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Käfer der Woche

Texte © K. Reißmann, T. Hörren, M. Stern, F. Bötzl und C. Benisch

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19.04.2019
Dermestes frischii Kug., 1792
Dermestes frischii
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Dermestes frischii (Familie Dermestidae) ist eine von 17 Arten der Gattung Dermestes in Deutschland, die als Speckkäfer bezeichnet werden. Der Name rührt daher, dass Käfer und Larven gelegentlich an Schinken und Speck gefunden werden und hier, wie auch an anderen tierischen Produkten, wie Trockenfisch, Häuten, Horn und ähnlichem schädlich werden können. In der Natur leben sie vor allem an alten, in der Sonne liegenden Kadavern und Äsern, von eingetrockneten Fleischresten, aber auch von Haaren und Federn, da sie in der Lage sind, Keratin zu verdauen. Die Art ist über die tropische Region von Amerika und Afrika, sowie die gesamte Holarktis verbreitet. In Deutschland ist sie eine der häufigsten Arten der Gattung und wird aus allen Regionen gemeldet. (KR/CB)

12.04.2019
Triphyllus bicolor (F., 1792)
Triphyllus bicolor
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Der 3,5 bis 4 mm große Baumschwammkäfer Triphyllus bicolor (Familie Mycetophagidae) ist in Mittel- und Südeuropa sowie im südlichen Nordeuropa verbreitet. Im Osten erstreckt sich das Verbreitungsgebiet bis West-Russland. In Deutschland kommt Triphyllus bicolor aktuell in allen Bundesländern vor, ist aber insgesamt eher als selten anzusehen. Die stenotope, silvicole Art ist mycetobiont und entwickelt sich an weichfleischigen Baumschwämmen an morschen Laubhölzern, vor allem Eiche (Quercus) und Buche (Fagus). Besonders bevorzugt wird der Leberpilz (Fistulina hepatica). Käfer und Larven ernähren sich von den Hyphen und Sporen der Pilze. Zu Verpuppung gehen die Larven in den Boden. In der Roten Liste Deutschlands wird Triphyllus bicolor als gefährdet (RL 3) geführt. (CB)

05.04.2019
Curtimorda maculosa (Naez., 1794)
Curtimorda maculosa
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Der 4 bis 5 mm große Stachelkäfer Curtimorda maculosa (Familie Mordellidae) ist einer von zwei Vertretern der Gattung in Deutschland, die sich durch die silberfarbene Fleckung der sonst schwarzen Flügeldecken unterscheiden. Curtimorda maculosa ist boreomontan verbreitet mit Vorkommen in Fennoskandinavien, den deutschen und französischen Mittelgebirgen und den Alpen. Die stenotope Art lebt auf lichten Stellen in Mischwäldern, Kahlschlägen und Lichtungen. Sie entwickelt sich an Stubben oder halbfaulen Stämmen von Fichte (Picea) an Baumpilzen, vor allem dem Violetten Lederporling (Nadelholz-Tramete, Trichaptum abietinum). In Deutschland liegen zwar Meldungen aus zahlreichen Bundesländern vor, die Art wird aber eher sporadisch gefunden und ist gefährdet (RL 3). (CB)

29.03.2019
Callimus angulatus (Schrk., 1789)
Callimus angulatus
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Der 7 bis 9 mm große Schmaldeckenbock Callimus angulatus (Familie Cerambycidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland. Die mediterrane Art ist von Spanien über Italien bis zum Kaukasus und in den Nordiran verbreitet. Circumalpin wird Mitteleuropa erreicht. Bei uns ist die thermophile Art auf Wärmegebiete in der Südhälfte Deutschlands beschränkt und dort überall sehr selten. Die Larve entwickelt sich in armdicken, abgestorbenen Ästen von Eiche (Quercus) und Buche (Fagus). Die schlanken, metallisch blauen Käfer findet man bei sonnigem Wetter an Wärmehängen und Waldrändern auf blühendem Weißdorn (Crataegus) und Kreuzdorn (Rhamnus), kaum auf anderen Blütenpflanzen. In Deutschland ist Callimus angulatus als stark gefährdet (RL 2) eingestuft. (CB)

