1778)
Phytoecia nigripes
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Der 10 bis 16 mm lange Schwarzfüßige Walzenhalsbock Phytoecia nigripes (Familie Cerambycidae) ist eine von acht aktuell aus Deutschland gemeldeten Arten der Gattung und kann auf den ersten Blick mit Bockkäfern der Gattung Oberea verwechselt werden. Die pontomediterrane Art ist von den Pyrenäen über die Alpen bis nach Südosteuropa, Syrien und rund um das Schwarze Meer verbreitet und bevorzugt colline bis montane Lagen. P. nigripes ist xerothermophil und kommt an Wärmehängen und Kalktriften vor. Die Käfer entwickeln sich an Doldengewächsen (Umbelliferae), z.B. an Kälberkropf (Chaerophyllum) und an Laserkraut (Laserpitium). In Deutschland liegen aktuelle Meldungen nur aus Bayern und Baden-Württemberg vor. Die Art gilt als gefährdet (RL 3). (CB)

12.07.2019
Anatis ocellata (L., 1758)
Anatis ocellata
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Der Augenmarienkäfer Anatis ocellata ist mit 8 bis 9 mm der größte Vertreter der Marienkäfer (Familie Coccinellidae) der deutschen Fauna. Er kommt von Europa bis Asien in Nadelwäldern von den tiefen Lagen bis in den subalpinen Bereich vor. Die Zeichnung der Art ist sehr variabel. In der Regel sind die Flügeldecken dunkelrot gefärbt, mit gelb umrandeten schwarzen Flecken. Die Rotfärbung kann aber auch heller ausfallen, die schwarzen Flecken können reduziert sein oder komplett fehlen, so dass nur helle Flecken übrig bleiben, was dem Käfer ein völlig anderes Aussehen verleiht. Käfer und Larven ernähren sich räuberisch von verschiedenen Blattlaus-Arten an Nadelbäumen. Der Augenmarienkäfer ist eine unserer häufigsten Marienkäferarten. (KR)

05.07.2019
Attelabus nitens (Scop., 1763)
Attelabus nitens
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Die Brutfürsorge des Eichenblattrollers Attelabus nitens (Familie Attelabidae) dürfte mit eine der interessantesten in der heimischen Käferwelt sein. Die Weibchen beißen in arttypischer Weise ein Eichenblatt von der Seite bis zum Hauptnerv ein und rollen dieses in Form eines kleinen Tönnchens zusammen. Das Ei wird in dieses Tönnchen gelegt und die Larve lebt vom langsam vertrocknenden Laub des Blattes. Der 4 bis 6,5 mm große Käfer ist fast einheitlich rot gefärbt. Lediglich Beine und Kopf sind glänzend lackschwarz. Er ist der einzige Vertreter seiner Gattung in einer mit nur drei Arten sehr artenarmen Familie in Deutschland, die mit 2000 Arten ihre größte Vielfalt in den Tropen und Subtropen erreicht. (KR/CB)

28.06.2019
Pterostichus longicollis (Duft., 1812)
Pterostichus longicollis
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Der 6 bis 7 mm lange Langhalsige Grabläufer Pterostichus longicollis (Familie Carabidae) ist einer von zahlreichen Vertretern der Gattung in Deutschland. Die xerophile Art ist in Europa ohne den Norden verbreitet und kommt nur in Wärmegebieten etwas regelmäßiger vor, sonst sehr zerstreut und selten. Man findet Pterostichus longicollis in Flussauen auf grundwassernahen Trockenrasen, meist auf Kalk- oder Lehmuntergrund unter Steinen und im Detritus. Höhere Lagen werden gemieden. In Deutschland liegen aus dem Nordwesten nur alte Meldungen vor, aus den anderen Bundesländern sind aktuelle Meldungen bekannt, insgesamt wird die Art selten nachgewiesen. In der Roten Liste ist sie als gefährdet (RL 3) eingestuft. (CB)

21.06.2019
Omalisus fontisbellaquaei Fourcr., 1785
Omalisus fontisbellaquaei
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Der 5 bis 7 mm große Breithalsfliegenkäfer Omalisus fontisbellaquaei (Familie Omalisidae) ist der einzige Vertreter der Gattung und Familie in Deutschland. Die Art ist von Spanien bis Südosteuropa verbreitet und erreicht nach Norden Deutschland und die Benelux-Staaten. O. fontisbellaquaei weist einen ausgeprägten Sexualdimorphismus mit geflügelten Männchen und brachypteren, flugunfähigen Weibchen auf. Letztere leben sehr versteckt und werden selten gefunden. Die Flügeldecken der Männchen sind rot gerandet, in höheren Lagen treten auch einfarbig schwarze Individuen auf. Man findet die silvicole Art an Waldrändern, auf Waldwiesen und Kahlschlägen auf Gräsern und in der Krautschicht. In Deutschland fehlt die Art in den nördlichen Bundesländern. Sie gilt als nicht gefährdet. (CB)

14.06.2019
Drapetes cinctus (Panz., 1796)
Drapetes cinctus
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Der 4 bis 5 mm lange Gebänderte Scheinschnellkäfer Drapetes cinctus (Familie Lissomidae) ist der einzige Vertreter der Familie in Deutschland, die nahe mit den Elateridae und Throscidae verwandt ist. Die Art kommt von Südeuropa bis zum südöstlichen Nordeuropa vor und meidet den Einflussbereich des atlantischen Klimas. Im Süden und Osten kommt sie bis zum Kaukasus, Kleinasien und Syrien vor. Der stenotope, mycetophile Drapetes cinctus entwickelt sich im morschen Holz und unter verpilzter Rinde von Laubbäumen wie Buche (Fagus), Eiche (Quercus) und Birke (Betula). An warmen Tagen findet man die recht flüchtigen Käfer auf morschen Hölzern, gelegentlich auch auf Blüten. In Deutschland sind die Funde eher sporadisch und selten, die Art wird als gefährdet (RL 3) eingestuft. (CB)

07.06.2019
Buprestis rustica L., 1758
Buprestis rustica
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Der eurosibirisch verbreitete Bauern-Prachtkäfer Buprestis rustica zählt mit 12 bis 20 mm Größe schon zu den großen Arten der Prachtkäfer (Familie Buprestidae) in Deutschland. Seine Entwicklung vollzieht sich vor allem in Fichte (Picea) und Tanne (Abies), aber wohl auch anderen Nadelhölzern und dauert zwei bis drei Jahre. Bei uns bevorzugt die Art montane bis subalpine Nadelwälder in Höhenlagen zwischen 800 und 1000 m ü. NN, daher sind ihren Vorkommen in Deutschland natürliche Grenzen gesetzt. Aus Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern ist die Art verschwunden. In Südwestdeutschland ist sie weniger häufig als in den ostdeutschen Verbreitungsgebieten. Da sie innerhalb ihres Verbreitungsgebietes nicht selten ist, wird die Art in der Roten Liste Deutschlands nicht aufgeführt. (KR/CB)

31.05.2019
Nacerdes carniolica (Gistl., 1832)
Nacerdes carniolica
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Der 12 bis 15 mm große Krainer Scheinbockkäfer Nacerdes carniolica (Familie Oedemeridae) ist eine von nur zwei Arten der Gattung in Deutschland. Früher wurde die Art zur Gattung Xanthochroa gestellt. N. carniolica ist in Süd- und Osteuropa verbreitet und erreicht in Deutschland die Südhälfte, wo sie inzwischen viel häufiger ist als noch vor 50 Jahren. Die stenotope, silvicole Art entwickelt sich in Kiefern- und Mischwäldern an stark vermoderten Stubben von Kiefer und Fichte. Die von Juni bis August auftretenden Imagines sind nachtaktiv und fliegen stark riechende Blüten an, z.B. Linde (Tilia), Rosskastanie (Aesculus) und Rose (Rosa). Die Tiere enthalten ein Gift, das auf der menschlichen Haut schlecht heilende Blasen verursacht. In Deutschland ist die Art als gefährdet (RL 3) eingestuft. (CB)

24.05.2019
Chlorophorus figuratus (Scop., 1763)
Chlorophorus figuratus
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Der 7 bis 13 mm große Schulterfleckige Widderbock Chlorophorus figuratus (Familie Cerambycidae) ist einer von vier Vertretern der Gattung in Deutschland, allesamt recht selten. Mit seiner weißen Bindenzeichnung auf schwarzem Grund kann er bei uns nur mit C. sartor verwechselt werden. C. figuratus ist südpaläarktisch verbreitet, von Süd- bis Mitteleuropa, Kleinasien, dem Kaukasus und bis Westsibirien. Die stenotope, thermophile Art kommt an Wärmehängen und auf Steppenheiden vor und entwickelt sich zweijährig xylophag in toten Ästen einer ganzen Reihe von Laubhölzern, z.B. Ulme (Ulmus), Eiche (Quercus), Kastanie (Castanea) und weiteren. Die adulten Tiere sind Blütenbesuchern, man findet sie Juni bis August auf Blüten von Compositae, Umbelliferen und Weißdorn. In Deutschland gilt die Art als stark gefährdet (RL 2). (CB)