22.03.2019
Gonioctena fornicata Brüggemann, 1873
Gonioctena fornicata
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Der Blattkäfer Gonioctena fornicata (Familie Chrysomelidae) gehört erst seit 2003 zur Fauna Deutschlands. Er ist eine von insgesamt zwölf einander recht ähnlichen Arten der Gattung in Deutschland. Die Art kam ursprünglich nur im Südosten Europas vor und gilt als pontisches Faunenelement mit xerothermen Habitatansprüchen. Sie wurde vermutlich mit Schiffstransporten über den Rhein und seine Nebenflüsse nach Baden-Württemberg eingeschleppt und konnte sich in der Oberrheinebene etablieren. Larven und Käfer der 5 bis 7 mm großen Art leben an Luzerne (Medicago) und Klee (Trifolium) und werden als Schädling eingestuft. In den USA, in die sie gelegentlich mit Transporten verschleppt wird, gilt die Art als Quarantäneschädling. (KR/CB)

15.03.2019
Sibinia phalerata (Gyll., 1836)
Sibinia phalerata
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Der 2 bis 2,4 mm kleine Schwarzfleck-Nelkenrüssler Sibinia phalerata (Familie Curculionidae) ist eine der über 200 Arten der Gattung weltweit. In Deutschland kommen 12 Arten vor. Die stenotope, xerothermophile Art kommt an sonnenexponierten Trockenstellen auf Magerrasen vor, z.B. offenen Sanddünen, Kies- und Schotterflächen. Wie die meisten anderen europäischen Arten der Gattung entwickelt sich Sibinia phalerata an krautartigen Nelkengewächsen (Cariophyllaceae), z.B. Arenaria, Cerastium, Dianthus und Silene. Die Art ist von Europa (ohne den hohen Norden) bis Zentralasien verbreitet. In Deutschland ist sie aus den meisten Bundesländern nachgewiesen, mit Ausnahme des Nordwestens, aber selten. In der Roten Liste wird Sibinia phalerata als gefährdet (RL 3) geführt. (CB)

08.03.2019
Perigona nigriceps (Dej., 1831)
Perigona nigriceps
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Der nur 2,4 bis 3,2 mm große Kompostläufer Perigona nigriceps (Familie Carabidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Mitteleuropa. Die Art stammt ursprünglich aus dem Gebiet um den Indischen Ozean. Sie wurde im 19. Jahrhundert nach Nordamerika und Europa verschleppt und ist mittlerweile wohl weltweit verbreitet. Perigona nigriceps ist aus ganz Deutschland gemeldet, wird allerdings nur sporadisch gefunden. Die eurytope, thermophile Art kommt in Gärten, auf Ruderalflächen, Schuttplätzen und Mülldeponien vor und lebt räuberisch in Kompost, faulenden Vegetabilen und Holzhäckselhaufen, aus dem sie gesiebt werden kann. Die Käfer fliegen nur kurze Strecken und kommen an Lichtquellen. Mit ihrem schwarzen Kopf, den kurzen, perlschnurartigen Fühlern und den bräunlich-gelben Flügeldecken mit dem kräftigen 8. Punktstreifen ist die Art recht leicht zu erkennen. (CB)

01.03.2019
Trichodes alvearius (F., 1792)
Trichodes alvearius
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Der 10 bis 15 mm große Zottige Bienenkäfer Trichodes alvearius (Familie Cleridae) ist eine der beiden Arten der Gattung in Deutschland. Er unterscheidet sich von seiner Schwesterart dadurch, dass die letzte schwarze Querbinde der Flügeldecken nicht den roten Rand der Flügeldeckenspitze erreicht. Die Art ist in Süd- und Mitteleuropa verbreitet. Man findet die Käfer auf Blüten, wo sie anderen Insekten nachstellen, aber auch Pollen fressen. Die Weibchen legen ihre Eier in Nester von Solitärbienen. Nach dem Schlupf aus dem Ei frisst die Larve zunächst das Ei oder die Junglarve der Biene, bevor sie sich dann vom vorhandenen Pollenvorrat ernährt. In der Roten Liste von Deutschland wird die Art als gefährdet (RL 3) geführt. (KR/CB)

22.02.2019
Cytilus sericeus (Forst., 1771)
Cytilus sericeus
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Der 4,5 bis 5,5 mm große Pillenkäfer Cytilus sericeus (Familie Byrrhidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland. Anders als andere Vertreter der Familie kann Cytilus sericeus Fühler und Beine nur unvollständig in dafür vorgesehene Aussparung am Körper einlegen, ein Schutzmechanismus, der der Familie ihren deutschen Namen gegeben hat. Cytilus sericeus ist rundlich oval, die Flügeldecken sind metallisch grün bis bronzebraun und schwarz gewürfelt. Man findet sie auf feuchten Wiesen, in Flussauen und Mooren an Moosen und Sphagnum. Käfer und Larven ernähren sich von Moosen. Die Art ist in ganz Europa bis weit in den Osten verbreitet. In Deutschland liegen aktuelle Meldungen aus allen Bundesländern vor und die Art gilt als nicht gefährdet. (CB)

15.02.2019
Mycetophagus quadriguttatus Müll., 1821
Mycetophagus quadriguttatus
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Der 3,5 bis 4 mm große Mycetophagus quadriguttatus (Familie Mycetophagidae) ist eine von zehn Arten der Gattung in Deutschland. Die einander teilweise recht ähnlichen Arten lassen sich durch ihren Habitus, ihre Färbung und den Bau der Fühlerkeule unterscheiden. Letztere ist bei Mycetophagus quadriguttatus viergliedrig und weist ein kaum verlängertes Endglied auf. Die Art ist holarktisch verbreitet und kommt sowohl in Laubwäldern in verpilztem Mulm und Reisig von Eiche (Quercus), Buche (Fagus) und an Baumschwämmen als auch synanthrop in Scheunen und Ställen an moderndem Heu und Stroh sowie an schimmelnden Lebensmitteln vor. Die Käfer und ihre Larven ernähren sich von Schimmelpilzen und deren Sporen. In Deutschland ist Mycetophagus quadriguttatus aktuell aus allen Regionen gemeldet und gilt als nicht gefährdet. (CB)

08.02.2019
Tetratoma ancora F., 1790
Tetratoma ancora
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Der 3 bis 3,5 mm lange Keulendüsterkäfer Tetratoma ancora (Familie Tetratomidae) ist einer von drei Vertretern der Gattung in Deutschland. Die Arten zeichnen sich durch ihre viergliedrige Fühlerkeule aus, was sich im wissenschaftlichen Familiennamen widerspiegelt. Durch die variable gelbe Zeichnung der Flügeldecken ist T. ancora leicht von ihren Schwesterarten T. fungorum und T. desmaresti zu unterscheiden. Sie kommt von Mitteleuropa bis in den höchsten Norden Europas sowie bis Russland vor. Die Art entwickelt sich an verpilzten Ästen von Laubbäumen, vor allem Buche (Fagus), Eiche (Quercus) und Ahorn (Acer), die vom Rindenpilz Corticium besetzt sind, seltener am Herben Knäuling (Panus stipticus) und an der Schmetterlingstramete (Coriolus versicolor). In Deutschland ist T. ancora weit verbreitet, aber selten (RL 3). (CB)

01.02.2019
Pedostrangalia revestita (L., 1767)
Pedostrangalia revestita
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Obwohl aus fast allen Regionen Deutschlands gemeldet, ist der Bockkäfer Pedostrangalia revestita (Familie Cerambycidae) aufgrund seiner akrodendrischen Lebensweise und der sehr speziellen Ansprüche der Larven eine nur selten gefundene Art. Funde resultieren meist aus "abgestürzten" Tieren oder Auszuchten herabgestürzter besiedelter Kronenäste. Die Entwicklung der Larve erfolgt in verschiedenen Laubbaumarten, vor allem in toten, rotfaulen Partien noch lebender Bäume oder den Ansatzstellen morscher Äste. Die sehr hübsche, 8 bis 15 mm große Art ist bei flüchtiger Betrachtung mit Rhamnusium bicolor zu verwechseln, fällt aber deutlich kleiner aus als diese und hat eine gänzlich andere Lebensweise. In Deutschland ist die Art als stark gefährdet eingestuft (RL 2). (KR)