17.05.2019
Chrysolina staphylaea (L., 1758)
Chrysolina staphylaea
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Der 6 bis 9 mm große Rotbraune Blattkäfer Chrysolina staphylaea (Familie Chrysomelidae) ist eine von 30 aktuell aus Deutschland gemeldeten Arten der Gattung Chrysolina. Die Art ist in fast ganz Europa (außer Spanien) und bis weit nach Asien verbreitet. Im späten 19. Jahrhundert wurde sie auch nach Nordamerika eingeschleppt und hat sich dort eingebürgert. Die eurytope, halotolerante Art lebt auf sumpfigen Wiesen, in feuchten Bachauen und an feuchten Waldrändern. Sie entwickelt sich oligophag an Minze (Mentha) und Wegerich-Arten (Plantago), seltener an Melissen (Melissa) und Basilikum (Ocimum). Man kann sie bereits im zeitigen Frühjahr in Genist, Heu und Detritus finden. Chrysolina staphylaea ist aus ganz Deutschland gemeldet und gilt als nicht gefährdet. (CB)

10.05.2019
Malvapion malvae (F., 1775)
Malvapion malvae
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Das Zweifarbige Malvenspitzmäuschen Malvapion malvae ist einer der wenigen Vertreter der Familie Apionidae, die sich auch problemlos am Bild bestimmen lassen. Kopf und Halsschild sind schwarz gefärbt, die Flügeldecken hellbraun mit schwarzen Schultern und einem schwarzen winkeligen Fleck, der über das Schildchen drüber hinaus nach hinten reicht. Meist ist auch ein breiter Nahtstreifen geschwärzt. Die Behaarung ist relativ dicht, lässt die Färbung aber in der Regel noch erkennen und macht die Art damit unverwechselbar. Die 1,8 bis 2,4 mm großen Käfer und ihre Larven leben an Malvengewächsen (Malvaceae), in deren Fruchtknoten sich die Larven entwickeln. Die Art ist über die gesamte paläarktische Region verbreitet. In der Roten Liste Deutschlands wird die Art nicht geführt. (KR)

03.05.2019
Trichocellus placidus (Gyll., 1827)
Trichocellus placidus
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Der 4,2 bis 5 mm lange Pelzdeckenläufer Trichocellus placidus (Familie Carabidae) ist eine von zwei Arten der Gattung Deutschland. Die eurosibirische Art ist von Frankreich bis Westsibirien und von Fennoskandinavien bis Ungarn verbreitet. Die eurytope, hygrophile Art kommt an meso- bis eutrophen, sumpfigen Ufern, auf sumpfigen Wiesen und in feuchten Laubwäldern vor. Die Art kann bis in den montanen Bereich über 1000 m aufsteigen. Man findet Trichocellus placidus unter Grasbüscheln, im Moos und in pflanzlichem Detritus. Die Art ist aus ganz Deutschland gemeldet und gilt als nicht gefährdet. Von der mehr boreal verbreiteten Schwesterart T. cognatus kann man T. placidus durch den stärker und zur Basis gerader verengten Halsschild unterscheiden. (CB)

26.04.2019
Cantharis pagana Rosh., 1847
Cantharis pagana
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Der 6 bis 8,5 mm große Weichkäfer Cantharis pagana (Familie Cantharidae) ist einer von 24 Vertretern der Familie in Deutschland, die in der Bestimmung teilweise nicht einfach sind. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Spanien über Mitteleuropa bis Rumänien und Griechenland. Die montane, stenotope Art kommt in den Alpen und den Mittelgebirgen vor und fehlt in den nördlichen Bundesländern. Sie steigt bis zur Baumgrenze auf und wird vor allem an Waldrändern auf Bäumen, besonders Kiefer und Fichte sowie auf Gebüsch (z.B. Weißdorn) gefunden. In Deutschland ist Cantharis pagana nicht gefährdet. Die Art ist recht farbvariabel, was zur Beschreibung als C. fibulata und C. albomarginata geführt hat, die heute als Synonyme zu C. pagana geführt werden. (CB)


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