25.01.2019
Oreina cacaliae (Schrk., 1785)
Oreina cacaliae
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Der Bergblattkäfer Oreina cacaliae (Familie Chrysomelidae) ist mit seinen 7,5 bis 10 mm Größe zusammen mit anderen Vertretern der Gattung eine der großen Arten der Blattkäfer in Deutschland. Die Gattung ist bei uns vor allem im Alpengebiet vertreten und nur wenige Arten kommen auch im Schwarzwald oder im Bayerischen Wald vor. Die meisten Arten sind schön metallisch gefärbt und dabei außerordentlich variabel, was ihre genaue Bestimmung sehr erschwert. Oreina cacaliae kommt bei uns in den Gebirgen Bayerns und Baden-Württembergs, sowie in Sachsen vor. Die Käfer befressen zuerst die Alpen-Pestwurz (Petasites paradoxus), bevor sie an den Grauen Alpendost (Adenostyles alliariae) wechseln, an dem sich auch ihre Larven entwickeln. (KR)

18.01.2019
Hypera arator (L., 1758)
Hypera arator
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Der 4,5 bis 6 mm große Nelken-Kokonrüssler Hypera arator (Familie Curculionidae) ist einer von 28 Vertretern der Gattung in Deutschland. Der Nelken-Kokonrüssler ist durch seine elegante Zeichnung leicht von anderen Hypera-Arten zu unterscheiden. Hypera arator ist paläarktisch verbreitet und kommt in Nordafrika, ganz Europa und bis Sibirien vor. Man findet die eurytope, halotolerante Art auf Wiesen, in Bach- und Flussauen, auf Ruderalflächen sowie auf Salzwiesen in Deichnähe. Sie entwickelt sich an verschiedenen Nelkengewächsen (Caryophyllaceae), zum Beispiel aus den Gattungen Nelken (Dianthus), Leimkräuter (Silene), Pechnelken (Lychnis), Spark (Spergula), Sternmieren (Stellaria) und anderen. In Deutschland ist die Art aus allen Bundesländern gemeldet und nicht gefährdet. (CB)

11.01.2019
Deronectes aubei (Muls., 1843)
Deronectes aubei
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Deronectes aubei ist eine der wenigen Arten der Schwimmkäfer (Familie Dytiscidae), die in Fließgewässern leben. Sie nutzen Stillwasserzonen und weisen dafür morphologische Anpassungen auf. So kann der Käfer über 6 Wochen ohne aufzutauchen überleben (Kehl, Dettner, Journal of Morphology, 2009, 270 (11), 1348-1355). Interessant ist seine Tarnung: Der Käfer ähnelt in Färbung und Größe den Hüllblättern von Blattknospen und ist im Wasser von diesen kaum zu unterscheiden. Durch seine für Schwimmkäfer atypische Bewegungsweise, indem er nur langsam am Grund umherkriecht, kurz "aufspringt" eine kurze Strecke langsam schwimmt und sich wieder setzt, wirkt er wie ein Hüllblatt, das sich in der Strömung bewegt. D. aubei kommt in Deutschland nur in wenigen Bächen des Schwarzwaldes vor und ist in der Roten Liste als extrem selten (RL R) eingestuft. (KR/CB)

04.01.2019
Necrobia ruficollis (F., 1775)
Necrobia ruficollis
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Der Rothalsige Schinkenkäfer Necrobia ruficollis (Familie Cleridae) ist eine von drei Arten der Gattung in Deutschland und ist durch den roten Halsschild und die roten Flügeldeckenschultern leicht zu erkennen. Die Käfer erscheinen in der freien Natur an alten Kadavern und trockenen Äsern, wo er den Larven anderer Insekten nachstellt, während sich die Larven wohl von eingetrockneten Fleischresten ernähren. Die ursprüngliche Heimat von Necrobia ruficollis liegt wohl in Europa, ist aber heute nicht mehr zweifelsfrei festzustellen, da die Art mit Transporten schon früh weltweit verschleppt wurde. Aus Deutschland liegen Nachweise aus fast allen Regionen vor, jedoch ist sie überall nur sporadisch und besonders nach Norden selten anzutreffen. (KR)

28.12.2018
Stelidota geminata Say, 1825
Stelidota geminata
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Der Glanzkäfer Stelidota geminata (Familie Nitidulidae) wurde für Deutschland erstmalig 2007 am Kaiserstuhl von G. Krumm nachgewiesen. Inzwischen dürfte die ursprünglich aus der subtropischen Zone der Nearktis und Neotropis stammende Adventivart in den meisten Teilen Südwestdeutschlands zu finden sein. Die Käfer leben, ähnlich wie Epurea oculata, an faulenden Früchten und können im Spätsommer und Herbst problemlos an Fallobst gefunden werden, in dem sich auch die Larven entwickeln. Männchen und Weibchen dieser Art lassen sich sehr leicht an den Hinterschienen unterscheiden, die bei den Männchen gekrümmt und zu den Tarsen hin keulig verdickt sind. Darüber hinaus sind die Glieder der Vordertarsen bei den Männchen verdickt. In den USA hat sich die Art zu einem Schädling in Erdbeerkulturen entwickelt. (KR/CB)

21.12.2018
Cicones undatus (Guer., 1844)
Cicones undatus
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Der 2,5 bis 3,5 mm große Rindenkäfer Cicones undatus (Familie Colydiidae) ist einer der beiden Vertreter der Gattung in Deutschland. Von der durchschnittlich kleineren Schwesterart C. variegatus kann er durch die helleren, stärker gescheckten und rippenlosen Flügeldecken unterschieden werden. Die stenotope Art kommt in Südeuropa und im südlichen Mitteleuropa vor und weist eine diskontinuierliche Ost-West-Verbreitung mit Vorkommen in Frankreich und Polen auf. 1991 wurde die Art erstmals in Hessen nachgewiesen. Inzwischen sind weitere Funde aus Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen bekannt. Man findet die Tiere unter der Rinde stehender, verpilzter Stämme von Buche (Fagus) und Bergahorn (Acer pseudoplatanus). (CB)

14.12.2018
Latheticus oryzae Wtrh., 1880
Latheticus oryzae
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Der 2 bis 2,8 mm große Rundköpfige Reismehlkäfer Latheticus oryzae (Familie Tenebrionidae) ist der einzige Vertreter der Gattung in Deutschland. Die hellbraunen, länglichen, abgeflachten Käfer haben einen großen Kopf und kurze Fühler mit 5-gliedriger Keule. Die Art stammt ursprünglich aus Südostasien. Mittlerweile ist Latheticus oryzae in den Tropen weit verbreitet und gelangt mit Lieferungen von Reis und Tapiokamehl regelmäßig nach Mitteleuropa. Der Rundköpfige Reismehlkäfer ist thermophil und bevorzugt Temperaturen um 35 °C. Darüber hinaus ist er auf eine hohe relative Luftfeuchtigkeit von 85 % angewiesen. Er kommt daher synanthrop in Vorratslagern vor und wird an Getreide, Reis und Tapiokamehl schädlich. Aufgrund ihrer Klimaanforderungen ist die Art in Deutschland bislang noch nicht dauerhaft angesiedelt. (CB)

07.12.2018
Oxymirus cursor (L., 1758)
Oxymirus cursor
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Der 16 bis 30 mm große, farblich recht variable Schulterbock Oxymirus cursor, früher Toxotus cursor, gehört in die Unterfamilie Lepturinae der Bockkäfer (Familie Cerambycidae). Die Art ist in ganz Europa, mit Ausnahme des Südens verbreitet und erreicht im Osten den Kaukasus und Sibirien. Der stenotope, silvicole Oxymirus cursor bevorzugt Nadelwälder, vor allem Fichtenwälder der montanen bis alpinen Stufe. Die lignicole und xylodetriticole Art entwickelt sich vor allem in feuchtem und morschem Wurzelholz von Fichte (Picea) und Kiefer (Pinus). An warmen Tagen fliegen die Käfer, man findet sie an alten Stämmen, gelegentlich auch auf Blüten. In Deutschland ist Oxymirus cursor aus den meisten Bundesländern gemeldet und nicht gefährdet. (CB)

30.11.2018
Hippuriphila modeeri (L., 1761)
Hippuriphila modeeri
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Der 2 bis 2,5 mm große Schachtelhalm-Flohkäfer Hippuriphila modeeri (Familie Chrysomelidae) ist der einzige paläarktische Vertreter der Gattung. Die bronzefarbene, metallisch glänzende Art mit den gelben Flecken an den Flügeldeckenspitzen ist in ganz Europa verbreitet und ist leicht zu erkennen. Hippuriphila modeeri ist stenotop und hygrophil, man findet sie in Sümpfen, feuchten Wiesen und an Waldrändern, an Bachufern und in Flussauen. Sie lebt monophag am Acker-Schachtelhalm (Equisetum arvense), an dem sich auch die Larve entwickelt. Im Winter kann man die Art aus Detritus und Genist sieben. In Deutschland ist Hippuriphila modeeri aus praktisch allen Bundesländern gemeldet und gilt als nicht gefährdet. (CB)

23.11.2018
Acalles camelus (F., 1792)
Acalles camelus
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Der 2,6 bis 4,6 mm große Kamel-Holzrüssler Acalles camelus (Familie Curculionidae) ist einer von 14 Vertretern der Gattung in Deutschland, die meist nicht einfach zu bestimmen sind. Acalles camelus kommt von Spanien über Mitteleuropa und Italien bis Ungarn vor, im Norden bis Dänemark und Südschweden. Die Gebirgstiere aus dem Süden des Verbreitungsgebietes sind durchschnittlich am größten. Die stenotope, silvicole Art kommt in Laub- und Mischwäldern des montanen Bereichs vor, vor allem Buchenwäldern. Man findet die pholeophilen, xylophagen Tiere auf toten Ästen von Eiche (Quercus) und Buche (Fagus), tagsüber meist in der Laubschicht. In Deutschland ist die Art aus praktisch allen Bundesländern gemeldet und gilt als nicht gefährdet. (CB)

16.11.2018
Necrophorus humator (Gled., 1767)
Necrophorus humator
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Der Totengräber Necrophorus humator (Familie Silphidae) ist eine der beiden gänzlich schwarzen Necrophorus-Arten der deutschen Fauna. Bei den übrigen Vertretern der Gattung weisen die ansonsten schwarz gefärbten Käfer eine orangerote Flügeldeckenzeichnung auf. Wie alle Totengräber gräbt auch diese Art kleinere Äser in den Boden ein, an denen sich ihre Larven entwickeln. Dabei zeigen sie ein ausgeprägtes Brutfürsorgeverhalten, bei dem die Larven nicht nur mit Nahrung versorgt, sondern in der Anfangsphase vom Weibchen sogar gefüttert werden. Das Weibchen bleibt bis zur Verpuppung bei den Larven, bessert in der Zeit Schäden aus, verteidigt die Krypta gegen Konkurrenten und Fressfeinde und reinigt sie von Schimmel und Fäulnis. Mit 18 bis 26 mm ist sie die zweitgrößte Art der Gattung in Deutschland. (KR/CB)

09.11.2018
Zorochros meridionalis (Cast., 1840)
Zorochros meridionalis
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Der nur 1,5 bis 2,5 mm große Schnellkäfer Zorochros meridionalis (Familie Elateridae) ist der einzige der vier Vertreter der Gattung in Deutschland, der einheitlich schwarz und staubartig behaart ist. Zorochros meridionalis ist in Süd- und Mitteleuropa, im Kaukasus und Kleinasien verbreitet. In Deutschland fehlt er im Norden, die Verbreitungsgrenze verläuft am Nordrand der Mittelgebirge. Man findet die stenotope, psammophile und thermophile Art an sandigen Ufern, in Sand- und Kiesgruben und an Trocken- und Wärmehängen zwischen Graswuchs im Sand, an den Fundstellen oft in Anzahl. Ihre geringe Größe, die gute Tarnung und ihre außerordentliche Sprungkraft erschweren das Auffinden der Art beträchtlich. In Deutschland ist Zorochros meridionalis nicht gefährdet. (CB)

02.11.2018
Psammoecus bipunctatus (F., 1792)
Psammoecus bipunctatus
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Der nur 2,3 bis 2,8 mm große Schilfplattkäfer Psammoecus bipunctatus (Familie Silvanidae) ist eine häufige Art der Moore, verkrauteter Gewässerufer und schilfreicher Verlandungszonen. Sie ist von Südeuropa bis zum südlichen Nordeuropa und im Osten bis Russland verbreitet. Mit ihrem schwarzen Kopf, dem rötlichen Halsschild und den gelblich-hellbraunen Flügeldecken mit der arttypischen, allerdings recht variablen schwarzen Zeichnung ist die Art in der deutschen Fauna unverwechselbar. Käfer und Larven halten sich in feuchtem bis nassem, faulendem Pflanzenmaterial, z.B. von abgestorbenem Schilf (Phragmites) und Rohrkolben (Typha), in Gewässernähe auf und können hier zuweilen massenhaft gefunden werden. Die Käfer schwärmen in den Abendstunden und werden vom Licht angelockt. (KR/CB)


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